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[1. Bundesliga 2008/09] Die Lage der Liga 01/34

18. August 2008, 02:18 geschrieben von Schneiderlein, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Die Lage der Liga (01/34) –
Ein Start nach Maß

Endlich ist es wieder soweit! Die mit Spannung erwartete 46. Bundesligasaison begann am Freitag in der Münchner Allianz-Arena mit einem echten Topspiel: Der FC Bayern München empfing den Tabellenvierten des Vorjahres, den Hamburger SV. Damit trafen im Eröffnungsspiel der Saison 2008/09 gleich zwei der insgesamt fünf Teams aufeinander, die mit neuen Trainern in die neue Saison gehen.

Juhu, der Ball rollt wieder! Seit vergangenem Freitag 20.45 Uhr ist die Bayernjagd 2008/09 eröffnet. Ja, der FC Bayern ist trotz gehöriger Zurückhaltung auf dem Transfermarkt wieder das Maß aller Dinge im deutschen Profifussball. So wurde mit einiger Spannung der erste Auftritt der Münchner Bayern unter dem von Presse und Fans kritisch beäugten Trainer Jürgen Klinsmann erwartet. Und am Freitag ging es für den amtierenden Meister, der in der Vorbereitung vom Verletzungspech verfolgt war und ohne wichtige Stammkräfte, allen voran Flügelflitzer Franck Ribéry und Luca Toni, seines Zeichens Torschützenkönig der vergangenen Saison, in der heimischen Allianz-Arena mit dem Hamburger SV gleich gegen einen harten Brocken. Dabei wurde auch der erste Auftritt der Hamburger unter ihrem neuen Trainer Martin Jol und ohne Mittelfeldmotor Rafael van der Vaart, der zu den Königlichen nach Madrid, dem Team von Bernd Schuster gewechselt ist, mit Spannung erwartet.

Und es war ein munterer Kick, der, via Satellit in über 180 Länder live übertragen, den Fans geboten wurde. Beide Teams waren offensiv aufgestellt. So waren am Ende die ersten vier Tore in der neuen Saison gefallen und es stand einigermaßen leistungsgerecht 2:2 unentschieden. Klinsmann, dessen Team eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab, kann dabei mit der gebotenen Leistung noch nicht rundum zufrieden sein. Martin Jols HSV dagegen, der am Wochenende noch einen aufsehenerregenden Coup auf dem Transfermarkt vermeldete (der Stürmer Mladen Petric konnte im Tausch gegen den in Hamburg glücklosen Mohamed Zidan verpflichtet werden), konnte den Erwartungen so ziemlich genügen und dabei auch spielerisch phasenweise überzeugen.

Auch Vizemeister Werder Bremen, nach fünfmaliger Champions-League-Qualifikation in Folge den Münchner Bayern am dichtesten auf den Fersen, kam am Samstag auswärts bei Arminia Bielefeld über ein Unentschieden nicht hinaus und gab eine zweimalige Führung wieder aus der Hand. Besser machte es der FC Schalke 04, der dritte ernsthafte Meisterschaftsanwärter, ebenfalls mit neuem Trainer, dem Niederländer Fred Rutten: Gegen Hannover führten die Knappen bereits nach acht Minuten mit 2:0 und gewannen am Ende hochverdient 3:0. Bordon und zwei Mal Kuranyi waren die Torschützen. Schalke gelingt es damit, auf Anhieb die Tabellenspitze zu erklimmen.

Ebenfalls mit einem 3:0 Sieg, auswärts gegen Energie Cottbus, steht neben dem FC Schalke ein Klub auf dem ersten Tabellenplatz, der wie kein anderer polarisiert und die Fans spaltet: TSG 1899 Hoffenheim, ein “Dorfverein”, gesponsort von Milliardär und SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp. Mit dem Geld von Hopp und viel Fußballfachverstand konnte hier in der Rhein-Neckar-Region Beachtliches aufgebaut werden. Und so gelang der TSG keineswegs überraschend auf Anhieb der Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga. Trainiert wird die TSG von einem Mann, dem dieses Kunststück schon einmal gelang (mit dem SSV Ulm 1846): Ralf Rangnick. Hoffenheim, der Altersschnitt der Elf auf dem Platz lag bei rund 23 Jahren, präsentierte sich offensiv und durchaus nicht so, wie man es von einem Aufsteiger erwartet. Energie Cottbus (Altersschnitt der Startelf bei rund 29 Jahren), präsentierte sich dagegen wie ein Abstiegskandidat und es darf prognostiziert werden, dass den Lausitzern nach 2007/08 erneut eine schwere Saison bevorsteht.

Überraschend stark auch Borussia Dortmund, denen bei Bayer 04 Leverkusen ein 3:2 Auswärtssieg gelang. VfL Wolfsburg dagegen, ein Verein, dem nach den enormen Investitionen in der Sommerpause mit hohen Erwartungen begegnet wird, hatte Mühe beim 2:1-Sieg gegen die Daum-Truppe des 1. FC Köln. Der VfL Bochum, dem unser Experte Mario in der MAG-Bundesligavorschau eine Saison frei von Abstiegsnöten prophezeit hat, enttäuschte beim Karlsruher SC und verlor mit 1:0.

Am Sonntag spielten dann die Frankfurter Eintracht daheim gegen Hertha BSC Berlin sowie Aufsteiger Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart. Der Berliner alten Dame gelang dabei ein durchaus überraschender Auswärtserfolg. Stuttgart konnte ebenfalls auswärts überzeugen und entschied die Partie mit einer starken ersten Halbzeit, nach der man 3:0 führte. Gladbach gelang mit dem Anschlusstreffer in Halbzeit Zwei nur noch Ergebniskosmetik.

Was bleibt nach den ersten 810 Bundesligaminuten? Zunächst einmal die Lust auf mehr! Außerdem die ernüchternde Erkenntnis, dass auch Jürgen Klinsmann nur ein Fußballtrainer, kein Wunderguru ist. Aber vielleicht lässt sich ja noch kurzfristig eine Reinkarnation von Maharishi Mahesh Yogi als Ergänzung für Klinsmanns Trainerstab scouten?

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