[Champions League 2007/08] Chelsea zieht ins Finale
1. Mai 2008, 16:21 geschrieben von Heiland.
In einer heiß umkämpften und dramatischen Partie zieht der FC Chelsea erstmals in der Vereinsgeschichte ins Finale der Königsklasse ein.
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| FC Chelsea | 3:2 (1:1) n.V. | FC Liverpool |
Wer einen langweiligen Kick mit wenig Toren erwartet hatte, wurde angenehm überrascht. Es war eine kampfbetonte Partie. Bei strömendem Regen spielten beide Mannschaften munter nach vorne. Der Gastgeber zeigte dabei etwas mehr Zug zum Tor und erspielte sich vor allem durch Drogba die klareren Chancen. Seinem ersten Treffer wurde wegen Abseitsstellung jedoch zurecht die Anerkennung verweigert. Es sollte eine gute halbe Stunde dauern, bis Lampard mit seinem Pass in die Tiefe Kalou bediente, der mit seinem satten Schuss allerdings an Reina scheiterte. Drogba nahm den Abpraller mit vollem Risiko und hämmerte den Ball am wieder aufgesprungenen Torwart vorbei in die Maschen. Reina hatte keine Chance, weil er die kurze Ecke nicht richtig zugemacht hatte.
Jetzt musste Liverpool mehr investieren. Die Reds erarbeiteten sich mehr Spielanteile, ohne dass sich zwingende Chancen ergaben. Die Blues zogen sich zurück, machten die Räume eng und ließen den Gegner kommen. In der 64. Minute war es Benayoun, der Torres bediente. Der Spanier schob aus 15 Metern mit einem trockenen Schuss am herauseilenden Cech vorbei zum Ausgleich ein. Es war das erste Gegentor an der Stamford Bridge nach 490 Europacupminuten. Die Partie war wieder offen, denn auch Chelsea investierte jetzt wieder mehr. Weitere Tore wollten aber nicht fallen, weil beide Teams zu viel Angst hatten, den entscheidenden Fehler zu machen und daher ihre Angriffe nicht konsequent genug zu Ende spielten.
Erst in der Verlängerung erhöhten beide das Risiko. Hyypiä (93.) auf der einen und Drogba (94.) auf der anderen Seite vergaben die ersten Gelegenheiten. Zwei Minuten später jubelten die Blues erneut über Essiens Treffer, doch auch der fand zurecht keine Anerkennung, weil Drogba im Abseits gestanden und Reina die Sicht versperrt hatte. In der 97. Minute war es dann soweit. Hyppiä foulte Ballack im Strafraum und Lampard verwandelte den fälligen Elfmeter eiskalt zur Führung. Kurz vor Ende der ersten Hälfte der Verlängerung erhöhte Drogba auf 3:1. Aber die Reds gaben nicht auf. Der eingewechselte Babel zog drei Minuten vor Spielende aus 30 Metern ab und Cech konnte den Gewaltschuss weder fangen noch neben das Tor lenken, der Ball schlug im linken Winkel ein. Doch mehr ging nicht für Liverpool: zu wenig, um nach 2005 und 2007 erneut ins Finale einzuziehen.
Nach Abpfiff fiel der Trainer der Blues, Avraham Grant, erst einmal auf die Knie. In diesem Spiel fielen genauso viele Treffer, wie in den sieben vorangegangenen Partien der beiden Mannschaften zusammen. Letztlich war es das Eigentor Riises im Hinspiel, das den erstmaligen Einzug Chelseas ins Finale der Königsklasse ermöglichte. In Moskau treffen sie am 21. Mai auf Manchester United.
Statistik
Chelsea: Cech – Essien, Ricardo Carvalho, Terry, A. Cole – Makelele – Lampard (119. Shevchenko), Ballack – J. Cole (91. Anelka), Kalou (70. Malouda) – Drogba
Trainer: Grant
Liverpool: Reina – Arbeloa, Carragher, Skrtel (22. Hyypiä), Riise – Xabi Alonso, Mascherano – Gerrard – Kuijt, Benayoun (78. Pennant) – Fernando Torres (99. Babel)
Trainer: Benitez
Tore: 1:0, 3:1 Drogba (33., 105.), 1:1 Fernando Torres (64.), 2:1 Lampard (98.), 3:2 Babel (117.)
Schiedsrichter: Roberto Rosetti (Italien)
Zuschauer: 41.828 (ausverkauft)
Gelb: – / Xabi Alonso, Arbeloa
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