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[Biathlon WM 2007] Goldener Sonntag für Deutschland

11. Februar 2007, 17:26 geschrieben von Lucutus.

Gold an Greis, Silber für Birnbacher

Mit einem kaum für möglich gehaltenen Doppelsieg im Massenstart endete die Biathlon-WM in Antholz. Olympiasieger Michael Greis holte den Titel, sein Teamkamerad Andi Birnbacher dank fehlerfreiem Schiessen die Silbermedaille. Raphael Poiree, der vierfache Weltmeister dieser Disziplin, gewann in seinem letzten WM-Rennen die Bronzemedaille.

Von Beginn an machten Ole Einar Björndalen und Michael Greis da weiter, wo sie gestern beim Staffelrennen aufgehört hatten. Ein spannender, aber jederzeit fairer Zweikampf auf der Strecke und nahezu identische Leistungen am Schießstand. Allerdings kristallisierte sich immer mehr ein Dreikampf heraus, denn auch der 25-jährige Andreas Birnbacher mischte dank ausgezeichneter Leistungen beim Schießen ganz vorne mit. Als Björndalen und Greis nach dem dritten Schießen je zwei Extrarunden drehen musste und Birnbacher mit Null als Spitzenreiter auf die Strecke ging, kochte das Stadion im Antholzer Tal. Der Norweger jedoch holte über 20 Sekunden Rückstand auf, auch Michi Greis lief wieder auf Birnbacher auf, so musste die letzte Schießeinlage die Entscheidung bringen. Ole Einar fabrizierte wieder zwei Fahrkarten, die beiden Deutschen räumten alles ab und gingen fast zeitgleich in die letzte Runde, gefolgt vom König des Massenstarts, Raphael Poiree, der etwa zehn Sekunden hinter dem DSV-Duo rangierte. Relativ schnell übernahm dann der dreifache Goldmedaillengewinner von San Sicario, Michael Greis, das Kommando, der Sportler des Jahres lief seinem ersten Einzeltitel bei Weltmeisterschaften entgegen. Dahinter gelang es Andi Birnbacher, den Franzosen auf Distanz zu halten und somit sorgten beide für einen aus deutscher Sicht fantastischen Abschluß dieser Titelkämpfe mit den Medaillen 10 und 11 für den DSV.

Sven Fischer als Fünfter komplettierte das Super-Ergebnis für die Jungs von Bundestrainer Frank Ullrich. Alexander Wolf erreichte Rang 14 und für Michael Rösch ging das Rennen angesichts 6 Strafrunden und Platz 23 etwas in die Hose.

Deutsches Quartett mit souveränen Sieg

Sie sind ihrer Favoritenrolle absolut gerecht worden. In der Besetzung Martina Glagow, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Kati Wilhelm wurde erstmals seit 1999 wieder die Goldmedaille bei Staffelrennen erkämpft. Hinter der absolut dominanten DSV-Staffel holte Frankreich mit einem gewaltigen Rückstand von 1:07 Minuten Silber, Bronze ging an Norwegen, die schon fast eineinhalb Minuten hinter unseren Golden Girls lagen.

Martina Glagow begann das Rennen kontrolliert, hielt sich immer im Vorderfeld auf und ging am Schießstand nicht volles Risiko. Das zahlte sich aus, nur eine Zusatzpatrone musste her und mit rund 9 Sekunden Rückstand auf die Spitze wurde Massenstart-Weltmeisterin Andrea Henkel in die Loipe geschickt. Diese lief die Lücke sofort zu, ging an die Spitze und hatte am Schießstand schon Vorsprung. Trotz drei Nachlader waren es beim Wechsel auf Magdalena Neuner dann schon 13,5 Sekunden an Vorsprung. Und der neue deutsche Biathlon-Superstar lief wie immer extrem stark, auch am Schießstand war sie bis auf einen kurzen Wackler beim Stehendanschlag sehr gut. Letzter Wechsel mit über einer Minute Guthaben auf Kati Wilhelm – die Sache war so gut wie in trockenen Tüchern. Und die deutsche Schlußläuferin ließ überhaupt nichts mehr anbrennen, Frankreich’s Dame Nummer Vier, Sandrine Bailly hatte nicht einmal den Hauch einer Chance. 10 Schuss, 10 Treffer – die letzte Runde wurde zu einem Triumphzug für die 30-jährige Katarina (so heisst sie eigentlich) Wilhelm, im Ziel lagen sich dann vier überglückliche DSV-Golddamen in den Armen.

Historischer Dreifachsieg der deutschen Damen

Neue Weltmeisterin Andrea Henkel!
Silbermedaillengewinnerin Martina Glagow!
Bronzemedaillengewinnerin Kati Wilhelm!

Noch nie in der Geschichte des deutschen Biathlon drei Damen bei einer Weltmeisterschaft ganz oben. Diese drei Mädels schrieben beim Massenstart in Antholz Geschichte. In Abwesenheit der erkrankten Topfavoritin Anna Carin Olofsson stürzte dieses Trio das Antholzer Stadion in ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer. Als Andrea Henkel nach fehlerfreier letzter Schießeinlage das Stadion verließ, war eine Medaille sicher. Da war Martina Glagow noch auf Platz 3, rauschte aber dann wie ein D-Zug nach vorne und überholte sogar noch Andrea Henkel. Diese konterte aber, setzte sich wieder an die Spitze und fuhr ihren zweiten Weltmeistertitel ein. Nach den beiden eng befreundeten Zimmerkameradinnen zeigte Kati Wilhelm, das sie nach ihrem krankheitsbedingten Ausstieg beim Einzelrennen am Mittwoch wieder fit ist. Nach einer starken Leistung in der Schlußrunde erkämpfte sich die 30-jährige ihre insgesamt siebte WM-Medaille

Auch Magdalena Neuner war dabei, spielte diesmal allerdings mit sieben Strafrunden nur eine Nebenrolle an diesem historischen Tag. Trotz über 1000 Extrameter war die seit gestern 20-jährige wieder die schnellste in der Loipe und kam immerhin noch auf einen guten 14.Platz. Betrübt war die Doppelweltmeisterin darüber hinterher aber überhaupt nicht, die Freude über den Medaillensegen der Teamkollgen überwog. Man braucht nun kein Prophet sein, um zu sagen, das die deutsche Damenstaffel morgen der Topfavorit sein wird. Es bleibt zu hoffen, das endlich einmal wieder eine deutsche Damenstaffel bei einer Großveranstaltung ganz oben auf dem Treppchen steht.

Eine unschlagbare russische Staffel

Die Winzigkeit von einem einzigen Nachlader leistete sich die neue Weltmeister-Staffel aus Russland bei der heutigen 4 × 7,5 km Staffelentscheidung der Herren. In der Besetzung Ivan Tcherezov, Maxin Tchoudov, Dimitri Iarochenko und Nikolay Kruglov hatte das russische Quartett von Anfang an das Geschehen im Griff und spielte mit der böse geschlagenen Konkurrenz. Wenn es um eindrucksvolle und absolut dominate Staffelrennen geht, muss diese Vorstellung von heute auf jeden Fall aufgezählt werden.

Silber ging an die Norweger, deren Schlußläufer Ole Einar Björndalen sich einen enorm spannenden Zweikampf mit dem dreifachen Olympiasieger Michael Greiss lieferte. Eine Strafrunde von Norwegen’s dritten Athleten, Frode Andresen, brachte die DSV-Herren wieder auf Schlagdistanz, drei Nachlader von Michi Greis beim letzten Stehend-Anschlag waren dann aber doch zuviel, Björndalen und die Silbermedaille auf und davon. Betrachtet man die Tatsache, das durch die Strafrunde von Ricco Groß und Michael Rösch es um Edelmetall schon nach zwei Wechseln schlecht aussah, kann man hier nur Sven Fischer und Michael Greis ein Kompliment machen, die die Nerven bewahrt haben und das Mindestziel von Bundestrainer Frank Ulrich, Platz 3, umgesetzt haben.

Schwedische Staffel gewinnt souverän Gold

Helena Jonsson, Anna Carin Olofsson, Björn Ferry und Carl Johan Bergmann holten bei der Mixed-Staffel die Goldmedaille für Schweden. Silber ging an die Staffel Frankreich’s, die Bronzemdaille gewann das norwegische Quartett. Die schon vor dem Rennen zu den Topfavoiten zählenden Schweden waren in Bestbesetzung nicht zu schlagen und landeten einen souveränen Sieg. Im Kampf um Silber und Bronze lieferten sich Raphael Poiree (Frankreich), Frode Andresen (Norwegen) und Janez Maric (Slowenien) ein spannendes Gefecht, aus dem letztlich dann Maric als Verlierer hervorging. Seine Strafrunde nach der letzten Schiesseinlage kostete das Edelmetall. Titelverteidiger Russland enttäuschte dagegen und landete mit über 2 Minuten Rückstand nur auf Platz 9.

Für das deutsche Quartett sprang ein entäuschender fünfter Platz heraus. Zwar zählte die Staffel in der Besetzung Kathrin Hitzer, Simone Denkinger, Michael Greis und Alexander Wolf nicht zu den Topfavoriten, eine Medaillenchance bestand aber dennoch. Der ausschlaggebende Punkt für die verhältnismäßig schwache Platzierung lag im ersten Schießen von Simone Denkinger, die ein Debakel erlebte und zweimal in die Strafrunde musste. Davon erholte sich das DSV-Quartett nicht mehr, auch wenn Michael Greis, der den kurzfristig erkrankten Andreas Birnbacher bestens vertrat, mit der Bestzeit aller gestarteten Männer die Staffel wieder in Medaillenreichtweite brachte. Eine weitere Strafrunde von Schlussläufer Wolf beendete die Edelmetall-Chancen. Im Gegensatz zu den Schweden, die ihre Topleute ins Rennen brachten, spielte die Mixed-Staffel für den DSV eh nur eine untergeordnete Rolle, so das dieser fünfte Platz beileibe kein Weltuntergang darstellt. Nach dem morgigen Ruhetag stehen am Wochenende zwei Massenstarts, sowie beide Staffeln auf dem Programm – da gilt es wieder, ganz vorne mit dabei zu sein.

Linda Grubben eine Klasse für sich

0 Fehler beim Schiessen, über eine Minute Vorsprung auf die Konkurrenz – sowas nennt man einen eindrucksvollen und souveränen Sieg. Dieser gelang heute der 27-jährigen Norwegerin Linda Grubben beim 15km Einzelrennen in Antholz. Mir Startnummer 13 war sie ins Rennen gegangen, legte Tagesbestzeit hin und freute sich anschließend riesig über ihre erste Goldmedaille bei Einzelrennen. Rang 2 ging an Florence Baverel-Robert aus Frankreich, die ebenfalls ohne Fehler blieb, allerdings läuferisch mit Grubben nicht mithalten konnte. Auch die DSV-Damen hatten Grund zur Freude, auch im dritten Rennen in Antholz gab es Edelmetall – Martina Glagow holte die Bronzemedaille. Ein Fehlschuss im ersten Liegendschiessen verhinderte einen größeren Erfolg. Topfavoritin Anna Carin Olofsson kosteten 2 Fehlschüsse im letzten Stehendschiessen einen Platz auf dem Podest.

Als Titelverteidigerin war Andrea Henkel ins Rennen gegangen, am Schluß sprang Rang 6 für die 29-jährige heraus, 3 Strafminuten waren des guten leider etwas zuviel. Für die WM-Debütantin Kathrin Hitzler lief das erste WM-Rennen ihrer Karriere weit weniger erfolgreich, wie noch bei Magdalena Neuner. Die 20-jährige schoss fünfmal daneben und belegte nur Rang 31. Sorgen macht dem deutschen Team aber Kati Wilhelm. Die dreiffache Olympiasiegerin stieg völlig entkräftet und kreidebleich nach dem zweiten Schiessen aus dem Wettbewerb aus. “Ich fühlte mich plötzlich total kaputt. Scheiße – das wäre heute ein prima Schießen geworden” meinte die Weltcupzweite nach dem Rennen. Ob Kati am Wochenende an den Start gehen kann, steht derzeit in den Sternen.

Raphael Poiree holt Gold im Einzelrennen

Dank einer fehlerfreien Leistung am Schießstand war der Franzose Raphael Poiree heute im Einzelwettbewerb der Herren über 20 km nicht zu schlagen. Der erfahrene Franzose, der auch schon 2004 in Oberhof über die gleiche Distanz tirumphierte, bewies einmal mehr, das wenn es vier Mal an den Schießstand geht, man immer mit ihm rechnen musste. Es war sein insgesamt siebter Weltmeistertitel. Mit der Silbermedaille beendete Michael Greis die Medaillenflaute bei den Herren. Der dreifache Olympiasieger von Turin schoss zwar zweimal daneben, konnte aber dank einer bärenstarken Vorstellung in der Loipe den Tschechen Michal Slesingr auf Distanz halten. Für Slesingr ist dennoch die Bronzemedaille der nächste Supererfolg in Antholz. Seriensieger Ole Einar Björndalen hatte dieses Mal nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun, sechs Fehlschüsse, die sechs Strafminuten bedeuteten, waren deutlich zuviel, Björndalen landete abgeschlagen auf Rang 32.

Eine Klassevorstellung bot Altmeister Ricco Groß in seinem letzten Einzelrennen bei Weltmeisterschaften. Wieder zeigte er mit 20 Treffern bei 20 Schuß seine exzellenten Fähigkeiten am Schießstand, aber in der Loipe wollen die Beine nicht mehr so, wie der Kopf. Für Ricco dürfte der erreichte 9.Platz dennoch zum Abschluß der großartigen Karriere eine tolle Sache sein. Mit Alexander Wolf auf Platz 13, Andi Birnbacher auf 19 und Sven Fischer als 20. landeten auch die anderen drei deutschen Starter im vorderen Feld der insgesamt 111 platzierten Teilnehmer. Michael Greis bewies mit der Bestzeit in der Loipe, das der Gewinn der Silbermedaille absolut verdient war.

Magdalena Neuner Doppelweltmeisterin

Nicht nur die Handballer haben ihr Wintermärchen, sondern auch die Biathleten. Magdalena Neuner holte auch in der 10km-Verfolgung der Damen in Antholz die Goldmedaille und ist die jüngste Biathlon-Doppelweltmeisterin aller Zeiten. Trotz 4 Strafrunden lag die 19-jährige Deutsche im Ziel vor Linda Grubben aus Norwegen, die nur einmal in die Extrarunde musste und von Platz 18 zur Silbermedaille lief. Im Zielspurt schnappte sie Anna Carin Olofsson den zweiten Platz weg, die schwedische Weltcupspitzenreiterin musste sich mit Bronze begnügen. Viermal lieferten sich Neuner und Olofsson ein hochspannendes Duell am Schießstand, am Ende hatte die junge Deutsche den kleinen Zeitvorteil, der ihr zum Sieg reichte.

Wieder im Schatten des neuen deutschen Biathlon-Stars standen die anderen etablierten Damen des DSV. Kati Wilhelm verschoß mit insgesamt drei Fahrkarten im Liegendschiessen alle Edelmetall-Chancen und belegte letztendlich den 9.Platz. Andrea Henkel und Martina Glagow reihten sich unmittelbar dahinter auf den Rängen 10 und 11 ein, Glagow machte durch eine sehr gute Leistung beim Schießen satte 24 Plätze gut. Aber wieder einmal stand alles im Schatten von “Gold-Lena”, die in jungen Jahren bereits auf dem besten Weg zu einer absoluten Weltklasse-Athletin ist. Es liegt nun auch an Bundestrainer Uwe Müßiggang, seine neues Juwel entsprechend zu formen – denn der Rummel um die Person Magdalena Neuner wird nun enorm ansteigen.

Ole Einar eine Klasse für sich

Zweites Rennen, zweiter Sieg für den erfolgreichsten Biathleten aller Zeiten. Ole Einar Björndalen spielt nach wie vor in einer anderen Liga und degradiert die Konkurrenz zu Statisten. Mehr als eine Minute Vorsprung hatte der Norweger im Ziel der 12,5km Verfolgung in Antholz. Sogar zwei Strafrunden konnte er locker kompensieren, es war erneut eine eindrucksvolle Demonstration seiner Stärke. Silber ging nach einem Fotofinish an Maxim Tchoudov aus Russland, der Verfolgungs-Olympiasieger Vincent Defrasne (Frankreich) um einen Wimpernschlag auf Platz 3 verwies.

Den deutschen Skijägern blieb zwar auch im zweiten Rennen die begehrte Medaille verwehrt, allerdings zeigte sich das Quintett heute stark verbessert. Kurzzeitig war sogar Edelmetall in Sicht, aber man ging deshalb auch am Schießstand ein hohes Risiko, was leider nicht belohnt wurde. Michael Rösch war als Zehnter der beste des deutschen Teams, ein Fehler mit dem 20. und letzten Schuss verhinderten einen Platz unter den Top 5. Die Plätze 12 bis 14 belegten Michael Greis, Andreas Birnbacher und Alexander Wolf. Sven Fischer blieb als einziger im Feld der 58 gestarteten Athleten ohne Schiessfehler, legte die zweitbeste Laufzeit hin, verbesserte sich um 26 Plätze gegenüber dem Sprint und wurde letztlich 17. Am kommenden Dienstag im Einzelwettbewerb wird es dann für die Mannen von Frank Ullrich die nächste Medaillenchance geben.

Sensation durch Magdalena Neuner

Der Shootingstar der deutschen Damen hat gleich im ersten WM-Rennen für einen Paukenschlag gesorgt. Die 19-jährigen Magdalena Neuner holte sich die Goldmedaille beim 7,5km Sprint der Damen in Antholz. Im Ziel lag die fünffache Junioren-Weltmeisterin 2,3 Sekunden vor der Schwedin Anna Carin Olofsson und 19,6 Sekunden vor Natalia Guseva aus Russland. Je zweimal zielten Neuner und Olofsson daneben und lieferten sich einen enorm spannenden Zweikampf auf der Strecke. Magdalena lag nach dem zweiten Schiessen vor Anna Carin, die ihrerseits dann 1,5 km vor dem Ziel ganz vorne war. Dann jedoch hatte die junge Deutsche den längeren Atem und holte auf den letzten Metern die nötigen Sekunden heraus. Die Russin Guseva lag bis zum Stehendschiessen bestens im Rennen, eine Strafrunde kostete ihr dann aber die Goldmedaille.

Wie schon vormittags die Herren, enttäuschten auch die Damen am Schießstand. Sicherlich mögen die Bedingungen, wie es Herren-Coach Ullrich ansprach, nicht die besten sein, aber wenn man betrachtet, das kein deutscher Athlet heute ohne Fahrkarte blieb – egal ob Liegend- oder Stehendschiessen – , dann sollte das doch zu denken geben. Kati Wilhelm auf Platz 7 war zweitbeste Deutsche (3 Strafrunden) und hat mit 45,7 Sekunden Rückstand noch gute Aussichten für den morgigen Verfolger. Schlechter dagegen sieht es für Andrea Henkel (Platz 23, 1:24,1 Minuten Rückstand, 3 Strafrunden) und Martina Glagow (Platz 36, 2:05,4 Minuten Rückstand, 3 Strafrunden) aus. Allerdings wurde das heute alles überstrahlt vom fantastischen Sieg von Magdalena Neuner.

Achter WM-Titel für überragenden Björndalen

Es war der fast erwartete Triumphzug für Ole Einar Björndalen. Der Norweger, der zuvor bei neun Starts in diesem Winter sieben Saisonsiege einfuhr, zeigte sich zum Auftakt der Weltmeisterschaften im 10km-Sprint der Herren in gewohnt bestechender Form. Zwar musste der 33-jährige Seriensieger einmal in die Strafrunde, aber auch die 250 Extrameter hielten ihn nicht davon ab, seinen Titel zu verteidigen. Für den Ausnahmeathleten war es der achte Weltmeistertitel und die 23.WM-Medaille ingesamt. Hinter dem neuen Weltcupspitzenreiter allerdings gab es Überraschungen. Silber ging an den Tschechen Michal Slesingr, Bronze gewann der Ukrainer Andriy Deryzemlya. Beide blieben ohne Schiessfehler, insbesondere Slesingr rückte Björndalen gewaltig auf den Pelz, nur 4,8 Sekunden betrug der Abstand nach dem Zieleinlauf.

Für das mit großen Hoffnungen gestartete deutsche Quintett wurde das Auftaktrennen zum einem bösen Debakel. Keiner der Ullrich-Schützlinge konnte sich unter den Top 10 platzieren, für die erfolgsverwöhnten DSV-Skijäger eine herbe Enttäuschung. Alexander Wolf landete abgeschlagen auf Platz 15, Andi Birnbacher, Michael Rösch und Michael Greis belegten die Plätze 17 bis 19, Olympiasieger Sven Fischer erwischte als 43. einen rabenschwarzen Tag. Die wechselnden Winde am Schießstand wurde allen zum Verhängnis, Birnbacher war mit 2 Strafrunden hier der beste der deutschen Fünf. Allerdings war das offenbar nicht der einzige Grund für das schlechteste DSV-Ergebnis dieses Winters, wie Bundestrainer Frank Ullrich erkannte: “Klar waren es komplizierte Windbedingungen. Doch wenn man fünf Mann am Start hat, müsste wenigstens einer mit Null durchkommen. Die Burschen waren alle etwas übermotiviert.”

Da die Zeitabstände für den Verfolger am morgigen Sonntag mit übernommen werden, sind auch schon für dieses Rennen die Medaillenchancen rapide gesunken, denn für Wolf beträgt der Abstand auf Platz 3 schon rund 45 Sekunden – im Biathlon ein Haufen Holz.

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