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[Handball-EM 2008] DHB-Auswahl zeigt sich gut erholt

23. Januar 2008, 00:53 geschrieben von Tschaikowskij.

Deutschland 35:27 (17:12) Island

Trainer Heiner Brandt verzichtete im ersten Spiel der Hauptrunde auf Experimente. Zu Beginn nahm Christian Zeitz auf der Bank Platz, für ihn bildete wieder Holger Glandorf gemeinsam mit Thorsten Jansen, Markus Baur (Oliver Roggisch), Pascal Hens, Florian Kehrmann und Kreisläufer Andrej Klimovets die erste Sieben. Den Part zwischen den Pfosten übernahm zunächst Johannes Bitter.

Mit dem festen Willen sich für die 22:30-Schlappe gegen Spanien vor zwei Tagen zu rehabilitieren, begann das DHB-Team die Aufgabe gegen Island, das mit acht Bundesligalegionären angetreten war. In den ersten zehn Minuten war eine klare Leistungssteigerung erkennbar. Die Angriffe wurden ausgespielt und die sich bietenden Möglichkeiten konsequent genutzt. Gegen ideenlose und schwerfällige Isländer stand die deutsche Abwehr hervorragend, so dass Holger Glandorf in der 9. Minute bereits die 6:0-Führung markieren konnte. Zu diesem frühen Zeitpunkt sah sich Alfred Gislasson bereits zu seinem Team-Timeout genötigt, um sein tief schlummerndes Team aufzuwecken. Doch die DHB-Sieben war nicht aufzuhalten, baute ihren Vorsprung über 10:3 (16.) und 14:5 (23.) auf 17:8 (26.) aus. Einzig Olafur Stefánson (3) und Gudjón Valur Sigurdsson (3) hielten die Nordeuropäer überhaupt im Spiel. Endlich zeigten sich auch die gegen Spanien noch völlig indisponierten Rückraumschützen treffsicher: Pommes Hens traf dreimal und Holger Glandorf kam gar auf fünf Treffer in der ersten Hälfte. Alles sah wesentlich druckvoller, einfacher und konzentrierter aus als noch vor zwei Tage, aber eben nur bis zu dieser 26. Minute. In den verbleibenden 4 Minuten bis zur Pause muss Heiner Brand ein Déjà vu gehabt haben: Die Konzentration war wie weggeblasen, es wurden unnötige Würfe genommen – was Island für zwei schnelle Gegenstöße und insgesamt vier Treffer nutzte. Schließlich war der Neun-Tore-Vorsprung zur Halbzeit auf fünf Tore geschmolzen.

Alles noch kein Problem, doch im Handball kann es bekanntlich sehr schnell gehen. Die Isländer zeigten nach der Halbzeit, was sie eigentlich so gefährlich macht: kraftvolles und athletisches Spiel. Der WM-Achte eröffnete vier Minuten nach Wiederanpfiff das Toreschießen und knabberte Tor um Tor von seinem Rückstand ab. Über 17:13 (34.) und 19:16 (36.) kam Gislassons Team auf 22:20 heran (41.) Jetzt war es am gescholtenen Rückraum der Deutschen, den Weltmeister überhaupt in der Partie zu halten. Glandorf (2), Zeitz (2) und Baur erzielten in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit fünf der sieben deutschen Treffer. Erst der Doppelschlag von Florian Kehrmann zum 26:21 (46.) bremste die Euphorie Islands entscheidend, auch weil das DHB-Team nach Alexander Peterssons 26:22 sofort wieder nachlegte und auf 29:22 vorentscheidend davonzog (50.)

Alles in allem zeigte sich das Team deutlich verbessert gegenüber der desaströsen zweiten Halbzeit gegen Spanien. Allerdings stand Gegner Island bereits nach 10 Minuten mit dem Rücken zur Wand und fand bis auf die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit eigentlich nie ihren Rhythmus. In Hälfte zwei, als Island sich bis auf zwei Tore heranarbeitete, verlor der Weltmeister nie die Ruhe und zeigte, dass auf der Bank immer noch eine Alternative zu finden ist. Im Tor war dies natürlich Henning Fritz. Der “Rhein-Neckar-Löwe” kam in der 40. Minute als bei Kollege Johannes Bitter die Luft raus zu sein schien und war seiner Mannschaft sofort ein starker Rückhalt. Sebastian Preiß teilte sich mit Andrej Klimovets die Einsatzzeit brüderlich und verwandelte vier seiner fünf Würfe. Auch Dominik Klein durfte in den letzten Minuten für Torsten Jansen noch ran und nutzte seine beiden Wurfmöglichkeiten.

Im zweiten Spiel der Gruppe II besiegte Frankreich den deutschen Vorrundengegner Spanien mit 28:27. Den Abschluss dieses Spieltages bildeten Ungarn und Schweden, die sich 27:27 Unentschieden trennten. Frankreich führt somit weiterhin verlustpunktfrei die Tabelle an (6 Punkte), dahinter liegt die deutsche Mannschaft auf Rang 2 (4). Ungarn und Schweden weisen ein ausgeglichenes Punktekonto auf (3). Die Spanier (2) auf Rang fünf brauchen schon ein kleines Handballwunder, um noch ins Halbfinale einzuziehen. Island kann bisher punktlos eigentlich bereits seine Koffer packen.

Statistik

Deutschland: Fritz, Bitter; Hens (5), Roggisch, Klein (2), Preiß (4), Glandorf (9), Baur (3/2), Zeitz (2), Jansen (2), Klimovets (2), Kraus, Kehrmann (6), Kaufmann

Island: Birkir Gudmundson, Hreidar Gudmundsson; Svavarsson (4), Geirsson (1), Fritzson, Sigfus Sigurdsson, Hallgrimsson, Gudjon Valur Sigurdsson (6), Snorri Gudjonsson (2), Stefansson (8/4), Holmgeirsson (1), Petersson (4), Gunnarsson, Jonsson (1)

Spielfilm: 2:0 (3.), 6:0 (9.), 10:3 (17.), 14:5 (23.), 17:8 (26.), 17:12 – 17:13 (34.)., 19:16 (37.), 22:18 (40.), 22:20 (41.), 23:21 (43.), 26:21 (46.), 29:22 (50.), 32:24 (54.), 35:26 (59.), 35:27

Schiedsrichter: Abrahamsen/Kristiansen (Norwegen)
Zuschauer: 1.380


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