Erinnerung an das Unglück im Heyselstadion
5. April 2005, 16:48 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.
Vor knapp zwanzig Jahren standen sich im Brüsseler Heyselstadion im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister, dem Vorläufer der heutigen Champions-League, der FC Liverpool und Juventus Turin gegenüber.
Die Bühne war bereitet und der ganze Kontinent wartete auf ein spannendes Finale. Leider ging dieser 29. Mai des Jahres 1985 dann als einer der schwärzesten Tage des europäischen Fußballs in die Geschichtsbücher ein.
Die Tragödie begann eigentlich schon mit dem chaotischen Kartenvorkauf, der es möglich machte, dass die Blöcke mit den Anhängern der beiden Teams direkt nebeneinander lagen. Da der übliche Sicherheitsabstand fehlt, kommt es zu Pöbeleien, die Stimmung heizt sich immer mehr auf. Dann fliegen Wurfgeschosse und die Menge wird unruhig. Schließlich eskaliert die Situation und es gibt Rangeleien und Randale, Panik bricht aus.
Die Menschen wollen sich in Sicherheit bringen, versuchen den Tumulten zu entkommen. Vergeblich, denn Zäune und Mauern bremsen ihre Flucht. Eine der Mauer hält dem Druck der Leiber nicht aus – sie bricht und begräbt die aufgescheuchten Menschen unter sich. Entsetzen steht in den Gesichtern, Tote und Verletzte liegen vor den Rängen.
Um das Szenario zu beruhigen, wird das Finale dennoch angepfiffen. Dieses Spiel, das Juventus Turin durch einen verwandelten Elfmeter von Michel Platini mit 1:0 gewinnt, wird jedoch zur absoluten Nebensache.
Der Abend in Brüssel wird zum Trauma, das den Kontinent schockt. Die Katastrophe fordert 39 Menschenleben, Hunderte tragen Verletzungen davon. Als Schuldige werden die Hooligans des FC Liverpool ausgemacht. Da die Fans von der Insel zu dieser Zeit überall auf dem Festland Angst und Erschrecken verbreiten, sieht sich die UEFA zum Handeln gezwungen. Die Strafe ist drakonisch, denn alle englischen Vereine werden bis zur Saison 1990/91 von den europäischen CUP-Wettbewerben ausgeschlossen.
Heute kommt es im Viertelfinale der Champions-League zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Vereine. Hoffen wir auf einen spannenden, friedlichen Fußball-Abend und denken einen Augenblick an die Menschen, die damals so sinnlos ihr Leben verloren haben.
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