[Tennis] Wimbledon: Roger Federer bezwingt Rafael Nadal
8. Juli 2007, 23:24 geschrieben von Roxeus.
Seit dem 25. Juni fand das traditionsreichste Tennis-Turnier der Welt im Londoner Stadtteil Wimbledon statt. Tradition auch deshalb, weil der Regenschirm ständiger Begleiter der Zuschauer war. Die für den ersten Samstag angesetzte Partie von Nicolas Kiefer und Novak Djokovic konnte z.B. erst am Mittwoch beendet werden. Zu guter letzt meinte es Petrus aber doch noch gut mit den Athleten und das Turnier konnte planmäßig beendet werden.
Venus auf dem Tennis-Olymp
Und wieder konnte sich eine der beiden Williams-Schwestern den Titel holen: Venus gelang im Finale der 121. All England Championships ihr vierter Triumph. Mit 6-4 6-1 besiegte sie die große Überraschung des Turniers, die Französin Marion Bartoli. Nachdem Williams im Vorfeld mit Verletzungspech zu kämpfen hatte, schaffte sie ein beeindruckendes Comeback. Damit tat sie es ihrer Schwester Serena nach, die zu Beginn des Jahres bei den Australian Open wie Phönix aus der Asche stieg und sich den Triumph sicherte.
Auf dem Weg zum Erfolg schaltete die 27-jährige US-Amerikanerin unter anderem Maria Scharapowa und die French-Open-Finalistin Ana Ivanovic aus. Ihre Kontrahentin Bartoli entzauberte die Nummer drei, Jelena Jankovic, sowie die Weltranglisten-Erste, Justine Henin. Damit kam es zum am schlechtesten gesetzten Finale der Geschichte: die Siegerin war als Nummer 23 sogar schlechter gesetzt als die Unterlegene (18).
Venus leistete sich zwar mehr vermeidbare Fehler, überzeugte aber mit einem starken Aufschlag, der ihr schlussendlich den Sieg und damit das Preisgeld von knapp über einer Million Euro sicherte. Es ist das erste Mal, dass die Siegerin der Damenkonkurrenz die gleiche Prämie erhält, wie der Sieger im Herren-Einzel.
Alles Roger an der Church Road
Im Herren-Finale standen sich abermals Roger Federer und Rafael Nadal gegenüber. Nadal konnte dem Schweizer bis Mitte des fünften Satzes die Stirn bieten, unterlag am Ende aber mit 6-7 6-4 6-7 6-2 2-6. Federer zeigte sich nach seinem Sieg sichtlich gerührt, ließ sich nach dem verwandelten Matchball auf den heiligen Rasen des Centre Court fallen. Mit diesem fünften Erfolg hintereinander konnte er den Rekord von Björn Borg einstellen.
Es hätte aber durchaus anders kommen können. Zu Beginn des entscheidenden Satzes war Federer, der vor wenigen Wochen noch Nadal im Finale von Roland Garros unterlegen war, am Rande einer Niederlage. Sein Spiel zeichnete sich aber wie so oft dadurch aus, dass er in den entscheidenden Momenten seine beste Leistung abrufen konnte. So gewann er die beiden Tie-Breaks in Satz eins und drei und wehrte im fünften Satz vier Breakbälle ab. Anschließend nutze er seine eigene Chance und münzte seinen zweiten Championship Point in den Sieg um.
Elfter Grand-Slam-Sieg
In der Statistik überzeugte der Weltranglisten-Erste mit 24 Assen (gegenüber einem von Nadal), und 15 direkt gewonnen Punkten mehr als Nadal. Dennoch leistete er sich wieder viele vermeidbare Fehler (34 – Nadal 24).
Seit 54 Spielen ist Federer jetzt auf Rasen unbesiegt. Zudem war es der elfte Erfolg bei einem Grand-Slam-Turnier. Den Rekord hält Pete Sampras mit 14 Titeln.
Aber auch Rafael Nadal gebührt Respekt. Das Spanier zeigte sich auf Rasen stark verbessert und bewies erneut, dass vor allem die langen best-of-five-Matches ihm liegen. In der dritten Runde verspielte er zwar eine 2-0 Satz-Führung gegen den Schweden Söderling, am Ende konnte er sich in dem mehrfach unterbrochenen Match aber durchsetzen, genau wie in der darauf folgenden Runde: Gegen den Russen Michail Juschny drehte er einen 0-2 Rückstand noch in einen Sieg um. Somit war das Finale gegen Federer für ihn die dritte Begegnung, die über die volle Distanz ging.
Verletzung stoppt Haas
Aus deutscher Sicht verlief das Turnier unglücklich. Tommy Haas konnte seine Achtelfinalbegegnung gegen Roger Federer verletzungsbedingt nicht antreten. Zuvor machte er mit guten Leistungen auf sich aufmerksam. Dass er im Vorfeld des Events mit Verletzungen zu kämpfen hatte, war auf dem Platz nicht zu sehen. Ebensowenig bei Nicolas Kiefer, der vor der Rasensaison rund ein Jahr ausfiel. Nach zwei relativ locker über die Bühne gebrachten Begegnungen, musste er sich erst dem Regen, dann dem aufstrebenden jungen Serben Novak Djokovic geschlagen geben.
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