[UEFA-Cup 2006/07] Eintracht Frankfurt schlägt Bröndby IF 4:0
15. September 2006, 17:56 geschrieben von Mario, abgelegt unter Int-Fussball.
| Eintracht Frankfurt | 4:0 (0:0) | Bröndby IF Kopenhagen | ![]() |
Die Eintracht ist zurück, und wie!
Die Europa-Cup-Abstinenz der Frankfurter Eintracht ist nach elf Jahren endlich beendet. Und nicht nur das: Der hessische Traditionsverein meldete sich gestern Abend mit einem Paukenschlag auf der internationalen Fußballbühne zurück. Der dänische Vizemeister Bröndby IF wurde mit einer 4:0-Packung zurück in den hohen Norden geschickt. Doch der Reihe nach:
Kontrollierte Offensive gegen dänisches Dynamit, so hieß die Devise vor Spielbeginn. Friedhelm Funkel hatte angekündigt, dass man der jungen, konterstarken dänischen Mannschaft auf keinen Fall ins offene Messer laufen würde und aus einer gesicherten Abwehr heraus mit geduldigem Aufbauspiel auf Torchancen lauern wollte. Die Entwicklung des Spiels zeigte dann auch von Beginn an, dass die taktische Marschrichtung, wie vom Frankfurter Trainer zitiert, konsequent eingehalten wurde. Torchancen waren im ersten Abschnitt daher Mangelware. Während die Eintracht zumindest bemüht war, den Gegner unter Druck zu setzen, beschränkten sich die Dänen vollends auf Torverhinderung und stellten den Bundesligisten bereits an der Mittellinie. Auffallend dabei war, dass die Kicker aus dem Norden dabei zum Teil überhart zu Werke gingen, was der britische Schiedsrichter zunächst nicht konsequent genug ahndete. Amanatidis musste in der 42. Minute mit Verdacht auf Mittelfußbruch verletzt vom Feld. Es kam wenig Konstruktives zustande und die 38.000 Zuschauer in der Commerzbank-Arena sahen ein sehr zerfahrenes, zeitweise sogar langweiliges Uefa-Cup-Match, was sich jedoch kurz nach Beginn der zweiten Hälfte schlagartig ändern sollte.
Doppel-Rot für Bröndby eröffnet die Thurk-Show
Schiedsrichter Styles, der sich nachsagen lassen musste, im ersten Durchgang nicht konsequent genug durchgegriffen zu haben, änderte in der 49. Minute mit zwei harten, jedoch durchaus vertretbaren Entscheidungen, urplötzlich das Geschehen. Nachdem Kildentoft einen Streit-Schuss am Fünfmeterraum in Torwartmanier abwehrte, zückte der Engländer ohne zu zögern die rote Karte und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Als sich Howard im anschließenden Gerangel noch zu einer Tätlichkeit in Form einer Kopfnuss an Thurk hinreißen ließ, steckte der Unpartaiische den roten Karton gar nicht erst zurück in die Tasche, sondern schickte den Sünder ebenfalls vom Feld. Den fälligen Strafstoß verwandelte Thurk sicher. Jetzt hatte die Eintracht leichtes Spiel und setzte Bröndby mehr und mehr unter Druck. Und wieder wurde den Dänen ihr zeitweise überharter Stil zum Verhängnis. In der 71. Minute klärte Torhüter Ankergren gegen Streit mit gestrecktem hohen Bein voraus, was wohl eher einer Kung-Fu-Attacke glich. Wieder blieb Schiedsrichter Style keine andere Wahl, als auf den ominösen Punkt zu zeigen. Wieder schnappte sich Thurk das Leder und wieder zappelte dieses kurze Zeit darauf im Netz. Über die dritte rote Karte hätte man sich auf dänischer Seite nicht beschweren dürfen, Glück für Bröndby. Ebenfalls Glück für Albert Streit, der unverletzt blieb.
Der Zwei-Tore-Vorsprung schien der Funkel-Elf jedoch längst nicht genug und man drückte weiter aufs Tempo. Die Mühe wurde schon wenig später belohnt. Auch diesmal waren die Neuzugänge Streit und Thurk für den Torerfolg zuständig. Der Ex-Mainzer köpfte eine Hereingabe des Ex-Kölners unhaltbar für Ankergren in die Maschen (78.). Wäre der Eintracht vor dem Match ein 3:0 angeboten worden, hätte man wohl sofort angenommen. Doch mit diesem komfortabelen Vorsprung im Rücken wollte man noch ein Tor nachlegen. Dass Köhlers 4:0 in der 90. Minute aus stark abseitsverdächtiger Position zustande kam, interessierte die Eintracht-Anhänger nicht mehr wirklich. Die waren inzwischen völlig aus dem Häuschen und brannten ein wahres Gesangs-Feuerwerk ab. Am Riederwald – so denn alles halbwegs normal abläuft – darf ab sofort mit den Planungen für die Uefa-Cup Gruppenphase, die die Eintracht wohl erreichen wird, begonnen werden.
Frankfurt: Pröll – P. Ochs (81. Rehmer), Kyrgiakos, Vasoski, Spycher – A. Streit, M. Fink (53. Köhler), Huggel, Weissenberger – Amanatidis (42. Takahara), Thurk – Trainer: Funkel
Bröndby: Ankergren – Kildentoft, Nielsen, Howard, Retov (82. Schmidt) – Spelmann (52. M. Rasmussen), Ericsson, Daugaard, Elanga – Sigurdsson (75. Williams), T. Rasmussen – Trainer: Meulensteen
Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Thurk (51., Handelfmeter, 71., Foulelfmeter, 78.), 4:0 Köhler (90.)
Schiedsrichter: Robert Styles (ENG)
Zuschauer: 38.000
Gelbe Karten: Huggel, Thurk, Köhler / Elanga, M. Rasmussen
Rote Karten: Kildentoft (Handspiel), Howard (Tätlichkeit)
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