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[Tennis - US Open 2007] Favoriten unterstreichen Vormachtstellung

11. September 2007, 19:21 geschrieben von Mr.Mö.

Der Schweizer Roger Federer hat zum vierten Mal in Folge die US-Open gewonnen. Im Finale konnte er den jungen Serben Novak Djokovic mit 7:6(4) 7:6(2) 6:4 besiegen. Die Belgierin Justine Henin dominierte die Damenkonkurrenz und besiegte die Russin Svetlana Kuznetsova locker und leicht mit 6:1 und 6:3.

The Same Procedures As Every Set

Wir befinden uns im New Yorker Arthur Ashe Stadium. Es läuft das Herrenfinale von Flushing Meadows. Über 24.000 Zuschauer sehen ein dramatisch spannendes, aber kein hochklassiges Spiel zwischen dem 26-jährigen Roger Federer und Novak Djokovic. Es steht 5:4 für den 6 Jahre jüngeren Serben. Nachdem beide Spieler in den vorherigen Aufschlagspielen keine Probleme hatten, war es ihm gerade gelungen den Aufschlag des Weltranglisten-Ersten zu durchbrechen. Er ist der aktivere Spieler, serviert zum Satzgewinn und führt 40:0.
Roger Federer steht seelenruhig an der Grundlinie, guckt noch einmal auf seine Besaitung, spreizt die Beine, beugt sich nach vorne, dreht den Schläger schnell, aber kontrolliert und ist bereit den Aufschlag zu returnieren.
Seinem Gegenüber hingegen schießt plötzlich kalter Schweiß über den Rücken, seine Hände werden nass und der Arm wird schwer. Die Magie des Branchenprimus Federer setzt ein. Während die drei Satzbälle gegen ihn, das Signal zur ‚Coolness’ sind, beginnt sein Gegner zu denken. Er beginnt zu realisieren, dass er einen der besten Tennisspieler aller Zeiten an den Rand des Satzverlusts gedrängt hat.
Die Aufschläge bringt Federer taktisch wohl überlegt zurück, er spürt was in seinem Gegner vorgeht und muss nicht lange auf den überhasteten und ängstlichen Fehlschlag des Kontrahenten warten. Fünf Satzbälle wehrt er ab, erarbeitet sich einen Breakball und gleicht zum 6:6 aus, wo er im Tie-Break dem mental angeknacksten Djokovic keine Chance lässt.

Im zweiten Satz ähnliches Spiel. Djokovic zeigt sich von den verpassten Chancen, wenige Minuten zuvor, unbeeindruckt, erspielt sich zahlreiche Breakbälle, nutzt einen, erspielt sich weitere und verspielt sie.
Federer spielt zwar ungewohnt fehlerhaft, aber mit der routinierten Gewissheit, dass er eine Chance bekommen wird, seelenruhig sein Spiel runter. Der Schweizer wehrt erneut Break- und Satzbälle ab, bis seine Geduld belohnt wird und er abermals kurz vor dem Satzverlust das Break von Djokovic, mit der ersten Chance, egalisiert.

In seinem komplett schwarzen (Smoking)Dress, den er zu den Night-Sessions des Turniers trug, wirkt er auch im dritten Satz wie ein Panther, der auf die Schwäche des Gegners wartet. Die gibt es nach den erneuten Rückschlägen, wider Erwarten nicht. Djokovic kämpft aufopferungsvoll, muss den Turnierstrapazen allerdings Tribut zollen, als ihm kurz vor Satzende die Puste ausgeht.

Junge Wilde rütteln am Thron

Nach gewonnenem Matchball verwandelt sich die Maschine Federer in ein kleines Kind. Er sinkt zu Boden, steht auf, hüpft und winkt. Den Druck kann man von seinen Schultern fallen hören und trotz dieser hochemotionalen Momente hat er nur gute Worte für seinen Rivalen übrig. Die Worte des sympathischen Schweizers sind nicht gestellt, sie sind ehrlich und fair. Aber auch mit der Gewissheit verbunden, dass die jungen Wilden Rafael Nadal und Novak Djokovic im nächsten Jahr noch stärker an seinem Thron rütteln werden.

Der Deutsche Tommy Hass konnte sich, trotz lädierter Schulter, bis ins Viertelfinale vorspielen und macht Mut für das Davis-Cup Halbfinalspiel in Russland.

Henin mit perfektem Turnier

Gebeutelt von unzähligen Verletzungen war Mitfavorit Nadal bereits im Achtelfinale gescheitert, zeigte sich aber als fairer Verlierer und ließ Schmerzen in Arm, Hand, Knien, Oberschenkeln und Füßen nicht als Ausrede gelten.

Von der anderen Seite zeigte sich Serena Williams nach ihrer deutlichen Viertelfinalniederlage gegen Justine Henin „Die hat nur viele glückliche Schläge gehabt. Sie hat das Match nicht gewonnen ich habe es verloren.“

Spätestens nach dem Finale lösen diese Worte Kopfschütteln aus. Die leichtfüßige Nummer 1 der Welt besiegte die Russin Svetlana Kuznetsova innerhalb von 83 Minuten mit 6:1 und 6:3, schloss das Turnier ohne Satzverlust ab und unterstrich ihre Vormachtstellung im Damentennis.


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