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[U19-EM] Frankreich holt den Titel

31. Juli 2005, 14:58 geschrieben von Lucutus, abgelegt unter Int-Fussball.

Am 18.07. eröffneten Frankreich und England die U19-Europameisterschaft in Nordirland – und am 29.07. beendeten diese beiden Nationen auch das Turnier. Trennte man sich im Eröffnungsspiel noch 1-1 Unentschieden, erwies sich im Finale die “Equipe Tricolore” als das stärkere Team.

Unveränderte Aufstellung

Beide Trainer schickten im Finale exakt dieselbe Elf aufs Spielfeld, die bereits ihre Halbfinalspiele gewonnen hatte. Frankreich warf die personell stark dezimierte deutsche Mannschaft aus dem Turnier, während England mit dem Sieg über Serbien/Montenegro doch für eine kleine Überraschung sorgte

Frankreich dominiert – England macht das Tor

Schon zu Beginn des Endspiels machte Frankreich klar, dass man sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollte. Man erspielte sich Chancen um Chancen, ohne jedoch die Kugel im Kasten der “Three Lions” unterzubringen. Kurz vor dem Seitenwechsel stellte dann Lee Holmes die Partie auf den Kopf, sein Schuss wurde von Younes Kaboul unhaltbar für Keeper Hugo Lloris abgefälscht.

England wird besser, kassiert aber den Ausgleich

Im zweiten Durchgang nahmen die Briten das Heft in die Hand, setzten die verunsichert wirkenden Franzosen zunehmend unter Druck, das 2-0 lag in der Luft. Doch dann erlebten die Fans ein Deja Vu, als nämlich Frankreich plötzlich aus heiterem Himmel den Ausgleich erzielen konnte. Mohamed Chakouri köpfte völlig freistehend eine Flanke von Abdoulaye Balde in den von David Martin gehüteteten englischen Kasten.

Frankreich legt nach

Eine Viertelstunde vor dem Ende war es dann jener Balde, der die Franzosen mit 2-1 in Führung brachte. Einen Querpass von Yassin Moutaouakil schob der freistehende Balde überlegt an Martin vorbei ins Tor.

Traumtor sorgt für Entscheidung

Yohan Gouffran sorgte dann für die endgültige Entscheidung zwei Minuten vor dem Ende der Partie, als er einen fulminanten Hammer aus 25m im englischen Gehäuse versenkte. Kurz darauf kassierten die konsternierten Briten auch noch eine Ampelkarte für Grant Leadbitter und mussten die Partie mit zehn Mann beenden.

Frankreich erstmals U19-Europameister

Zum erstenmal also sichert sich ein französicher U19-Nachwuchs Europa’s Krone, nachdem man bereits viermal U18-Europameister werden konnte.

Deutsche Mannschaft erreicht Ziel

“Wir wollen ins Halbfinale” hatte Teamchef Uli Stielike als Vorgabe für seine Jungs ausgegeben – schon nach dem ersten Gruppenspiel rückte das Ziel in weite Ferne. Man brachte es fertig, eine 2-0 Führung gegen Serbien/Montenegro zu verspielen. Am Ende setzte es eine unnötige 2-4 Niederlage, man stand also schon nach dem ersten Spiel unter sehr großem Druck. Im zweiten Gruppenspiel gegen Griechenland allerdings zeigte das Stielike-Team dann, dass man mit Druck doch recht gut umgehen kann, der 3-0 Sieg gegen die überforderten Hellennen geriet niemals in Gefahr. So kam es letztendlich dann zum “Endspiel” um die Halbfinal-Teilnahme gegen Gastgeber Nordirland. Mit 2-1 konnte sich der deutsche Nachwuchs in einer spannenden Partie durchsetzen und sich somit hinter Gruppensieger Serbien/Montenegro für das Halbfinale gegen Frankreich qualifizieren.

Frankreich zu stark

Die Partie gegen den späteren Europameister musste die deutsche Elf stark ersatzgeschwächt antreten. Fünf Ausfälle (Sperre, Verletzungen) musste Uli Stielike verkraften, der 18er Kader war plötzlich zusammengeschrumpft auf 13 Spieler. Dennoch bot man den Franzosen ein großes Spiel, musste sich aber 2-3 geschlagen geben. Ganz reichte es letztendlich nicht, um den Favoriten zu stürzen.

Zufriedenheit im deutschen Lager

Trotz allem aber verlies man das Turnier erhobenen Hauptes, da es nach dem Fehlstart nicht allzu rosig aussah. Aber die Jungs hielten zusammen und kämpften füreinander, man hatte sich nichts vorzuwerfen. Lob gab es auch vom Coach: „Hier kann jeder erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Die Mannschaft hat alles gegeben. Mit der Art und Weise, wie wir hier ausgeschieden sind, kann ich mich voll identifizieren.“ Einen faden Beigeschmack hatte das Aus allerdings, da die UEFA dem deutschen Team keine Nachnominierung erlaubte. Im Halbfinale saßen gerade mal nur noch zwei Spieler auf der Bank, eigentlich unzumutbar nach einem schweren Turnier. Selbst das Einschalten von DFB-Präsident Mayer-Vorfelder brachte nichts, die UEFA lehnte den Antrag mit Verweis auf das Reglement ab. Stielike betonte aber auch, dass man selbst in Bestbesetzung große Probleme mit den starken Franzosen gehabt hätte.


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