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[1. Bundesliga 2008/09] 4. Spieltag

14. September 2008, 23:36 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Der 4. Spieltag der 1. Fußball Bundesliga begann am Freitag mit einer denkwürdigen Spielabsage, setzte sich am Samstag mit einem denkwürdigen Revier-Derby in Dortmund fort und endete am Sonntag mit einem Debakel für Aufsteiger Gladbach in Hannover.

Der Diskussions-Thread zum 4. Spieltag

Eintracht Frankfurt : Karlsruher SC

Pop-Queen Madonna sei Dank, dass der 4. Spieltag mit einer denkwürdigen Spielabsage begann. Am Dienstag gab die Diva eines ihrer Konzerte in der Commerzbank-Arena. Die Bühne, auf der der Star seine Songs zum Besten gab, hatte den Rasen jedoch so arg ramponiert, dass große Teile des Grüns ausgewechselt werden mussten. Zwei Tage reichten selbst diesem modernen Rollrasen nicht aus, um mit dem Untergrund zu verwachsen. Zu gefährlich für die Spieler, befand Schiri Kinhöfer in Abstimmung mit Verantwortlichen der DFL und sagte das Spiel ab, nachdem er am Morgen noch grünes Licht für die Partie gegeben hatte. Ein neuer Termin ist noch nicht bekannt.

Statistik

SV Werder Bremen 3:0 (0:0) Energie Cottbus

Werder Bremen musste bei seinem ersten klaren Heimsieg in dieser Saison viel Geduld aufbringen, ehe Superstar Diego in der 75. Minute mit einem sehenswerten Distanzschuss, der den Weg genau in den Winkel des verdutzten Cottbusser Schlussmannes fand, den Bann brach. Frings und Sanogo machten dann alles klar. Gäste-Trainer Pracnikar hatte angesichts des kargen Punktekontos der Lausitzer Beton anrühren lassen. Seine Taktik ging aber nur bis eine Viertelstunde vor Schluss auf. Innerhalb von acht Minuten sprang dann ein in dieser Höhe nicht mehr für möglich gehaltener Sieg für Werder heraus, der aber absolut in Ordnung ging.

Statistik

Bremen: Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch – Baumann (63. Özil) – Frings, Jensen – Diego (84. Vranjes) – Rosenberg (73. Sanogo), Pizarro – Trainer: Schaaf

Cottbus: Tremmel – Pavicevic, Kukielka, Cvitanovic, Ziebig – Angelow (77. Vasiljevic), Rost – Sörensen, Skela, Iliev (58. Rangelow) – Jelic (84. Jula) – Trainer: Pracnikar

Tore: 1:0 Diego (75.), 2:0 Frings (80.), 3:0 Sanogo (83.)

Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Zuschauer: 38.714
Gelbe Karten: – Cvitanovic, Sörensen (3)

Hamburger SV 3:2 (1:2) Bayer Leverkusen

Zum vierten Mal gelang es dem Hamburger SV einen Rückstand aufzuholen, diesmal sogar das komplette Spiel zu drehen. Bereits nach 24 Minuten hatten Barnetta und Helmes eine beruhigende Führung für die Gäste herausgeschossen. Doch Guerreros Anschlusstreffer (36.) und der Platzverweis des unglücklich agierenden Arne Friedrich ließen das Spiel kippen. Der frühe Ausgleich nach dem Seitenwechsel durch Olic (51.) brach Leverkusen dann endgültig das Genick, ehe Neuzugang Mladen Petric der Siegtreffer für den neuen Tabellenführer gelang.

Statistik

Hamburg: Rost – Demel, Reinhardt, Mathijsen, Atouba (86. Jansen) – Jarolim, de Jong – Thiago Neves (89. Boateng), Trochowski – Guerrero, Olic (60. Petric). – Trainer: Jol

Leverkusen: Adler – Henrique, Friedrich, Haggui, Djakpa (46. Kadlec) – Rolfes – Vidal (85. Sukuta-Pasu), Renato, Barnetta (78. Dum) – Kießling, Helmes. – Trainer: Labbadia

Tore: 0:1 Barnetta (4.), 0:2 Helmes (24.), 1:2 Guerrero (36.), 2:2 Olic (51.), 3:2 Petric (72.)

Schiedsrichter: Helmut Fleischer (Sigmertshausen)
Zuschauer: 55.187
Gelb-Rote Karte: Friedrich (40.)
Gelbe Karten: Trochowski, Jarolim (2) – Vidal

Hertha BSC Berlin 2:2 (0:1) VfL Wolfsburg

Hertha wurde kalt erwischt und sah sich bereits nach 45 Sekunden im Hintertreffen. Sichtlich geschockt gelang den Berlinern auch in der Folge kaum etwas. Wolfsburg war in dieser Phase des Spiels in allen Belangen überlegen und hätte durch Grafite schon früh für die Entscheidung sorgen können, wenn nicht gar müssen. Nach dem Seitenwechsel drehte Hertha durch Kacar und Cicero das Spiel. Doch der Magath-Elf gelang durch Riether praktisch mit dem Schlusspfiff der verdiente Ausgleich, in einem Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten.

Statistik

Berlin: Drobny – Friedrich, von Bergen, Simunic, Stein – Cicero, Kacar (82. Piszczek) – Ebert (81. Lustenberger), Raffael (86. Nicu) – Woronin, Pantelic

Wolfsburg: Benaglio – Riether, Ricardo Costa, Barzagli, Schäfer – Josue (46. Santana) – Hasebe, Gentner (70. Reiche) – Misimovic – Dejagah (80. Dzeko), Grafite

Tore: 0:1 Ricardo Costa (1.), 1:1 Kacar (57.), 2:1 Cicero (85.), 2:2 Riether (90.)

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Zuschauer: 38.921
Gelbe Karten: Ebert (2), Cicero

Borussia Dortmund 3:3 (0:2) FC Schalke 04

Die Mutter aller Derbys war diesmal emotionsgeladen wie selten zuvor. Schalke hatte das Match nach 54 Minuten eigentlich schon entschieden. Als Westermann zur 3:0-Führung traf, schien auch der vierte Treffer lediglich eine Frage der Zeit zu sein. Doch Kevin Kuranyi schaffte es, selbst aus zwei Metern Entfernung am Tor vorbei zu köpfen, wollte es wohl zu lässig machen. Irgendwie konzentrierte man sich auf Seiten der Blauen nur noch auf Demütigung des Gegners. Spätestens als Subotic der Anschlusstreffer gelang (67.), übernahm der BVB endgültig das Spielgeschehen und kam durch den eingewechselten Frei tatsächlich zum viel umjubelten Ausgleich, der in der 89. Minute einen äußerst fragwürdigen Elfmeter verwandeln konnte. Schiedsrichter Lutz Wagner hatte auf Handspiel im Strafraum entschieden, was die Schalker Gemüter verständlicherweise sichtlich erhitzte. Wagner war wohl so ziemlich der einzige, der ein Handspiel gesehen hatte. Zuvor durften Pander und Ernst frühzeitig zum Duschen. Auch auf Seiten des BVB ging man mit der Leistung des Unparteiischen hart ins Gericht. Rafinha hätte nach einer Tätlichkeit schon früh vom Platz gestellt werden müssen, sah aber zum Erstaunen des Publikums nur Gelb und konnte so in der 39. Minute für den 2:0-Zwischenstand sorgen. Da passte es ganz gut ins Bild, dass Schiedsrichter Wagner beim 2:3 durch Alexander Frei eine klare Abseitsstellung des Dortmunders übersah, was im Stadion allerdings kaum jemandem aufgefallen war. Bezeichnenderweise bewies Wagner selbst beim Schlusspfiff wenig Fingerspitzengefühl und ließ ungeachtet der vielen Zwischenfälle lediglich 30 Sekunden nachspielen, zu einem Zeitpunkt, als Dortmund dem Führungstreffer, nicht zuletzt durch die Überzahl, sehr nahe war.

Ausführlicher Spielbericht zum Derby

Statistik

Dortmund: Weidenfeller – Rukavina, Subotic, Hummels, Lee – Blaszczykowski, Hajnal (67. Tinga), Kehl, Kringe – Valdez (46. Frei), Zidan (64. Klimowicz). – Trainer: Klopp

Schalke: Fährmann – Rafinha, Bordon, Krstajic, Pander – Jones, Ernst, Westermann – Asamoah (78. Kobiaschwili), Kuranyi, Farfan (75. Höwedes). – Trainer: Rutten

Tore: 0:1 Farfan (20., Handelfmeter), 0:2 Rafinha (39.), 0:3 Westermann (54.), 1:3 Subotic (67.), 2:3 Frei (71.), 3:3 Frei (89., Handelfmeter)

Schiedsrichter: Lutz Wagner (Hofheim)
Zuschauer: 80.552 (ausverkauft)
Rote Karte: Ernst (78.)
Gelb-Rote Karte: Pander (73.)
Gelbe Karten: Subotic (2), Hajnal, Hummels (2) – Rafinha

1899 Hoffenheim 0:0 (0:0) VfB Stuttgart

In einem trostlosen bis langweiligen Spiel mit wenigen Höhepunkten stellte 1899 Hoffenheim das agilere Team und hätte einen Sieg durchaus verdient gehabt.

Statistik

Hoffenheim: Özcan – Beck, Nilsson, Compper, Ibertsberger – Weis, Luiz Gustavo, Salihovic (79. Teber) – Carlos Eduardo (73. Copado) – Ba, Ibisevic (60. Obasi). – Trainer: Rangnick

Stuttgart: Lehmann – Boulahrouz (84. Mandjeck), Tasci, Delpierre, Boka – Khedira, Hitzlsperger – Lanig, Simak (73. Fischer), Hilbert (79. Rudy) – Gomez. – Trainer: Veh

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Zuschauer: 26.300 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Beck, Salihovic (2), Ba (2), Luiz Gustavo (2) – Khedira (2), Lehmann, Lanig, Boulahrouz

1. FC Köln 0:3 (0:0) FC Bayern München

In der Nationalelf gelingt im nichts, bei Bayern München fast alles. Gemeint ist Luca Toni, seines Zeichens wieder einmal zweifacher Torschütze und Wegbereiter zum 3:0 durch Lukas Podolski. Konnte der Aufsteiger das Spiel im ersten Abschnitt noch weitgehend ausgeglichen gestalten, so setzte sich nach dem Seitenwechsel mehr und mehr die individuelle Klasse des Rekordmeisters durch. Nach dem 0:2 durch Doppel-Toni (60.) hätte die Partie gut und gerne in einem Debakel für Köln enden können. Fast jeder Angriff gegen weit aufgerückte Dom-Städter führte zu einer Chance. Doch lediglich der verlorene Sohn des Kölner Publikums durfte sich nach Vorarbeit von Luca Toni noch in die Torschützenliste eintragen. Eine schöne Geste, dass Prinz Poldi, als Zeichen seiner Zuneigung zu “seinen” Fans, jeglichen Jubel vermissen ließ.

Statistik

Köln: Mondragon – McKenna, Geromel, Mohamad, Brecko – Petit, Matip (65. Broich) – Radu (77. Vucicevic), Antar, Chihi (65. Sanou) – Novakovic. – Trainer: Daum

München: Rensing – Lucio, Demichelis, van Buyten – Lell (67. Oddo), Ottl, Lahm – Schweinsteiger (70. Borowski), Ze Roberto – Toni, Klose (57. Podolski). – Trainer: Klinsmann

Tore: 0:1 Toni (53.), 0:2 Toni (60.), 0:3 Podolski (90.+1)

Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Brecko

VfL Bochum 2:0 (2:0) Arminia Bielefeld

In einem Spiel mit mäßigem Unterhaltungswert setzte sich am Ende die Heimmannschaft verdient mit 2:0 gegen enttäuschende Bielefelder durch. Die Ostwestfalen verstanden es zu keinem Zeitpunkt des Spiels selbst Akzente zu setzen und den VfL unter Druck zu setzen. Zwar bot sich den Arminen in den Schlussminuten noch die eine oder andere Chance zum Anschlusstreffer. Dies war aber eher der verwaltenden Spielweise des Gastgebers geschuldet als dem eigenen Willen, dem Spiel eine Wendung zu geben. Am Ende stand ein ungefährdeter Erfolg der Bochumer, die sich nach drei sieglosen Spielen etwas befreien konnten. Bielefeld hingegen wartet weiter auf den ersten Sieg und steht im nächsten Heimspiel am Samstag gegen Aufsteiger Köln gehörig unter Druck.

Statistik

Bochum: Fernandes – Pfertzel, Maltritz, Yahia (66. Mavraj), Bönig – Freier (75. Ono), Azaouagh, Imhof, Dabrowski – Sestak, Mieciel (83. Zdebel) – Trainer: Koller

Bielefeld: Eilhoff – Lamey, Bollmann, Kucera, Schuler – Kauf – Katongo (86. Aigner), Kirch, Marx (66. Janjic), Halfar (66. Sadik) – Wichniarek – Trainer: Frontzeck

Tore: 1:0 Mieciel (22.), 2:0 Pfertzel (26.)

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 20.739
Gelbe Karte: Sestak (2) –

Hannover 96 5:1 (2:0) Borussia M’Gladbach

Aufsteiger Borussia Mönchengladbach kam am Abend bei bis dahin torlosen Hannoveranern gehörig unter die Räder. Bis zur 32. Minute konnten die Rheinländer die Partie noch weitgehend ausgeglichen gestalten. Als Huszti der Führungstreffer gelang, zeigte sich Gladbach in der Folge konsterniert und unbeholfen. Noch vor der Pause konnte Jan Schlaudraff auf 2:0 erhöhen. Im zweiten Abschnitt war es wieder Huszti (47.), der den Startschuss zu einem wahren Gladbacher Debakel gab und das Match somit zum munteren Scheibenschießen für die Niedersachsen mutieren ließ.

Statistik

Hannover: Enke – Balitsch, Eggimann, Vinicius, Christian Schulz (33. Ismael) – Jankow (79. Pinto), Bastian Schulz – Huszti (89. Stajner), Bruggink, Schlaudraff – Forssell – Trainer: Hecking

Mönchengladbach: Heimeroth – Ndjeng, Callsen-Bracker, Brouwers, Daems – Paauwe (14. Coulibaly), Alberman – Matmour, Baumjohann, Marin (72. Rösler) – Friend – Trainer: Luhukay

Tore: 1:0 Huszti (32.), 2:0 Schlaudraff (43.), 3:0 Huszti (47. ), 3:1 Friend (54.), 4:1 Schlaudraff (67.), 5:1 Forssell (86., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 41.362
Gelbe Karten: Vinicius, Eggimann – Friend, Coulibaly, Daems (3)

Die Tabelle

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
1. Hamburger SV 4 11:7 10
2. FC Bayern München 4 10:4 8
3. FC Schalke 04 4 8:4 8
4. Borussia Dortmund 4 8:6 8
5. VfB Stuttgart 4 5:3 7
6. 1899 Hoffenheim 4 6:5 7
7. Bayer Leverkusen 4 11:8 6
8. VfL Wolfsburg 4 8:7 6
9. SV Werder Bremen 4 8:6 5
10. Hertha BSC Berlin 4 6:7 5
11. VfL Bochum 4 4:4 4
12. Hannover 96 4 5:6 4
13. 1. FC Köln 4 4:6 4
14. Karlsruher SC 3 2:4 3
15. Borussia M’Gladbach 4 5:11 3
16. Eintracht Frankfurt 3 3:5 2
17. Arminia Bielefeld 4 5:9 2
18. Energie Cottbus 4 0:7 1

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