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[Champions League 2007/08] Traumtore und Dramatik - Liverpool eliminiert Arsenal

9. April 2008, 16:00 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.

Der FC Liverpool steht zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren im Halbfinale der Champions League. Die Reds setzten sich im Rückspiel an der heimischen Anfield Road nach 90 hochdramatischen Minuten mit 4:2 gegen den FC Arsenal durch.

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FC Liverpool 4:2 (1:1) H: 1:1 FC Arsenal

“Life is a rollercoaster” stellte Pop-Sänger Ronan Keating vor Jahren treffend fest – und auch im Fußball fahren die Gefühle oftmals Achterbahn. Ein besonders dramatisches Auf und Ab lieferten sich im Viertel-Final-Rückspiel der Champions League die Teams von Liverpool und Arsenal. Am Ende jubelten die Reds, die sich nach 90 denkwürdigen Minuten mit 4:2 gegen den Ligakonkurrenten aus London durchsetzten.

Im Vergleich zum Hinspiel, das am letzten Mittwoch mit 1:1 endete, änderten beide Trainer ihre Startformation auf je einer Position. Benítez ließ Babel draußen und vertraute etwas überraschend auf den langen Crouch als echte zweite Spitze neben Torres, bei den Gunners ersetzte der Franzose Diaby den Niederländer van Persie, der sich im Hinspiel verletzt hatte und zunächst auf der Bank Platz nahm.

Vor ausverkauftem und stimmungsvollem Haus erwischte dann Arsenal den besseren Start. Der Ball lief bei den unter Zugzwang stehenden Gästen gut durch die eigenen Reihen und auch im Zweikampfverhalten hatte man Vorteile. Ehe Liverpool richtig in die Partie kam, wurden sie für die Nachlässigkeiten bestraft. Nachdem sich Adebayor links neben dem Tor an der Grundlinie frei gespielt und Reina dessen Eingabe zu kurz in die Mitte abgewehrt hatte, kam der Ball nach mehreren Stationen zu Diaby. Der Franzose spielte Doppelpass mit Hleb und tauchte dann halbrechts frei vor dem Kasten der Reds auf. Sein trockener Schuss aus acht Metern fand von Reinas Knie den Weg ins Tor (13.). Liverpools Keeper hatte die kurze Ecke nicht richtig zugemacht und so den Treffer begünstigt.

Und auch die nächsten Minuten gehörten weiter den Gästen, die einfach wacher wirkten. Das Momentum kippte, als nach einem Einwurf auf links Fabio Aurelio Almunia mit einem noch von Touré abgefälschten Schuss zu einer ersten Parade zwang und die leise gewordene Kulisse zum Leben erweckte. Die nachfolgende Ecke brachte schon den Ausgleich. Hyypiä schüttelte Senderos ab und platzierte Gerrards Hereingabe über den sich vergeblich streckenden Fabregas genau an den rechten Innenpfosten (30.). Dieser Treffer hinterließ Spuren – Liverpool übernahm mehr und mehr die Kontrolle, Arsenal verlor den Rhythmus und wurde zusehends unsicherer. Doch dicke Chancen gab es vor der Pause nicht mehr.

Direkt nach Wiederanpfiff prüfte zunächst Crouch nochmal Almunia, dann beruhigte sich das Match. Die Hausherren blieben das bessere Team, aber peu á peu ging das Tempo verloren und die Risikobereitschaft nahm ab; die Verlängerung warf ihre Schatten voraus. Doch dann folgte der Auftritt des bis dahin blassen Torres: Nach einem langen Schlag aus der eigenen Hälfte verlängerte Crouch auf den Spanier, der links in den Strafraum gestartet war. El Niño nahm den Ball gekonnt an, drehte sich einmal und schüttelte dabei Senderos ab, dann hämmerte er das Spielgerät aus gut 14 Metern unhaltbar ins rechte obere Eck – ein Tor wie eine Explosion (69.).

Nun vor dem Aus, musste Wenger reagieren. Mit van Persie und Walcott kamen zwei neue Offensiv-Kräfte. Die Chance zum 2:2 bekam aber Adebayor. Dem Togolesen versagten jedoch allein vor Reina die Nerven und er schoss am Tor vorbei (74.). Ansonsten verstand es die Benítez-Elf allerdings, die Gäste weit vom eigenen Gehäuse fern zu halten und mit Kontern selber gefährlich zu bleiben. Es schien fast so, als sei das Spiel entschieden.

Doch wie zuvor Torres auf Liverpooler Seite, gelang jetzt dem eingewechselten Walcott für Arsenal ein Geniestreich. Er nahm einen verunglückten Schussversuch von Gerrard kurz vor der eigenen Straufraumgrenze auf und zog mit einem irren Drive in Richtung Spitze. Nacheinander schüttelte er Alonso, Aurelio, Mascherano und auch Hyypiä wie lästige Fliegen ab und legte dann von rechts quer zu Adebayor, der diesmal die Ruhe behielt und eiskalt aus acht Metern vollstreckte (84.). Anfield war im Schockzustand, nur die mitgereisten Fans der Gunners waren zu hören.

Aber nur Sekunden später stand ihnen das Entsetzen im Gesicht und die Reds rissen die Arme hoch. Referee Fröjdfeldt hatte auf Strafstoß für Liverpool entschieden, nachdem sich Babel und Touré beim Weg in den Strafraum beharkt hatten und Babel zu Fall kam. Ein harte Entscheidung, die letztlich das Aus für Arsenal einläutete. Denn Liverpools Kapitän Gerrard, der dem Spiel nicht wie gewohnt seinen Stempel aufdrücken konnte, legte sich den Ball zurecht und verwandelte souverän in den linken Winkel (85.). In der auf drei Minuten angesetzten Nachspielzeit machte Babel nach langem Zuspiel von Kuyt den Sack dann zu. Er setzte sich im Zweikampf gegen Fabregas durch und schob flach zum 4:2-Endstand ein (90.+2). Der Rest war grenzenloser Jubel…

Im Halbfinale kommt es nun zum nächsten innerenglischen Duell: es warten wie den Jahren 2004/05 und 2006/07 die Blues, gegen die man beide Male die Oberhand behielt.

Statistik

Liverpool: Reina – Carragher, Hyypiä, Skrtel, Fabio Aurelio – Kuyt, Mascherano, Alonso, Gerrard – Torres (87. Riise), Crouch (78. Babel) – Trainer: Benítez

Tore: 0:1 Diaby (13.), 1:1 Hyypiä (30.), 2:1 Torres (69.), 2:2 Adebayor (84.), 3:2 Gerrard (85./Foulelfmeter), 4:2 Babel (90.+2)

Schiedsrichter: Peter Fröjdfeldt (SWE)
Zuschauer: 41.985 in Anfield
Gelbe Karten: – / Touré, Senderos


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