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[Snooker WM 2008] O'Sullivan holt den Titel

6. Mai 2008, 11:12 geschrieben von Lucutus.

Ronnie O’Sullivan zum dritten Mal Weltmeister

Es war eine tolle Weltmeisterschaft mit dramatischen Spielen, zwei Maximum-Breaks und saftigen Überraschungen. Dass ausgerechnet im Finale das Niveau etwas sank ist zwar bedauerlich, aber man sollte auch Verständnis haben – für beide Akteure stand viel auf dem Spiel.

Mit 18-8 besiegte der Favorit den Aussenseiter, Ronnie O’Sullivan wurde von Allister Carter zu selten gefordert. Die Vorentscheidung fiel bereits in der ersten Session der Beiden am Sonntagnachmittag. Sechs der gespielten acht Frames ging an The Rocket, der wieder sein gefürchtetes, präzises Breakbuilding zeigte. Carter war die Nervosität beim ersten Finale seiner Karriere anzumerken, er kam sehr schwer in die Bälle. Erst beim Stand von 0-3 gelang ihm mit einem schönen 104er Century der erste Framegewinn. Nach der Teepause das gleiche Bild: O’Sullivan agierte, Carter reagierte. Hätte sich The Rocket im sechsten Frame nicht selbst einen knackigen Snooker gelegt, dann wäre die Session wohl 7-1 für den nun dreifachen Weltmeister ausgegangen. Die Abendsession am Sonntag verlief dann sehr zerfahren. Beide produzierten nun deutlich mehr Fehler als in ihren vorangegangenen Partien, jedoch konnte der Captain seinen Kontrahenten weiterhin nicht ernsthaft gefährden. Mit 5-3 ging dieses Session an den 32-Jährigen O’Sullivan, der also mit einer 11-5 Führung in den Montag ging. Hier sahen die Zuschauer im Crucible das selbe Bild – Blitzstart von Ronnie, der sofort die ersten beiden Frames einfuhr, ehe Allister besser ins Spiel kam. Aber wieder konnte er nicht entscheidend verkürzen, denn wieder ging die Session mit 5-3 an O’Sullivan, dem somit vor der vierten und entscheidenden Session nur noch zwei Frames zum Titelgewinn fehlten. Mehr Frames wurden dann gestern Abend auch nicht mehr gespielt, Carter hatte sich offensichtlich aufgegeben und O’Sullivan tat nicht mehr als nötig. Nach nicht einmal einer Stunde war die Partie entschieden und der neue Weltmeister feierte mit seiner Familie den wichtigsten Titel der Saison.

Nach 2001 und 2004 ist Ronnie O’Sullivan wieder ganz oben. Nr.1 der Weltrangliste, Weltmeister und zudem mit den UK Championships das bedeutendste Turnier neben der WM gewonnen – nicht verwunderlich, das die Gedanken über eine mögliche Pause laut wurden. Bleibt zu hoffen, dass er das seinen Fans nicht antut, denn ein Ronnie O’Sullivan in der Form dieser WM ist eine absolute Sehenswürdigkeit und eine Bereicherung für jedes Turnier. Aber er machte seinen Fans auch sofort wieder Hoffnungen: “Jeder weiß um meine Probleme. Aber ich verbringe jetzt erst einmal einen ruhigen Sommer, denke viel nach und bin dann hoffentlich in der nächsten Saison wieder da.”

Der unterlegene Finalist stellte ebenfalls klar, dass er nicht seinen besten Tag erwischt hatte: “Hier das Finale erreicht zu haben und die 147 geschafft zu haben ist toll, aber es ist schade, dass ich ausgerechnet im Finale meine Leistung nicht bringen konnte.” Dennoch riss der Captain insbesondere in der spannenden Halbfinal-Schlacht gegen Joe Perry die Fans mit und erreichte verdientermaßen das Finale. Der Lohn dafür ist Platz 7 in der Weltrangliste und rund 160.000 Euro Preisgeld.

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Maximum Men gegen Maximum Men im WM-Finale

Der einzige Spieler der Top 16 der Weltrangliste, der noch nie ein Finale erreicht hat, hat diesen Fluch ausgerechnet bei der WM vetrieben. Allister Carter steht erstmals in seiner Karriere in einem Endspiel – und das beim wichtigsten Turnier der Saison.

17-15 hiess es am Ende für ihn gegen Joe Perry in einem Halbfinale, das für den Captain eine Berg- und Talfahrt darstellte. Über 3-5 ging er mit 9-7 in Führung, gab dann in Session 3 fünf Frames in Serie ab – Perry lag mit 12-9 vorne. Aber der 28-Jährige fing sich wieder und schaffte bis zum Session-Intervall den Ausgleich, mit 12-12 gingen beide Queue-Virtuosen in die letzte und entscheidende Session. Hier entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, keiner konnte einen entscheidenden Vorsprung erzielen. Als dann Joe Perry im 29.Frame ein eindrucksvollen 110er Break aus dem Ärmel schüttelte, schien es so, als würde er auf die Siegerstraße einbiegen. Doch Allister Carter zeigte Nehmerqualitäten, glich sofort wieder aus und ging anschließend nach langer Zeit wieder in Führung. Die Entscheidung fiel dann in Frame 32, als Perry beim Versuch, einen roten Ball von der Bande zu lösen, der Spielball in eine Tasche fiel. Das anschließende Safety-Duell, das man durchaus auch Duell der Nerven nennen konnte, entschied der Captain dann für sich und sicherte sich diesen Frame und kurz darauf auch den Sieg.

Zweimal spielten Ronnie O’Sullivan und Allister Carter in dieser Saison gegeneinander, zweimal setzte sich The Rocket durch. Zunächst bei der Northern Ireland Trophy (5-2) im November 2007 und zuletzt bei den Welsh Open (5-4) im Februar. Insgesamt acht Mal traten beide gegeneinander an, für den Captain gab es bisher nichts zu holen. Es ist also ein Paralelle zum letzten Jahr, wieder heisst es großer Favorit (seinerzeit John Higgins) gegen krassen Aussenseiter (seinerzeit Mark Selby) – ob Allister Carter die Aussenseiterrolle genauso eindrucksvoll hinbekommt, wie vor einem Jahr Mark Selby, scheint aber fraglich – was nicht an Carter selbst, sondern an Ronnie O’Sullivan’s eindrucksvoller Form liegt. Wenn The Rocket ähnlich durchstartet, wie im Halbfinale gegen Stephen Hendry, hat Allister Carter kaum eine Chance.

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Hendry ohne Chance gegen einen brillianten Ronnie

Es war die erste Session des Halbfinals zwischen Ronnie O’Sullivan und Stephen Hendry, und alles erinnerte an die bisherigen Auftritte von Hendry im Crucible. In den Matches gegen Mark Allen, Ding Junhui und Ryan Day holte sich der Golden Boy den Sieg aufgrund einer starken ersten Session, den Vorsprung, den er da herausspielte, gab er nicht mehr ab.

Auch dieses Mal führte Hendry bereits mit 4-1, nutzte die Fehler seines englischen Kontrahenten. Aber dann war O’Sullivan konzentrierter und fand in die Partie, bis zum Session-Intervall war der Ausgleich geschafft. Was dann in Session 2 folgte, war eine Hinrichtung erster Klasse für Stephen Hendry. Alle acht Frames dieser Session gingen an The Rocket, der zeitweise perfektes Snooker zelebrierte. Herausragend waren die Frames 12 und 13, in denen O’Sullivan eine 133-Clearance und anschließend gar eine 135er Clearance auf den Tisch zauberte. Jede noch so kleine Chance nutzte der 32-Jährige und führte Hendry sogar vor. Mit einem deprimierenden 4-12 Rückstand ging der Schotte somit in die 3. Session. Hier sah es anfangs aus, wie am Vormittag, ein 126er Break von Ronnie sorgte für das 13-4. Dann aber konnte Hendry zwei Frames gewinnen, doch das Aufflackern der Hoffnung für den Schotten war nur kurz – The Rocket startete durch und spielte in Frame 21 mit einer 123 sein fünftes Century in diesem Halbfinale. Die Partie endete 17-6 für O’Sullivan, ein sichtlich geknickter Hendry musste neidlos anerkennen, das gegen einen Ronnie in dieser Galaform kein Kraut gewachsen ist. Am Ende erlebte Stephen Hendry ein Déjà-vu – bei seiner letzten Halbfinal-Teilnahme in Sheffield 2004 hieß der Gegner auch Ronnie O’Sullivan und auch damals setzte es eine herbe Pleite für den siebenfachen Weltmeister. Mit 17-4 gewann O’Sullivan seinerzeit die Partie und wurde anschließend auch Weltmeister. Es wäre wenig verwunderlich, wenn sich die Geschichte dieses Mal wiederholt.

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Carter mit Maximium, Maguire draussen

Dass nicht nur ein Ronnie O’Sullivan zu Maxmium Breaks in der Lage ist, bewies der Captain. Ali Carter legte im 15. Frame seines Viertelfinales das perfekte Spiel auf das grüne Tuch und sorgte somit für ein Novum im Crucible Thearte. Noch nie wurden bei einer WM zwei Maximum Breaks gespielt, die 157.000 Pfund Sonderpärmie für die magische 147 muss sich O’Sullivan nun mit Carter teilen. Peter Ebdon zeigte sich als fairer Kollege und gratulierte seinem Landsmann herzlich – ein paar Stunden später musste er ihm dann nochmal gratulieren, und zwar zum Sieg. 13-9 gewann Ali Carter das Match und steht somit erstmals im Halbfinale einer Weltmeisterschaft.

Sein Gegner dort ist nicht Stephen Maguire, denn dieser musste sich überraschend Joe Perry mit 12-13 beugen. 12-11 hatte der Schotte schon vorne gelegen, dann allerdings kämpfte sich Perry in die Partie zurück, hatte aber in der Endphase der Partie auch Glück, dass Maguire einige Kicks unterliefen. Ein 54er Break im entscheidenden 25. Frame bedeutete letztlich für den Engländer das Halbfinal-Ticket.

Das andere Halbfinale ist ein Duell der alten Rivalen – Ronnie O’Sullivan trifft auf Stephen Hendry. Der siebenfache Weltmeister Hendry profitierte bei seinem 13-7 Erfolg gegen Ryan Day von einer 7-1 Führung nach der ersten Session, die Day nahezu komplett verschlafen hatte. Danach konnte der Ire den Schotten, der vor vier Jahren zuletzt in einem WM-Halbfinale stand, nicht mehr einholen. Hendry brachte routiniert und abgeklärt die Partie zu Ende und träumt weiter vom achten WM-Titel – der letzte ist immerhin schon neun Jahre her.

Zuvor wartet mit Ronnie O’Sullivan aber der momentan vielleicht beste Spieler der Welt auf Hendry. Gegen den chinesischen Qualifkanten Liang Wenbo jedenfalls sah sich die neue Nr. 1 der provisorischen Weltrangliste zunächst die erste Session gemütlich an, um dann in der zweiten die Triebwerke zu zünden, The Rocket machte aus einem 4-4 eine 11-5 Führung. In der dritten und entscheidenden Session ließ der zweifache Champion dann nichts mehr anbrennen und besiegelte mit einem 79er Break das Aus für den Mann aus dem Reich der Mitte. Wenn der Engländer seine tolle Form weiter halten kann, wird es ganz schwer, The Rocket auf seinem Weg zum dritten Weltmeistertitel zu stoppen.

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Endstation auch für den Titelverteidiger, O’Sullivan mit magischem Moment

15 Mal rot, jeweils mit einer schwarzen Kugel – anschließend alle Farben in der richtigen Reihenfolge gelocht – fertig ist das Maximum Break, der höchstmögliche Score in einem Frame – quasi also der 9-Darter der Snooker-Profis. Gelingt einem so ein Meisterstück bei der Weltmeisterschaft, dann ist das wohl fast vergleichbar mit dem Gewinn des WM-Pokals. Das man mit diesem Maximum auch gleichzeitig noch die Partie gewinnt, setzt dem ganzen das I-Tüpfelchen auf.

So passiert soeben im Achtelfinale zwischen Ronnie O’Sullivan und Mark Williams. Im zwanzigsten Frame zündeten mal wieder die Triebwerke, The Rocket war in seinem Element: Sicher beim Lochen, die Stellung der weißen Kugel passte immer, es war der perfekte Frame, das perfekte Spiel. Williams, der dem Titelfavoriten in den zuvor absolvierten zwei Sessions mehrfach die Stirn geboten hatte, war zum Statisten degradiert, am anderen Tisch unterbrachen Robertson und Maquire ihr Spiel, um die Ronnie-Show sehen zu können. Mit einem 9-7 Vorsprung war O’Sullivan in die dritte Session gegangen, die nach nicht einmal einer Stunde mit dem Maximum ihr Ende und gleichzeitig ihren Höhepunkt fand.

Der Gegner von Ronnie O’Sullivan wird zwischen Joe Swail und Liang Wengbo ermittelt, wobei der Chinese erneut den Quälgeist imitiert und Swail nicht zur Entfaltung kommen lässt. Der 21-Jährige liegt vor der entscheidenden dritten Session mit 9-7 vorne – es wäre nicht verwunderlich, wenn Joe Swail nach Ken Doherty das zweite prominente Opfer des asiatischen Favoritenschrecks werden würde.

Der Traum von John Higgins ist geplatzt. Mit 9-13 unterlag er einem stark spielenden Ryan Day und haderte anschließend mit dem Tisch: “Die Banden sind völlig unbespielbar. Ich muss betonen, dass Ryan den Sieg verdient hat und die Verhältnisse die selben für beide Spieler waren, aber es war eine Lotterie über die Banden zu spielen.” Vorausgegangen war allerdings eine dritte Session, in der Higgins mehrere einfache Fehler fabrizierte, die sein irischer Kontrahent eben meistens nutzte – nicht nur die Bande kann schuld sein, Mr. Higgins. Ryan Day trifft nun im Viertelfinale auf den Golden Boy, den siebenfachen Champion Stephen Hendry. Mit 13-7 hielt der Schotte den Chinesen Ding Junhui nieder und hofft somit weiterhin auf den achten Weltmeistertitel. Hendry legte den Grundstein zum Sieg schon in Session eins, die der 39-Jährige aus Eindburgh mit einer 6-2 Führung abschloß. Danach spulte er routiniert sein Spiel ab, während Ding mehr und mehr zu verzweifeln begann und letztlich dann ohne Chance war.

Er war die Nr. eins der provisorischen Rangliste – die Betonung liegt auf war, denn Shaun Murphy – vor der WM einer der heißen Anwärter auf den Titel – wurde vom Captain böse verhauen. Mit 13-4 deklassierte Allister Carter seinen Landsmann, der zu keiner Phase der Partie sein Spiel fand. Immer wieder legte Murphy leichte Bälle hin oder spielte schwache Safetys, jedenfalls war der Champion von 2005 nicht wieder zu erkennen. Mit Müh’ und Not rettete sich Shaun in die dritte Session, wo dann aber Carter beim Stand von 12-4 kurzen Prozess machte und Murphy endgültig aus dem Turnier kickte. Für den Captain geht’s nun gegen Peter Ebdon, der zum zehnten Male in einem WM-Viertelfinale steht. Die Partie gegen Mark King war die erwartet zähe Schlacht, in der sich Ebdon schneller als sein Kontrahent zurecht fand und letztlich verdient die Partie gewann. Die Fehlerquote bei King war knapp höher als bei Ebdon, die Potting-Percentage lag bei Ebdon höher als bei King – die Vorentscheidung fiel in der zweiten Session, nach der Ebdon mit 10-6 in Front lag.

Stephen Maguire – nach dem Aus von Murphy und Higgins ist er nun neben Ronnie O’Sullivan der heißeste Titelkandidat. Und Merlin of Milton legte wie schon im Erstrundenmatch gegen Hamilton auch gegen den Australier Neil Robertson los wie die Feuerwehr, er war eben wieder on fire. Mit 0-8 musste Robertson die Session abgeben, es deutete alles auf eine fürchterlich Pleite hin. In der zweiten Session allerdings wehrte sich der Australier effizienter und Maguire kam ein ums andere Mal in Schwierigkeiten. Neil holte die Session mit 5-3, es ging also mit einem 11-5 für den Schotten in die entscheidende dritte Session. Und hier kippte das Match fast. Die ersten beiden Frames holte Robertson, ehe er im 19. Frame dann eine einfache Blaue liegen ließ – das war die Entscheidung. Maguire nahm das Geschenk an, holte den Frame und wenig später dann auch den Sieg. Zu Beginn also wie vom anderen Stern, zeigte Stephen dann aber doch, das auch er ein ganz normaler Mensch ist. Der Gegner des Merlin of Milton ist entweder Stuart Bingham oder Joe Perry. Perry führt vor der entscheidenden Session heute Abend mit 9-7 gegen den Schotten.

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Der Vizeweltmeister ist draußen

Die WM 2007 wurde unter anderem auch vom unterlegenen Finalisten geprägt. Mark Selby begeisterte die Fans vor Ort und an den Fernsehschirmen mit tollem und spektakulärem Snooker. Nur John Higgins verhinderte letztlich den großen Triumph des Engländers. Das war 2007 – 2008 für Selby sieht leider anders aus. Mark King schaltete seinen mit großen Hoffnungen gestarteten Landsmann in Runde eins aus und zerstörte damit die Titelträume des 25-Jährigen aus Leicester. Peter Ebdon ist nun Gegner von Mark King. Der 37-jährige Weltmeister des Jahres 2002 hatte mit Jamie Cope allerdings deutlich mehr Probleme, als ihm lieb war. Letztlich aber setzte sich die Erfahrung des Weltranglisten-Siebten durch.

Der Champion dagegen hielt sich schadlos. Im Knüller der ersten Runde erlegte Weltmeister John Higgins den walisischen Drachen Matthew Stevens mit 10-5. Für Stevens damit Premiere, es war seine erste Erstrundenniederlage bei einer WM, während der Wizard of Wishaw eine sehr starke Vorstellung hinlegte und seine Titelambitionen eindrucksvoll untermauerte. Ryan Day ist nun der nächste, der den Schotten forden wird. Day gewann das irische Erstrundenduell gegen Michael Judge, der letztlich gegen seine favorisierten Landsmann ohne Chance war.

Im letzten Jahr hatte es Ding Junhui in der ersten Runde mit Ronnie O’Sullivan zu tun, diesmal hieß der Gegner Marco Fu. Auf dem Papier einfacher, in der Realität jedoch ein knochenharter Brocken für den Chinesen. In einem hochklassigen Spiel zweier Asiaten hatte Ding am Ende hauchdünn die Nase vorne und buchte das Achtelfinalticket. Allerdings wartet hier ein Hochkaräter: Der siebenfache Weltmeister Stephen Hendry. Hendry hatte allerdings ziemliches Glück in seiner Erstrundenpartie, denn sein Kontrahent Mark Allen lag schon 6-3 und 9-6 in Front – aber der Golden Boy drehte die Partie dennoch zu seinen Gunsten.

Der Kracher der zweiten Runde dürfte ohne Zweifel die Partie Ronnie O’Sullivan gegen Mark Williams sein. The Rocket hatte in seiner Partie gegen den 17-jährigen Liu Chuang nur in der ersten Session leicht Probleme, anschließend spulte der Exzentriker ohne großes Aufsehen sein Programm herunter und schlug den Qualifikanten letztendlich klar. Williams, der im Crucible in den Jahren 2000 und 2003 triumphierte, machte mit Mark Davies kurzen Prozess. 8-1 lag der Waliser nach der ersten Session vorne, dann haderte er etwas mit seinem Spiel, was allerdings von Davies nicht genutzt werden konnte. Ein 79er Break aber sicherte dann aber The Welsh Potting Machine den Einzug ins Achtelfinale.

Wie schon im letzten Jahr ist Joe Swail Stolperstein in Runde eins für einen Favoriten. Letztes Jahr war es Mark Williams, dieses Jahr ist es Stephen Lee, der von Swail bedröppelt zurückgelassen wurde. Und das sogar auch noch recht deutlich – mit 10-4 fertigte der The Outlaw seinen Kontrahenten ab und muss im Achtelfinale nun nicht gegen Ken Doherty ran. Der verpatzte sein Match nämlich gegen den Qualifikanten Lian Wenbo aus China. Durch vier Quali-Runden musste der der Mann aus dem Reich der Mitte, sein letztes Opfer war Ian McCulloch. Warnung genug eigentlich für Doherty, aber der Weltmeister des Jahres 1997 fand viel zu selten zu seinem Spiel.

Shaun Murphy ist in toller Form – was er mit einem lockeren 10-3 gegen Dave Harold deutlich unterstrich. Der Weltmeister des Jahres 2005 hatte mit seinem Kontrahenten zu keiner Zeit Probleme, zum Schluss hatte die Partie Trainingscharakter für den 25-Jährigen aus Northampton. Allister Carter fordert nun den Whiston Warrior heraus, aber Ali hatte in seiner Partie gegen Barry Hawkins mehrmals sprichwörtlichen Dusel. Eine 9-6 Führung verspielte Carter fast, erst die neue Regel, das der entscheidende Frame einer Partie in einer separaten Session absolviert werden muss, bremste den Spielfluss von Hawkins und spielte Ali in die Karten.

Auch das Aussie Ace mischt noch im Turnier mit. Neil Robertson machte mit Nigel Bond beim klaren 10-4 kurzen Prozess, muss sich aber noch steigern, sonst ist – wie im vergangenen Jahr – in Sheffield wieder in Runde zwei Schluss für den 26-Jährigen aus Melbourne. Da geht es dann nämlich gegen einen der Topfavoriten dieser WM, gegen den Schotten Stephen Maguire. Dieser entschied seine Partie gegen Anthony Hamilton bereits in der ersten Session, nach welcher der Merlin of Milton bereits mit 8-1 in Front lag. Nach der Pause war kurz die Konzentration weg, Hamilton verkürzte auf 3-8, ehe dann Maguire wieder on fire war und in Frame 12 nur denkbar knapp ein Maximum Break verpasste. Der 26-jährige Schotte hatte dann im 13. Frame wenig Mühe, den Einzug ins Achtelfinale sicher zu stellen.

Das Spiel der ersten Runde war die Partie zwischen Steve Davis und Stuart Bingham. Mit 8-3 führte Bingham bereits, „Snooker-Opa“ Davis hatte nichts zu melden. Aber auf einmal war The Nugget da: Der sechsfache Weltmeister holte fünf Frames in Serie, der Ausgleich war geschafft. Dann folgte ein 17. Frame, der an Spannung kaum zu überbieten war: In einem minutenlangen Safety-Duell, bei dem nur noch Pink und Schwarz auf dem Tisch lagen, beharkten sich beide, ehe Bingham den scheinbar entscheidenden Fehler beging. Er legte Davis Pink vor eine Tasche, der 51-Jährige lochte diese, verschoss dann aber völlig überraschend die schwarze Kugel, die zu allem Überfluss auch noch vor einer Tasche liegen blieb. Bingham kam an den Tisch, versenkte Schwarz und ging mit 9-8 in Führung. Im 18. Frame sorgte er dann mit einem 59er Break für die Entscheidung – Steve Davis muss wie schon im vergangenen Jahr in der ersten Runde die Segel streichen. Gegner von Bingham ist nun Joe Perry, der sich gegen Graeme Dott mit 10-7 durchsetzte. Für Dott, der unter Depressionen leidet und eigentlich die WM gar nicht spielen wollte (was ihm sein Arzt auch als Rat gegeben hatte), geht damit ein Horror-Jahr mit einer weiteren, bitteren Niederlage zu Ende. Bleibt zu hoffen, dass der Weltmeister des Jahres 2006 nun wieder auf die Beine kommt. Denn das Pocket Dynamo zu außergewöhnlichen Snooker im Stande ist, ist unbestritten.

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Ergebnisübersicht Snooker-Weltmeisterschaft

Runde 1 (best of 19)

John Higgins (SCO) – Matthew Stevens (WAL) 10-5
Ryan Day (IRL) – Michael Judge (IRL) 10-6

Junhui Ding (CHI) – Marco Fu (HKG) 10-9
Stephen Hendry (SCO) – Mark Allen (NIR) 10-9

Ronnie O’Sullivan (ENG) – Liu Chuang (CH) 10-5
Mark Williams (WAL) – Mark Davies (ENG) 10-3

Stephen Lee (ENG) – Joe Swail (NIR) 4-10
Ken Doherty (IRL) – Liang Wenbo (CHI) 5-10

Shaun Murphy (ENG) – Dave Harold (ENG) 10-3
Allister Carter (ENG) – Barry Hawkins (ENG) 10-9

Mark Selby (ENG) – Mark King (ENG) 8-10
Peter Ebdon (ENG) – Jamie Cope (ENG) 10-9

Neil Robertson (AUS) – Nigel Bond (ENG) 10-4
Stephen Maguire (SCO) – Anthony Hamilton (ENG) 10-3

Steve Davis (ENG) – Stuart Bingham (SCO) 8-10
Graeme Dott (SCO) – Joe Perry (ENG) 7-10

Achtelfinale (best of 25)

John Higgins (SCO) – Ryan Day (IRL) 9-13
Junhui Ding (CHI) – Stephen Hendry (SCO) 7-13

Ronnie O’Sullivan (ENG) – Mark Williams (WAL) 13-7
Joe Swail (NIR) – Liang Wenbo (CHI) 12-13

Shaun Murphy (ENG) – Allister Carter (ENG) 4-13
Mark King (ENG) – Peter Ebdon (ENG) 9-13

Neil Robertson (AUS) – Stephen Maguire (SCO) 7-13
Stuart Bingham (SCO) – Joe Perry (ENG) 9-13

Viertelfinale (best of 25)

Ryan Day (IRL) – Stephen Hendry (SCO) 7-13
Ronnie O’Sullivan (ENG) – Liang Wenbo (CHI) 13-7

Allister Carter (ENG) – Peter Ebdon (ENG) 13-9
Stephen Maguire (SCO) – Joe Perry (ENG) 12-13

Halbfinale (best of 33)

Stephen Hendry (SCO) – Ronnie O’Sullivan (ENG) 6-17

Allister Carter (ENG) – Joe Perry (ENG) 17-15

Finale (best of 35)

Ronnie O’Sullivan (ENG) – Allister Carter (ENG) 18-8

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