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[Die Bundesliga im MAG-Test] Bayer 04 Leverkusen

8. August 2006, 02:32 geschrieben von Jiinxo, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Die Bundesliga im MAG-Test: Bayer 04 Leverkusen


Bayer 04 Leverkusen

Verein und Umfeld

Ein ungewöhnlich unruhige Saison erlebte man in Leverkusen im vergangenen Jahr. Teilweise schwebte das Gespenst des Zwangsabstiegs wegen Spielmanipulationen durch Ex-Guru Rainer Calmund im Raum, die erste Trainerentlassung der Bundesliga ging nach dem frühen UEFA-Cup-Aus auch auf die Bayer-Kappe und das Gezerre um Jens Nowotnys Klage gegen den Verein raubte zusätzlich Nerven. Nun versucht man Ruhe ins Umfeld zu bringen, die Mannschaft ist dazu in der vergangenen Hinrunde in Vorleistung gegangen und eine Platzierung wie im letzten Jahr würde man in Leverkusen als Erfolg erachten – gerade in Zeiten in denen die Bayer AG ihrer fußballspielenden Werbetochter weniger Geld zur Verfügung stellen kann.

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Der Trainer

Michsel Skibbe ist in seiner Zeit als Fußballlehrer oft belächelt worden, die BILD-Zeitung hatte ihn sogar während der EM 2004 als Fehlerflüsterer für das unangreifbare Denkmal Rudi Völler ausgemacht. Dabei zeigte der 40-Jährige in der vergangenen Rückrunde, was in ihm steckt. Ruhig und gelassen verarbeitete er die holprige Bayer-Vorrunde, zog die richtigen Schlüsse – zum Beispiel die Umstellung von zwei Stürmern auf eine zentrale Spitze und zwei Außenstürmer – und führte Leverkusen zu einer erfolgreichen Rückrunde. Inzwischen ist Skibbe in Leverkusen anerkannt und kann erst einmal ruhig arbeiten.


Zu- und Abgänge

Zugänge: Alexander Meyer (MSV Duisburg, war verliehen), Pirmin Schwegler (Young Boys Bern, war verliehen), Stefan Kießling (1.FC Nürnberg), Sergej Barbarez (Hamburger SV), Assimiou Touré (eigene Jugend), Benedikt Fernandez (eigene Amateure), Karim Haggui (Racing Straßburg)

Abgänge: Clemens Fritz (Werder Bremen), Jens Nowotny (Dinamo Zagreb), Dimitar Berbatov (Tottenham Hotspur), Jacek Krzynowek (VfL Wolfsburg), Tom Starke (SC Paderborn, war bislang verliehen)

Fünf Millionen Euro hat sich Bayer Leverkusen Stefan Kießling kosten lassen. Ein stolzer Preis, der bei Erfolg von Verein (internationales Geschäft) und Spieler (Nationalelf) noch ansteigen wird. Die Aufgabe das Franken soll es sein, den nach London abgewanderten Dimitar Berbatov zu ersetzen. Den Verantwortlichen ist klar, dass er dies im ersten Jahr noch nicht allein bewerkstelligen kann, und daher hat man aus Hamburg noch Sergej Barbarez geholt, der den Jungen führen und auch ein wenig ausbilden soll. In der Offensive ist man also trotz des Abgangs des Top-Stürmers gut gerüstet, in der Abwehr hingegen bleiben Fragezeichen. Mit Fritz hat man einen talentierten potentiellen Stammspieler ziehen lassen müssen, der auf rechts eine Lücke hinterlässt, mit Nowotny einen Führungsspieler erster Güte, der trotz der Querelen um seine Klage in der Rückrunde ein Stabilisator der Bayer-Abwehr war. Für die Nowotny-Position hat man daher Karim Haggui aus Straßburg geholt, dessen Leistungen bei der WM jedoch weit unter denen des Rückrunden-Nowotnys lagen.


Mannschaft und Spielsystem

Wie erwähnt, dürfte die wohl interessanteste Frage sein, wer die Position des rechten Außenverteidigers übernimmt. Die Namen reichen von Barnetta, über Freier, Schwegler und Meyer bis hin zu Bernd Schneider. Die reizvollste Variante wäre wahrscheinlich, den Schweizer Shooting-Star Barnetta dort anzusiedeln, da man so dessen Offensivkraft zwar auf dem Platz behält, gleichzeitig aber auf den offensiven Positionen eine freie Stelle gewinnt, die dann zum Beispiel Freier oder Schneider ausfüllen können. Die defensivere Variante wäre hier eine Aufstellung Meyers oder Tourés. Auch die Position des zweiten Innenverteidigers neben Juan könnte, v.a. wenn Haggui seine WM-Form fortsetzt, zum Problemfall werden. Roque Junior fällt noch länger aus und Ahmed Madouni konnte bislang selten überzeugen. Auch ein Problem, aber eher eines der luxoriösen Art hat Bayer in der Offensive. Zwar dürfte man mit dem Abgang Berbatovs auch die Variante mit einem Stoß- und zwei Außenstürmern als Grundformation ad acta gelegt haben – Kießling ist trotz seiner Größe kein Kopfballungeheuer und beißt sich auch noch zu oft in den gegnerischen Abwehrreihe fest – dennoch ist die Qualitätsdichte enorm. Die wahrscheinlichste Variante dürfte eine Art rechtslastige Sturmraute sein, doch andere Möglichkeiten (mit Voronin als zusätzlicher Spitze, Barnetta hinter den Spitzen, Athirson/Babic und Freier als Flügelzange) sind nicht minder gefährlich. In der Offensive liegt die große Stärke der Werkself – und diese muss sie auch ausnutzen um erfolgreich zu sein.

Die Wunschformation


Die Prognose

**** – Wenn alles optimal läuft, ist sogar die Champions League möglich. Die Abwehr scheint aber noch zu viele Fragezeichen zu produzieren, um mindestens Platz drei zu erreichen. Im Regelfall wieder UEFA-Cup. Tipp: Platz 4 – 7


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