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[Tennis] Vorschau auf die French Open 2007

27. Mai 2007, 00:58 geschrieben von Roxeus.

Morgen beginnt in Paris das zweite Grand Slam Turnier des Jahres. Die seit 1891 ausgetragenen French Open sind das einzige Turnier dieser Kategorie, das auf Sand gespielt wird. Die daraus resultierenden im Durchschnitt längeren Spiele stellen eine besondere Herausforderung für die Athleten dar.

Federer greift nach den Sternen

Bei den Herren deutet es auf ein Duell zwischen Roger Federer und Rafael Nadal hin. Die Nummer eins der Weltrangliste gegen die Nummer eins im Champions Race. Superlative gegen noch mehr Superlative. Nadal gilt auf der roten Asche von Roland Garros als Favorit. 81 Spiele war er auf seinem Lieblingsbelag unbesiegt, bis Federer ihn im Finale am Hamburger Rothenbaum endlich besiegen konnte. Für Federer war es eine Befreiung, seinen Angstgegner (Bilanz insgesamt: 4:7, dabei hat Nadal beide Vergleiche in Paris gewonnen) erstmals auf Sand schlagen zu können. Für Nadal ist die Ausgangslage für Paris klar: “Wenn mich einer schlagen kann, dann ist es er.” Er peilt eine weitere Titelverteidigung an. Drei Triumphe in Folge sind seit Björn Borg niemandem mehr gelungen.

Ein Sieg bei den French Open ist der einzige Grand Slam Titel, der Federer noch fehlt. Bei einem Erfolg wäre er erst der sechste Spieler, der jedes dieser vier bedeutenden Turniere gewonnen hätte. Er könnte sogar als Erster seit Rod Laver 1969 den Grand Slam erreichen, also innerhalb einer Saison von Melbourne bis Flushing Meadows alle vier Titel zu gewinnen. Der Schweizer überlässt nichts dem Zufall und trainiert schon seit einigen Wochen mit dem Franzosen Jonathan Eysseric. Dieser ist nicht nur die Nummer eins der Weltrangliste bei den Junioren, sondern auch noch Linkshänder. So versucht Federer das erwartete Duell mit seinem spanischen Kontrahenten zu simulieren. Ohne seinen Trainer Tony Roche, von dem er sich kürzlich getrennt hat, aber mit neuem Selbstvertrauen und der Gewissheit, dass Nadal auch auf Sand schlagbar ist, wird Federer Roland Garros angehen.

Fehlen wird dagegen die deutsche Hoffnung Tommy Haas. Die Nummer zehn der Weltrangliste wird wie schon in Hamburg und beim World Team Cup in Düsseldorf nicht dabei sein. Grund dafür ist eine Schulterverletzung. Die deutschen Hoffnungen ruhen nun auf Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber, der zuletzt in München sein erstes ATP-Turnier gewinnen konnte. Mayer (an 31 gesetzt) bekommt es in der ersten Runde mit Paul-Henri Mathieu (Frankreich) zu tun, während Kohlschreiber (28) gegen einen Qualifikanten ran muss.

Henin Top-Favoritin

Bei den Damen geht Justine Henin als Nummer eins der Setzliste ins Turnier. Die Weltranglisten-Erste aus Belgien ist Titelträgerin der vergangenen beiden Jahre und bekommt es in Runde eins mit der Russin Jelena Wesnina zu tun. Auch mit Serena Williams ist in Paris wieder zu rechnen. Sie feierte mit dem Sieg bei den Australian Open zu Beginn der Saison ein erfolgreiches Comeback, nachdem die vergangenen beiden Jahre eher mäßig liefen und sie zwischenzeitlich nicht mehr in der Top 100 geführt wurde. Eine weitere Mitfavoritin ist Ana Jankovic. Sie belegt zur Zeit den ersten Platz im Champions Race, also in der Rangliste, die nur die aktuelle Saison umfasst. Dabei konnte sie vor allem in der bisherigen Sandplatz-Saison überzeugen. Für Tennis-Beauty Maria Scharapowa lief die Sandplatzvorbereitung dagegen alles andere als optimal. Sie musste verletzungsbedingt seit April pausieren und konnte so unter anderem nicht am WTA-Turnier in Berlin teilnehmen. Dennoch ist die 19-jährige Russin an Nummer 2 gesetzt.

Für die deutschen Tennisdamen bleiben hingegen wieder nur Nebenrollen. Im Vorjahr gelang es der 21-jährigen Anna-Lena Grönefeld zwar, bis ins Viertelfinale von Paris vorzustoßen, momentan befindet sie sich allerdings nicht in Form. Sie beendete in dieser Saison bereits sieben Turniere in der ersten Runde. In der ersten Runde muss sie sich gegen die Französin Mathilde Johansson beweisen. Martina Müller bekommt es als Nummer 32 der Setzliste mit einer Qualifikantin zu tun. Somit sollte zumindest eine Erstrundenniederlage abzuwenden sein.


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