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Schiedsrichter-Skandal: Jansen voll rehabiliert

30. Juli 2005, 15:59 geschrieben von Francescoli, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Das Sportgericht des DFB unter Vorsitz von Dr. Rainer Koch hat gestern (29.07.2005) in Einvernehmen mit dem DFB-Kontrollausschuss mit sofortiger Wirkung die Vorsperre gegen Jürgen Jansen aufgehoben und das Verfahren eingestellt, das gegen den Schiedsrichter aus Essen im Zuge des Wett- und Manipulationsskandals eingeleitet worden war. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Berlin das Ermittlungsverfahren gegen Jansen eingestellt.

“Nach Auswertung der Beweismittel kann nicht mit der für eine Anklageerhebung erforderlichen Sicherheit geklärt werden, ob die Manipulationsabrede des Ante S. über den Mitbeschuldigten Walter Z. an Jürgen Jansen weitergeleitet worden ist oder nicht”, hieß es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. “Mit der Entwicklung in dieser Angelegenheit steht definitiv fest, dass die Bundesliga nicht in den Wett- und Manipulationsskandal verwickelt war”, sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger auf einer Pressekonferenz in Passau. Er sei “froh für den Menschen Jürgen Jansen, denn es ist nie schön, als Beschuldigter in der Öffentlichkeit mit Fragen und Vorwürfen konfrontiert zu werden”. Zwanziger stellte Gespräche mit Jansen über Entschädigungszahlungen für die rund halbjährige Zwangspause des Referees in Aussicht.

Somit darf sich Jansen begründete Hoffnungen machen, schon bald wieder Bundesliga-Spiele zu pfeifen. DFB-Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel erklärte, dass er in zwei Wochen Jansen zu einem Leistungstest einladen wolle. Schiedsrichter-Obmann Volker Roth habe zudem angekündigt, ihn langsam heranzuführen und bei zwei Regionalligaspielen zu beobachten, wie dies auch bei Schiedsrichtern üblich sei, die verletzungsbedingt länger als sechs Wochen ausfallen. “Danach kann Jansen auch wieder Bundesliga pfeifen”, so Strigel.

Der Referee war im Zusammenhang mit der Wett-Affäre um Robert Hoyzer vom Dresdner Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller entlastet worden. Ziller hatte nach eigener Aussage 25.000 Euro von einem der mutmaßlichen Drahtzieher mit der Aufforderung erhalten, er solle bezüglich der von Jansen geleiteten Partie 1. FC Kaiserslautern gegen SC Freiburg mal sehen, “ob sich etwas machen lässt”. Jansen wurde dann von Ziller total entlastet: Ziller habe nach eigener Aussage das Geld behalten und nicht an Jansen weitergeleitet. Jansen selbst hatte immer wieder seine Unschuld beteuert und offenbar auch nichts von dem Geldkuvert gewusst.

Jansen gab eine eidesstattliche Erklärung ab, derzufolge er keinerlei Einfluss auf den Spielausgang in Kaiserslautern genommen habe. Weder persönlich noch über Dritte habe er Kontakt zu einer Berliner Wettmafia gehabt. Dem Spielbericht ist zu entnehmen, dass Jansen die Note 8,3 für das Kaiserslautern-Spiel erhielt, was bedeutet, dass er die Begegnung sehr gut im Griff gehabt haben soll. Auffällig war allerdings, dass die Zocker in Berlin 42 Wettscheine auf den richtigen Ausgang der Begegnung in Kaiserslautern abgegeben hatten.

Der Schiedsrichterskandal im Forum


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