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[1. Bundesliga 2008/09] 2:5 - sensationelles Bayern-Debakel gegen Bremen

21. September 2008, 16:56 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Angesichts eines gelungenen Champions-League-Comebacks in Bukarest und der Bremer Blamage beim Auftakt gegen Famagusta ging der FC Bayern favorisiert in das Nord-Süd-Derby.

Werders Verletztenliste und ein holpriger Saisonstart ließen zudem nichts Gutes auf Bremer Seite erahnen. Doch wie so oft im Fußball, kam alles ganz anders.

Der Spieltag in der Übersicht

FC Bayern München 2:5 (0:2) SV Werder Bremen

Im Vorfeld der Partie wurde lediglich über die Höhe des Bayern-Sieges spekuliert. Zu extrem waren die Unterschiede in der derzeitigen Verfassung der beiden Top-Teams. Bayern hatte nach mäßigem Saisonstart und dem anschließenden Champions-League-Auftaktsieg mehr und mehr in die Erfolgsspur gefunden, während Bremen bei seinem Heimauftritt in der Königsklasse mit dem 0:0 gegen Famagusta eine deftige Blamage einfuhr. Zudem gab die Verletztenliste Werders wieder einmal Anlass zur Sorge. Ohne die verhinderten Torsten Frings, Clemens Fritz, Daniel Jensen und Hugo Almeida reisten die Grün-Weißen zum Rekordmeister. Dieser konnte bis auf den erneuten Ausfall Franck Riberys, dessen Comeback durch eine Muskelverhärtung verschoben werden musste, nahezu aus den Vollen schöpfen. Für Miroslaw Klose, den man angesichts seiner bisherigen Bundesliga-Auftritte nicht unbedingt vermissen würde, kam Lukas Podolski zum Einsatz. Jürgen Klinsmann startete mit der vor Saisonbeginn viel diskutierten Dreierabwehrkette. Ob diese taktische Finesse zum anschließenden 2:5-Debakel aus Sicht der Bayern führte, darüber darf jetzt diskutiert werden.

Der Thread zum Spieltag

Werder agierte von Beginn an aus einer kompakten Abwehr heraus und überließ Bayern weitgehend das Spielgeschehen, ohne dabei allerdings in größere Gefahr zu geraten. Entschlossen in der Zweikampfführung, Ball gewand und zielstrebig im Konterspiel, waren es die Hansestädter, die immer wieder gefährlich vor das Münchner Tor kamen. Der Rekordmeister hingegen verstand es nicht die Gäste so unter Druck zu setzen, dass daraus entscheidende Fehler resultierten. Im Abwehrverhalten zeigte man sich sorglos, im Stellungsspiel unkonzentriert. Dies wusste Bremen auszunutzen und kam nach 30 Minuten durch Rosenberg, nach mustergültigem Zuspiel von Özil, zum Führungstreffer. Bayern zeigte sich in der Folge bemüht schnell zum Torerfolg zu kommen, während sich Bremen keineswegs veranlasst sah, seine taktische Marschroute zu ändern. Noch vor der Pause war es dann Naldo, der einen von Torhüter Rensing nach vorne abgewehrten Ball zum 2:0 einschob. Einen von Özil in den Strafraum gezirkelten Freistoß, der eigentlich als Flanke gedacht war, überraschte den Kahn-Nachfolger derartig, dass dieser den Ball nicht festhalten konnte. Auffällig war in dieser Szene allerdings, dass die gesamte Hintermannschaft der Bayern stehen blieb, während drei Bremer alleine vor Rensing den Torschützen unter sich ausmachen durften.

Jürgen Klinsmann stellte mit Beginn des zweiten Abschnitts um, brachte Oddo und Borowski für Lell und van Buyten. Die Defensive agierte jetzt mit einer Viererkette. Doch auch diese taktische Änderung sollte sich in der Folge nicht als Lösung der bayrischen Probleme herausstellen.
Wer mit Beginn der zweiten Halbzeit einen Sturmlauf des Meisters erwartete, sah sich getäuscht. Angesichts der Konterstärke Bremens ließen die Bemühungen der Hausherren auch nach der Pause die nötige Entschlossenheit vermissen. Luca Toni hatte den Anschlusstreffer dennoch zwei mal auf dem Fuß, vergab aber aus aussichtsreicher Position. Werder blieb weiterhin bei seiner Taktik der Nadelstiche und beschränkte sich auf Tempogegenstöße. Einer dieser Nadelstiche mündete schon in der 54. Minute im vorentscheidenden 3:0. Allzu sorglos durfte Diego einen verunglückten Pass im Mittelfeld aufnehmen und Özil bedienen. Dieser nahm Fahrt auf, enteilte seinem Bewacher Oddo und hämmerte das Leder am chancenlosen Bayern-Keeper vorbei in den Winkel. Nur fünf Minuten dauerte es bis zum nächsten katastrophalen Abwehrschnitzer der Bayern. Diesmal durfte Neuzugang Pizarro am Fünfmeterraum ein Zuspiel von Rosenberg aufnehmen und durch die Beine des verdutzten Rensing hindurch zum 4:0 einschieben. Dieser ärgerte sich mächtig über das Abwehrverhalten und schimpfte mit seinen Vorderleuten. Da passte es ganz gut ins Bild, dass sich der Torhüter selbst für das fünfte Tor Bremens verantwortlich zeichnete. Wieder war der 24-Jährige nach einer Freistoßflanke uninspiriert zu Werke gegangen, traf den Ball nicht richtig und durfte Rosenberg anschließend zu seinem zweiten Treffer beglückwünschen, der Nutznießer des erneuten Missgeschicks des Münchener Torhüters wurde.

Dass Tim Borowski mit seinen beiden Treffern in der 71. und 85. Minute für eine etwas bessere Ergebnis-Arithmetik sorgen durfte, lag sicherlich daran, dass seine Ex-Kollegen im Gefühl des sicheren Sieges sorgloser im Abwehrverhalten wurden. An der deftigen Blamage des Rekordmeisters änderte sich dadurch aber keineswegs etwas.

Statistik

München: Rensing – Lucio, Demichelis, van Buyten (46. Borowski) – Lell (46. Oddo), van Bommel, Lahm – Ze Roberto (67. Sosa), Schweinsteiger – Toni, Podolski. – Trainer: Klinsmann

Bremen: Wiese – Prödl, Mertesacker, Naldo, Boenisch – Baumann (46. Hunt) – Vranjes, Özil (77. Niemeyer) – Diego – Rosenberg (70. Sanogo), Pizarro. – Trainer: Schaaf

Tore: 0:1 Rosenberg (30.), 0:2 Naldo (45.), 0:3 Özil (54.), 0:4 Pizarro (59.), 0:5 Rosenberg (67.), 1:5 Borowski (71.), 2:5 Borowski (85.)

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Demichelis – Baumann, Vranjes


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