[Portrait] FC Liverpool
2. Juni 2009, 14:30 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Portraits, Int-Fussball.
Portrait FC Liverpool
Nachdem das MAG bereits den FC Chelsea und Rapid Wien vorgestellt hat, portraitieren wir nun den besten Verein des Jahres 2005 (FIFA-Weltrangliste): Englands Rekordmeister FC Liverpool und auch Manchester United.
![]() |
Liverpool FC | ![]() |
Inhalt – klick auf das gewünschte Thema
Die Historie |
Wenn man es genau nimmt, dann hat der ruhmreiche FC Liverpool seine Existenz eigentlich dem anderen großen Fußballclub der Hafenstadt, dem Erzrivalen FC Everton zu verdanken. Die Toffees, wie Everton auch genannt wird – der
Spitzname kommt von Ye Anciente Everton Toffee House, welches direkt an den frühen Treffpunkt des Vereins, einem Hotel in der Village Street angrenzte – wurden bereits im Jahre 1878 gegründet. Everton besaß jedoch kein eigenes Stadion und trug seine Spiele auf verschiedenen Plätzen aus. Dieser Zustand änderte sich im Jahr 1884, als man im Stadion an der Anfield Road heimisch wurde. Das Gelände gehörte dem Brauereibesitzer John Houlding, der das Grundstück von einem befreundeten Geschäftsmann erworben hatte und nun an den FC Everton verpachtete.
Doch Ende der 1880er Jahre kam es zu Streitigkeiten zwischen den Partnern, bei denen es hauptsächlich um die weitere Nutzung des Stadions (Kauf durch den Verein bzw. Pacht) ging. Uneins über die Zukunft des Vereins, erfolgte schließlich am 12. März 1892 die endgültige Trennung: Als sich auf einer Mitgliederversammlung keine Mehrheit für seine Pläne fand, verließ Houlding mit ca. 20 Getreuen die Zusammenkunft und beendete die Zusammenarbeit. Da Everton seine Spiele fortan nicht mehr an Anfield austragen wollte und in ca. 800 Metern ein neues Stadion, den Goodison Park, erbaute, besaß er nun ein Stadion – hatte aber keine Mannschaft, die darin ihre Spiele austrug. Die rettende Idee kam von seinem Freund William Barclay, der die Gründung eines neuen Clubs anregte.

Das originale Wappen
Inspiriert von diesem Anstoß traf man sich am 15. März 1892 in seinem Haus an der Anfield Road, machte Nägel mit Köpfen und setzte den Plan in die Tat um: Die Herren gründeten einen neuen Fußballclub und nannten ihn – Liverpool Football Club
| nach oben |
Die ersten Jahre |
Erster Manager des neuen Vereins wurde der Ire John McKenna. Der Geschäftsmann und frühere Rugby-Spieler war ein enger Freund Houldings und hatte ihm schon während des Konflikts mit Everton treu zur Seite gestanden. Auf der Suche nach Spielern reiste McKenna nach Schottland. Dort ließ er seine Kontakte spielen und verpflichtete 13 Akteure, die ihm nach England folgten. In Liverpool wurde das “Team of the Macs” dann in dunkelrote Trikots gesteckt, die einen Gegenpol zu den blauen Farben Evertons ausdrücken sollten, und geboren waren die Reds.
Am 1. September fand dann vor lediglich 100 Zuschauern in Anfield das erste Freundschaftsspiel statt. Für Liverpool, das diese Partie gegen Rotherham Town mit 7:1 gewann, standen folgende Spieler auf dem Platz: Ross, Hannah, McClean, Kelso, McQueen, McBride, Wyllie, Smith, Miller, McVean and Kelvin.
Da die sofortige Aufnahme in die Football League gescheitert war, begann Liverpool seine erste Spielzeit in der Lancashire League. Doch diese war nur eine Durchgangsstation, denn die Reds gewannen die Liga und wurden für die Second Division ausgewählt. Auch hier waren die Newcomer nicht zu stoppen: Ungeschlagen wurde man Meister und schaffte 1894 nach einem 2-0-Erfolg im PlayOff gegen Newton Heath (dem späteren Manchester United) den Sprung in die First Division, der höchsten Spielklasse. Bevor sich Liverpool dort etablieren konnte, rutsche der Club aber nochmal für ein Jahr in die Zweitklassigkeit ab.
Im Jahr 1896 erfolgte die erste größere Zäsur. John McKenna zog sich aus dem Trainergeschäft zurück und kümmerte sich fortan um die Modernisierung des Stadions. Das Kommando für die sportlichen Belange übernahm Tom Watson. Und unter Watson, der zuvor schon drei Mal englischer Meister mit Sunderland geworden war, kam auch Liverpool zu ersten Triumphen. Dem ersten nationalen Meistertitel 1901, folgte 1906 ein zweiter. Bei beiden Erfolgen war Alex Raisbeck (340 Spiele, 21 Tore) Kapitän der Reds. Der Schotte, der 1898 für die damals beträchtliche Summe von 350 £ von Stoke City nach Anfield geholt wurde, war wohl der erste “Star”, den Liverpool hervorbrachte.
Nach einer längeren Durststrecke folgten in den Jahren 1922 und 1923 die Meisterschaften drei und vier. Stützen der vom früheren Schiedsrichter David Ashworth trainierten Mannschaft waren die beiden Abwehrrecken Ephraim Longworth (371, /) und Donald McKinlay (433, 34), der grandiose irische Torwart Elisha Scott (467), sowie die Stürmer Dick Forshaw (288, 124) und Harry Chambers (338, 151).
Bevor dann unter Bill Shankly die große Zeit des FC Liverpool begann, machte man in der Nachkriegssaison 1946/47 den fünften Titel perfekt. Tragende Säulen der Elf von George Kay waren vor allem die Stürmer Jack Balmer und Albert Stubbins, die beide 24 Treffer beisteuerten. Stubbins kam während der Saison für die Rekordsumme von 12.500£ von Newcastle United. Neben den späteren Coaches Bob Paisley und Phil Taylor, gehörte auch der großartige Billy Liddell zum Team.
| nach oben |
Die Ära Bill Shankly |
Ruhig war es geworden um den FC Liverpool, der seit dem Abstieg als Tabellenletzter 1953/54 in der Second Division ein Schattendasein fristete. Da traf der Vorstand um Präsident T.W. Williams im November 1959 eine Entscheidung, die die weitere Zukunft des Vereins bestimmen sollte. Eine Entscheidung, ohne die der FC Liverpool wohl nie zu dem geworden wäre, was er heute ist – einer der erfolgreichsten Vereine der Welt: Man verpflichtete Bill Shankly als neuen Trainer.
Der Schotte, der selbst jahrelang als Spieler für Preston North End (1933-49, 297 Spiele, 13 Tore) in England die Stiefel schnürte und seit 1949 bei verschiedenen kleinen Vereinen sein Trainerhandwerk ausübte, kam vom Ligakonkurrenten Huddersfield Town an die Merseyside. Und Shankly fühlte sich bei den Reds sofort heimisch. Er stellte die Fans in den Mittelpunkt, suchte sich kompetente Assistenten (Bob Paisley, Joe Fagan, Roonie Moran, Reuben Bennett – The Bootroom), ließ ein neues Trainingsgelände (Melwood) anlegen und begann mit dem Umbau der Mannschaft. Fußball mit Herz und Leidenschaft, präsentiert von einer echten Einheit – das war seine Philosophie. Nach einem weiteren Jahr in der Zweitklassigkeit stieg die Mannschaft dann 1962 wieder in die First Division auf und wurde dort im ersten Jahr guter Achter.
Ein Jahr später feierte Shankly dann den ersten großen Erfolg: Der FC Liverpool wurde zum sechsten Mal englischer Meister. Stützen der Mannschaft waren unter anderem die beiden im Sommer 1961 verpflichteten Schotten Ian St.John (37.500 £, Motherwell) und Ron Yeats (30.000 £, Dundee United), Aufstiegsheld Roger Hunt (Hunt erzielte in der Saison 1961/62 sagenhafte 41 Tore – Vereinsrekord), sowie der noch junge Flügelflitzer Ian Callaghan.
Diesem Titel sollten in den kommenden Jahren noch einige weitere folgen. Herauszuheben sind dabei wohl der erste FA Cup-Erfolg der Reds im Jahr 1965, zwei weitere Meisterschaften 1966 und 1973 sowie der erste europäische Titel, der Gewinn des UEFA Cups 1973. Wenn man Shankly einen Vorwurf machen möchte, dann diesen, dass er seine eingespielte Mannschaft zu lange unverändert ließ und deshalb kein kontinuierlicher Erfolg gegeben war. Gegen Ende der 60er Jahre wurde ein kompletter Neuaufbau nötig, der Spieler wie Emlyn Hughes (1967, 665 Spiele), Torwartlegende Ray Clemence (1968, 666), Phil Thompson (1971, 477), sowie das kongeniale Stürmerduo John Toshack (1970, 246, 96 Tore) und Kevin Keegan (1971, 323, 100) nach Anfield brachte.
An einem Juli-Nachmittag des Jahres 1974 verkündete der beliebte Coach im Alter von 60 Jahren überraschend seinen Rücktritt. Er wollte sich von dem Stress befreien und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Sportlich gesehen war sein Abschied zu verkraften, denn er hinterließ seinem Nachfolger eine großartige Ausgangsposition: Der Verein stand auf gesunden Füßen, hatte erstklassige Sportstätten, ein exzellentes Scouting und eine funktionierende Mannschaft, die das von Shankly propagierte Spielsystem: pass and move mittlerweile perfekt umsetzte. Menschlich gesehen, riss sein Abschied jedoch ein großes Loch. Er war die Person im Verein bei dem alle Fäden zusammen liefen; er war der Mann, zu dem Spieler und Fans aufsahen – er war der Boss.
Doch nur kurze Zeit später bedauerte der Schotte seinen Rücktritt. Er tauchte plötzlich wieder beim Training auf, gab Interviews und strebte seine Rückkehr an. Für seinen Nachfolger Bob Paisley entstand eine dadurch völlig inakzeptable Situation, da seine Autorität in Frage gestellt wurde. Der Verein zog die Konsequenzen und verbot Shankly den Zugang zu den Trainingsstätten. Das Zerwürfnis war perfekt und man ging getrennte Wege. Aber in den Herzen der Fans blieb Shankly immer einer der Ihren, blieb der Mann, der den Erfolg nach Liverpool brachte.
Erst nach seinem Tod im September 1981 wurde dem Schotten die Ehre erwiesen, die er verdient hatte. Zunächst wurde im Jahr 1982 das “Shankly Gates” in Anfield errichtet, später, am 4. Dezember 1997 wurde eine Statue enthüllt. Diese hat ihren Platz direkt vor dem Kop, der legendären Tribüne der Liverpool-Fans. Und einen besseren Ort kann es für dieses Denkmal gar nicht geben, denn es steht in der Nähe derer, für die er den Fußball “gelebt” hat. Dies verdeutlicht das folgende Zitat von ihm: Ich bin ein Mann des Volkes – nur das Volk zählt.

The Shankly Gates
Seine größten Erfolge in der Statistik:
- FA Cup 1965: Nach etlichen vergeblichen Anläufen war es 73 Jahre nach der Gründung des Vereins endlich soweit: Die Reds besiegten im Londoner Wembley Stadion – das an diesem Tag fest in Liverpooler Hand war – Leeds United mit 2:1 n.V. und gewannen den FA Cup. Ian St.John erzielte nach einer Flanke von Ian Callagher per Kopfstoß das viel umjubelte Siegtor, so dass Kapitän Ron Yeats die lang ersehnte Trophäe entgegennehmen durfte.
| Liverpool: Lawrence, Lawler, Byrne, Strong, Yeats, Stevenson, Callaghan, Hunt, St.John, Smith, Thompson. |
| Leeds United: Sprake, Reaney, Bell, Bremner, Charlton, Hunter, Giles, Storrie, Peacock, Collins, Johanneson |
| Tore: 1:0 Hunt (93.) 1:1 Bremner, 2:1 St.John (111.) |
| Zuschauer: 100.000 |
- UEFA-Cup 1973: Die Reds legten den Grundstein für ihren ersten Titel auf internationaler Ebene im heimischen Anfield. Entscheidender Spieler in einer hochklassigen Partie war Kevin Keegan, der zwei Treffer erzielte und obendrein noch einen Elfmeter verschoss. Mit einem komfortablen 3:0-Vorsprung fuhren sie zum Rückspiel an den Bökelberg. Dort musste man sich dann den Fohlen zwar mit 2:0 geschlagen geben, doch es reichte für den Cup-Gewinn. Gladbach-Stürmer Heynckes war der tragische Held dieser Finalserie. Er erzielte im Rückspiel beide Tore für die Borussia, vergab aber im Hinspiel einen Elfmeter.
| Hinspiel am 10. Mai in Liverpool: |
| Liverpool: Clemence, Lawler, Smith, Lloyd, Lindsay, Hughes, Cormack, Callaghan, Keegan, Toshack, Heighway (83. Hall) |
| Gladbach: Kleff , Vogts, Michallik, Netzer, Bonhof, Danner, Wimmer, Kulik, H. Jensen, Rupp (82. Simonsen), Heynckes |
| Tore: 1:0 und 2:0 Kevin Keegan (21. und 33.), 3:0 Larry Lloyd (62.) |
| Zuschauer: 41.169 |
| Rückspiel am 23. Mai in Mönchengladbach: |
| Gladbach: Kleff, Vogts, Surau, Netzer, Bonhof, Danner, Wimmer, Kulik, H. Jensen, Rupp, Heynckes |
| Liverpool: Clemence, Lawler, Smith, Lloyd, Lindsay, Hughes, Cormack, Callaghan, Keegan, Toshack, Heighway (77. Boersma) |
| Zuschauer: 34.905 |
- FA Cup 1974: Der letzte Titel unter Shanklys Regie. Selten zuvor war ein Endspiel im FA Cup so einseitig wie dieses. Liverpool beherrschte das chancenlose Newcastle nach Belieben, zauberte praktisch perfekten Fußball auf den Rasen des Wembley-Stadions. Dieser 4. Mai war schon mal einen Fingerzeig auf die kommenden Jahre, in denen die Reds den Fußball auf der Insel dominierten und auch im Rest von Europa für Furore sorgen sollten.
| Liverpool: Clemence, Smith, Lindsay, Thompson, Cormack, Hughes, Hall, Heighway, Callaghan, Toshack, Keegan |
| Newcastle: McFaul, Clark, Kennedy, McDermott, Howard, Moncur, Smith (Gibb), Cassidy, Macdonald, Tudor, Hibbitt |
| Tore: 1:0 und 3:0 Kevin Keegan (57. und 88.), 2:0 Steve Heighway (75.) |
| Zuschauer: 100.000 |
| Schiedsrichter: Gordon Kew |
Einige Leute halten Fußball für einen Kampf um Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es viel ernster ist! – Bill Shankly
| nach oben |
Die Goldenen Zeiten |
Bob Paisley (1974-1983)
Nach Shanklys unerwartetem Rückzieher entschied sich der Vorstand für Bob Paisley als Nachfolger. Und dies war die einzig richtige Wahl, denn Paisley war seit Jahren die rechte Hand Shanklys. Er kannte die Mannschaft und das Umfeld, galt zudem als genialer Taktiker, der schon maßgeblichen Anteil an den Erfolgen während der Shankly-Ära hatte. Der damals anerkannte Journalist John Keith brachte das Zusammenspiel des begnadeten Duos mit folgenden Worten auf den Punkt: Shankly lit the fire, Paisley fuelled it.
Paisley kam 1939 im Alter von zwanzig Jahren nach Anfield um sein Geld als Fußballprofi zu verdienen (8 £ Wochenlohn). Doch der 2. Weltkrieg kam dazwischen, so dass es erst 1946 zu seinem Debüt kam. Er bestritt dann bis zu seinem Rücktritt 1954 rund 300 Partien für Pool, blieb auch danach dem Club treu und wurde Trainer der Reserve-Mannschaft. Nebenbei absolvierte er ein Fernstudium im Fach Physiotherapie. Und nun – nach 35 Jahren Vereinszugehörigkeit – übernahm er die sportliche Leitung bei den Reds.
Schon kurz nach seinem Amtsantritt am 26. Juli hätte der neue Coach seinen ersten Titel feiern können. Doch loyal, wie er nunmal war, verzichtete er darauf, den Sieg im Charity Shield gegen Leeds United (6:4 i.E. (1:1)) am 10. August mit in seine Rekordbücher aufzunehmen. Die Saison 74/75 verlief dann nicht optimal. Die_Reds_ hatten zu Beginn einige Probleme, so dass sie am Ende ohne Titel dastanden – es sollte das einzige Mal unter Bob Paisleys Regie bleiben.
Denn bereits ein Jahr später begannen dann die “Goldenen Zeiten”: Paisley führte Liverpool bis 1983 zu insgesamt 18 großen Titeln. Neben drei Triumphen im Cup der Landesmeister (der heutigen Champions League) 1977, 1978 und 1981 und dem Erfolg im UEFA Cup 1976, gewannen die Reds unter seiner Federführung sechs Mal die englische Meisterschaft (76, 77, 79, 80, 81, 82). Dazu kommt ein Titel-Hattrick im Liga Pokal 1981-83, vier Siege im Charity Shield 76, 77 (geteilt – das Finale endete Unentschieden und beide Endspiel-Teilnehmer erhielten den Pokal für ein halbes Jahr) ), 80 und 82 sowie der Gewinn des europäischen Supercups 1977, woran sich die Anhäger des HSV mit Grauen erinnern werden. Denn nach einem 1:1-Unentschieden im Hinspiel, kam es für die Hanseaten im Rückspiel knüppeldick: Mit 6:0 wurden die Mannen um den ehemaligen Liverpooler Kevin Keegan zurück auf das Festland geschickt.
Bemerkenswert an der Arbeit Paisleys ist vor allem der Aspekt, dass der Erfolg über seine gesamte Ära anhielt. Er war ein Meister in taktischen Fragen und im Einbau von Neuzugängen. So schaffte er es immer wieder die Abgänge von Leistungsträgern zu kompensieren, ohne das eine Lücke enstand. Unter anderem musste er den Abschied von Keegan (1977), Toshack, Smith, Callaghan, Hughes (alle 1978), Heighway, Clemence, Case, Irvin (alle 1981), sowie Ray Kennedy und McDermott (1982) verkraften. Paisley hatte auf alles eine Antwort. Seine hervorragende Arbeit wurde honoriert, denn er erhielt die Auszeichnung “Manager des Jahres” gleich sechs Mal (76, 77, 79, 80, 82 und 83).
Doch nicht weniger beeindruckend klingen die Namen der Spieler, für deren Verpflichtung er verantwortlich war und die sich nahtlos in die Elf einfügten, um gemeinsam mit ihm Geschichte zu schreiben. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit 1974 kamen der Abwehrrecke Phil Neal (648 Spiele, 50 Tore, bis 1985 in Liverpool) und der torgefährliche Mittelfeldspieler Terry McDermott (329, 81, 1982). In den Jahren 1977/78 gelangen ihm mit der Verpflichtung des exzellenten Verteidigers Alan Hansen (620, 14, 1990), des Superstürmers und späteren Trainers Kenny Dalglish (515, 172, 1990) und des exzentrischen Mittelfeldstars Graeme Souness (359, 55, 1984) wegweisende Transfers. Die drei Schotten gehören bis heute zu den Besten, die je für Liverpool gespielt haben. Dazu kommen u.a. noch Alan Kennedy (359, 20, 1985), Ronnie Wealan (493, 73, 1994), Ian Rush (660, 346, 1996), Bruce Grobbelaar (628, 1994), Mark Lawrenson (356, 18, 1988) und Steve Nicol (468, 46, 1995).
Doch einmal muss jede Epoche zu Ende gehen – und die von “Uncle Bob” endete 1983, als er als Trainer aufhörte in den Klub-Vorstand wechselte. Erst als bei ihm Alzheimer diagnostiziert wurde, nahm er seinen endgültigen Abschied vom Fußball. Paisley verstarb am 14. Februar 1996. Ihm zu Ehren wurde am 8. April 1999 das “Bob Paisley Gate” in Anfield eröffnet.
Sein Nachfolger auf der Kommando-Brücke der Reds wurde sein langjähriger Weggefährte und Assistentz-Coach Joe Fagan.
There was only one Bob Paisley and he was the greatest of them all. He went through the card in football, he played for Liverpool, he treated the players, he coached them, he managed them, and then he became a director. I owe Bob more than I owe anybody else in the game. (Kenny Dalglish)
Die Satistik zu den drei Erfolgen im Cup der Landesmeister:
- Cup der Landesmeister 1977: Dieser 25. Mai gehört ohne Zweifel zu den Meilensteinen in der Geschichte des FC Liverpool. Im Olympia-Stadion von Rom gewannen die Reds zum ersten Mal den Cup der Landesmeister. Wie schon vier Jahre zuvor beim ersten europäischen Titelgewinn überhaupt, dem Sieg im UEFA Cup 1973, hieß der unterlegene Finalgegner erneut Borussia Mönchengladbach. Die Entscheidung in dieser umkämpften Partie fiel Mitte der zweiten Halbzeit, als die Borussia mit Vehemmenz auf die Führung drängte, aber die Abwehrarbeit vernachlässigte. Liverpool nutzte die Unachtsamkeiten konsequent. Erst war Reds-Urgestein Smith nach einer Ecke mit dem Kopf zur Stelle (64.), dann bereitete Kevin Keegan in seinem allerletzten Spiel vor dem Wechsel zum HSV die endgültige Entscheidung vor: Der schnelle Stürmer schnappte sich in den Ball und marschierte unaufhaltsam in Borussias Strafraum. Berti Vogts konnte nicht folgen; Foul – Strafstoß. Phil Neal ließ sich diese Chance nicht engehen und verwandelte sicher zum 3:1-Endstand (82.). Der Jubel der rund 25.000 Liverpoolfans kannte nun keine Grenzen mehr. Ausgelassen feierten Fans und Mannschaft den bis dato größten Triumph und raubten den Römern mit ihren Gesängen den Schlaf:
| We’re on our way back homer |
| Its the 25th of May |
| All The Kopites are still singing |
| Vatican bells they are still ringing |
| Liverpool boys are still drinking |
| and we’ve won the European Cup |
| Liverpool: Clemence, Neal, Jones, Smith, Hughes, Case, Kennedy R, Heighway, McDermott, Callaghan, Keegan, – Trainer: Paisley |
| M’gladbach: Kneib, Vogts, Klinkhammer, Wittkamp, Bonhof, Schäffer, Stielike, Wohlers (Hannes), Simonsen, Wimmer (Kulik), Heynckes – Trainer: Lattek |
| Tore: 1:0 McDermott (27.), 1:1 Simonsen (51.), 2:1 Smith (64.), 3:1 Neal (82. Pen) |
| Schiedsrichter: Wurtz (FRA) |
| Zuschauer: 57.000 |
- Cup der Landesmeister 1978: Kenny Dalglish hieß der Held des Finales vom 10. Mai 1978. Durch ein Tor des Schotten bezwang Liverpool im Londoner Wembley-Stadion den FC Brügge mit 1:0. Es war ein eher mäßiges Finale, in dem die Belgier kaum Offensiv-Akzente setzen konnten und nur auf Torsichererung bedacht waren. Liverpool war das aktivere Team und hatte das Spiel jederzeit unter Kontrolle. So ging am Ende der Sieg der Reds auch in Ordnung.
| Liverpool: Clemence, Neal, Thompson, Hansen, Souness, Kennedy, Hughes, Case (Heighway 64.), Fairclough, McDermott, Dalglish – Trainer: Paisley |
| FC Brügge: Jensen, Bastijns, Maes (Volders), Krieger, Leekens, Cools, De Cubber, Van Der Eycken, Simoen, Ku (Sanders), Sorensen – Trainer: Happel |
| Tore: 1:0 Dalglish (65.) |
| Schiedsrichter: Corver (NED) |
| Zuschauer: 92.000 |
- Cup der Landesmeister 1981: Liverpools dritter Streich in der Königsklasse. Im Pariser Prinzenpark traf man am 27. Mai auf den spanischen Riesen Real Madrid. Das Duell mit den favorisierten Madrilenen entwickelte sich zu einem eher dürftigen, von der Taktik geprägten Finale. Das goldene Tor markierte knapp zehn Minuten vor dem Ende Alan Kennedy, der den Ball nach einem Zuspiel seines Namensvetters Ray Kennedy, mit links unter die Latte hämmerte. Ausgerechnet Kennedy, der sechs Wochen wegen eines gebrochenen Handgelenks gefehlt hatte und nur in die Mannschaft gerückt war, um die gefährlichen Vorstöße Juanitos zu unterbinden. Egal, der Prinzenpark jubelte in Rot-Weiß und Liverpool gehörte nach dem dritten Titelgewinn im Cup der Landesmeister endgültig zu den Top-Adressen der Fußballwelt.
| Liverpool: Clemence, Neal, Kennedy A, Thompson, Kennedy R, Hansen, Dalglish (Case 86.), Lee, Johnson, McDermott, Souness – Trainer: Paisley |
| Real Madrid: Agustin, Garcia Cortes, Garcia Navajas, Sabido (Pineda), Del Bosque, Angel, Camacho, Stielike, Juanito (San Jose 87.), Santillano, Cunningham – Trainer: Boskov |
| Tore: 1:0 A. Kennedy (81.) |
| Schiedsrichter: Palotai (UNG) |
| Zuschauer: 48.360 |
Joe Fagan (1983-1985)
Mit Joe Fagan übernahm nun also ein weiteres Mitglied aus Shanklys legendärem “Boot Room” das Amt des Managers. Fagan kam 1958 an die Merseyside und arbeitete fortan im Trainerstab, wo er dann ab 1979 zum engsten Mitarbeiter seines Vorgängers Bob Paiseys wurde. Und nun im stolzen Alter von 62 Jahren unterschrieb er für zwei Jahre als Chef-Coach bei den Reds. Zwei Jahre, die unterschiedlicher nicht hätten sein können…
In seiner ersten Saison 19834/84 sollte ihm etwas gelingen, was bis dato noch kein britischer Trainer geschafft hatte, er gewann mit seinem Verein drei große Titel. Im einzelnen sind dies die englische Meisterschaft, der Liga-Pokal und natürlich der Erfolg im Cup der Landesmeister.
In der Meisterschaft setzte man sich knapp vor dem FC Southampton durch und sicherte sich damit diesen Titel im dritten Jahr hintereinander (1982 – 84, bis heute der einzige Titelhattrick). Auch der Triumph im Liga Pokal hatte eine besondere Note, da der Gegner Everton hieß. Nach einem torlosen Remis im ersten Finale, bezwang Pool die Toffees im nötig gewordenen Wiederholungsspiel durch ein Tor von Souness mit 1:0.
- Cup der Landesmeister 1984: Das mit Spannung erwartete Finale um die europäische Krone fand am 30. Mai im Römer Olympia-Stadion statt. Der Gegner der Reds war ausgrechnet der AS Rom, der den Heimvorteil natürlich nutzen wollte. Einen wirklichen Favoriten gab es aber nicht. Es entwickelte sich ein von taktischen Zwängen geprägtes Finale. Beide Teams neutralisierten sich, Spielfluss und Torraumszenen waren Mangelware. So verwundert es auch nicht, dass die beiden Treffer jeweils nach kapitalen Fehlern der Abwehrreihen fielen. So ging es ins Elfmeterschießen, in dem sich Liverpool mit 4:2 durchsetzen konnte. Nachdem Graziani seinen Elfer in die Wolken geschossen hatte, war es Alan Kennedy vorbehalten für die Entscheidung zu sorgen. Und Kennedy, der schon 1981 beim letzten Gewinn des Landesmeister Cup’s (1:0 vs. Real Madrid) das goldene Tor erzielte, verwandelte sicher und krönte eine eindrucksvolle Saison der Reds. Graeme Souness in seinem letzten Spiel für Liverpool (Sampdoria Genua) nahm als Kapitän den Pokal entgegen, den man nun zum insgesamt vierten Mal gewonnen hatte.
| Liverpool: Grobbelaar, Neal, Alan Kennedy, Lawrenson, Whelan, Hansen, Souness, Dalglish (Robinson 95.), Lee, Rush, Johnston (Nicol 73.) – Manager: Fagan |
| AS Rom: Tancredi, Nappi, Bonetti, Righetti, Nela, Falcao, Di Bartolomei, Cerezo (Strukelj), Conti, Pruzzo (Chierizo), Graziani – Manager: Liedholm |
| Tore:1:0 Neal (15.), 1:1 Pruzzo (43.) |
| Elfmeter: / Nicol, 0:1 Bartolomei, 1:1 Neal, / Conti, 2:1 Souness, 2:2 Righetti, 3:2 Rush, / Graziani, 4:2 A. Kennedy |
| Schiedsrichter: Fredriksson (SWE) |
| Zuschauer: 69.693 |
In seiner zweiten und gleichzeitig letzten Saison sollte es keinen weiteren Titel geben. In der Meisterschaft machte sich anfangs das Fehlen vom Graeme Souness bemerkbar, die Reds starteten miserabel und landeten nach einer furiosen Aufholjagd schließlich hinter Everton auf dem zweiten Rang. Im Europa Cup der Landesmeister erreichte Liverpopol aber wieder das Finale. Dieses Endspiel gegen Juventus Turin endete jedoch mit der schrecklichen Katastrophe im Heyselstadion.
Bereits vor dem Endspiel hatte Fagan beschlossen, seinen auslaufenden Vetrag nicht zu verlängern. Die traurigen Geschehnisse von Brüssel ließen seinen Rücktritt in den Hintergrund rücken, so dass sein Abgang still und leise über die Bühne ging. Ähnlich wie Paisley blieb er dem Verein erhalten und brachte so sein Know-how weiterhin ein. Joe Fagan starb nach langer Krankheit im Jahr 2001. Er wurde 80 Jahre alt.
“It is sad because Joe Fagan was the perfect gentleman as well as being a top coach. He was a really nice down to earth man and I felt when he was coaching he knew how to handle players, but when things weren’t going well he knew when to put his foot down and he was quite hard. (Ian Rush)
Kenny Dalglish (1985-1991)
Kenny Dalglish übernahm nach Joe Fagans Rücktritt und dem Desaster von Brüssel die sportliche Verantwortung bei den Reds. Nach schwierigen Verhandlungen einigte man sich darauf, dass der Schotte zunächst als Spieler-Trainer (der erste in Großbritannien) arbeiten sollte. Er bekam mit seinem früheren Trainer Bob Paisley einen erfahrenen Berater an die Seite gestellt, der ihn die ersten Jahre tatkräftig unterstützte.
Und Dalglish feierte einen unglaublichen Einstieg in seinen Job: Er bescherte dem FC Liverpool 1985/86 sein erstes “Double”, den Gewinn von Meisterschaft und FA Cup in einer Saison. Die Meisterschaft entschied der “Chef” höchstpersönlich. In einem dramatischen Saisonfinale sicherte er mit einem Treffer den Reds einen 1:0-Auswärtserfolg bei Chelsea London – und somit den Titel. Im FA Cup traf man im Finale auf den Erzrivalen aus Everton. Und hier setzten sich die Roten gegen die Blauen durch. Ian Rush, der mit einem Doppelpack erfolgreich war, sowie Craig Johnston erzielten die Liverpooler Tore beim 3:1-Sieg in Wembley.
Da ja alle englischen Vereine auf Grund der Katastrophe von Brüssel für fünf Jahre aus den europäischen Wettbewerben verbannt wurden, blieben Dalglish auf dieser Bühne die Erfolge verwehrt. Auf nationaler Ebene gewann Liverpool unter seiner Regie zwei weitere Meisterschaften (1988, 1990), war noch einmal im FA Cup erfolgreich (1989, 3:2 erneut gegen Everton) und triumphierte 1988, 1989 und 1990 (geteilt) beim Charity Shield.
In seine Ära fällt aber mit der Tragödie von Hillsborough auch der schwärzeste Tag der langen Vereinsgeschichte. Dieses Unglück, bei dem 96 Liverpoudlians ihr Leben verloren, konnte er nie richtig verarbeiten. Auch infolge dieses Traumas trat Dalglish im Februar 1991 völlig unerwartet von seinem Amt zurück. Die mehr als 20 Jahre, in denen er erfolgreich als Spieler und Trainer in der ersten Reihe des Fußball-Geschäfts tätig war, fordeten nun ihren Tribut. Dalglish war ausgebrannt und hielt dem täglichen Druck nicht mehr stand. Sein Abschied wirkte wie ein Schock, riss ein großes Loch in den Verein und läutete das Ende der Goldenen Jahre ein.
Der Schotte ist bis heute der Trainer mit dem besten Rekord. Seine 187 Siege, 78 Remis und 42 Niederlagen in 307 Partien bedeuten eine Quote von 60,91% (Platz zwei gehört mit 57,38% Bob Paisley). Liverpool präsentierte sich unter Dalglish offensiver, als unter seinen Vorgängern. Nicht mehr die Einheit als Ganzes stand im Mittelpunkt, sondern die individuelle Klasse einiger Akteure bestimmte das Spiel. Defensiv-Allounder Steve Nicol (466, Spiele 46 Tore), der geniale Mittelfeld-Stratege Jan Mölby (291, 60), der Offensiv-Künstler John Barnes (409, 108) und Ian Rush bildeten eine Achse, die auf der Insel ihresgleichen suchte. Neben den Genannten trugen noch so namhafte Spieler wie Steve McMahon, Peter Beardsley, Ray Houghton oder John Aldrigde zur Dominanz in der zweiten Hälfte der achtziger Jahr bei.
“Kenny Dalglish knew his players. We never even had any set pieces really. He just went out and said ‘Go and beat them’. We never worked on patterns of play, which people would be amazed at now. (John Aldridge)
Aber zum Zeitpunkt seines Rücktrittes Anfang 1991 war das Team bereits über seinen Zenit hinaus und stand vor einem Umbruch. Dieser kam aber nur sehr schleppend voran – ganze zwei Titel (Fa Cup 1992 und League Cup 1995) sollte die karge Ausbeute bis zum Jahrtausendwechsel werden.
| nach oben |
Das Drama von Heysel |
Am 29. Mai 1985 standen sich im Brüsseler Heyselstadion im Endspiel um den Europapokal der Landesmeister, dem Vorläufer der heutigen Champions League, der FC Liverpool und Juventus Turin gegenüber.
Die Bühne war bereitet und der ganze Kontinent wartete auf ein spannendes Finale. Leider ging dieser Abend dann als einer der schwärzesten Tage des europäischen Fußballs in die Geschichtsbücher ein.
Die Tragödie begann eigentlich schon mit dem chaotischen Kartenvorkauf, der es möglich macht, dass die Blöcke mit den Anhängern der beiden Teams direkt nebeneinander liegen. Da der übliche Sicherheitsabstand fehlt, kommt es zu Pöbeleien, die Stimmung heizt sich immer mehr auf. Dann fliegen Wurfgeschosse, die Menge wird unruhig. Schließlich eskaliert die Situation und es gibt Rangeleien und Randale, Panik bricht aus.
Die eingeschlossenen Menschen wollen sich in Sicherheit bringen, versuchen den Tumulten zu entkommen. Vergeblich, denn Zäune und Mauern bremsen ihre Flucht. Eine dieser Mauern hält dem Druck der drängelnden Massen nicht aus. Sie bricht und begräbt die aufgescheuchten Menschen unter sich. Entsetzen macht sich breit, Tote und Verletzte liegen vor den Rängen.
Um das Szenario zu beruhigen, entschloss man sich auf Seiten der Verantwortlichen das Finale trotz der sich abzeichnenden Tragödie anzupfeifen. Dieses Spiel, das Juventus Turin durch einen verwandelten Elfmeter von Michel Platini mit 1:0 gewann, verkam jedoch zur absoluten Nebensache. Der Schütze des einzigen Tores beschrieb die makabere Entscheidung später mit folgenden Worten: Wenn im Zirkus der Seiltänzer abstürzt, schlägt die Stunde der Clowns. Nach dieser Partie wurde im Heysel-Stadion nie wieder ein Fußballspiel angepfiffen. Nachdem es einige Jahre leer stand wurde es schließlich zum König-Baudouin-Stadion umgebaut.
Der Abend in Brüssel wurde zum Trauma, das den Kontinent schockte. Die Katastrophe forderte 39 Menschenleben, Hunderte trugen Verletzungen davon. Als Schuldige wurden die Hooligans des FC Liverpool ausgemacht. Da die “Fans“ von der Insel zu dieser Zeit überall auf dem Festland Angst und Erschrecken verbreiteten, sah sich die UEFA zum Handeln gezwungen. Die Strafe war drakonisch, denn alle englischen Vereine wurden bis zur Saison 1990/91 von den europäischen Cup-Wettbewerben ausgeschlossen.
| nach oben |
Die Katastrophe von Hillsborough |
Knapp vier Jahre später standen der FC Liverpool und seine Anhänger schon wieder im Mittelpunkt einer Tragödie. Zum Ort des Schreckens sollte dieses Mal das Hillborough-Stadion in Sheffield werden. Am 15. April 1989 sollte dort das Halbfinale im FA Cup zwischen Nottingham Forrest und den Reds stattfinden. Es war ein sonniger Tag und das Spiel war gerade sechs Minuten alt, als sich auf der West-Tribüne Panik breit machte; Schreie hallten durch das Stadion und Menschen versuchten über die Absperrungen zu klettern. Auf dieser Tribüne, die bei den Heimspielen von Sheffield Wednesday normalerweise die Gästefans ihren Platz haben, standen die Anhänger des FC Liverpool – und zwar viel zu viele. Was war geschehen?
Rund um das Stadion war der Teufel los, da die Polizei die Fans auf Alkohol und Waffen durchsuchte, so dass sich lange Schlangen vor den Toren bildeten. Als die Situation in der Lepping Lane, der engen Straße hinter der West-Tribüne unübersichtlich wurde, ordnete der verantwortliche Police-Officer Duckenfield an, ein zusätzliches Einlass-Tor zu öffnen.
Diese Entscheidung erwies sich als fataler Fehler und der Beginn der Katastrophe: Die Fans strömten in das Stadion um rechtzeitig zu Spielbeginn an ihren Plätzen zu sein. Doch der Tunnel hinter dem geöffneten Tor C führte sie direkt in die ohnehin schon überfüllten Blöcke 3 und 4. Die Menschen standen dort schon auf engstem Raum und noch immer drängten neue Fans von außen hinein. Da keine Fluchtmöglichkeit bestand, und die Tore zum Innenraum und zu den Nachbarblöcken verschlossen waren, wurden die Leute einfach zerdrückt und tot getreten. Auch hier reagierte die Polizei wieder falsch. Sie erkannte die dramatische Lage viel zu spät, glaubte lange Zeit, dass Randale Grund für die Schreie und die Panik waren.
Die Bilanz dieses Nachmittag war erschütternd: 96 Liverpool-Fans verloren ihr Leben und über 700 Personen trugen Verletzungen davon. Das Unglück löste eine unbeschreibliche Trauer in Liverpool, in England und auf der ganzen Welt aus und hatte zur Folge, dass die Frage der Sicherheit in den Stadien auf den Prüfstand kam.

Hillsborough-Memorial
Zum Andenken an die Opfer des schrecklichen Unglücks wurde mittlerweile eine Gedenkstätte errichtet. Das Mahnmal befindet sich direkt am Stadion neben dem “Shankly-Gates” und ist ständig mit Blumen und anderen Erinnerungen geschmückt. Zudem wurde “You’ll never walk alone” in das Vereinswappen intergriert und so den Opfern ständiger Tribut gezollt.
| nach oben |
Die mageren Neunziger |
Graeme Souness (1991-1994)
Graeme Souness übernahm am 16. April 1991 den Trainer-Job bei den Reds. Er sollte an die erfolgreiche Arbeit seines ehemaligen Mitspielers und schottischen Landsmannes Kenny Dalglish anknüpfen. Doch seine Amtszeit sollte zu einem großen Missverständnis werden, in der es außer dem Sieg im FA Cup 1992 (2:0 gegen Sunderland, Tore von Thomas und Rush) kaum andere positive Schlagzeilen gab. Im Gegenteil! Die Mannschaft verlor aufgrund schlechter Transfer-Politik zunehmend an Klasse, die Spieler kamen mit seiner Taktik nicht zurecht und die Trainingsmethoden standen in der Kritik. Zudem verdarb er es sich mit der Anhängerschaft, als er fröhlich lächend am dritten Jahrestag der Hillsborough-Katastrophe in der “Sun” zu sehen war. Souness war nach massiven Herzproblemen und einer nötig gewordenen dreifachen Bypass-Operation, gerade wieder auf die Bank zurückgekehrt und wollte mit dem Interview seine Freude über das Erreichen des FA Cup-Finales und die gelungene OP zum Ausdruck bringen. Das Interview sollte eigentlich einen Tag eher erscheinen, wurde aber bis Redaktionsschluss nicht fertig, weil das FA Cup-Halbfinale gegen Portsmouth erst im Elfmeterschießen entschieden wurde. Außerdem wurde das Boulevard-Blatt für die unsachgemäße und falsche Berichterstattung von Hillsborough von den Fans boykottiert.
Souness selbst sagte später, dass ein sofortiger Rücktritt angebracht gewesen wäre. Aber er entschuldigte sich und blieb im Amt. Er coachte eine erfolglose Saison 1992/93 und gab schließlich dann am 3. Februar 1994 nach einem bitteren Dritt-Runden-Aus im FA cup gegen Bristol City entnervt auf: I took this job believing that I could return the club to its former glory but this proved to be more difficult than I anticipated.
Roy Evans (1994-1998)
Nach Souness übernahm mit Roy Evans ein Liverpooler Urgestein das Kommando. Evans kam schon als Teenager in den Verein und absolvierte ab 1969 dann lediglich 11 Spiele für die erste Elf, bevor er 1974 von Bob Paisley in den Trainer-Stab geholt wurde und die Reserve-Mannschaft übernahm. Nachdem er unter Fagan zum Co-Trainer der ersten Mannschaft aufstieg und unter Souness der zweite Mann war, erfolgte nun der logische Schritt – er wurde Chef.
Doch auch Evans brachte Liverpool nicht in die Erfolgsspur zurück. Der Gewinn des League Cups 1995 (2:1 gegen die Bolton Wanderers, zwei Tore von Steve McManaman) war der einzige Titel unter seiner Führung.
Auch wenn Souness und Evans für die Zusammenstellung der Mannschaft verantwortlich waren, man kann ihnen nicht den allein den “Schwarzen Peter” für fehlende Pokale zuschieben. Schon Souness vermisste beim Blick in die Kabine: den Mangel an Entschlossenheit alles für Liverpool zu geben. Die Mannschaft rief ihr zweifellos vorhandenes Talent einfach nicht konstant ab; funkelnde Autos, Werbeverträge und hohe Löhne standen im Mittelpunkt – Liverpool hatte seine Spice Boys.
Beim Blick auf die Namen der Spieler, die in dieser Zeit die Stiefel für die Reds schnürten, ist es schon verwunderlich, dass dieses Team so wenig zustande brachte. Neben alten Hasen wie Ian Rush (bis 1996), John Barnes (1997) und Michael Thomas (1991-98), gehörten so namhafte Akteure wie Stig Inge Björnebye (1992-2000), Jason McAteer (1995-99) oder Stan Collymore (1995-97) zum Kader. Dazu kommen mit Steve McManaman (1990-99, 364 Spiele, 66 Tore), Jamie Redknapp (1991-2002, 308, 41) und Robbie Fowler (1993-2001, 340, 172) echte Liverpooler Helden.
Zur Saison 1998/99 bekam Evans mit Gèrard Houllier einen gleichberechtigten Partner an die Seite gestellt. Doch die beiden lagen mit ihren Vorstellungen weit auseinander, so dass Evans früh die Konsequenzen zog und am 12. November 1998 seinen Hut nahm.
| nach oben |
Houllier und die Pokale |
Gèrard Houllier begann sein Engagement an der Merseyside im Sommer 1998. Er sollte zusammen mit dem bisherigen Coach, der Anfield-Legende Roy Evans, als Doppelspitze arbeiten und die Reds wieder zum Erfolg führen. Doch diese Konstellation funktionierte nicht und fand ein rasches Ende: Roy Evans verkündete im November des gleichen Jahres seinen Rücktritt und überließ dem Franzosen das Kommando. Dieser begann mit einem umfassenden Neuaufbau der Mannschaft.
Und Houlliers Konzept ging auf, denn 2001 sollte als eines der erfolgreichten Jahre in Liverpools Geschichte eingehen:
- 25. Februar, Liga Cup 2001: Da das Wembley-Stadion den Abrissbirnen zum Opfer fiel, fand das Finale zum ersten Mal im walisischen Cardiff statt. Und der Rasen des Millennium-Stadions erwies sich als gutes Pflaster für die Reds: Nachdem es nach Verlängerung 1:1 stand, konnte Liverpool das anschließende Elfmeterschießen mit 5:4 gewinnen. Die Trophäe, die Kapitän Robbie Fowler dann in Empfang nehmen durfte, war die erste seit 1995 (2:1-Erfolg gegen die Bolton Wanderers ebenfalls im Liga Cup).
| Liverpool: Sander Westerveld, Markus Babbel, Sami Hyypiä, Stephane Henchoz , Jamie Carragher, Dietmar Hamann, Igor Biscan, Steven Gerrard, Vladimir Smicer, Emile Heskey, Robbie Fowler |
| Birmingham City: Ian Bennett, Michael Johnson, Darren Purse, Nicky Butt, Martin O’Connor, Danny Sonner, Stan Lazaridis, John McCarthy, Dele Adebola, Christophe Dugarry, Geoff Horsfield |
| Tore: 1:0 Fowler (30.), 1:1 (Purse 90., Elfmeter) |
| Schiedsrichter: David Elleray |
| Zuschauer: 73.500 |
| Gelbe Karten: Hamann, Henchoz |
- 12. Mai, FA Cup 2001: Der zweite Titel des ausergewöhnlichen Jahres war der Erfolg im FA Cup. Der Austragungsort des Finales war wiederum das Millennium-Stadion in Cardiff. Diesmal gelang Pool ein 2:1-Sieg gegen Arsenal London. Michael Owens später Doppelschlag (82. und 88.) sicherte den sechsten Triumph in diesem prestigeträchtigen Wettbewerb.
| Arsenal: David Seaman, Lee Dixon (Dennis Bergkamp), Tony Adams, Martin Keown, Ashley Cole, Gilles Grimandi, Fredrik Ljungberg (Nwankwo Kanu 85.), Robert Pires, Patrick Vieira, Sylvain Wiltord (Ray Parlour 76.), Thierry Henry |
| Liverpool Sander Westerveld, Markus Babbel, Sami Hyypiä, Stephane Henchoz , Jamie Carragher, Dietmar Hamnann (Gary McAllister 60.), Danny Murphy (Patrick Berger 77.), Steven Gerrard, Vladimir Smicer (Robbie Fowler 77.), Emile Heskey |
| Tore: 1:0 Ljungberg (72.), 1:1 und 1:2 Owen (82. und 88.) |
| Schiedsrichter: Steve Dunn |
| Zuschauer: 72.000 |
| Gelbe Karten: Ljungberg / Hamann |
- 16. Mai, UEFA-Cup 2001: Die knapp 50.000 Zuschauer in Dortmund – von denen rund 30.000 aus England kamen – sahen ein dramatisches Finale. Diese 116 spannungsgeladenen Minuten waren ein echter Thriller, mit einer tollen Dramaturgie und einem Happy-End für die Reds: Der bemittleidenswerte Delfi Geli lenkte einen Freistoß des überragenden McAllister ins eigene Tor – Golden Goal. Mit diesem glücklichen 5:4 n.V. meldete sich Liverpool nach 17 Jahren ohne Titel wieder auf europäischer Bühne zurück.
| Alaves: Martin Herrera, Dan Eggen (Ivan Alonso 23.), Karmona, Oscar Tèllez, Delfi Geli, Cosmin Contra, Ivan Tomic, Hermes Desio, Mauricio Astudillo (Magno 46.), Jordi Cruyff, Javi Moreno (Pablo Gòmez 65.) |
| Liverpool: Sander Westerveld, Markus Babbel, Sami Hyypiä, Stephane Henchoz (Vladimir Smicer 56.), Jamie Carragher, Dietmar Hamann, Steven Gerrard, Danny Murphy, Gary McAllister, Emile Heskey (Robbie Fowler 65.), Micheal Owen (Patrik Berger 79.) |
| Tore: 1:0 Markus Babbel (4.), 2:0 Steven Gerrard (16.), 2:1 Iván Alonso (27.), 3:1 Gary McAllister (41., Elfmeter), 3:2 Javi Moreno (48.), 3:3 Javi Moreno (51.), 4:3 Robbie Fowler (73.), 4:4 Jordi Cruyff (89.), 5:4 Delfi Geli (116., Eigentor) |
| Schiedsrichter: Veissiere (Frankreich) |
| Zuschauer: 48.000 (ausverkauft) |
| Gelb-Rote Karten: Magno (99.), Karmona (116.) |
| Gelbe Karten: Babbel – Astudillo, Herrera, Oscar Tellez |
- 12. August, Charity Shield: Zum Spiel um den Charity Cup reisten die Reds zum dritten Mal in diesem Jahr in die walisische Hauptstadt nach Cardiff – und zum dritten Mal verließen sie das Millennium-Stadion als Sieger. Sie besiegten den amtierenden Meister Manchester United mit 2:1.
| ManU: Fabien Barthez, Gary Neville, Laurent Blanc, Dennis Irwin, Mickael Silvestre, Nicky Butt (Dwight Yorke 65.), Roy Keane, David Beckham, Paul Scholes, Ryan Giggs, Ruud van Nistelrooy |
| Liverpool: Sander Westerveld, Markus Babbel, Sami Hyypiä, Stephane Henchoz, Jon Arne Riise (Jamie Carragher 83.), Dietmar Hamann, Nick Barmby (Igir Biscan 71.), Danny Murphy (Patrick Berger 71.), Gary McAllister, Emile Heskey, Micheal Owen |
| Tore: 0:1 McAllister (2.), 0:2 Owen (15.), 1:2 Ruud van Nistelrooy (51.) |
| Schiedsricher: Andy D’Urso |
| Zuschauer: 70.227 |
| Gelbe Karten: Scholes / Haman, Murphy |
- 24. August, Supercup: Im Stade Louis II im Fürstentum Monaco machte Liverpool den totalen Triumph dann komplett und gewann im fünften Pokal-Endspiel des Jahres den fünften Titel. Nach einer klaren 3:0-Führung gewann man gegen Champions League-Sieger Bayern München am Ende knapp mit 3:2.
| Liverpool: Sander Westerveld, Markus Babbel, Sami Hyypiä, Stephane Henchoz, Jon Arne Riise (Jamie Carragher 83.), Dietmar Hamann, Nick Barmby (Igir Biscan 71.), Danny Murphy (Patrick Berger 71.), Gary McAllister, Emile Heskey, Micheal Owen |
| Bayern: Oliver Kahn, Willy Sagnol, Robert Kovac, Thomas Linke, Bixente Lizarazu, Hasan Salihamidzic (Roque Santa Cruz 72.), Ciriaco Sforza (Nico Kovac 66.), Pablo Thiam, Giovane Elber, Claudio Pizarro (Carsten Jancker 66.) |
| Tore: 1:0 Riise (23.), 2:0 ), Heskey (45.), 3:0 Michael Owen (46.), 3:1 Hasan Salihamidzic (57.), 3:2 Carsten Jancker (82.) |
| Schiedsrichter: Vitor Melo Pereira (POR) |
| Zuschauer: 13.824 |
| Gelbe Karten: / Hamann |

Der Jubel in Monaco
Doch nach diesen vielen Erfolgen begann für Gèrard Houllier eine schwere Zeit. Er verabschiedete sich sich im Oktober 2001 für ein halbes Jahr wegen massiven Herzproblemen von der Trainerbank, Krankenhaus und Reha bestimmten seinen Alltag. Doch er erholte sich und die Ärzte gaben grünes Licht für die Fortsetzung der Karriere. Seine – von den Anhängern frenetisch gefeierte – Rückkehr gab der beliebte Coach beim CL-Zwischenrundenspiel am 19. März 2002, das Pool in Anfield mit 2:0 gegen den AS Rom für sich entscheiden konnte.
Unter Houlliers Regie errangen die Reds dann noch einen Titel, als man am 16. März 2003 durch Tore von Gerrard und Owen mit 2:0 im Millennium-Stadion von Cardiff gegen Manchester United erneut den Liga Cup gewann.
Dann verdunkelten sich aber die Wolken über dem Kopf des Franzosen. Trotz der Verpflichtung teurer Spieler hinkte Liverpool in der Premier League hinterher, der Abstand auf die Spitze wurde dabei eher größer, als kleiner. Satte 30 Punkte betrug in der Endabrechnung der Saison 2003/04 der Vorsprung vom neuen Meister Arsenal London auf die viertplatzierten Reds – zuviel des Guten. Am 24. Mai 2004 wurde das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen für beendet erklärt.
Da in der sechsjährigen Amtszeit etliche Spieler unter Houllier zum Einsatz kamen, fällt es schwer, die wichtigsten Leistungsträger herauszupicken. Von den Akteuren, die bereits vor ihm im Verein waren, sind hier wohl der unverwüstliche Jamie Carragher, der Tscheche Patrik Berger (1996-2003, 196, 35) und der mannschaftsdienliche Danny Murphy (1997-2004, 249, 44) zu nennen. Dazu kommen dann natürlich die beiden Lokalmatadoren Robbie Fowler und Steven Gerrard, sowie Fowlers Sturmpartner Micheal Owen (1997-2004, 297, 158). Unter den zahlreichen Neuverpflichtungen heben sich wohl der Finne Sami Hyypiä (1999, Wilhelm II Tilburg), sein Abwehrkollege Stephane Henchoz (1999, Blackburn Rovers), die Mittelfeldakteure Dietmar Hamann (1999, Newcastle United) und Jon Arne Riise (2001, AS Monaco), als auch der bullige Stürmer Emile Heskey (März 2000, Leicester City) vom Rest ab.
| nach oben |
Well done, Señor Benítez |
Als Nachfolger für den geschassten Houllier gelang es den Reds, den Spanier Rafael Benítez zu verpflichten. Der gebürtige Madrilene kam als frisch gebackener Double-Gewinner (Meister und UEFA-Cup) vom FC Valencia. Und Benítez kam nicht allein: Mit Josemi (FC Malaga), Antonio Nunez (Real Madrid), Luis García (FC Barcelona), Xabi Alonso (Real Sociedad San Sebastian) und später im Herbst Fernando Morientes (Real Madrid) brachte er gleich fünf Landsleute mit auf die britische Insel. Dazu gesellte sich noch der französische Stürmer Djibril Cissè, der für die Rekordsumme von 20 Mio. Euro vom AJ Auxerre verpflichtet wurde.
Doch das angedachte Konzept ging nur teilsweise auf: Denn während die neuformierte Elf in der englischen Meisterschaft im Titelkampf keinerlei Rolle spielte und mit 37 Punkten Rückstand (!) auf Chelsea nur enttäuschender Fünfter wurde, konnte man auf europäischer Bühne voll überzeugen. Nachdem Liverpool die Gruppenphase der Champions League etwas glücklich überstanden hatte – Steven Gerrards Tor in der 86. Minute gegen Olympiakos Piräus sicherte im letzten Spiel den zweiten Platz in der Gruppe – begann ein unerwarteter Siegeszug. Die Benítez-Elf eliminierte nacheinander den Bundesligisten Bayer Leverkusen, den italienischen Rekordmeister Juventus Turin und den englischen Ligaprimus Chelsea London – der Einzug ins Finale war gelungen.
| nach oben |
Das Wunder von Istanbul |
Nach zwanzig Jahren – es war damals die Katastrophe im Brüsseler Heysel-Stadion, als man gegen Juve mit 0:1 verlor – stand der FC Liverpool wieder mal Endspiel der Champions League. Der Gegner im Atatürk-Stadion von Istanbul war am 25. Mai 2005 vor 69.000 Zuschauern der AC Mailand. Es sollte ein denkwürdiges Finale werden…

Die Bühne ist bereitet
Die erste Halbzeit entwickelte sich für die Reds dann zu einem wahren Desaster: Nach Toren von Maldini (1.) und Crespo (39.und 44.) gingen die favorisierten Italiener, die die europäische Königsklasse bereits sechs Mal gewinnen konnten, mit einer komfortablen 3:0-Führung in die Kabine. Das Spiel schien für Liverpool verloren, da die sonst so starke Defensive unbekannte Schwächen zeigte und die Dominanz der Rossoneri einfach erdrückend war.
Auch nach dem Wechsel hatte Milan die erste gute Gelegenheit, doch Dudek konnte den Shevchenko-Freistoß (52.) glänzend abwehren. Dann plötzlich – wie aus dem Nichts – nahm das Finale eine nicht für möglich gehaltene Wendung: Der FC Liverpool erzielte in nur sechs Minuten drei Tore und glich die Partie aus. Den Anfang machte Kapitän Steven Gerrard (54.), der nach einer Riise-Flanke von links zur Stelle war und einen Kopfball ins lange Eck platzierte. Zwei Minuten später war der Brasilianer Dida im Mailänder Gehäuse erneut geschlagen. Der eingewechselte Smicer bekam den Ball vom ebenfalls neu in die Partie genommenen Hamann und drosch ihn aus ca. 25 Metern flach ins rechte Eck. Dann riss Gattuso Gerrard im Strafraum um – Elfmeter. Xabi Alonso schnappte sich das Leder, trat an und scheiterte zunächst an Dida, doch der abprallende Ball fiel dem Spanier vor die Füße. Er hämmerte den Nachschuss aus kurzer Distanz zum 3:3-Ausgleich unter die Latte (60.).
Unglaublich, mit welcher Moral und welcher Kampfkraft die Reds diese Partie noch gedreht haben und wie sich die gesamte Mannschaft steigern konnte. Der Jubel der rund 40.000 englischen Fans im weiten Rund kannte keine Grenzen mehr. Doch noch war nicht Schluss, beide Seiten hatten die Chance, das Finale noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Aber letztlich ging es in die Verlängerung, in der dann die Spieler deutlich Tempo rausnahmen. Kein Wunder, nach dieser Kräfte zehrenden Partie. Kurz vor dem Ende hatte dann Shevchenko noch die Riesenmöglichkeit für Milan alles klar zu machen, als er frei zum Kopfstoß kam, jedoch an Dudek scheiterte. Der Ball fiel ihm wieder genau vor die Füße, doch auch aus einem Meter Entfernung brachte Shevchenko den Ball nicht am blitzschnell reagierenden Polen vorbei (118.). Das war’s – Elfmeterschießen!
Und hier avancierte der Torhüter des FC Liverpool endgültig zum Helden. Nachdem Serginho den ersten Mailänder Elfmeter in den Istanbuler Nachthimmel gejagt hatte, behielt Dudek in den Duellen mit Pirlo und Shevchenko die Oberhand. Ausgerechnet Dudek, der in Liverpool nie unumstritten war und sich manchen Gegentreffer ankreiden lassen muss, wurde zum entscheidenden Faktor.
Am Ende triumphierte im torreichsten Finale seit 1962 also der englische Rekordmeister mit 3:2 i.E., 3:3 n.V. (3:3 (0:3)). Für die Reds war es nach 1977, 1978, 1981 und 1984 der fünfte Titel in Europas Königsklasse.

Liverpool im Freudentaumel
Statistik:
| AC Mailand: Dida – Cafu, Stam, Nesta, Maldini – Gattuso (Rui Costa 112.), Pirlo, Seedorf (Serginho 86.) – Kaka – Shevchenko, Crespo (Tomasson 85.) – Trainer: Ancelotti |
| FC Liverpool: Dudek – Finnan (Hamann 46.), Carragher, Hyypiä, Traore – Gerrard – Luis Garcia, Xabi Alonso, Riise – Kewell (Smicer 23.) – Baros (D. Cissè 85.) – Trainer: Benitez |
| Tore: 1:0 Maldini (1.), 2:0 und 3:0 Crespo (39. und 44.), 3:1 Gerrard (54.), 3:2 Smicer (56.) 3:3 Xabi Alonso (60., Elfmeter Nachschuß) |
| Elfmeterschießen: Serginho schießt über das Tor, 0:1 Hamann, Dudek hält gegen Pirlo, 0:2 D. Cissé, 1:2 Tomasson, Dida hält gegen Riise, 2:2 Kaka, 2:3 Smicer, Dudek hält gegen Shevchenko |
| Schiedsrichter: Mejuto Gonzalez (Spanien) |
| Zuschauer: 69.000 (ausverkauft) |
| Gelbe Karten: / Carragher, Baros |
| Bes. Vorkommnisse: Dida hält Foulelfmeter von Xabi Alonso (60.) |
| nach oben |
Auf der Jagd nach dem 19. Meistertitel |
Mit dem Champions-League-Erfolg im Rücken sollte dann auch endlich wieder ein echter Angriff auf die englische Meisterschaft gestartet werden. Dazu wurde auch wieder kräftig in neue Spieler investiert. Um die Probleme auf der Torhüterposition zu beseitigen, bediente sich Rafa wieder in seiner Heimat: Josè Manuel Reina kam für 9,8 Mio. Euro vom FC Villarreal. Desweiteren überwies Liverpool für Mohamed Sissoko 12 Mio. € an den FC Valencia, 10,5 Mio. € für Peter Crouch an den FC Southampton und 8,4 Mio. € für Daniel Agger an Brøndby. Ablösefrei verstärkten Boudewin Zenden (FC Middlesborough) und Rückkehrer Robbie Fowler (Manchester City) den Kader.
Pool konnte dann zwar mit dem Gewinn des Supercups (3:1 n.V. gegen ZSKA Moskau, Cissé 82. und 103., und García 119.) einen weiteren Titel holen, blieb aber ansonsten einiges schuldig. In der Premier League wurde recht schnell deutlich, dass man die Blues nicht vom Thron würde stürzen können. Nachdem der Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten sechs Partien völlig verpatzt wurde, fing sich das Team und belegte am Ende der Saison 2005/06 den dritten Tabellenplatz. In der Champions League konnten die Reds nicht an den Erfolg des letzten Jahres anknüpfen. Die Mission Titelverteidigung fand ein jähes Ende, als man im Achtelfinale mit 0:1 und 0:2 gegen Benfica Lissabon ausschied.
Gerettet wurde das Jahr durch den Gewinn des FA Cups. Nachdem man sich zuvor zum ersten Mal überhaupt in der langen Vereinsgeschichte gegen Manchester United (1:0, Crouch), und später im Halbfinale gegen Chelsea (2:1, Riise, Garcia / Drogba) durchgesetzt hatte, hieß der Gegner im Endspiel West Ham United.
- 13. Mai, FA Cup 2006: Die Reds sicherten sich ihren siebten Triumph im FA Cup durch einen 6:4-Erfolg über West Ham United. In dem sehr lebhaften, gutem Spiel avancierte neben Steven Gerrard, der Liverpool in der 90. Minute mit seinem zweiten Treffer erst in die Verlängerung des 125. Endspiels des ältesten Fußball-Wettbewerbs der Welt brachte, Keeper Reina zum Matchwinner: Der Spanier hielt im Elfmeterschießen drei der vier Schüsse.
| Liverpool: Reina – Steve Finnan, Sami Hyypiä, Jamie Carragher, John Arne Riise – Harry Kewell (48. Morientes), Steven Gerrard, Xabi Alonso (67. Jan Kromkamp), Mohamed Sissoko – Djibril Cissé, Peter Crouch (71. Dietmar Hamann) |
| Hammers: Shaka Hislop – Paul Konchesky, Daniel Gabbidon, Anton Ferdinand, Lionel Scaloni – Carl Fletcher (77. Christian Dailly), Matthew Etherington (85. Teddy Sheringham), Nigel Reo-Coker , Dean Ashton (71. Bobby Zamora), Marlon Harewood, Yossi Benayoun |
| Tore: 0:1 Jamie Carragher (21., Eigentor), 0:2 Dean Ashton (28.), 1:2 Djibril Cissé (32.), 2:2 Steven Gerrard (54.), 2:3 Paul Konchesky (64.), 3:3 Steven Gerrard (90.) |
| Elfmeterschießen: 1:0 Dietmar Hamann, Bobby Zamora verschießt, Sami Hyypiä verschießt, 1:1 Teddy Sheringham, 2:1 Jamie Carragher, Paul Konchesky verschießt, 3:1 John Arne Riise, Anton Ferdinand verschießt |
| Schiedsrichter: Alan Wiley (England) |
| Zuschauer: 74.000 in Cardiff (Wales) |
| Gelbe Karten: Carragher, Hamann /Ashton |
2006/07
Und auch gleich zu Beginn der Saison 2006/07 hatten die Mannschaft und ihre Anhänger einen Grund zum Jubeln:
- 13. August, Community Shield 2006: Im Duell Meister gegen Pokalsieger behielt Liverpool mit 2:1 die Oberhand. Peter Crouch sicherte den Erfolg gegen den Meister aus London, für den Michael Ballack sein erstes Pflichtspiel absolvierte und bereits in der 26. Minute wegen einer Hüftverletzung vom Feld musste, in dem recht ausgeglichen Spiel mit einem Kopfballtreffer in der 80. Minute.
| Chelsea:Cudicini – Ferriera (81. Mikel), Carvalho, Terry, Geremi (53. Brigde), Robben (62. Diarra), Ballack (26. Kalou), Lampard – Drogba (S. Wright-Pillips), Schevchenko. |
| Liverpool: Reina, Riise, Agger, Carragher, Finnan, Gonzalez (56. Aurelio), Sissoko, Zenden (60. Gerrard), Pennant (60. Zenden), Crouch (89. Pongolle), Garcia (66. Bellamy) |
| Tore: 0:1 John Arne Riise (9.), 1:1 Andriy Shevchenko (43.), 1:2 Peter Crouch (80.) |
| Schiedsrichter: Atkinson |
| Zuschauer: 56.275 in Cardiff (Wales) |
| Gelbe Karen: Ballack, Diarra, Lampard / Xabi Alonso |
Dieser Erfolg über die in den letzten beiden Jahren so dominanten Blues, beflügelte die Hoffnung, dass es in dieser Spielzeit endlich mit dem Gewinn der Premier League klappen könnte. Zu diesem Zweck wurde wiederum kräftig in den Kader, vor allem in den Offensivbereich, investiert. Neben dem Niederländer Dirk Kuyt, der für 18 Mio. Euro von Feyenoord Rotterdam nach Anfield wechselte, verstärkten auch Craig Bellamy (9 Mio. Euro, Blackburn) und der vielseitig einsetzbare Jermaine Pennant (9,1 Mio. Euro, Birmingham City) den Angriff der Reds. Weitere Neuerwerbungen waren neben Local-Hero Robbie Fowler, der nach einem halben Jahr Ausleihe nun fest von Manchester City verpflichtet wurde, noch der spanische Rechtsverteidiger Alvaro Arbeloa (3,9 Mio. €, Deportivo La Coruna), der für die linke Seite vorgesehene Brasilianer Fabio Aurelio (ablösefrei, FC Valencia) sowie die drei Nachwuchshoffnungen Nabil EL Zhar (ablösefrei, AS Saint-Etienne), Sebastiaan Leto (3 Mio. €, CA Lanus) und Emiliano Insua (100.000 €, Boca Juniors).
Dagegen hieß es für Dietmar Hamann nach langen, erfolgreichen Jahren Abschied nehmen. Der Deutsche absolvierte stattliche 283 Spiele und erzielte dabei elf Tore. Gemeinsam mit Hamann brachen auch Fernando Morientes (FC Valencia, 5 Mio. €), Jan Kromkap (PSV Eindhoven, 3 Mio. €), Djimi Traoré (Charlton Athletic, 2,8 Mio. €), Bruno Cheyrou (FC Stade Rennes, 1 Mio. €) sowie die beiden aus der eigenen Jugend hervorgegangenen Talente Neil Mellor (2,3 Mio. €, Preston North End) und Stephen Warnock (2,25 Mio. €, Blackburn Rovers) endgültig ihre Zelte ab.
Der Rest der Saison verlief eher schleppend. Pool wurde von Manchester United und Chelsea klar distanziert. Da man auch im FA Cup und im League Cup jeweils gegen Arsenal früh die Segel streichen musste, geriet die Champions League zur einzigen Titelhoffnung. Die Reds spielten sich nach Siegen über Barcelona und Chelsea bis ins Finale. In Athen war man aber dann in einer Neuauflage des Endspiels 2005 dem AC Mailand mit 1:2 unterlegen, so dass man ohne Titel in der Saison blieb. In diesem Zusammenhang geriet nun auch Rafa Benítez etwas in die Kritik. Dem Spanier wurde vorgeworfen, dass er es mit der Rotation übertreibt und mit den immer wieder geänderten Startaufstellungen ein Einspielen der Mannschaft verhindert. Benítez’ Vertrag in Liverpool lief zur der Zeit erstmal bis Mitte 2010. Bis dahin sollte es ihm gelingen, die Meisterschaft an die Merseyside zu holen.
Um für die kommenden Herausforderungen gewappnet zu sein, überdachten die langjährigen Eigentümer des eigentlich sehr traditionsbewussten Vereins ihre ablehnende Haltung gegenüber möglichen Investoren. Nachdem einige Übernahmegespräche im Sande verliefen, wurde man sich Anfang Februar 2007 einig: David Moores verkaufte seinen Anteil von 51,1 Prozent der Aktien für 715 Millionen Euro an die beiden Amerikaner George Gillett und Tom Hicks. Beide Geschäftsleute besitzen bereits Sportvereine in Übersee; Gillet gehören die Montreal Canadians (Eishockey) und Hicks nennt die Dallas Stars (Eishockey) sowie die Texas Rangers (Baseball) sein Eigen. Durch die Übernahme sollte frisches Geld in die klammen Vereinskassen fließen, um damit die stattlichen Schulden zu tilgen und den geplanten Stadionneubau zu forcieren und finanziell abzusichern. Die gute, alte Arena an der Anfield Road ist zwar ein Mythos, wird aber den Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr ganz gerecht. Die Pläne für ein neues 70.000 Zuschauer fassendes Stadion in unmittelbarer Nachbarschaft konnten nun in die Tat umgesetzt werden, da die Stadtverwaltung grünes Licht für das Vorhaben gegeben hat.
Spielberichte aus der Saison 2006/07
Premier League:
Pool verliert in Old Trafford mit 0:2
Bittere 0:3-Pleite beim FC Arsenal
Glatter 2:0-Erfolg gegen Chelsea
Keine Tore im Derby gegen Everton
Unglückliche Heimpleite gegen ManU
Aston Villa und Liverpool trennen sich torlos
Champions League:
Liverpool triumphiert mit 2:1 im Camp Nou
0:3 – Eindhoven gegen Liverpool chancenlos
Pool verliert das Halbfinal-Hinspiel gegen Chelsea mit 0:1
Liverpool steht im Endspiel, Elfmeterkrimi gegen Chelsea
Milan gewinnt die CL – 2:1-Finalsieg über Liverpool
2007/08
Beim FC Liverpool nahm man nach der titellosen Saison 2006/07 eine Menge Geld in die Hand, um mit Macht in die Erfolgsspur zurückkehren: Über 70 Mio. Euro wurden im Sommer in neue Spieler investiert – so viel wie noch nie zuvor.
Der Löwenanteil der Ausgaben floss in die spanische Hauptstadt Madrid. Für stolze 38 Mio. Euro wurde Goalgetter Fernando Torres von Atletico losgeeist. El Niño, wie der 23-jährige Nationalspieler gerufen wird, gilt als kompletter Mittelstürmer. Zusammen mit den etablierten Duo, Kuyt und Crouch, sowie dem ebenfalls neu an die Anfield Road gewechselten Andriy Voronin (ablösefrei, Bayer Leverkusen) hatten die Reds nun vier Angreifer, die Benítez einige Variationen ermöglichten.
Neue Gesichter gab es auch auf den Flügeln. Der Niederländer Ryan Babel (17,25 Mio., Ajax) sollte auf der linken Seite Zenden bzw. González ersetzen, der Israeli Yossi Benayoun (7,3 Mio., Hammers) auf Rechts Luis García. Desweiteren verstärkte der junge Brasilianer Lucas das Mittelfeld. Der Kapitän der U20-Nationalmannschaft kam für 10 Mio. Euro von Grêmio Porto Alegre. In der Defensive setzte man auf Altbewährtes, hier gab es zunächst keine Änderungen. Der geplante Wechsel von Gabriel Heinze, der von Manchester United kommen wollte, scheiterte am Veto von United-Coach Ferguson. Da sich dann aber abzeichnete, dass der Däne Daniel Agger mit den Folgen eines Mittelfußbruches für unbestimmte Zeit ausfallen würde, wurde man im Winter doch noch aktiv und nahm den Slowaken Martin Skrtel unter Vertrag. Für den 1,91 Meter großen Innenverteidiger flossen stolze 10 Millionen Euro in die Kasse von Zenit St. Petersburg. Durch diese Verpflichtung erhöhte sich die Summe, die in diesem Jahr für Verstärkungen aufgewendet wurde, auf 84 Mio. € – eine Schwindel erregende Zahl. Obwohl mit den Abgängen von Robbie Fowler (Cardiff City), Boudewijn Zenden (Olympique Marseille), Jerzy Dudek (Real Madrid) und Djibril Cissé (Olympique Marseille, 9 Mio. €), Mark González (Betis Sevilla, 6 Mio. €), Florent Sinama-Pongolle (Recreativo Huelva, 4 Mio. €), Luis García (Atletico Madrid, 4 Mio. €), Craig Bellamy (West Ham United, 11.25 Mio. €) sowie bereits im Winter Mohamed Sissoko (Juventus Turin, 11 Mio. €) auch einiges an Einnahmen in die Kasse gespült wurde, schlug sich das Transfergeschäft mit einem Minus von circa 38,5 Mio. Euro in die Bilanz für das Geschäftsjahr nieder.
Doch allen Investitionen zum Trotz, ein Titel wollte nicht herausspringen. In der Premier League legten die Reds mit 15 Spielen ohne Niederlage zwar einen beeindruckenden Start hin, ehe dann im Dezember und Januar aber die schon obligatorische Auszeit dafür sorgte, dass die Titelträume platzten. Im FA Cup blamierte sich Liverpool bis auf die Knochen, als man im Achtelfinale gegen den FC Barnsley auf eigenem Platz sensationell mit 1:2 unterlag. Im League Cup reichte es immerhin zum Viertelfinale. Dieses ging an der Stamford Bridge gegen den FC Chelsea mit 0:2 verloren. Und die Blues waren es auch, die in der Champions League den Traum vom sechsten Triumph beendeten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Gruppenphase steigerte sich die Benítez-Elf, eliminierte im Achtelfinale recht souverän Inter Mailand (2:0 H/1:0 A), im Viertelfinale etwas glücklich den FC Arsenal (1:1 A/4:2 H) und schaffte zum dritten Mal in den letzten vier Jahren den Sprung in die Vorschlussrunde – wo zum dritten Mal der FC Chelsea wartete. Aber anders als in den beiden vorangegangenen Duellen zogen die Reds diesmal den Kürzeren (1:1 H/2:3 n.V. A). Die wohl für das Aus entscheidende Szene war ein Eigentor von Jon Arne Riise in der 95. Minute des Hinspiels, mit dem Chelsea trotz schwacher Vorstellung noch zum glücklichen Ausgleich kam.
So musste man sich im zweiten Jahr in Folge mit einer Saison ohne Silberware abfinden. Neben dem Einzug ins Semifinale der Königsklasse konnte man immerhin den vierten Rang in der Liga, der zur Qualifikation für die nächste Champions League berechtigte, als Erfolg verbuchen. Herausragender Spieler war neben Kapitän Steven Gerrard, der wie gewohnt mit unermüdlichem Einsatz und Willenskraft überzeugte und ein echter Leader war, auch Fernando Torres. Der spanische Neuzugang adaptierte den englischen Stil schnell, schoss Tore am Fließband (24 Ligatreffer, 6 Tore in der CL) und war die erwartete Top-Verstärkung – El Niño, ein Goalgetter, der ohne Wenn und Aber das Prädikat Weltklasse verdient.
Auch abseits des sportlichen Geschehens sorgte der FC Liverpool für zahlreiche Schlagzeilen. Und diese waren zumeist negativer Natur. Besonders im Fokus standen die Querelen um die Eigentumsrechte. Zwischen den beiden amerikanischen Besitzern, Tom Hicks und George Gillet, kam es zum Bruch. Nur das Veto von Hicks verhinderte, dass Gillet seine Anteile am Club an die Dubai International Capital (DIC), dem privaten Finanzkonsortium der Regierung von Dubai, veräußerte. Die damalige Situation war nicht mehr als ein Burgfrieden, eine weichenstellende Lösung für die Zukunft war mit diesem Duo an der Spitze nicht in Sicht. Und so wollten die Spekulationen über die DIC nicht enden – immer wieder schwirrten Nachrichten durch die Medien, in denen von einer kompletten Übernahme des Rekordmeisters durch die Ölmultis berichtet wurde. Da Hicks und Gillet auf Profit aus waren und keine gemeinsame Linie fuhren, schienen die Bemühungen auch nicht aussichtslos. Die Freude nach der Übernahme war längst in Ernüchterung, Enttäuschung und Wut umgeschlagen.
Zudem hielten sich die neuen Eigner nicht an gemachte Zusagen den Schuldenabbau betreffend. Entgegen den Versprechungen wurden die Schulden nicht beglichen, sondern über Kredite auf den Verein übertragen. Eine Tatsache, die dem Club neue Lasten bescherte und die Verbindlichkeiten auf Rekordniveau steigen ließen. Davon betroffen war auch der Bau des neuen Stadions, das 2011 mit einem Fassungsvermögen von 70.000 Plätzen direkt neben der Anfield Road fertiggestellt sein sollte. Auch hier galt es horrende Kreditzahlungen zu begleichen. Die Anhänger der Reds gingen aufgrund dieser Vorgänge auf die Barrikaden. So wurde beispielsweise die Initiative Share Liverpool FC ins Leben gerufen. Das ehrgeizige Ziel der Gruppierung war die Übernahme des Vereins durch die eigenen Fans.
Die ganze Außendarstellung des Clubs litt unter den negativen Schlagzeilen. Das Bekanntwerden von Interna rundete das Bild ab. So musste Rafa Benítez in der Presse lesen, dass sich die Vereinsspitze im November mit Jürgen Klinsmann in den USA getroffen hatte, um ein mögliches Engagement Klinsmanns an Anfield zu besprechen. Benítez saß zwischen allen Stühlen. Er forderte Aufklärung und benötigte zudem Planungssicherheit, was seinen Job und mögliche Neuverpflichtungen betraf. Doch damit konnte der zerstrittene Vorstand nicht dienen und so schwelte der Konflikt erstmal weiter.
Anzumerken ist noch, dass Liverpool einige Leistungsträger langfristig binden konnte. So verlängerten neben Kapitän Steven Gerrard (2011), Keeper Pepe Reina (2012) und Mittelfeldstratege Xabi Alonso (2012) auch Steve Finnan (2010) und die beiden Abwehrrecken Jamie Carragher (2011) und Sami Hyypiä (2009) vorzeitig ihre Kontrakte. Auch Javier Mascherano kam endgültig in Anfield an. Liverpool einigte sich mit der Agentur MSI, verpflichtete den bislang nur ausgeliehenen argentinischen Nationalspieler für 22,5 Millionen Euro und gab ihm einen Vertrag bis 2012.
Spielberichte aus der Saison 2007/08
Premier League:
Liverpool und Chelsea trennen sich 1:1
Reds feiern 6:0-Kantersieg über Derby County
Liverpool-Arsenal 1:1, Fabregas trifft zum Ausgleich
4:0 – klarer Sieg gegen Bolton
Enttäuschende 0:1-Heimpleite gegen ManU
Pool kann nicht mehr gewinnen – 2:2 gegen Aston Villa
Liverpool schlägt Newcastle mit 3:0 und fährt selbstbewusst nach Mailand
Liverpool chancenlos in Old Trafford
Champions League:
Die Reds schaffen in Marseille den Kraftakt
Liverpool schlägt Inter 2:0
Torres beendet Inters Traum
Liverpool holt ein glückliches Remis bei Arsenal
Traumtore und Dramatik – Liverpool eliminiert Arsenal mit 4:2
Liverpool schenkt Chelsea ein Remis – Riise trifft ins eigene Tor
Liverpool verpasst das Finale
2008/09
Wenn man die Saison der Reds Revue passieren lässt, so fällt einem zuerst natürlich auf, dass man erneut keinerlei Silberware gewinnen konnte und nun seit dem Gewinn des Community Shield im August 2006 auf einen Titel wartet. Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass das Spieljahr 2008/09 beileibe kein verlorenes war und die Mannschaft sich positiv entwickelte. Sowohl in der Meisterschaft, in der man Manchester United fast bis zum Schluss einen erbitterten Kampf lieferte, als auch in der Champions League fehlten nur Kleinigkeiten zum Titel beziehungsweise zum Einzug ins Finale. Bei noch genauerem Hinsehen fallen geradezu bemerkenswerte und spektakuläre Ergebnisse ins Auge, die für alle Ewigkeit einen gehobenen Platz in der Vereinschronik einnehmen werden. Desweiteren gab es neben einigen richtungsweisenden Vertragsverlängerungen, einem ganz großen Missverständnis, den bereits gewohnten Übernahmespekulationen, einer längst überfälligen Ehrung und zwei außergewöhnlichen Abschieden noch eine ganz bittere Pille, die man schlucken musste.
Angesichts der titellosen Vorsaison nahm man vor Saisonbeginn – wie auch schon in den Jahren zuvor – erneut viel Geld in die Hand, um die von Benítez ausgemachten Schwachstellen im Kader auszumerzen. Die Investitionen erreichten zwar nicht ganz das Rekordniveau des Sommers 2007, waren aber jenseits der 70 Millionen-Grenze (die 22,5 Mio. Euro für Mascherano wurden erst im Jahresbericht 2008/09 eingerechnet) und somit die zweithöchsten in der Clubgeschichte; in der Bilanz stand am Ende ein Minus von rund 26 Mio. Euro.
Und so fanden sechs neue Spieler den Weg zu den Reds, von denen einer allerdings herausstach und die anderen um Längen in den Schatten stellte. Die Rede ist von Robbie Keane, der für stattliche 24 Mio. Euro von den Tottenham Hotspur verpflichtet wurde. Für den irischen Stürmer, der sein Leben lang ein glühender Anhänger des FC Liverpool war, ging mit dem Wechsel zum seinem Lieblingsclub ein Traum in Erfüllung – für ihn gab es nichts Schöneres, als endlich im geliebten roten Trikot in Anfield auf Torejagd zu gehen. Doch sein Traum wurde alsbald zum Albtraum, da ihm Rafa Benítez nur ungenügend Vertrauen schenkte und er sich zumeist mit der Jokerrolle begnügen musste. So konnte Keane seine Klasse nur wenige Male wirklich unter Beweis stellen. Seinen größten Auftritt hatte er am 18. Spieltag, als er “seinen” Reds mit einem herrlichen Tor – er hämmerte den Ball nach einem weiten Abschlag von Pepe Reina von der Strafraumgrenze per Dropkick unter die Latte – im Emirates Stadium den Ausgleich zum 1:1 gegen die Gunners und somit den Punktgewinn bescherte. Und nachdem schon im Herbst erste Gerüchte von einem bevorstehenden Abschied kursierten, wurden diese mit der Öffnung des Winter-Transferfensters zur Gewissheit: Nach nur sechs Monaten kehrte ein maßlos enttäuschter Robbie Keane nach London zu den Spurs zurück. Für den FC Liverpool war das Kapitel Keane ein teures Missverständnis, da Tottenham beim Rückkauf lediglich 16,7 Mio. Euro zahlte – kein schlechter Schnitt, wenn man bedenkt, dass die Reds im Juni noch 24 Mio. Euro an die White Hart Lane überwiesen hatten.
Die weiteren Neuzugänge neben Keane hießen Andrea Dossena (9 Millionen €, Udinese Calcio), Albert Riera (9,8 Millionen €, Espanyol Barcelona), Philipp Degen (ablösefrei, Borussia Dortmund), Diego Cavalieri (4,4 Millionen €, Palmeiras) und David N’Gog (1,5 Millionen €, Paris Saint Germain). Wobei man das Leistungsvermögen von Degen und Diego kaum richtig einschätzen konnte. Der Schweizer Degen kam aufgrund diverser Verletzungsprobleme praktisch gar nicht zum Zug, Diego blieben als Back-up für den unangefochtenen Stammkeeper Reina nur sporadische Einsätze in den Pokalwettbewerben. Der junge französische Stürmer N’Gog schaffte es zumeist als Einwechselspieler immerhin auf 19 Einsätze und erzielte dabei drei Tore. Riera und Dossena, die beide für Belebung auf dem linken Flügel sorgen sollten, konnten die in sie ersetzen Erwartungen noch am besten erfüllen. Wobei der Spanier Riera dem Italiener Dossena deutlich den Rang ablaufen konnte und den Sprung zum Stammspieler schaffte.
Bei sechs Neuen musste es natürlich auch Spieler geben, die dem Verein den Rücken kehrten. Und dabei waren auch durchaus namhafte Abgänge. So endete für den irischen Rechtsverteidiger Steve Finnan (seit 2003, 217 Spiele/1 Tor, mit unbekannter Ablöse zu Espanyol Barcelona), für den Australier Harry Kewell (2003, 139/16, Galatasaray, ablösefrei), für den nimmermüden und schussgewaltigen Norweger John Arne Riise (2001, 348/31, AS Rom, 5 Mio. €) und den baumlangen Angreifer Peter Crouch (2005, 134/42, FC Portsmouth, 13.7 Mio. €) die Zeit bei Liverpool. Dazu wurden die schon des Öfteren verliehenen Danny Guthrie (Newcastle, 4.3 Mio. €), Scott Carson (West Brom, 4 Mio €) und Anthony Le Tallec (Le Mans UC 72, 1.5 Mio. €) endgültig verkauft. Auch Andriy Voronin gehörte nicht mehr zum Kader. Wie zahlreiche junge Spieler wurde der Ukrainer ausgeliehen. Der Stürmer fand den Weg zurück nach Deutschland und schloss sich Hertha BSC Berlin an.
Die größte Chance auf einen Titel hatte man in der Premier League. Die Reds spielten eine bärenstarke Saison – mit 86 Punkten, 25 Siegen, nur zwei Niederlagen und einer Tordifferenz von +50, die beste seit Einführung der Premier League im Jahr 1992/93. Letztlich fehlten auf den neuen und alten Meister, Manchester United, ganze vier Punkte. Liverpool wurde ganz einfach zum Verhängnis, dass man gegen die so genannten “Kleinen” zu oft Remis spielte. So ließ man an der heimischen Anfield Road trotz zumeist drückender Überlegenheit und Chancen en masse gegen Stoke City, West Ham United, den FC Fulham (alle 0:0) und Hull City (2:2) wohl jene Zähler liegen, die die Championship kosteten. Ganz anders sah es im Vergleich mit den Big-Four-Clubs aus. Die Red Devils und die Blues wurden jeweils in beiden Spielen besiegt, gegen den FC Arsenal gab es zwei Punkteteilungen. Wobei das Rückspiel gegen die Wenger-Elf ein besonderes Spektakel war. 4:4 hieß es nach 90 kunterbunten Minuten in Anfield, viermal hatte Andrei Arshavin für die Gunners dabei eingenetzt. Noch mehr Beachtung fand nur die Partie beim Erzrivalen in Old Trafford. Hier gelang der Benítez-Elf geradezu Historisches: sie gewann in der Höhle des Löwen mit 4:1 und damit so hoch wie nie zuvor in der Premier League. Dieser Erfolg war zwar ein süßer, doch konnte auch er nicht die erneut verpasste Meisterschaft aufwiegen. Nicht genug damit, dass Manchester United den dritten Titel in Folge gewann, nein, da es die insgesamt 18. Meisterschaft für den ungeliebten Nachbarn war, zog United mit den Reds gleich und darf sich nun ebenfalls englischer Rekordmeister nennen. Eine ganz bittere Pille. Und es gab noch eine bemerkenswerte Partie. Diese fand im Rahmen des 9. Spieltags am 26. Oktober in London an der Stamford Bridge statt, wo der FC Chelsea seit viereinhalb Jahren beziehungsweise 86 Ligaspielen unbesiegt war. Liverpool gewann das Match dank seines Tores von Xabi Alonso sowie einer taktischen Meisterleistung mit 1:0 und setzte der unglaublichen Serie ein Ende.

Das Objekt der Begierde: Der Meistrerpokal / Foto: www.footballcorner.de
Während man im FA- und im League Cup hinter den Erwartungen zurück blieb, konnte sich das Abschneiden in der Champions League trotz einem bitterem Aus im Viertelfinale dennoch sehen lassen. Im FA Cup kam das Ende bereits in der vierten Runde gegen den Stadtrivalen Everton. Nach einem 1:1 vor eigenem Publikum beendete der junge Gosling mit einem Tor in der 118. Minute im Wiederholungsspiel alle Titelträume. Beim Carling Cup unterlag man mit einer besseren B-Elf bei den Tottenham Hotspur in der vierten Runde mit 2:4. In der Königsklasse schloss man die Gruppenphase als Tabellenführer ab und hatte auch im Achtelfinale keine Mühe mit Real Madrid. Einem 1:0-Hinspielerfolg im Santiago Bernabéu folgte ein berauschendes 4:0 in Anfield. Zweimal Steven Gerrard, Fernando Torres und Andrea Dossena steuerten die Treffer zu dem denkwürdigen Debakel für die Königlichen bei. Im Viertelfinale hieß der Gegner FC Chelsea. Und wie im Vorjahr, als man im Halbfinale gegen die Blues den Kürzeren zog, erwiesen sich die Londoner als zu stark. Liverpool verspielte die Chancen auf ein Weiterkommen bereits im Hinspiel, als man zuhause deutliche Schwächen in der Defensive offenbarte und eine 1:3-Heimpleite hinnehmen musste. Das Rückspiel an der Stamford Bridge am 14. April, also einem Tag vor dem 20-jährigen Jahrestag der Hillsborough-Katastrophe, wurde dann zu einem unvergesslichen Thriller. Die Reds schienen zur Halbzeit doch noch den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, durch Treffer von Fabio Aurelio und Xabi Alonso ging man mit einer 2:0-Führung in die Kabinen. Doch nach dem Wechsel kam Chelsea zurück und lag eine Viertelstunde vor dem Ende mit 3:2 vorn. Nach weiteren Toren von Lucas und Dirk Kuyt zur zwischenzeitlichen 4:3-Führung traf Frank Lampard mit seinem zweiten Treffer in der Partie eine Minute vor dem Abpfiff zum 4:4-Endstand, der das Aus bedeutete.
Treffsicherster Schütze war in diesem Jahr Steven Gerrard. Der Kapitän, der allerdings genau wie Goalgetter Fernando Torres mit Verletzungen zu kämpfen hatte und deshalb einige Spiele verpasste, erzielte in der Liga 16, im FA Cup ein und in der Champions League sieben Tore. Doch Gerrard wusste nicht nur durch Torgefahr zu gefallen. Er war wie immer ein Vorbild an Einsatz und ein echter Leader, der die Mannschaft auf dem Platz anführte und mitriss. Seine starken Leistungen blieben nicht unbeobachtet und so wurde er zum Fußballer des Jahres gewählt – ein verdiente Lohn und eine längst überfällige Auszeichnung. Neben Gerrard konnten noch einige Stammspieler mehr voll überzeugen. So hatte El Niño, der wettbewerbsübergreifend für 17 Tore gut war, in der Offensive tatkräftige Unterstützung von Dirk Kuyt (11) und Yossi Benayoun (9). Eine ganz starke Saison lieferte auch Xabi Alonso ab, die technischen Fertigkeiten und die Übersicht des Spaniers sind die reine Augenweide.
Gleich eine Reihe von wichtigen Vertragsverlängerungen konnte vermeldet werden. Den Anfang machte der Trainer. Rafa Benítez unterschrieb nach einigem Hickhack, bei dem es vorrangig um Machtfragen wie zum Beispiel Kompetenzen bei Spielerwechseln ging, ein neues Arbeitspapier mit Gültigkeit bis ins Jahr 2014. Auf Spielerseite banden sich zunächst Skipper Steven Gerrard bis 2013 und der Niederländer Dirk Kuyt bis 2012, ehe schließlich der Däne Daniel Agger einen Kontrakt bis 2014 unterzeichnete. Zudem konnte sich Fernando Torres über die Aufbesserung seiner Bezüge freuen. Im Gegenzug wurde in den bis 2013 gültigen Vertrag eine Option für ein weiteres Jahr eingebaut. Und noch ein Mann, dessen Name in Liverpool einen großen Klang hat, wird künftig sein Know-how in den Verein einbringen. “King Kenny”, der gut bürgerlich Kenny Dalglih heißt, ließ verlauten, dass er zum FC Liverpool zurückkehrt und sich um den Nachwuchs werde.
Für das finnische Urgestein Sami Hyypia und den langjährigen Hauptgeschäftsführer Rick Parry kam dagegen das Ende beim FC Liverpool. Hyypia, der 1999 von Wilhelm II Tilburg zu den Reds stieß und insgesamt 464 Spiele im Trikot mit dem Liverbird bestritt, war bei den Anhängern aufgrund seines untadeligen Verhaltens und seiner großen fußballerischen Klasse überaus beliebt. Der Kop und die Mannschaft ließen ihn am 38. Spieltag beim Heimspiel gegen die Tottenham Hotspur zurecht hochleben und gaben ihm zum Abschied einen würdigen Rahmen, den sich der große Blonde zweifellos auch verdient hatte. Eher still und leise verkündete Rick Parry Ende Februar das Ende seiner Tage im Management des Rekordmeisters. Seit 1997 war Parry an der Merseyside tätig und bestimmte die Entwicklung der Reds über zwölf Jahre hinweg entscheidend mit. Obwohl er letztlich den Machtpoker mit Benítez verlor, zollten ihm sowohl der Spanier als auch die Clubeigner nach Bekanntwerden seiner Entscheidung tiefem Respekt. Parry, der zu Recht stolz auf seine Arbeit zurückblicken konnte, verabschiedete sich mit den Worten: “It has been a privilege to serve the club and as a lifelong supporter I wish the owners, Rafa, the players and the wonderful staff all the very best for the future.”
Abseits des aktuellen Tagesgeschäfts beschäftigte natürlich der 20. Jahrestag der Hillsborough-Katastrophe, Übernahmegerüchte und der stockende Stadionneubau die Medien. Zu Ehren der 96 Toten und unzähligen Verletzten von Hillsborough versammelten sich am 15. April knapp 30.000 Menschen in Anfield zu einer bewegenden Gedenkfeier, die nicht nur in Liverpool große Beachtung fand.
In Sachen eines eventuellen kompletten oder teilweisen Verkaufs des Clubs gab es immer wieder mal Spekulationen, doch konkret wurde keines der angeblich aus Asien vorliegenden Angebote. Und auch bei den Plänen zum Bau eines neuen Stadions herrschte weitgehend Stillstand. Die weltweite Wirtschaftskrise und die ohnehin horrenden Kreditrückzahlungen zeigten Wirkung. Bürgermeister Warren Bradley hob warnend den Zeigefinger und forderte Klarheit bis zum Jahresende, da ansonsten eine mögliche WM im Jahre 2018 ohne Spiele in Liverpool stattfinden könnte.
Spielberichte der Saison 2008/09
Premier League:
Liverpool erkämpft ein 1:1 beim FC Arsenal
5:1-Kantersieg in Newcastle
Pfosten und Latte verhindern den Dreier bei Stoke City
Cahill sorgt für eine Punkteteilung gegen Everton
Torres schießt Pool zum 3:2-Sieg in Portsmouth
Liverpool stürmt Old Trafford – 4:1-Erfolg beim Erzrivalen
5:0 – Aston Villa bekommt eine deftige Packung
Benayoun trifft in der Nachspielzeit zum Sieg beim FC Fulham
4:4 – Die Reds und die Gunners liefern ein irres Spektakel
Pool siegt souverän bei West Ham
Champions League:
Liverpool gewinnt das Viertelfinal-Hinspiel im Bernabéu mit 1:0
Real Madrid geht in Anfield mit 0:4 unter
Die Reds verlieren in Anfield das Halbfinal-Hinspiel gegen starke Blues mit 1:3
Ein dramatisches 4:4 im Halbfinal-Rückspiel besiegelt das CL-Aus gegen Chelsea
| nach oben |
Fiasko 2009/10 – das Aus für Benítez |
Wenn man mit anderen Fußballfreunden über die großen Clubs diskutiert, dauert es meist nicht lange, bis der Name FC Liverpool fällt. Zurecht, denn die Reds zählen dank ihrer illustren Titelsammlung, Trainerpersönlichkeiten wie Bill Shankly oder Bob Paisley und einer Vielzahl großartiger Spieler zu den traditions- und erfolgreichsten Vereinen weltweit. Und obwohl die letzten Erfolge mittlerweile einige Jahre zurücklagen, wähnte man sich nach der knapp verpassten Meisterschaft 2008/09 dennoch auf einem guten Weg – ein Irrglaube, wie sich in der letzten Spielzeit herausstellte. Keines der anvisierten Ziele wurde auch nur annährend realisiert. Nur der Insolvenz und dem damit einhergehenden Ausschluss des FC Portsmouth aus der Europa League haben es die Reds zu “verdanken”, dass sie mit dem 7. Platz in der Premier League in der Saison 2010/11 überhaupt auf internationaler Ebene dabei sein durften.
Die Auftritte in der Liga waren absolut indiskutabel: Die stattlichen elf Niederlagen und daraus resultierenden mageren 63 Punkte kamen einem Armutszeugnis gleich. Und während man das Aus im Achtelfinale des League Cups beim FC Arsenal verzeihen konnte, war der Knockout im FA Cup ein blamables Beispiel für den Zustand der Mannschaft. Nach einem 1:1 beim Zweitklassigen FC Reading gab man im Wiederholungsspiel der 3. Runde in Anfield eine 1:0-Führung durch einen Strafstoß aus der Hand und verlor die Partie dann in der Verlängerung noch mit 1:2. In der Champions League gab es ebenfalls auf die Mütze, Liverpool verabschiedete sich nach schwacher Gruppenphase als Drittplatzierter in die Europa League, wo dann schließlich im Halbfinale Endstation war. Wie schon gegen Reading im League Cup gab man gegen Atètico Madrid in der Verlängerung das Weiterkommen noch aus der Hand. Diego Forlàns Treffer zum 1:2 in der 103. Minute (das Hinspiel in Madrid ging mit 1:0 an die Spanier) begrub die letzten Hoffnungen auf einen Titel, der vieles kaschiert hätte und mit dem es vielleicht nicht zur Trennung von Benítez gekommen wäre.
So triumphal der Einstand von Rafael Benítez mit dem spektakulären Gewinn der Champions League 2005 auch war, mit dem sich der Spanier einen riesigen Kredit erwarb, bei seinem Abschied am 3. Juni diesen Jahres stand er auf verlorenem Posten – und auch sein im März 2009 langfristig bis 2014 verlängerte Vertrag war kein Rettungsanker für den Spanier. Außer ein paar seiner Lieblingsspieler weinte ihm kaum jemand eine Träne nach. Immer öfter hatten seine Entscheidungen und Interviews für Kopfschütteln gesorgt, seine taktische Raffinesse kam kaum mehr zum Tragen und seine Personalpolitik war den meisten Anhängern ein riesiges Rätsel. Benítez’ Transferbudget war trotz aller Unkenrufe über finanzielle Schwierigkeiten der amerikanischen Eigner Hicks und Gillett doch recht ansehnlich, allein ein glückliches Händchen hatte er bei seinen Einkäufen nicht allzu oft. Bis heute weiß wohl niemand außer ihm selbst, warum er unbedingt einen verletzten Alberto Aquilani für stolze 20 Mio. € vom AS Rom loseisen musste? Es kristallisierte sich mehr und mehr heraus, dass die Mannschaft falsch zusammengestellt war. So fehlte bspw. ein Backup für den verletzungsanfälligen Goalgetter Fernando Torres, ein adäquater Nachfolger für den in Unfrieden zu Real Madrid abgewanderten Xabi Alonso oder wirkungsvolle Außenstürmer. Zudem stieß sein spanisch geprägter Trainer- und Scoutingstab ebenso auf größer werdendes Unverständnis, wie das fehlende Vertrauen in die in der Jugendakademie in Kirkby ausgebildeten Nachwuchskräfte. Und so stieß die Bekanntgabe der Trennung von Benítez nach sechs Jahren auf ein breites positives Echo. Die so erfolgreich begonnene Ära von Rafael Benítez endete mit tiefer Tristesse und einem verbrannte Erbe.
Spielberichte der Saison 2009/10
Premier League:
1:3-Pleite daheim gegen Aston Villa lässt die Titelträume früh platzen
Glatte 0:2-Niederlage an der Stamford Brigde
2:0 – die Reds bezwingen die Red Devils
2:2 gegen Birmingham – dank einer glasklaren Schwalbe von Ngog
1:0-Auswärtssieg bei Aston Villa – Torres trifft in der Nachspielzeit
Kuyt schießt die Reds zum Derbysieg gegen Everton
Pool verliert 1:2 in Old Trafford
0:2-Heimpleite gegen Chelsea
Europa League:
0:1-Niederlage beim Halbfinalhinspiel in Madrid
| nach oben |
Mit Hodgson back to the roots |
Beauftragt mit der Trainersuche wurden Managing Director Christian Purslow, der im Juni 2009 Rick Parry ablöste und seitdem als Geschäftsführer tätig ist, und Reds-Legende “King” Kenny Dalglish, der von Benítez 2009 zurück an seine alte Wirkungsstätte geholt wurde, wo er sowohl als Spieler als auch Trainer große Triumphe feiern konnte und der heute den Verein als Repräsentant vertritt sowie einen exponierten Job in der Jugendakademie bekleidet. Nach schwieriger Sondierungsphase zeichnete sich Roy Hodgson als Favorit ab. Der fast 63-jährige Coach, der in der letzten Saison in der Europa League mit dem FC Fulham für Furore sorgte und als Anerkennung für die Leistung von seinen Kollegen zum Trainer des Jahres in England gewählt wurde, zögerte beim eingehenden Angebot dann auch nicht lange: “This is the biggest job in club football and I’m honoured to be taking on the role of manager of Britain’s most successful football club. I look forward to meeting the players and the supporters and getting down to work at Melwood.”
Rund um Anfield zeigte man sich mit dem Engagement des erfahrenen Hodgson zufrieden, auch wenn man in seiner Vita die ganz großen Erfolge vergeblich sucht. Doch Hodgson hat einen guten Ruf auf der Insel, genießt Respekt und kennt den englischen Fußball. Genau darauf hoffen nicht nur die glühendsten Anhänger, die ihre Verbundenheit zu den Reds bei jedem Heimspiel vom legendären Kop auf den Rasen übertragen: Mit Hodgson back to the roots, sprich, zurück zum britisch geprägten Fußball mit einheimischen Profis.
Hodgson hat einen Dreijahresvertrag unterschrieben und soll die Mannschaft wieder zurück an die Spitze führen. Dazu ist ein Umbruch von Nöten – und der wird nicht leicht. Nach persönlichen Gesprächen mit den Leistungsträgern zeichnete sich ein Verbleib der beiden Topstars Steven Gerrard und Fernando Torres ab, obwohl sie angeblich mit viel Geld und verlockenden Angeboten von finanzkräftigen Großclubs wie bspw. Real Madrid oder dem FC Chelsea umworben wurden. Auch von Vereinsseite ließ man verlauten, dass sie unverkäuflich seien und als Korsettstangen des neuen Teams künftig eine tragende Rolle spielen sollen. Anders verhielt es sich bei Javier Mascherano, der nicht bleiben wollte, dies auch deutlich zum Ausdruck brachte und seinen Wechsel forcierte. Entgegen ersten Spekulationen führte sein Weg aber nicht zu Inter Mailand, wo ihn sein alter Trainer Rafa Benítez allzugern mit weit geöffneten Armen empfangen hätte, sondern mit dem FC Barcelona zu einem anderen Giganten des Weltfußfußballs. Barça überwies wohl etwas mehr als 20 Mio. € für den Argentinier, der noch bis 2012 Vertrag in Liverpool hatte.
Geld, mit dem man sich nach adäquaten Ersatz für Mascherano umsehen konnte und das man gut für die weitere Umstrukturierung des Kaders gebrauchen konnte. Es wartete viel Arbeit auf Hodgson, dessen konzeptionelle Vorstellungen und deren Umsetzung man rund um Anfield mit Spannung verfolgte. Die ersten Verpflichtungen lassen hoffen. So konnte Hodgson den von einigen Vereinen umworbenen Joe Cole überzeugen, künftig ins rote Trikot mit dem Liverbird auf der Brust zu schlüpfen. Ein echter Coup, der die Mannschaft und das gesamte Umfeld begeisterte. Neben dem genau wie Cole ablösefreien Milan Jovanovic, der von Standard Lüttich kam, standen zunächst noch zwei junge Briten als Neuzugänge fest. So wurden 2,4 Mio. € für den 18 Jahre alten schottischen U21-Nationalspieler Danny Wilson auf das Konto der Glasgow Rangers überwiesen, immerhin 2 Mio. € waren Pool die Dienste des ebenfalls erst 18-jährigen Engländers Jonjo Shelvey von Charlton Athletic wert. Zwei Investitionen für die Zukunft, um dem Ziel gerecht zu werden, gleich wieder erfolgreich oben mitspielen zu können, mussten weitere gestandene Profis her und dazu der Kader ein Stück weit ausgemistet werden. Hodgson ließ Taten folgen und verpflichtete vier weitere Spieler. Mit dem Dänen Christian Poulsen (Juventus Turin, 5,475 Mio. €) und dem Portugiesen Raul Meireles (FC Porto, 13 Mio. €) wurden zwei namhafte Akteure als Verstärkung für das zentrale Mittelfeld gekauft, als künftige Nr. Zwei hinter Pepe Reina kam für 2,8 Mio € Brad Jones vom FC Middlesbrough. Zu guter Letzt brachte man kurz vor dem Ende der Transferperiode den Deal mit Paul Konchesky, der damit Roy Hodgson vom FC Fulham folgte, in trockene Tücher. Neben der Ablöse, die auf 3,6 Mio. € beziffert wurde, durfte man sich am Craven Cottage mit Alex Kacaniklic und Lauri Dalla Valle auf zwei talentierte Dreingaben freuen. Ein kleiner Wermutstropfen für viele Anhänger der Reds, da gerade der Finne Dalla Valla als künftige Sturmhoffnung galt.
Trotz dieser Neuerwerbungen stand am Ende der Wechselfrist im zweiten Jahr nacheinander ein Plus in der Transferbilanz, der Überschuss betrug rund 6 Mio. €. Neben den Mascherano-Millionen trugen auch die Verkäufe von Yossi Benayoun (FC Chelsea, 7 Mio. €), Albert Riera (Olympiakos Piräus, 6 Mio. €), Krisztián Németh (Olympiakos Piräus, 1,2 Mio. €), Damien Plessis (Panathinaikos Athen, 650.000 €), Diego (AC Cesena, Ablöse unbekannt) und die Ausleihe von Emiliano Insúa (Galatasaray Istanbul, 750.000 €) dazu bei. Mit Alberto Aquilani (Juventus Turin), der in keinster Weise die Ablöse von 20 Mio. € rechtfertigen konnte und nach nur zwölf Monaten wieder in seine italienische Heimat zurückkehrte, dem äußerst verletzungsanfälligen Philipp Degen (VfB Stuttgart) sowie Nabil El Zhar (PAOK Saloniki) fanden drei weitere Profis auf Leihbasis vorübergehend andere Arbeitgeber und entlasteten den Etat.
Die Aufräumarbeiten des Martin Broughton
Abseits der sportlichen Umbaumaßnahmen hatte auch Chairman Martin Broughton alle Hände voll zu tun. Mit der Ernennung des bekennenden Chelsea-Fans am 10. April 2010 zum Präsidenten des FC Liverpool hatte man eigentlich den Bock zum Gärtner gemacht. Doch Broughton, der auch der British Airways vorsteht, hatte einen exzellenten Leumund und schien nun der richtige Mann, um wieder Ordnung in den ins Straucheln geratenen Traditionsclub zu bringen. Broughton sollte die Finanzen ordnen, den Bau des neuen Stadions vorantreiben und einen Käufer für den mit geschätzt 350 Mio. Britischen Pfund verschuldeten Club finden, die Übernahme abwickeln und somit das unsägliche Kapitel Hicks und Gillett beenden.
Die beiden Amerikaner, die im Februar 2007 mit großen Versprechungen in Anfield vorgestellt wurden, danach allerdings für Chaos sorgten und für das weitere Wachsen des Schuldenstandes verantwortlich waren, könnten das “Abenteuer” Liverpool auch noch mit einer fetten Rendite beenden. Für rund 200 Mio. € wurden sie Eigentümer, nun stehen als Verkaufspreis 570 Mio. € im Raum – zurück bleibt ein Scherbenhaufen. Horrende Bankkredite schweben wie ein Damoklesschwert über Anfield und der seit Jahren anvisierte Bau einer modernen Arena kommt einfach nicht voran. Doch es gab auch positive Signale. Darunter fällt mit Sicherheit der Deal mit der Standard Chartered Bank, die als neuer Trikotsponsor gewonnen werden konnte und dafür bis 2014 kolportierte 90 Mio. € zahlt. Auch wenn die fast 20 Jahre andauernde Partnerschaft mit Carlsberg damit zu Ende ging und man sich erstmal an den neuen Schriftzug gewöhnen musste, finanziell war der Vertrag lukrativ und begrüßenswert.
Doch dieses Geld reicht bei weitem nicht, um die angespannte Finanzlage zu beseitigen. Dazu bedarf es frisches Kapital von einem neuen Investor, dem, so sollte er denn gefunden werden, auch wirklich etwas am FC Liverpool liegen sollte und nicht nur leere Versprechungen macht. Vom Regen in die Traufe – dieses Szenario können sich die Reds eigentlich nicht leisten.
Spielberichte der Saison 2010/11
Premier League:
1:1 gegen Arsenal – Reinas Eigentor in letzter Minute kostet den verdienten Sieg
0:3 – Chancenlos bei Manchester City
| nach oben |
Der aktuelle Kader (2010/11) |
Torhüter:
| Nr. | Name | Nationalität | Größe | geb. | Vertrag bis |
| 1 | Brad Jones | AUSd | 1,91 m | 19.03.1982 | 2013 |
| 30 | Charles Itandje | ERA/KAM | 1,94 m | 02.11.82 | 2011 |
| 25 | José Manuel Reina Páez | ESP | 1,87 m | 31.08.1982 | 2016 |
Abwehr:
| Nr. | Name | Nationalität | Größe | geb. | Vertrag bis |
| 5 | Daniel Agger | DEN | 1,87 m | 12.12.1984 | 2014 |
| 6 | Fabio Aurélio | BRA | 1.78 m | 24.09.1978 | 2012 |
| 40 | Daniel Ayala | ESP | 1,90 m | 07.11.1990 | 2012 |
| 23 | Jamie Carragher | ENG | 1,85 m | 28.01.1978 | 2011 |
| 32 | Stephen Darby | ENG | 1,73 m | 06.10.1988 | 2012 |
| 2 | Glen Johnson | ENG | 1,78 m | 23.08.1984 | 2013 |
| 34 | Martin Kelly | ENG | 1,93 m | 27.04.1990 | 2012 |
| 3 | Paul Konchesky | ENG | 1,78 m | 15.05.1981 | 2014 |
| 16 | Sotirios Kyrgiakos | GRE | 1,93 m | 23.07.1979 | 2011 |
| 37 | Martin Skrtel | SVK | 1,91 m | 15.12.1984 | 2014 |
| 22 | Danny Wilson | SCO | 1,87 m | 27.12.1991 | 2013 |
Mittelfeld:
| Nr. | Name | Nationalität | Größe | geb. | Vertrag bis |
| 10 | Joe Cole | ENG | 1,76 m | 08.11.1981 | 2014 |
| 8 | Steven Gerrard | ENG | 1,88 m | 30.05.1980 | 2013 |
| 21 | Lucas | BRA | 1,79 m | 09.01.1987 | 2012 |
| 4 | Raul Meireles | POR | 1,79 m | 17.03.1983 | 2014 |
| 28 | Christian Poulsen | DEN | 1,82 m | 08.11.1981 | 2013 |
| 17 | Maxi Rodrìguez | ARG | 1,74 m | 02.01.1981 | 2013 |
| 33 | Jonjo Shelvey | ENG | 1,83 m | 27.02.1992 | 2014 |
| 26 | Jay Spearing | ENG | 1,68 m | 25.11.1988 | 2012 |
Sturm:
| Nr. | Name | Nationalität | Größe | geb. | Vertrag bis |
| 19 | Ryan Babel | NED | 1,85 m | 19.12.1986 | 2012 |
| 14 | Milan Jovanovic | SER | 1,83 m | 18.04.1981 | 2013 |
| 18 | Dirk Kuyt | NED | 1,83 m | 22.07.1980 | 2012 |
| 24 | David N’Gog | FRA | 1,88 m | 01.04.1989 | 2012 |
| 12 | Dani Pacheco | ESP | 1,68 m | 05.01.1991 | 2012 |
| 9 | Fernando Torres | ESP | 1,86 m | 20.03.1984 | 2013 |
| nach oben |
Die Helden |
Es kann hier leider nicht auf all die großartigen Ballkünstler eingegangen werden, die das Trikot der Reds getragen haben. Dies würde eindeutig den Rahmen sprengen. Ein paar “Helden” wollen hier aber näher vorstellen.
Billy Lidell:
Billy Liddell ist einer wirklichen Helden Pools. Er kam bereits als 15-Jähriger 1938 aus Schottland an die Merseyside. Nachdem er im zweiten Weltkrieg als Pfadfinder und Pilot gedient hatte, gab er erst am 5. Januar 1946 sein Debüt. Liddell, der sich schnell in die erste Mannschaft spielte war ein linker Flügelstürmer der Extraklasse, konnte aber auch andere Offensiv-Positionen besetzen. Er wurde in seiner ersten Saison mit den Reds Meister und hielt danach dem Verein auch in der Second Division (54-62) die Treue. Dort war er so dominant, dass aus dem FC Liverpool der “FC Liddellpool” wurde. Er bestritt insgesamt 537 Spiele für Liverpool, erzielte dabei 229 Tore und sah in seiner gesamten Karriere keine einzige Gelbe Karte. Billy Liddell starb im Alter von 79 Jahren 2001 an Alzheimer.Yeah, it’s incredible to think that I replaced him. The club used to be called ‘Liddellpool’ in the 1950s, which shows you just how much he was respected. In my opinion Liddell, Kevin Keegan and Kenny Dalglish were the three best Liverpool players ever, but I would put Billy ahead of the other two as the greatest. (Ian Callaghan)
Ian Callaghan
Der “Marathon-Mann” der Reds darf bei der Aufzählung der bedeutensten Spieler nicht fehlen. Callaghan trug das rote Trikot erstmals am 16. April 1960 – sechs Tage nach seinem 18. Geburtstag – beim 4:0 Erfolg über die Bristol Rovers. Er wurde dort ausgerechnet für sein Kindheits-Idol und großes Vorbild, Billy Liddell, eingewechselt. Und obwohl er nach diesem Auftritt großes Lob von allen Seiten erhielt und mit Beifall auf offener Szene gefeiert wurde, dauerte es noch anderthalb Jahre, bis er den Sprung in die Stammelf endgültig schaffen sollte. Es folgten über 15 Jahre, in denen er einer der prägenden Köpfe der Reds war: Sowohl beim Aufstieg 1962, dem ersten Sieg im FA Cup 1965, bis hin zum Gewinn des Cup’s der Landesmeister 1977 – Callaghan war dabei.Er war die erste Hälfte seiner Karriere ein schnörkelloser, druckvoller Rechtsaußen, der erst nach einer Knie-Operation 1970 von Shankly zum zentralen Mittelfeldspieler umfunktioniert wurde. Doch auch auf dieser Position konnte er dank seiner glänzenden Übersicht und seiner immensen Erfahrung überzeugen. Callaghan spielte insgesamt 856 (69 Tore und nur eine einzige Gelbe Karte) mal für Liverpool – wohl ein Rekord für die Ewigkeit – und wurde 1974 als erster Spieler der Reds zum Fußballer des Jahres gewählt.
Ian Callaghan is everything good that a man can be. No praise is too high for him. Words cannot do justice to the amount he has contributed to the game. Ian Callaghan will go down as one of the game’s truly great players. (Bill Shankly)
Emlyn Hughes
Der Mann, den alle “Crazy Horse” nannten, kam 1967 für 65.000 £ aus Blackpool nach Anfield. Er entwickelte sich zu einem der besten defensiven Mittelfeldspieler seiner Zeit, den vor allem sein Einsatz und der unbedingte Siegeswille auszeichneten. Beim ersten Gewinn im Cup der Landesmeister 1977 durfte er als Kapitän diese Trophäe entgegen nehmen – ein unvergesslicher Moment. Hughes bestritt bis 1979 insgesamt 665 Spiele (49 Tore) für die Reds, war aber auch international im Einsatz. Er führte die Auswahls Englands 23 mal als Kapitän auf das Feld und kam im Ganzen auf 62 Einsätze für die Three Lions. Seinen Nicknamen “Crazy Horse” bekam er von den Everton-Anhängern verpasst. Er ist darauf zurückzuführen, dass Hughes eine wahre Pferdelunge hatte und den Platz hoch und runter rannte. Dazu kam, dass er ständig auf die Schiedsrichter einredete und versuchte diese zu beeinflussen.Emlyn Hughes wurde nur 57 Jahre alt. Er verstarb am 4. November 2004 an den Folgen eines Gehirntumors.
He was an absolute legend. When I went to Liverpool he was the main man. He was a wonderful player and a fantastic example to everyone. He was the best person to learn from and a larger than life character. (Graeme Souness)
Kenny Dalglish
“King Kenny”, wie der geniale Stürmer auch genannt wurde, gehörte zweifellos zu den besten Fußballern seiner Zeit. Er kam 1977 für die damalige Rekordsumme von 440.000 £ von Celtic Glasgow zum FC Liverpool um Kevin Keegan zu ersetzen, der für 500.000 £ zum Hamburger SV abgewandert war. Und Dalglish, der schon bei Celtic (9 Titel, 324 Spiele, 167 Tore) großen Erfolg hatte, war jeden Penny wert.Er war vor dem Tor eiskalt, kreativ und hatte ein gutes Auge für seine Mitspieler, so dass er im Herbst seiner Karriere auch in der Rolle hinter den Spitzen zu überzeugen konnte. Dalglish erzielte in 511 Partien 172 Tore, wurde in den Jahren 1979 und 1983 zu Englands “Fußballer des Jahres” gewählt und gewann 19 Titel – darunter acht Meisterschaften und drei Erfolge im Cup der Landesmeister – mit dem FC Liverpool.
Aber in seine Zeit fallen mit Heysel und Hillsborough auch die beiden Tragödien, die die Reds mitmachen mussten. Dalglish ging vor allem die Hillsborough-Katastrophe sehr zu Herzen. Obwohl er dieses Unglück nur schwer verarbeiten konnte, zeigte er großes Engagement für die Hinterbliebenen.
Ian Rush:
“Rushie” – the scoring Machine – wurde am 20. Oktober 1961 in St. Asaph geboren und kam 1980 für 300.000 Pfund vom FC Cheston an die Merseyside. Schnell zeigte sich, dass dieses Geld gut angelegt war, denn der Waliser produzierte Tore am Fließband. Seine 346 Treffer – erzielt in 660 Spielen – sind bis heute unerreicht. Der Vollblutstürmer, der 1984 zu Englands Fußballer der Jahres gewählt wurde und mit 32 Toren Europas Torjäger Nummer eins war, prägte das Spiel der Reds über eineinhalb Jahrzehnte – unterbrochen nur 1987/88, als er ein Intermezzo bei Juventus Turin gab.Er errang mit Liverpool insgesamt 18 Titel, darunter fünf Meisterschaften, drei FA Cup-Siege und 1984 den Europapokal der Landesmeister (4:2 n.E. gegen den AS Rom)
Steven Gerrard:
Er ist derzeit der ungekrönte König von Anfield: Kapitän und Antreiber auf dem Platz und Liebling der Massen. Der 25-jährige Mittelfeldspieler zeichnet ein unbändiger Kampfeswille aus; er ist unwahrscheinlich dynamisch und torgefährlich. Weitere Stärken sind seine Übersicht und ein exzellentes Passspiel.“Stevie G“ wurde unweit von Liverpool in Whiston am 30. Mai 1980 geboren und kam im Alter von neun Jahren zu den Reds. Nachdem er im November 1998 gegen die Blackburn Rovers sein Premier League-Debüt gab, schaffte er schnell den Sprung in die Stammelf. Auch in der englischen Nationalmannschaft ist er mittlerweile eine feste Größe, konnte aber bei der WM 2006 nicht vollends überzeugen und gehörte neben Clubkamerad Jamie Carragher und Frank Lampard zu den Schützen, die im Elfmeterschießen gegen Portugal (1:3 i. E.) Nerven zeigten und mit dafür sorgten, dass für die Three Lions im Viertelfinale Endstation war.
Seine Verbundenheit mit dem FC Liverpool brachte er im Sommer 2005 zum Ausdruck, als er dem Lockruf des Geldes widerstand und eine äußert lukrative Offerte des FC Chelsea (es soll sich um 50 Millionen Euro gehandelt haben) ausschlug.
I’ve gone on record about this before and I’ll say it again, Steven Gerrard is possibly the finest midfielder player ever to play for Liverpool Football Club. (Terry McDermott, 2005)
| nach oben |
Das Stadion |
Die Heimat der Reds ist seit ihrer Gründung 1892 die Anfield Road. Doch der legendäre Fußball-Tempel ist noch einige Jahre älter. Er wurde bereits 1884 auf Anweisung von John Houlding, gebaut und anschließend vom FC Everton genutzt. Nach Unstimmigkeiten zwischen Houlding und den Toffees im Jahr 1892 kündigte Everton jedoch den bestehenden Pachtvertrag und zog in den Goodison Park um. Zum Handeln gezwungen, gründete Houlding den FC Liverpool, dessen Heimstätte Anfield seither ist. Das erste Spiel des neuen Clubs verfolgten dann in dem damals 20.000 Zuschauer fassenden Stadion am 1. September 1892 gerade einmal hundert Besucher. Doch das Interesse an Liverpool stieg und so begann Schritt für Schritt der Ausbau. 1895 wurde mit dem “Main Stand“ die erste richtige Tribüne errichtet. Sie bot 3.000 Besuchern einen Sitzplatz.
Nachdem im Jahr 1903 die ersten Terassen angelegt wurden, erhielten 1906 zwei weitere Seiten ein neues Gesicht. An der Kemlyn Road entstand eine Überdachung und an der Walton Breck Road (gegenüber der Anfield Road) wurde die mit 132 Stufen bis dato größte Tribüne Englands eröffnet. Diese wurde zur Heimat der Hardcore-Fans und erhielt den Namen “Spion Kop“. Der Spion Kop ist ursprünglich ein kleiner Berg in der südafrikanischen Provinz Natal, an dem die Briten im Buren-Krieg (1899-1902) hohe Verluste einstecken mussten.
Der “Kop”, der zwischenzeitlich 28.000 Anhängern Platz bot, wurde zum Herzen von Anfield, zum Synonym für enthusiastische Stimmung und Fangesänge. Von hier startete z.B. der wohl bekannteste Fußball-Song seine Reise um die Welt: You’ll Never Walk Alone. Bereits in den sechziger Jahren wurde in England den Zuschauern die Zeit vor dem Spiel mit Musik verkürzt. Bei einer Partie in Anfield dudelte gerade “You’ll Never Walk Alone” aus den Lautsprechern, als die Musikanlage kaputt ging – die Fans auf dem Kop sprangen ein und sangen die bekannte Melodie zu Ende. Seit diesem Zeitpunkt wird das Stück vor jedem Spiel gesungen.
| When you walk through a storm | Wenn du durch den Sturm gehst, |
| Hold your head up high | geh erhobenen Hauptes |
| And don’t be afraid of the dark. | und hab keine Angst vor der Dunkelheit |
| At the end of a storm | am Ende des Sturms |
| Is a golden sky | gibt’s wieder einen goldenen Himmel |
| And the sweet, silver song of a lark. | Und das süße, silberhelle Lied einer Lerche |
| xxx | |
| Walk on, through the wind, | Geh’ weiter durch den Wind |
| Walk on, through the rain, | Geh’ weiter durch den Regen |
| Though your dreams be tossed and blown. | Auch wenn sich alle Deine Träume in Luft auflösen |
| Walk on, walk on with hope in your heart, | geh’ weiter, geh’ weiter, mit Hoffnung im Herzen |
| And you’ll never walk alone, | und du wirst niemals alleine gehen |
| You’ll never walk alone… | Du wirst niemals alleine gehn… |

Anfield
Heute ist das Stadion für eine Kapazität von 45.362 Plätzen ausgelegt, rundherum geschlossen und überdacht. Die größte Tribüne ist nach wie vor der Kop, der aber 1994 vollständig zur Sitztribüne umgebaut wurde und seitdem 12.409 Fans Platz bietet. Anfield verfügt über eine einzigartige Akustik, die die Gesänge der Anhänger wunderbar auffängt.
Aber der Platz auf dem alten Gelände ist begrenzt und ein weiterer Ausbau nicht möglich. Deshalb hat der Verein Pläne, ein neues Stadion zu bauen und die traditionsreiche Arena zu verlassen. Als Standort für das neue Domizil, das 71.000 Besucher fassen soll, wurde der Stanley Park in unmittelbarer Nähe auserkoren. Nachdem es monatelang diesbezüglich keine Neuigkeiten gab, bekamen die Reds Anfang September 2006 dann endlich grünes Licht von der Stadtverwaltung, die den Stanley Park für die kommenden 999 Jahre an den Verein verpachtet hat. Zwar wird der ursprünglich angedachte Umzugstermin 2007/08 nicht zu halten sein, aber endlich steht dem Neubau, zu dem die in Dallas ansässige Architekturfirma HKS, Inc die Pläne entwirft, nichts mehr im Wege. Der neue Zeitplan sieht nun den Baubeginn für Januar 2007 und die Eröffnung für Sommer 2011 vor. Schon jetzt hat man aber mit einer extremen Kostenexplosion zu kämpfen.
Doch auch nach dem Umzug wird das unvergleichliche Stadion an der Anfield Road in den Herzen der Anhänger einen festen Platz haben. Viele werden mit Wehmut darauf zurückbicken und sich an große Spiele und unvergessliche Momente erinnern.
| nach oben |
Alle Erfolge auf einen Blick |

Der Trophäen-Schrank
| Champions League: | 1977, 1978, 1981, 1984, 2005 |
| UEFA Cup: | 1973, 1976, 2001 |
| Europäischer Supercup: | 1977, 2001, 2005 |
| Englischer Meister: | 1901, 1906, 1922, 1923, 1947, 1964, 1966, 1973, 1976, 1977, 1979, 1980, 1982, 1983, 1984, 1986, 1988, 1990 |
| FA Cup: | 1965, 1974, 1986, 1989, 1992, 2001, 2006 |
| Charity Shield: | 1964*, 1965*, 1966, 1974, 1976, 1977, 1979, 1980, 1982, 1986*, 1988, 1989, 1990*, 2001, 2006 |
| League Cup: | 1981, 1982, 1983, 1984, 1995, 2001, 2003 |
- * – In diesen Jahren endeten die Endspiele Remis. Beide Finalteilnehmer erhielten den Pokal für ein halbes Jahr.
| nach oben |
Quellen:
Ganz besonderen Dank gilt hier den beiden Liverpool-Fans Thomas und Uwe, die mir die verwendeten Bilder zur Verfügung gestellt haben. Schaut doch mal auf ihren Websites The Reds bzw. This is Anfield vorbei. Es lohnt sich! Außerdem möchte ich euch auf die Seite der German Reds hinweisen (Branch of “The Official Liverpool FC Supporters Club”).
www.liverpool.tv / www.wikipedia.org / www.fussballdaten / www.weltfussball.de / www.theboothroom / www.lfchistory
www.transfermarkt.de
Teile uns deine Meinung zu diesem Artikel über das Kontaktformular mit.
Weitere Artikel
- [Carling Cup 2011/12] Gerrards Tor bringt Liverpool den Sieg im Hinspiel bei Manchester City
- [FA Cup 2010/11] ManUtd empfing den FC Liverpool, bei dem Kenny Dalglish nach 20 Jahren auf die Trainerbank zurückkehrte
- Eingeworfen: Quo vadis, FC Liverpool?
- [Premier League 2009/10] Boxing Day in England - Chelsea lässt Federn, Manchester City und Liverpool siegen
- [Premier League 2008/09] Liverpool gewinnt in Manchester 4:1
« [Primera División 2008/09] Der komplette Spielplan - Ergebnisse, Tabelle und alle Ansetzungen | Keine Reise ohne Wert - DFB-Elf in Asien »

