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[EM 2008] Der Weltmeister schickt den Vize nach Hause

18. Juni 2008, 15:58 geschrieben von cif, abgelegt unter Int-Fussball, WM-2006.

Frankreich 0:2 (0:1) Italien

Und wieder trafen der Vize- und der Weltmeister aufeinander. Der Showdown zweier nur sehr schleppend ins Turnier gestarteten Favoriten: Frankreich gegen Italien. Diesmal ging es um das erreichen des EM-Viertelfinales, das zu Beginn der Spiele alle Teams der Gruppe C noch erreichen konnte. Sowohl Frankreich und Italien mussten auf Sieg spielen, da die rumänische Nationalmannschaft mit einem Sieg gegen die überraschend starken Niederländer ihren Einzug perfekt machen könnte. Drei Punkte waren also Pflicht um die Chancen zu optimieren. Domenech musste auf seinen Kapitän Viera verzichten, sein Gegenüber konnte aus dem Vollen schöpfen.

Allerdings sollte es nicht lange dauern, bis das Pech die Franzosen erneut strafte. Nach nur zehn Minuten Spielzeit blieb der Münchener Franck Ribéry nach einem Zweikampf liegen und musste ausgewechselt werden. Für ihn ging es ohne Umwege in ein Krankenhaus, herein kam Jungstar Samir Nasri von Olympique Marseille. Doch auch er durfte nicht lange auf dem Platz bleiben. Knappe fünfzehn Minuten nach seiner Einwechslung musste er schon wieder den Rasen verlassen, um Platz für Boumsong zu machen. Der Grund hierfür war allerdings keine Verletzung, sondern das ungeschickte Verhalten von Eric Abidal, dem Außenverteidiger aus Barcelona. Nach einem Traumhaften Pass von Pirlo in die Spitze bedrängte der Franzose seinen Gegenspieler Toni zu sehr, so dass der Italiener stürzte. Der Schiedsrichter erkannte eine Notbremse im Strafraum. Resultat: Rote Karte Abidal, Elfmeter Italien, Tor Pirlo.

Das hatte die Franzosen eiskalt erwischt. Die zehn verbliebenen Mannen waren geschockt und die Italiener konnten erstmal nach belieben Schalten und Walten. Einzig und allein Tonis momentane Unfähigkeit die Kugel ins Netz zu befördern ist es zu verdanken, dass es nicht schon drei, vier Tore mehr auf der Anzeigentafel-Seite der Squadra Azura zu sehen gab. Denn der Stürmer des FC Bayern hatte Chancen en masse, meist nach genialen Pässen des Mittelfeld-Genies Andrea Pirlo.

Langsam erholte sich die Équipe Tricolore allerdings und spätestens zu Beginn der zweiten Hälfte entwickelten sie Druck nach vorne. Die daraus resultierenden Chancen waren zwar an einer Hand abzählbar, dafür aber umso gefährlicher. Allein Weltmeister Buffon ist es zu verdanken, dass es nicht zum Ausgleich kam. Gut platzierte Schüsse vom jungen Benzema und vom alten Henry parierte der italienische Schlussmann mit Bravour und hielt an der Null fest.

In der 62. Minute kam der Todesstoß für Frankreich. De Rossi führte diesen in Form eines Freistoßes aus. Frankreichs Schlussmann Coupet war zwar in die richtige Richtung unterwegs, wurde aber von Landsmann Thierry Henry geschlagen. Henry, der sich in der Mauer positioniert hatte, versuchte den Ball mit dem Fuß aufzuhalten, fälschte ihn aber nur unhaltbar für seinen Torwart ab. Zwei zu Null aus italienischer Sicht, gegen zehn immer müder werdende Franzosen.

Dass sie sichtlich müder wurden, zeigte sich auch im Spiel der Franzosen. Es gab kaum noch Impulse nach vorne, lediglich Benzema zeigte sich noch von seiner besten Seite und testete Buffon erneut mit einem Fernschuss – vergebens. Die Italiener taten das, was sie am besten können: Sie verwalteten den Sieg, indem sie den Ball in den eigenen Reihen behielten. Die Spieler von Domenech liefen der Kugel hinterher und waren nicht mehr in der Lage dem amtierenden Weltmeister gefährlich zu werden. Toni bestätigte seinen EM-Fluch – er erzielte noch keinen Treffer in diesem Turnier – eindrucksvoll mit einem Pfostenschuss. Sein Team zieht, mit ein bisschen Glück in Form von Pech auf der Seite der Franzosen, ins Viertelfinale ein.

Statistik

Frankreich: Coupet, Clerc, Gallas, Abidal, Evra, Govou (Anelka 66), Toulalan, Makélélé, Ribéry (Nasri 10), Benzema, Henry, Nasri (Boumsong 26).
Trainer: Domenech

Italien: Buffon, Zambrotta, Panucci, Chiellini, Grosso, Pirlo (Ambrosini 55), De Rossi, Gattuso (Aquilani 82), Toni, Perrotta (Camoranesi 64), Cassano.
Trainer: Donadoni

Tore: Pirlo (25. pen), De Rossi (62.)

Schiedsrichter: Lubos Michel (Slovakia)
Zuschauer: 25,000
Gelb: Evra, Govou, Boumsong, Henry / Chiellini, Pirlo, Gattuso
Rot: Abidal / –


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