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Formel 1 WM 2006 - Das Saisonende

3. November 2006, 17:46 geschrieben von JB007.

In Interlagos ging mit dem Sieg von Massa die spannendste Formel 1 Saison der letzten Jahre zu Ende. Alonso wurde Weltmeister, Schumacher lieferte ein tolles Rennen zum Abschied und Renault verteidigte den Konstrukteurstitel.

Alonso ist Weltmeister

Es sollte nicht Schumachers Jahr sein: der siebenfache Weltmeister aus Kerpen konnte seine glanzvolle Karriere nicht mit einem weiteren WM-Titel zu Ende führen. Der Spanier, seines Zeichens jüngster Doppelweltmeister der Formel-1-Geschichte, gewann verdient den Titel. Nach einer fast perfekten ersten Jahreshälfte, in der Alonso sechs Siege einfuhr und in den anderen drei Rennen jeweils unmittelbar hinter dem Sieger ins Ziel kam, kämpfte der Renault-Fahrer mit einem nicht mehr perfekten Auto, behielt am Ende jedoch die Oberhand im Rennen um die WM-Krone. Der Schlüssel zum Erfolg war die Konstanz die der in Oviedo geborene Briatore-Schützling an den Tag legte: sieben Siege, sieben zweite Plätze, zwei fünfte Plätze und zwei Ausfälle in Ungarn und Italien. Insgesamt 134 Punkte, einer mehr als in der Saison 2005. Zahlen, die für sich sprechen und erklären, warum Alonso so verdient Weltmeister wurde: immer auf der Lauer, immer da, wenn der Gegner trotz stärkeren Autos einen schlechten Tag hatte, wie in Suzuka.

Schumachers Fehler

Im Gegensatz zum Spanier war die Saison vom Ferrari-Champion nicht so reibungslos. Nach einem verpatzten Saisonstart, mit dem Fahrfehler in Melbourne und dem „Parkplatz-Skandal“ in Monte Carlo, wurde sein Dienstwagen aus Maranello immer schneller und war in der zweiten Saisonhälfte mit Abstand das schnellste Auto im Feld. Aber gerade in dieser Phase fehlte dem Kerpener das, was ihn über Jahre zu einem der besten Fahrer aller Zeiten gemacht hatte: die Konzentration, das Fahren wie ein Uhrwerk, die Konstanz, die sein Rivale in diesem Jahr hatte. Während Schumacher in den letzten sechs Rennen 32 Punkte holte, verbuchte der Renault-Fahrer mit einem deutlich schwächeren Auto 34 Punkte. Teamkollege Felipe Massa kam im selben Zeitraum, trotz zweier Ausfälle, zu satten 30 Punkten. Der Motorplatzer in Suzuka, der ihn die WM kostete, kam nicht von ungefähr: Gerüchten zu Folge wurde die Drehzahl des Ferrari-Motors erhöht. Offenbar wusste Schumacher, dass er ansonsten an diesem Wochenende gegen Alonso schlechte Karten gehabt hätte. Ein Risiko, das nicht den gewünschten Erfolg brachte.

Schumis Erfolge

Es gibt kaum einen Rekord den der Deutsche nicht gebrochen hat: sagenhafte 7 Weltmeistertitel, 91 Siege, 76 schnellste Runden, 68 Pole Positions, 1369 WM-Punkte. Zahlen, die für sich sprechen und die niemand so schnell erreichen wird. Außerdem brachte er im Jahr 2000, nach einer Durststrecke von 21 Jahren, den WM-Titel nach Maranello. Als seine Verpflichtung im Sommer 1995 durch den Ferrari-Pressesprecher bekannt gegeben wurde, war die Scuderia ein Scheiterhaufen. Die italienischen Zeitungen, von den Misserfolgen der Jahre zuvor gekränkt, setzten das Team aus Maranello gleich unter Druck: „Mit der Verpflichtung des deutschen Weltmeisters werden wir sehen, wo die Probleme bei Ferrari liegen. Am Fahrer werden die Misserfolge definitiv nicht mehr liegen.“ Mit Jean Todt und Ross Brown, der 1997 von Renault kam, brachte er Ferrari ganz nach oben, den Zenit erreichte man 2004, als man zwölf der ersten dreizehn Rennen gewann. Mit Fangio, der seine Karriere mit 39 begann und in sieben Jahren fünf WM Titel holte, und Senna, der es wie kein anderer verstand, in einer Runde das Maximum aus dem Auto zu holen, gehört Schumacher in die Top 3 der besten Fahrer aller Zeiten. Ein direkter Vergleich der drei ist nicht möglich, zu unterschiedlich waren die Epochen, in denen das Trio Formel 1 Geschichte schrieb.

Die nächste Saison

Spannender, wenn überhaupt möglich, wird die nächste Saison: Alonso verlässt nach zwei WM-Titeln, genau wie Schumacher elf Jahre zuvor, den Rennstall von Flavio Briatore und begibt sich in eine ungewisse Zukunft bei McLaren-Mercedes. Ob er von Beginn an um die WM kämpfen wird, ist fraglich. Eine Bestätigung erwartet man von Felipe Massa, der eine hervorragende Saison an der Seite von Schumacher lieferte. Für viele der Geheimfavorit auf den Titel, da er das Team nicht wechselt und das zur Zeit stärkste Auto inne hat. Gespannt darf man auch auf Räikkönen sein, der bei Ferrari ein schweres Erbe antreten wird. Auch für Fisichella hat die Stunde der Wahrheit geschlagen, er ist die Nummer eins im Weltmeisterteam, das Team wird vor allem für ihn arbeiten. Gespannt darf man auch auf die neuen Männer der Scuderia sein, nachdem Ross Brown und Motorenchef Paolo Martinelli das Team verlassen haben. Aber egal wie: Es wird Jahr eins nach Schumacher sein.


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