[Die Bundesliga im MAG-Test] Hertha BSC Berlin
7. August 2006, 12:35 geschrieben von Jiinxo, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Die Bundesliga im MAG-Test: Hertha BSC Berlin
Hertha BSC Berlin
Verein und Umfeld
“Anspruch und Wirklichkeit” wäre wohl der Titel einer Vereinschronik der letzten Jahre. Seit Jahren spricht man von Höherem, will dem Etikett “Hauptstadtclub” gerecht werden, doch die Champions League wurde seit der Saison 1999/2000 nicht mehr erreicht. Im Zuge dieser erhöhten Ansprüche – bei denen selbst eine UEFA-Cup Platzierung, die man seit 2000 nur einmal nicht geschafft hat, nicht genügt – wurden enorme Verbindlichkeiten angehäuft. Die Summe der Schulden, die sich im Bereich von circa 40 Millionen bewegen soll, drückt auf die Stimmung im Verein. Im Laufe der letzten Saison gab es bereits Proteste der Fans gegen die Finanzpolitik, für die Manager Hoeneß verantwortlich gemacht wurde. Der Verein reagierte gereizt auf die “Hoeneß raus”-Forderungen und so geht man mit einem durchaus angespannten Verhältnis zwischen Verein und Fans in die Saison. Eine Tatsache, die auch der Einzug in den UEFA-Cup über den Umweg UI-Cup nicht überdecken kann. So gab es bereits vor Saisonstart erneut Streit zwischen Verantwortlichen und Anhängern, als das neue Heimtrikot nicht mit dem Vereinswappen ausgestattet wurde.
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Der Trainer
Eine Sorge ist Falko Götz los, die Frage nach dem Umgang mit der Diva Marcelinho. Trotzdem stehen gerade in der Offensive schwere Aufgaben vor dem Übungsleiter der Hertha. Letzteres ist er, obwohl eine Google-Suche nach seinem Namen seine offizielle Homepage immer noch als die des “Trainers des TSV 1860 München” anpreist. Seit nun mehr zwei Jahren ist der als Spieler aus der DDR geflohene 44-jährige nun im Amt und genießt vor allem aus seiner ersten Zeit als Interimstrainer bei Hertha einen guten Ruf in der Hauptstadt. Dennoch könnte auch er irgendwann auf Grund der Ansprüche unter Druck geraten.
Zu- und Abgänge
Zugänge: Dennis Cagara (Dynamo Dresden, war verliehen), Marko Pantelic (Roter Stern Belgrad, war bislang nur ausgeliehen), Patrick Ebert, Chinedu Ede, Robert Müller, Amadeus Wallschläger, Nico Pellatz (alle eigene zweite Mannschaft), Srdjan Lakic (Kamen Ingrad), Christian Gimenez (Olympique Marseille, ausgeliehen)
Abgänge: Vaclav Sverkos (Borussia Mönchengladbach, war ausgeliehen), Alexander Ludwig (Dynamo Dresden), Thorben Marx (Arminia Bielefeld), Oliver Schröder (VfL Bochum), Gerhard Tremmel (Energie Cottbus), Niko Kovac (Red Bull Salzburg), Alexander Madlung (VfL Wolfsburg), Pascal Bieler (Rot-Weiss Essen, ist verliehen), Sejad Salihovic (TSG Hoffenheim), Marcelinho (Trabzonspor)
Auffallend natürlich der Verkauf von Marcelinho ans schwarze Meer, fünf Jahre lang lenkte der launische Brasilianer das Spiel der Herthaner, jetzt müssen sie ohne ihn auskommen. Ebenfalls ins Auge sticht, dass die Finanzsituation auch hier ihre Spuren hinterlässt, erst spät hat man Lakic und Gimenez verpflichtet, dazu noch für Pantelic Geld ausgegeben. Ausgaben wurden also nur im Sturm getätigt. Verlassen haben Berlin dagegen eine Reihe anderer Akteure, die v.a. im finanziellen Bereich dem Verein zur Last fielen. So wurden mit Marx, Tremmel, Kovac und Madlung erfahrene Bundesligaspieler mit dementsprechender Bezahlung ziehen gelassen und stattdessen eine Reihe junger Spieler aus dem Amateurbereich hochgezogen.
Mannschaft und Spielsystem
Die entscheidende Frage im System wird wahrscheinlich gar nicht sein, wie man Marcelinho ersetzt – diese Rolle dürfte Yildiray Bastürk durchaus ausfüllen können. Vielmehr ist die Frage, was man mit dem freigewordenen Platz macht. Durchaus vorstellbar, dass man im Gegensatz zu weiten Teilen der letzten Saison wieder mit zwei echten Spitzen agiert. Das Angebot an Stürmern hat sich ja doch erweitert. Ebenfalls interessant könnte sich die Frage entwickeln, wer den Posten im defensiven Mittelfeld übernimmt, den vergangene Saison noch Niko Kovac eingenommen hatte. Der logische Ersatz wäre Sofian Chahed, der Ende der abgelaufenen Spielzeit bereits diese Rolle teils alleine, teils zusammen mit Kovac übernahm. Man könnte aber die Position auch in einer Art Dreierkette vor der Abwehr an Boateng oder Dardai vergeben. Insgesamt könnte sich die Zurückhaltung am Transfermarkt für die Berliner als Vorteil erweisen, die Abwehrreihe ist ebenso eingespielt, wie große andere Teile der Mannschaft. Lediglich die aus dem Amateurbereich aufgestiegenen Spieler zu integrieren könnte zum Problem werden.

Die Wunschformation
Die Prognose
**** – Same procedure as (almost) every year. Hertha hat genug Potential, um in der Nähe der UEFA-Cup-Plätze zu spielen, für mehr reicht die Erfahrung und wohl auch die Kadertiefe nicht aus. Für weniger ist man aber zu stark. Tipp: Platz 5 – 8
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