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[Handball-EM 2008] Deutschland unterliegt Frankreich mit 23:26

24. Januar 2008, 14:23 geschrieben von Elbefohlen.

Weltmeister Deutschland musste sich Europameister Frankreich in einer hart umkämpften und spannenden Partie mit 26:23 geschlagen geben – kann aber mit einem Sieg gegen Schweden, im heute stattfindenden, letzten Spiel der Hauptrunde, das Halbfinale noch aus eigener Kraft erreichen.

Deutschland – Frankreich 23:26 (10:11)

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen Weltmeister Deutschland und Europameister Frankreich erwies sich wieder einmal als ein echter Kracher. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und boten 60 Minuten voller Leidenschaft und Intensität, in denen für spielerische Glanzlichter nicht viel Platz war.

Die erste Viertelstunde entwickelte sich zu einer unglaublichen Abwehrschlacht, in der die deutsche 6-0-Deckung der variablen, offensiv heraustretenden Defensive der Franzosen in nichts nachstand. Die Außen abgedeckt; Anspiele an den Kreis nahezu unmöglich; dazu geblockte Würfe aus dem Rückraum und starke Keeper – die Tore waren wie vernagelt. Nach über zehn Minuten stand es nur 1:1, Narcisse und Hens hatten als einzige getroffen. Jansen erzielte erst in der 16. Minute den zweiten deutschen Treffer.

Während die Franzosen, bei den Trainer Onesta auf drei Rechtshänder im Rückraum setzte, ihre Tore aus der zweiten Reihe erzielten, kam die Brand-Sieben im normalen Angriffsspiel kaum zum Abschluss. Und wenn mal einer der Deutschen frei zum Wurf kam, war da noch ein glänzend aufgelegter Omeyer, der einfach klasse hielt. Einzige Waffe war der schnelle Gegenstoß. Die so, nach Ballgewinnen in der Abwehr erzielten Tore von Jansen von Kehrmann, hielten Deutschland in der Partie. Zur Pause hieß es 10:11, das Spiel war offen.

Und Deutschland setzte nach Wiederanpfiff auch das erste Achtungszeichen – Hens traf zum 11:11-Ausgleich. Doch nun folgten in kürzester Zeit zwei ganz bittere Momente für die DHB-Sieben. Zuerst verdrehte sich Hens das Knie und musste von der Platte, dann leistete sich der bis dahin in seiner Rolle als Abwehrchef überragende Roggisch, ein völlig überflüssiges Foul an Abalo. Er griff dem wieselflinken Rechtsaußen der Franzosen beim Sprung ans Bein und kassierte zurecht eine Zwei-Minuten-Strafe (34.). Da es bereits die dritte Zeitstrafe war, sah er die Rote Karte und musste auf die Tribüne.

Nun war der Weg endgültig frei für die Rückraum-Kanoniere des Titelverteidigers. Ein ums andere Mal taten sich im deutschen Abwehrblock Lücken auf, die Fernandez, Narcisse und Karabatic konsequent nutzten und ihre Geschosse im deutschen Tor versenkten – dieses Trio machte letztlich den Unterschied und führte Frankreich zum Sieg.

Dass Deutschland sich nicht abschütteln ließ, den zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand wettmachte und in der 51. Minute zum 20:20 ausgleichen konnte, lag vor allem an Mimi Kraus. Der 23-jährige Lemgoer, der den Part von Hens im linken Rückraum übernommen hatte, hielt den Weltmeister mit zum Teil herrlichen Treffern im Spiel. Doch insgesamt muss man festhalten, dass dem deutschen Angriff zu wenig gegen die – zweifellos – sehr starke französische Deckung einfiel. Nimmt man die schlechte Wurfausbeute, die zum Teil auch dem großen Respekt vor Omeyer im Tor zuzuschreiben ist, mit dazu, dann geht die Niederlage in Ordnung.

Und sie ist zu verschmerzen. Denn nachdem zuvor schon Spanien mit einer 26:27-Niederlage gegen Schweden die Chance auf das Halbfinale verspielt hatte, schlug Island im Abendspiel die favorisierten Ungarn sensationell mit 36:28. Deutschland hat es nun in der eigenen Hand, den verlustpunktfreien Franzosen in die Vorschlussrunde zu folgen: Ein Sieg gegen Schweden muss her (ZDF, heute 19.20 Uhr).

Statistik

Deutschland: Fritz (33%), Bitter; Hens (2), Roggisch, Klein, Preiß, Glandorf (2), Baur (1), Zeitz (2), Jansen (5/2), Klimovets (1), Kraus (6), Kehrmann (4), Kaufmann

Frankreich: Karaboue, Omeyer (38%); Fernandez (7/1), Dinart (1), Guillaume Gille, Bertrand Gille (1), Narcisse (6), Girault (1), Karabatic (8), Kempe, Abalo (2), Ostertag, Paty, Guilbert

Schiedsrichter: Chernega/Poladenko (Russland)
Zuschauer: 2.000
Siebenmeter: 3/2:3/1 (Baur scheitert an Omeyer – Fritz hält gegen Karabatic und Girault)
Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Roggisch/drei, Preiß, Baur – Bertrand Gille, Abalo)
Rote Karte: Roggisch (34./dritte Zeitstrafe)
Spielfilm: 0:1 (3.), 1:1 (7.), 1:4 (14.), 3:4 (17.), 3:6 (19.), 4:8 (23.), 6:8 (25.), 8:9 (28.), 9:11 (30.), 10:11 – 11:11 (31.), 11:13 (34.), 15:16 (42.), 15:18 (44.), 17:20 (48.), 20:20 (51.), 21:21 (53.), 21:23 (54.), 22:25 (57.), 23:25 (59.), 23:26.


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