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Die MAG-Bundesligavorschau 2008/09 - Das Mittelfeld

11. August 2008, 19:57 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Das Mittelfeld

Im zweiten Teil unserer Saisonvorschau kümmern wir uns um das breite Mittelfeld. Es umfasst alle Teams jenseits der internationalen Plätze bis hin zu Arminia Bielefeld, das nur knapp am Abstieg vorbeigeschrammt ist.

Die 1. Bundesliga im Forum

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Bayer Leverkusen Hannover 96 SG Eintracht Frankfurt
Karlsruher SC VfL Bochum FC Energie Cottbus
DSC Arminia Bielefeld

Bayer Leverkusen

Bruno Labbadia heißt der neue Trainer bei Bayer. Der Weltmeister von 1990 soll den Erfolg früherer Tage zurück bringen. Nachdem es letzte Saison lange gut aussah, sprang am Ende der Saison nicht mehr als der siebte Saisonplatz raus. Damit qualifizierte sich Leverkusen nicht einmal mehr für den UI-Cup und verpasste so eine Saison international spielen zu dürfen. Nun gilt also die ganze Konzentration der 1. Bundesliga und dem DFB-Pokal.

Eins fällt zudem auf, wenn man sich die Endresultate der letzten fünf Jahre genauer anschaut. Nach der katastrophalen Saison 2002/2003 folgte ein dritter Platz. Seitdem ging es stetig Saison für Saison bergab. Auch bei der Sicht auf die besten Torschützen einer Saison wird einem schnell klar, seit zwei Jahren wurde der Abgang von Dimitar Berbatov nicht 1:1 ersetzt. Eben dieser Berbatov wurde drei Spielzeiten in Folge bester Schütze seines Teams mit fast jeweils 20 und mehr Toren. Zwar verstärkte sich Bayer letzte Saison mit dem Torschützenkönig der Liga, Gekas, der brachte es aber nur auf elf Treffer.

Wenn Bayer nun also an alte Stärken und Erfolge anknüpfen will – und dies ist wahrscheinlich der Maßstab für den neuen Trainer -, dann kommen sie um einen Nachfolger von Berbatov nicht herum. Erster Anwärter auf dieses Amt könnte der Neuzugang Patrick Helmes sein, der aus Köln kam. Außerdem verstärkte sich Leverkusen mit einigen U19-Europameistern aus der eigenen Jugend. So unter anderem Richard Sukuta-Pasu, der zweitbeste Torschütze in Tschechien bei der Junioren-EM wurde.
Allerdings fällt auch Barbarez im Sturm weg. Somit sind die “jungen Wilden” fast auf sich gestellt. Einzig Gekas kann den Leitwolf im Sturm geben.

Oben: Barnetta, Sinkiewicz, Dum, Friedrich, Haggui, Hegeler, Kießling, Bulykin, Renato Augusto, Henrique, Gresko, Rolfes, Mitte: Cheftrainer Labbadia, Co-Trainer Sözer, Torwarttrainer Vollborn, Betreuer Zöller, Schick, Mannschaftsarzt Dittmar, Physiotherapeuten Glass, Rothweiler, Mannschaftsarzt Münster, Konditionstrainer Broich, Komes, Teambetreuer Lehnhoff, Vorne: Schneider, Helmes, Schwegler, Djakpa, Domaschke, Adler, Fernandez, Castro, Gekas, Sarpei, Vidal / Foto: KSmediaNET

Mit Henrique vom FC Barcelona hat man sich namhaft in der Defensive verstärkt. Außerdem verpflichtete Bayer Augusto für das Mittelfeld. Nominell sind somit mit Henrique, Augusto und Helmes für jeden Mannschaftsteil potenziell gute Spieler verpflichtet worden. Wenn sich diese drei Puzzle-Teile sofort in die Mannschaft finden, kann Leverkusen eine Überraschung in der Liga gelingen. Dass die Dreifachbelastung diese Saison fehlt, kann der Mannschaft merklich zugute kommen.

Bekommt also Labbadia alles auf die Reihe und schafft gleich zu Beginn der Saison gegen den BVB, VfB, TSG und den HSV die richtige Spur, könnte man gelassen durch die Hinrunde gehen. Sollte es allerdings anders laufen und man startet mit ein paar Niederlagen, könnten einige nervös werden. Da der Kern der Mannschaft aber erhalten blieb und nur auf wenigen Positionen verbessert wurde, tippe ich eher auf die erste Prognose, dass Leverkusen durchstartet!

Zugänge: Renato Augusto (Flamengo Rio de Janeiro); Constant Djakpa (Pandurii Targu-Jiu); Patrick Helmes (1. FC Köln); Jens Hegeler, Stefan Reinartz, Marcel Risse, Richard Sukuta-Pasu (alle eigene Jugend); Henrique (FC Barcelona, ausgeliehen)

Abgänge: Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Borussia Mönchengladbach); Paul Freier (VfL Bochum); Michal Papadopoulos (FK Mlada Boleslav); Assimiou Touré, Pierre de Wit (beide an VfL Osnabrück ausgeliehen); Sergej Barbarez (Ziel unbekannt); Carsten Ramelow (Karriereende)

Union95
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Hannover 96

Bei Hannover 96 steht das Duo Dieter Hecking und Christian Hochstätter vor der dritten gemeinsamen Saison. In einem ruhigen Umfeld konnte die beiden bislang erfolgreich arbeiten und den Verein in der Bundesliga etablieren. Nun gilt es, die gehobenen Ansprüche und den achten Platz aus dem Vorjahr, der hinter Rang fünf in der Saison 1964/65 der beste überhaut in der Geschichte ist, zu bestätigen.

Ihren Teil dazu beitragen sollen die drei hochkarätigen Neuzugänge, die neben einigen Talenten an die Leine geholt wurden. Jan Schlaudraff geriet aufgrund seiner starken Leistungen bei Heckings Ex-Klub Alemannia Aachen in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch sein letztjähriger Wechsel zum großen FC Bayern erwies sich als Fehler. Der schnelle und torgefährliche Angreifer konnte sich – von Verletzungen geplagt – nicht im Starensemble des Rekordmeisters durchsetzen. Für zwei Millionen Euro griff Hannover zu und hofft nun darauf, dass Schlaudraff mit zunehmender Spielpraxis wieder zu alter Form zurückfindet. Mit Mikael Forssell steht ihm in der Offensive ein weiterer namhafter Einkauf zur Seite. An die Klasse des Finnen hat sich Manager Hochstätter erinnert. Forssell kickte in der Rückrunde der Saison 2002/03 für Borussia M’gladbach. Er beeindruckte dabei mit sieben Toren in 16 Partien. Bereits im letzten Jahr war der Stürmer bei 96 im Gespräch. Im Gegensatz zu damals, als Probleme am mehrfach operierte Knie den Transfer scheitern ließ, ist der Finne nun körperlich fit. Der Dritte im Bunde ist der 27-jährige Schweizer Mario Eggimann. Nach einigen Jahren beim KSC suchte der kompromisslose Innenverteidiger eine neue Aufgabe. Er entschied sich unter mehreren Angeboten für das der Niedersachsen, die ihn für die in einer Ausstiegsklausel festgeschriebene Ablöse von einer Million Euro verpflichteten und langfristig bis 2013 an sich banden. Von der Reputation her sollten diese drei die Abgänge des verletzungsanfälligen Thomas Brdaric, des glücklosen Benny Lauth sowie die Vahid Hashemian und Dariusz Zuraw mehr als wettmachen. Der Konkurrenzkampf wird wohl so hart wie nie. Hecking hat die Qual der Wahl, die Worte: _“Ich begründe keinem, warum er nicht spielt,” lassen ahnen, was die Spieler erwartet.

Keine Frage, die Roten, die ja mitunter als “schlafender Riese” tituliert werden, haben einen qualitativ gut besetzten und spielfreudigen Kader. Ob dieser aber wirklich so stark ist, um den nach dem letzten Saisonspiel im Überschwang von Coach Hecking versprochenen Platz im Uefa-Cup tatsächlich zu realisieren, bleibt abzuwarten. In diesem Zusammenhang lässt die Nachricht aufhorchen, dass die Profis freiwillig auf eine extra Prämie verzichten, sollte der Sprung auf die internationale Bühne denn geschafft werden. Dass Hecking in Zukunft auf den eigentlich obligatorischen Mannschaftsrat verzichtet, dürfte als weiteres Kuriosum der Liga gelten.

Zufrieden mit der Entwicklung zeigt sich auch Martin Kind, der die Geschicke des Vereins als Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzender in Personalunion lenkt. Kind der als einer der wenigen Bundesliga-Bosse die Abkehr von der in Deutschland geltenden 50+1-Regel fordert, um den Weg für potente Investoren freizumachen, sieht seine Ideen vom Duo Hecking/Hochstätter patent umgesetzt. Nichtsdestotrotz sieht er 96 in der Endabrechnung eher zwischen Rang sieben bis zehn. Und dieses Ziel ist wohl am realistischsten.

Zugänge: Leon Balogun (BFC Türkiyemspor 1978), Mario Eggimann (Karlsruher SC), Mikael Forssell (Birmingham City), Florian Fromlowitz (1. FC Kaiserslautern), Tim Hofmann (Hannover 96 II), Konstantin Rausch (Hannover 96 II) Jan Schlaudraff (FC Bayern München), Bastian Schulz (Hannover 96 II)

Abgänge: Ferhat Bikmaz (Hannover 96 II), Thomas Brdaric, Richard Golz, Hendrik Hahne (Hannover 96 II), Vahid Hashemian (VfL Bochum), Frank Juric, Benjamin Lauth (TSV 1860 München), Moritz Marheineke, Fabian Montabell (FC Rot-Weiß Erfurt), Dariusz Zuraw

Elbefohlen
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SG Eintracht Frankfurt

Mit einem 4:2-Sieg am letzten Spieltag gegen den bereits als Absteiger feststehenden MSV Duisburg schaffte die Frankfurter Eintracht nach einer über sieben Spieltage anhaltenden Punkte-Flaute doch noch den erhofften Dreier und erreichte somit die zum Saisonbeginn herausgegebene Zielsetzung von 46 Punkten. Nicht alle Frankfurter Sympathisanten zeigten sich darüber erfreut. Mit dem Erreichen der Vorgabe, die eher ungewollt öffentlich wurde, seien Misstände überdeckt worden, die in der zweiten Saisonhälfte offenkundig in jedem Mannschaftsteil vorherrschten. Nach dem überraschenden 2:0-Sieg am 26. Spieltag bei Bayer Leverkusen rangierten die Hessen in der Tabelle mit 42 Zählern auf Platz sieben, in Schlagdistanz zum Champions-League-Platz drei. Nicht, dass man im Umfeld mit der Königsklasse geliebäugelt hätte. Wäre es jedoch nicht zu diesem unerwarteten Einbruch gekommen, hätte der Traditionsklub zumindest den in Profikreisen verhassten UI-Cup-Platz erreichen können, vielleicht sogar einen der begehrten Uefa-Cup-Plätze. Am Ende behielt Trainer Funkel, der in Frankfurt so etwas wie die personifizierte Euphoriebremse darstellt, Recht. Seine Mannschaft sei meilenweit vom internationalen Geschäft entfernt, predigte der Fußballlehrer, als das Umfeld zu träumen begann.

Auch für die kommende Saison, für die laut Funkel möglichst keine Zielsetzung nach draußen kommuniziert werden soll, windet sich die Führungscrew der Eintracht einmal mehr in Durchhalteparolen. Die Mannschaft sei noch nicht so weit. Mit dem 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und der TSG 1899 Hoffenheim haben schließlich finanzstärkere Klubs den Sprung in die 1. Liga geschafft, als jene, die absteigen mussten. Zudem habe man mit Honnover 96, Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin finanziell besser gestellte Vereine als direkte Konkurrenz um die Plätze im Mittelfeld, weshalb die kommende Saison sicherlich schwerer werde als die vergangene. Trotz der nie dagewesenen Investitionen von 13 Millionen Euro seit der vergangenen Winterpause scheint bei der Eintracht die Zeit still zu stehen, müssen sich die Fans in Geduld üben und darauf hoffen, dass die Mannschaft des Trainers Realismus lügen straft und höhere Ziele anpeilt.

Gründe genug, um ein bisschen zu träumen, sind eigentlich ausreichend vorhanden. Auf dem Transfermarkt bewies Heribert Bruchhagen, alias Schnäppchen-Harry, mal wieder ein gutes Näschen. Mit Ümit Korkmaz heuerte ein vielversprechendes Jung-Talent am Main an, das während der EM für einige Unruhe in den gegnerischen Abwehrreihen sorgte. Der österreichische Nationalspieler kommt für 2,5 Millionen Euro von Rapid Wien in die hessische Metropole und soll auf der linken Seite für Wirbel sorgen. Ebenfalls aus Österreich kommt Markus Steinhöfer, Allrounder von Red Bull Salzburg. Der 21 Jahre alte U-21 Nationalspieler ist vielseitig und kann sowohl rechts wie auch links an der Linie spielen, ist schnell und verfügt schon über internationale Erfahrung. Als weiterer vielversprechender Neuzugang stellte sich Anfang Juli der französische U-21 Nationalspieler Habib Bellaïd vor, der vom französischen Erstliga-Absteiger Racing Club Strasbourg kommt. Bellaïd, Franzose mit tunesischen Wurzeln, soll nach dem Weggang des wortkargen Griechen Kyrgiakos und dem verletzungsbedingten Ausfall Alexandar Vasoskis die Innenverteidigung verstärken. Da der Youngster über eine sehr gute Technik verfügt, verspricht man sich außerdem wesentliche Verbesserungen in Sachen Spieleröffnung, die unter Kyrgiakos doch sehr zu wünschen übrig ließ. Als vierten Neuzugang präsentierte Eintracht Frankfurt den 60-fachen griechischen Nationalspieler Nikos Liberopoulos. Mit 32 Jahren ist Liberopoulos hinter Torhüter Nikolov ältester Spieler im Kader der Hessen, brachte es im Europapokal für AEK und Panathinaikos Athen bereits auf 76 Einsätze, in denen er 15 Tore erzielte. Der Grieche ist sicherlich mehr als nur eine Alternative für den Frankfurter Sturm. Als Perspektivspieler wurde zudem Alexander Krük vom Drittligisten Kickers Emden verpflichtet.

Durch die vielversprechenden Neuzugänge hat Eintracht Frankfurt den Kader gezielt verstärkt. Pech hatte man allerdings, als sich Korkmaz gleich im ersten Training einen Mittelfußbruch zuzog, weshalb man wohl bis Mitte September nicht auf den Wirbelwind zurückgreifen kann. Äußerst unglücklich ist man zudem mit der bisherigen Entwicklung des teuersten Spielers der Frankfurter Vereinsgeschichte, Caio. Der Brasilianer kam mit sechs Kilogramm Übergewicht aus dem Urlaub, weshalb er bereits bei zwei Laktattests kläglich scheiterte. Mittlerweile ist Caio zum Sorgenkind mutiert, was Trainer Funkel zähneknirschend zur Kenntnis nimmt. Ob der 22-Jährige Edeltechniker, der nach wie vor als riesen Talent gilt, jemals seinem Klub wird helfen können, muss angesichts der jüngsten Entwicklungen mittlerweile bezweifelt werden. Trotzdem ist die Mannschaft sicherlich stärker einzuschätzen als in der Vorsaison, zumal mit Chris, Meier und Heller wieder Spieler zur Verfügung stehen, die es in der vergangenen Saison verletzungsbedingt gerade mal auf insgesamt 25 Einsätze brachten. Ein einstelliger Tabellenplatz – vielleicht sogar ein bisschen mehr – sollte demnach in der kommenden Saison durchaus machbar sein, zumindest sollte das Wort Abstieg in Frankfurt zum Fremdwort auserkoren werden.

Zugänge:
Ümit Korkmaz (Rapid Wien), Alexander Krük (Kickers Emden), Markus Steinhöfer (Red Bull Salzburg), Nikos Liberopoulos (AEK Athen)

Abgänge:
Sotirios Kyrgiakos, Mounir Chaftar (beide Ziel unbekannt), Evangelos Mantzios (Panathinaikos Athen/war ausgeliehen), Markus Weissenberger (LASK Linz)

Mario
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Karlsruher SC

Die vergangene Bundesliga-Saison war ein Auf und Ab für den KSC. Naja, eigentlich war es ein langes, stetiges „Auf“ und ein schnelles, brutales „Ab“. Platz sechs nach der Hinrunde. Fast die gesamte Spielzeit über war man in mitten der Vereine, die um die Teilnahme am Europapokal kämpften. Im Frühjahr ging dann aber zuerst die Luft und anschließend die Lust aus. So traurig das klingt, so offen muss man das ansprechen. Laut Rückrundentabelle wäre der KSC abgestiegen. Unrühmlicher Höhepunkt: eine 0:7-Schlappe am letzten Spieltag gegen den HSV, seines Zeichens direkter Konkurrent des verhassten VfB. Leider muss man auch das an dieser Stelle erwähnen.

Aber was erwartet den Fußball-Fan in dieser Saison? Spielen die Badener den unbekümmerten Fußball aus der ersten Saisonhälfte, oder darf sich die Konkurrenz bereits auf Sparringspartnter in Blau und Weiß freuen?

Zu beachten sind dabei die Abgänge von Spielmacher Hajnal und Kapitän Eggimann. Tamás Hajnal gehörte zu den absoluten Leistungsträgern und hatte maßgeblichen Anteil am „Auf“, als er in der Hinrunde noch zu den besten ligaweit zählen konnte. Ebenso nahm er aber eine Schlüsselrolle ein im „Ab“ des KSC. Nach Bekanntgabe seines Wechsels nach Dortmund konnte er nur noch selten seine beste Leistung zeigen. Als Ersatz wurde vom Antonio da Silva verpflichtet. Der 31-Jährige – früher Spielmacher bei Mainz 05, zuletzt wenig erfolgreich in Stuttgart – soll insbesondere bei Standards das Spiel der Karlsruher beleben. Dass er dazu in der Lage ist, hat er in der ersten Runde des Pokals (5:0 in Ansbach) gezeigt: die ersten beiden Treffer entstanden aus Standardsituationen heraus. Der zweite Schlüssel-Transfer des Sommers war die Verpflichtung von Tim Sebastian. Der aus Rostock kommende Innenverteidiger soll Abwehrchef Mario Eggimann ersetzen. Wie gut ihm das gelingt entscheidet maßgeblich über den Saisonverlauf. Es sind jedenfalls große Fußstapfen in die er da tritt, war der Schweizer Eggimann schließlich über Jahre eine große Stütze in der KSC-Abwehr.

Jedoch ist die Mannschaft nicht völlig auseinandergebrochen, wie man jetzt vielleicht vorschnell meinen könnte. Zum Ende der Rückrunde konnte die Leihe von Andreas Görlitz (fehlt zum Saisonauftakt jedoch verletzungsbedingt) um ein weiteres Jahr verlängert werden. Ebenso konnte Maik Franz bis 2011 an den Verein gebunden werden. Die wichtigste gute Nachricht war aber zweifellos die Vertragsverlängerung von Trainer Edmund Becker bis 2010. Mit ihm kam erstmals seit Jahren wieder konstant Erfolg in den Verein.

Kommen wir zurück zu der oben gestellten Frage: Wohin führt der Weg des KSC? Zweifellos geht es gegen den Abstieg und ein ähnlich entspannter Klassenerhalt wie im Vorjahr erscheint sehr unwahrscheinlich. Der Großteil der Mannschaft ist aber zusammen geblieben, kennt sich, ist reifer geworden. Der Verkauf zweier Leistungsträger ist in dieser Tabellenregion nichts ungewöhnliches. Hajnal ersetzte Federico, warum sollte da Silva nicht ihn ersetzen können? Das Potential um drin zu bleiben haben die Badener – auch wenn die zweite Saison die schwerere zu sein scheint.

Zugänge:
Tim Sebastian (Hansa Rostock), Antonio da Silva (VfB Stuttgart), Stefano Celozzi (Bayern München II)

Abgänge:
Tamás Hajnal (Borussia Dortmund), Mario Eggimann (Hannover 96), Florian Dick (1. FC Kaiserslautern), Christopher Reinhard (FC Ingolstadt)

Roxeus
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VfL Bochum

Vom Fahrstuhl-Klub zum Dauerbrenner? So richtig traut man im Ruhrpott seinen Bundesligakickern und dessen Führungsetage noch nicht über den Weg. Trotzdem verspürt man in und um Bochum herum so etwas wie Kontinuität, die mit Trainer Marcel Koller Einzug gehalten hat. Der Wechsel des Sportvorstandes scheint indes reibungslos vonstatten gegangen zu sein. Stefan Kuntz, den es zurück an seine alte Wirkungsstätte, dem 1. FC Kaiserslautern zog, räumte seinen Schreibtisch für Thomas Ernst, der als Aktiver zuletzt das Tor der Roten Teufel hütete.

Nach einem beachtlichen achten Platz im Aufstiegsjahr meisterte der VfL auch das verflixte zweite Jahr im Oberhaus bravourös und sicherte sich, trotz diverser hochkarätiger Abgänge, am Ende einen guten zwölften Platz. Bis auf die Spieltage 11 und 12, als man den 16. Rang belegte, hielt sich das Team aus der Arbeiterstadt stets im gesicherten Mittelfeld auf. Sicherlich ein Verdienst des emsigen Schweizers Koller, dem es relativ schnell gelang die Neuzugänge zu integrieren. Mehr noch: Mit Stanislav Sestak, der Theofanis Gekas mehr als ersetzte, Shinji Ono und Mimoun Azaouagh, die beide im Winter kamen, pickte die sportliche Leitung erneut die viel zitierten Rosinen aus dem Kuchen und formte eine schlagkräftige Truppe, die immer wieder zu überraschen wusste.

Mit Vahid Hashemian, Paul Freier, dem Österreicher Christian Fuchs sowie Torhüter Daniel Fernandes, den man aus Griechenland von Paok Saloniki holte, wurde der Kader weiter gezielt verstärkt, wodurch Marcel Koller sogar ins Schwärmen geriet. Dies sei der beste Kader seiner Amtszeit, ließ er sich entlocken. Nicht jeder VfL-Fan erwies sich angesichts solcher Aussagen als bodenständig. Uefa-Cup-Ambitionen attestiert man dem Kader im Umfeld. Solchen Träumereien erteilten die Klub-Verantwortlichen jedoch eine klare Absage.

Tiefstapeln braucht man an der Ruhr allerdings nicht. In der Tat wirkt Kollers Team ausgeglichen wie selten zuvor ein Bochumer Bundesliga-Klub. Durch die Rückkehrer Hashemian und Freier sowie Kaloglu ist die Offensivabteilung überdurchschnittlich besetzt. Auch das Mittelfeld verspricht einiges. Altgedientes Personal wie Zdebel, Imhof und Dabrowski wurde durch die Neuzugänge Azaouagh und Ono sinnvoll ergänzt. Inwieweit Daniel Fernandes Ex-Goal-Keeper Lastuvka ersetzen kann, bleibt abzuwarten. In den Testspielen zeigte der Portugiese noch einige Unsicherheiten. Ebenfalls abzuwarten bleibt die Zusammensetzung der Abwehrkette, die durch verletzungsbedingte Ausfälle gesprengt werden könnte. Hier bereitet das Knie von Anthar Yahia (26) einige Sorgen. Yahia bildete bisher zusammen mit Maltritz ein recht erfolgsversprechendes Innenverteidigerduo, dessen Qualität durch einen Ausfall des Algeriers sicher Einbußen zu verzeichnen hätte. Paul Freier /Foto: VfL Bochum

Alles in Allem betrachtet ist die Diagnose des Umfeldes – Bochum sei angesichts des Kaders ein Uefa-Cup-Aspirant – sicherlich falsch, oder zumindest verfrüht. Sehr weit weg von den in Fankreisen erträumten Gefilden dürfte sich der VfL dennoch nicht bewegen. Ein guter Mittelfeldplatz im einstelligen Bereich sollte möglich sein, sofern man von größerem Verletzungssorgen verschont bleibt.

Zugänge: Daniel Fernandes (PAOK Saloniki), Paul Freier (Bayer Leverkusen), Christian Fuchs (SV Mattersburg), Dilaver Güclü (VfL Bochum II), Vahid Hashemian (Hannover 96), Sinan Kaloglu (Bursaspor), Andreas Lengsfeld (Jahn Regensburg)

Abgänge: Benjamin Auer (Alemannia Aachen), Tommy Bechmann (SC Freiburg), Oleksiy Byelik, Pavel Drsek, Jan Lastuvka, Martin Meichelbeck (SpVgg Greuther Fürth), Marc Sand (Austria Wien)

Mario
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FC Energie Cottbus

Am vorletzten Spieltag sicherte sich der FC Energie den Klassenerhalt durch ein 2:0 gegen den HSV. Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als sei der Abstieg nicht zu vermeiden. Doch durch eine starke Rückrunde mit Siegen gegen Bayern und dem erwähnten HSV sowie gegen die direkte Konkurrenz aus Bielefeld, Duisburg und Rostock schaffte man das Wunder.

Den Verein verlassen haben im Wesentlichen nur Spieler, die ohnehin nicht zur ersten Wahl gehört haben. Trennen will man sich noch von Christian Bassila, an dem Maccabi Tel Aviv Interesse bekundet hat. Dagegen wurde die Option bei Dimitar Rangelov gezogen, der einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

Verpflichtet wurde für den Sturm der 1,95 Meter große Emil Jula, der letzte Saison für Otelul Galatz in 33 Spielen 17 Tore in der ersten rumänischen Liga erzielte. Der Linksfuß Cagdas Atan von Trabzonspor soll die linke Abwehrseite verstärken. Mit 1,87 Metern ist er auch nicht gerade klein und mit 28 Jahren bringt er viel Erfahrung mit – unter anderem auch aus vier Länderspielen. Savo Pavicevic kommt von Vojvodina Novi Sad und hat bereits sechs Länderspiele für Montenegro bestritten. Man ist überzeugt, dass sich der 27-Jährige mit seiner lauf- und einsatzstarken Spielweise ebenfalls durchsetzen wird. Nach einem Probetraining erhielt Offensivallrounder Ivica Iliev einen Vertrag für zunächst einmal eine Saison, der aber per Option für weitere drei Jahre verlängert werden kann. Der Erbe kam ablösefrei von Paok Saloniki. Giannis Taralidis wird für das defensive Mittelfeld noch umworben, ebenso wie der Stürmer von Erzgebirge Aue, Adam Nemec.

Auf Trainer Bojan Prasnikar kommt also viel Integrationsarbeit zu. Er hat letzte Saison gezeigt, dass das nur eine seiner Fähigkeiten ist. Die Stammelf ist – anders als letztes Jahr – zusammengeblieben und wurde gezielt verstärkt. Ziel ist wieder der Klassenerhalt, der machbar ist, wenn die Neuzugänge den an sie gestellten Erwartungen gerecht werden. Doch der FC Energie wird lange kämpfen müssen, bevor das Ziel erreicht ist.

Zugänge: Peter Hackenberg, Thomas Franke, Alexander Bittroff Marc-Philipp Zimmermann (alle zweite Mannschaft), Danny Galm (Eintracht Frankfurt), Ivica Iliev (Paok Saloniki) Philipp Pentke (1860 München), Cagdas Atan (Trabzonspor), Emil Jula (Otelul Galatz), Savo Pavicevic (Vojvodina Novi Sad), Marco Kurth (Erzgebirge Aue)

Abgänge: Ovidiu Burca (Peking Guo’an), Kristian Ipsa (FC Midtjylland), Efstathios Aloneftis (Omonia Nikosia), Tomasz Bandrowski (Lech Posen), Przemyslaw Trytko (ohne Verein), Arne Feick, Martin Männel (beide Erzgebirge Aue), Sebastian Schuppan, Toni Wachsmuth (beide FC Paderborn 07), Michal Papadopulos (Mlada Boleslav)

Heiland
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DSC Arminia Bielefeld

Erst am letzten Spieltag wurde durch ein 2:2 beim VfB Stuttgart der Klassenerhalt gesichert. Die Arminia profitierte dabei von der gleichzeitigen Niederlage des Clubs daheim gegen die Knappen. Diesmal wollen die Ostwestfalen den Klassenerhalt früher sichern. Gegen den Abstieg werden sie definitiv wieder kämpfen.

Michael Frontzeck muss besonders die Abwehr umbauen und neu formieren. Die Abgänge von Petr Gabriel, der zurück in die tschechische Heimat geht und Matthial Langkamp nach Griechenland hinterlassen große Lücken in der Defensive. Hinzu kommen die Abgänge der Torhüter Dirk Heinen (Karriereende) und Matthias Hein, der ans Millerntor wechselt. Neu verpflichtet wurden das Torwarttalent Dennis Eilhoff von der TuS Koblenz als neue Nummer eins zwischen den Pfosten und Niklas Hartmann aus dem eigenen Nachwuchs als Backup. Davor baut Frontzeck auf Nico Herzig und Michael Lamey, die die hinterlassenen Löcher in der Abwehr stopfen sollen. Das wird auch notwendig sein, denn die Arminia hat letzte Saison die zweitmeisten Gegentreffer erhalten, darunter die beiden Klatschen in Bremen (1:8) und in Dortmund (1:6).

Große Hoffnungen setzt man auf der Alm in den neuen Angreifer Cris Katengo, der für 1,5 Millionen Euro von Bröndby kam und mit einem Kontrakt über drei Jahre ausgestattet wurde. Der 25-jährige Kapitän Sambias ist variabel im Angriff einsetzbar. Er soll für die nötigen Tore im Abstiegskampf sorgen.

Es wird von Beginn an gegen den Abstieg gehen. Wenn wieder ein starker Start gelingt, ist der Klassenerhalt möglich. Angesichts der neu formatierten Abwehr, die sich erst einspielen muss und der starken Aufsteiger wird es dieses Jahr eher schwerer als leichter.

Zugänge: Nico Herzig (Alemannia Aachen), Dennis Eilhoff (TuS Koblenz), Zlatko Janjic (eigene Amateure), Berat Sadik (FC Lahti), Niklas Hartmann (eigener Nachwuchs), Michael Lamey (MSV Duisburg), Cris Katengo (Bröndby IF)

Abgänge: Matthias Langkamp (Panionios Athen), Sibusiso Zuma (Mamelodi Sundowns), Tim Danneberg (Eintracht Braunschweig), Petr Gabriel (Viktoria Zizkov), Dirk Heinen, Jörg Böhme (Karriereende), Nils-Christian Schmidt (vereinslos), David Kobylik (Omonia Nikosia), Matthias Hein (St. Pauli), Ioannis Masmanidis (1. FC Nürnberg), Umut Kocin (Kayserispor), Christian Eigler (1. FC Nürnberg)

Heiland
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