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Vor dem Rückrundenstart: Alle Teams im Überblick

24. Januar 2007, 22:12 geschrieben von Heiland, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Die Bundesliga im MAG-Test: alle Teams im Überblick

In den vergangenen Wochen haben wir unsere Halbzeitbilanz und die Prognosen für die Rückrunde abgegeben. Wer möchte, kann hier noch einmal eine Zusammenfassung der Zusammenfassung lesen. Mit einem Klick auf den Vereinsnamen landet man beim jeweiligen Club.

Werder Bremen: Ohne die Belastung aus der Champions League (und vielleicht mit einer klitzekleinen Verstärkung im Sturm) müssen sich die Bayern und Schalker schon seeeeehr lang machen, um den SV Werder von der Pole Position zu verdrängen. Der SVW hat alles, was ihn in der Double-Saison auszeichnete: Einen potentiellen Torschützenkönig, ein Klasse-Mittelfeld und ein Bomben-Innenverteidigerpaar. Bekommt Thomas Schaaf noch 17 Spiele lang eine gewisse Konstanz in die Leistung und stellt unnötige Punktverluste gegen potentielle Underdogs ab, kann der Meister 2007 Werder Bremen heißen. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf ein super-spannendes Saisonfinale!

Schalke 04: Eine Prognose ist für diese Mannschaft, die zwischen Genie und Wahnsinn hin- und herpendelt, sehr schwer zu stellen. Wichtig wird sicherlich sein, wie sich die von mir zusammengetragenen Probleme auf die Mannschaftsleistung übertragen und ob die Mannschaft sie eventuell erneut in positive Energie umwandeln kann.

Meine Persönliche Einschätzung lautet Platz 2. Das Team ist derzeit fußballerisch eindeutig stärker als das der Bayern oder der Stuttgarter und ebenbürtig mit dem der Bremer. Schalke muss allerdings noch auswärts in München und in Bremen antreten, wo sich die eigene Auswärtsschwäche böse rächen könnte.

FC Bayern München: Fußballerisch gesehen dürfte nach mehr als zwei Jahren unter Felix Magath außer Frage stehen, dass vor allem der Faktor Fitness, gepaart mit der individuellen Klasse der Spieler, den Erfolg des Bayern-Fußballs bestimmt hat. Viel mehr wird auch für den Rest dieser Saison nicht zu erwarten sein, denn für spielerische Eleganz fehlen dem Titelverteiger die geeigneten Akteure. Deutlich wird dies allein schon an der personellen Situation im Mittelfeld: Sebastian Deisler ist nicht mehr dabei; Julio dos Santos ist verletzungsbedingt nicht einsatzfähig und ohnehin auf dem Weg nach Wolfsburg; Ali Karimis Abschied spätestens nach der Saison steht bereits fest, ebenso der Wechsel von Hasan Salihamidzic nach Turin; Mehmet Scholl spielt seine Abschiedssaison; und auch in die Personalie Owen Hargreaves ist noch keine Ruhe eingekehrt.

Für die sportliche Leitung ergibt sich daraus eine nicht leicht zu bewältigende Aufgabe, die mit offenen Fragen verbunden ist: Können Spieler, die den Verein verlassen, noch einmal zu Höchstleistungen motiviert werden? Und geht von den Ergänzungsspielern genug Druck auf die nominellen Stammkräfte (van Bommel, Schweinsteiger, Ottl sowie Hargreaves und Salihamidzic) aus? Zweifel sind angebracht.

Der FC Bayern wird daher in der Rückrunde gefordert sein, seine Stärken – die Fitness, die individuelle Qualität sowie die Erfahrung im Titelkampf – voll auszuspielen. Gelingt dies optimal, bleibt die Schale in München.

VfB Stuttgart: Hat man den VfB noch vor Saisonbeginn im Mittelfeld erwartet, so stehen sie nach dem 17 Spieltag auf Platz 4, mit geringem Abstand zu Werder Bremen. Dazu als einziges Team der Top 4 noch im DFB Pokal vertreten. Horst Heldt stuft den VfB zwar nicht als Meisterschaftsfavoriten ein, aber überrascht haben die Schwaben ja schon öfters in dieser Saison. Man hat sehr gute Chancen, den DFB Pokal zu gewinnen, was auch schon wieder 10 Jahr her ist und wohl das Wichtigste, man kann sich wieder international qualifizieren. Ob es für die Champions League langt, bleibt abzuwarten. Ein UEFA Cup Platz hingegen scheint sicher zu sein.

Hertha BSC Berlin: Die Rückrunde startet im Berliner Olympiastadion mit einem Wiedersehen mit Marcelinho, der am 18. Spieltag im Wolfsburger Trikot das WM-Finalstadion erstürmen will. Danach geht es nach Hannover, bevor der kriselnde HSV sein Gastspiel in der Hauptstadt gibt. Wenn die Berliner ihre Heimstärke konservieren und in Hannover punkten, können sie sogar Platz drei ins Auge fassen. Realistisch betrachtet sollte es aber darum gehen, Platz fünf zu sichern – hier hat man aktuell ein Zwei-Punkte-Polster auf den Sechsten aus Leverkusen. Und so wird es dann wohl doch wieder same procedure as (almost) every year

Bayer Leverkusen: Eine Einschätzung fällt nach den Leistungen der Hinrunde schwer. Vom Potential her steht die Mannschaft nun in den Regionen, in die sie tendenziell gehört. Dennoch bleibt abzuwarten, ob sich die Leistungen stabilisieren können, wenn ja, ist sogar die direkte UEFA-Cup-Qualifikation drin, es scheint aber auf einen Platz zwischen 6 und 9 hinauszulaufen.

1. FC Nürnberg: Das Saisonziel in Nürnberg ist unverändert, Platz 8 bis 12 soll es sein und ein verhältnismäßig ruhiges Jahr soll es werden. Für beides ist man auf einem guten Weg. Positiv nach oben könnte sich eine Wiedererstarkung des Sturms auswirken, negativ nach unten könnten wieder einsetzende Leistungsschwankungen der blutjungen Abwehr wirken.

Arminia Bielefeld: Ein Platz im internationalen Geschäft scheint trotz einer starken Hinrunde utopisch zu sein, aber wenn weiter einige der betitelten “Großen” ihre Leistungen nicht stabilisieren, hätte das kleine Wunder eine Chance. Für die Arminia weitaus wichtiger ist aber der recht sichere Verbleib im Oberhaus. Sollte das Team weiterhin solche Leistungen zeigen, und man fällt in kein tiefes Loch, sollte ein Platz im oberen Mittelfeld im Bereich des Machbaren liegen. Auch darf die Mannschaft sich nicht von dem Transferpoker um den Coach verunsichern lassen. Ein Wechsel nach Dortmund ist nicht unwahrscheinlich und damit bleibt die Arminia einem traurigem Trend treu – die Gewinner einer Saison bleiben meist nicht lange in Bielefeld. Abschließen möchte ich meinen ersten Bericht mit einem Zitat von Von Heesen, welches vielleicht einmal eintreffen wird: „Natürlich wollen wir irgendwann einmal Meister werden. Wir wissen nur noch nicht, in welchem Jahrtausend.”

Borussia Dortmund: Für einen mit so vielen Anhängern ausgestatteten Traditionsklub wie Borussia Dortmund, mit einem der modernsten und größten Fußball-Arenen, die die Bundesliga zu bieten hat, ist die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb eigentlich verpflichtend. Der Borussia fehlen derzeit fünf Punkte auf den anvisierten Uefapokalplatz. Das sollte zu schaffen sein, wird vom MAG dennoch als sehr schwierig eingeschätzt, zumal dem Team die Verunsicherung anzumerken ist und wichtige Leistungsträger wie Metzelder, Wörns oder Kehl zunächst wieder zur gewohnten Form zurückfinden müssen, um den BVB dahin zu bringen, wo er hingehört.

Eintracht Frankfurt: Den Klassenerhalt als Ziel vor Augen, spricht man in Frankfurt davon, diesen aber so früh wie möglich sicherstellen zu wollen. Im vergangenen Jahr gelang dies erst am vorletzten Spieltag. Nun, angesichts des Potentials im Kader, das zweifelsohne für höhere Ziele ausreichen würde, dürfte Eintracht Frankfurt tatsächlich nichts mit dem Abstieg zu tun haben, auch wenn das derzeitige Punktepolster von 5 Zählern nicht gerade dazu einlädt, sich darauf auszuruhen. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld dürfte durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

Hannover 96: Dieter Hecking hat aus einer verunsicherten und anfälligen 96-Mannschaft ein diszipliniertes Kollektiv geformt, das zwar nicht unbedingt schönen Fußball spielt, aber gute Ergebnisse einfährt. Mit 20 Zählern hat man genau die Hälfte der 40 Punkte, die ja in den meisten Fällen zum Klassenerhalt reichen, auf dem Konto. Und Hannover scheint stark genug, die Saison im gesicherten Mittelfeld zu beenden und nicht mehr in den Abstiegskampf zu geraten.

VfL Wolfsburg: Gestützt auf die erstklassige Defensive sollten sich die Wölfe eigentlich von den Abstiegsrängen fern halten. Dass Augenthaler nach der Winterpause auch wieder mit einem gesunden Klimowicz planen kann, lässt zudem auf eine Belebung der Offensive und mehr eigene Tore hoffen. Der VfL wird die Spielzeit jenseits von Gut und Böse beenden und im gesicherten Mittelfeld landen.

VfL Bochum: Als Saisonziel, wie sollte es auch anders sein, hatte man beim VFL Bochum den Klassenerhalt ausgegeben. In unserem Bundesliga-Test stellten wir fest, dass dies, vor allem der vielversprechenden Neuverpflichtungen wegen, durchaus realistisch ist. Nun, nach der Hinserie ist eine Kurskorrektur wohl nicht anzuraten. Knapp die Hälfte der wohl notwendigen 40 Punkte hat der Revier-Klub bereits auf dem Konto und wir sind sicher, dass Marcel Koller und sein Team zwar kaum in der Lage sein sollte, sich aus der Gefahrenzone zu befreien, aber dennoch am Ende über dem berühmten Strich wiederzufinden ist.

Alemannia Aachen: Die Alemannia hat nichts mit dem Abstieg zu tun, wenn sie weiter auf Angriff spielt. Mit Reghecampf, Rösler und Schlaudraff sind drei Offensivkräfte am Werk, die für die nötigen Tore und Assists sorgen werden. Die Abwehr muss stabilisiert werden, dann ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld frühzeitig erreichbar.

Energie Cottbus: Sollten die Lausitzer weiter gegen direkte Konkurrenten punkten und den einen oder anderen Achtungserfolg gegen Klubs einfahren, die ums internationale Geschäft mitspielen, dann sollte der Klassenerhalt keine Probleme darstellen. Ein Einbruch der kompletten Mannschaft ist nach den bisher gezeigten Leistungen nicht zu erwarten.

Borussia Mönchengladbach: Dass die ursprüngliche Zielvorgabe, ein Platz im gesicherten Mittelfeld, angesichts der gezeigten Leistungen nicht zu halten ist, ist einleuchtend. Die Borussia steckt mitten im Tabellenkeller – einzig und allein der Klassenerhalt zählt. Und auch wenn Spieler wie Jansen oder Bögelund zurückkommen und zwei oder drei Neuverpflichtungen den Kader verstärken, muss sich zeigen, ob Heynckes seine verunsicherten Profis für den nerven- und kräfteraubenden Abstiegskampf motivieren und einstellen kann. Denn nur, wenn sich die Mannschaft als wirkliches “Team” präsentiert und eine deutliche Steigerung eintritt, ist der Verbleib im Oberhaus möglich. Gelingt dies nicht, geht’s runter in die 2. Liga.

Hamburger SV: Da das Training früher wieder aufgenommen wurde und der Trainingsschwerpunkt zunächst auf der Kondition lag, sollte man für die Rückrunde mit weniger Verletzten rechnen dürfen. Und auch Einbrüche wie im Spiel gegen Bayern könnte somit vorgebeugt sein. Rein vom Kader her hat der HSV allemal das Zeug dazu, die Klasse trotz der schlechten Ausgangssituation noch zu erhalten, doch die Erfahrung im gnadenlosen Abstiegskampf fehlt nahezu allen. Es wird also auf jeden Fall eng.

FSV Mainz 05: Klopp schätzt die Chancen auf den Klassenerhalt auf 40% ein. Sollte die angekündigte Aufholjagd mit neuem Personal nicht von Erfolg gekrönt sein, so will der Trainer auch in Liga zwei weiter tätig sein. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die Mannschaft nicht abschlachten lässt, sondern eine anständige Abschiedstournee spielt.


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