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[1. Bundesliga 2008/09] 6. Spieltag

28. September 2008, 22:42 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Der 6. Spieltag der Fußball Bundesliga begann am Freitag mit dem überraschenden Sieg des Aufsteigers Köln gegen Meisterschaftsaspirant Schalke 04, setzte sich mit einem Fußballfeuerwerk in Bremen zwischen Werder und Hoffenheim fort und endete am Sonntag mit der ersten Niederlage des VfL Wolfsburg

1. FC Köln 1:0 (1:0) FC Schalke 04

Im dritten Anlauf gelang dem 1. FC Köln der ersehnte Heimsieg, ausgerechnet gegen Meisterschaftsanwärter Schalke 04. Keineswegs glücklich, eher sogar hoch verdient, schlug der Aufsteiger enttäuschende Schalker, die zu keiner Phase des Spiels annähernd den Erwartungen gerecht wurden. In der ersten Halbzeit erspielten sich die Geißböcke ein immenses Übergewicht und ließen zahlreiche Torchancen ungenutzt. Zwar mussten die Rheinländer mit zunehmender Spieldauer mehr und mehr dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Dennoch gelang es den Königsblauen selten für Gefahr für das von Mondragon gehütete Tor zu sorgen. Schalke büßte damit die Tabellenführung vorerst ein. Köln hingegen kann sich sich zunächst von der Abstiegszone absetzen.

Statistik

Köln: Mondragon – Brecko, Geromel, Mohamad, Wome – Petit, Pezzoni – Vucicevic (83. Radu), Antar, Ehret (78. Chihi) – Novakovic (90.+1 McKenna)

Schalke: Fährmann – Rafinha, Bordon, Krstajic, Pander – Westermann, Jones, Engelaar (87. Asamoah) – Farfan, Kuranyi (69. Altintop), Rakitic (46. Sanchez)

Tor: 1:0 Mohamad (43.)

Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Ehret, Geromel (2) – Rafinha (2), Sanchez, Farfan

SV Werder Bremen 5:4 (4:2) 1899 Hoffenheim

Im Nachhinein kann man nur 42 100 Glückwünsche aussprechen. Glückwunsch an alle diejenigen, die dieses Fußballfeuerwerk live miterleben durften. Werder führte durch zum Teil sehenswerte Treffer relativ schnell mit 4:1 gegen keineswegs schwache Hoffenheimer, die jederzeit mithalten konnten, sich aber unglücklich im Abschluss zeigten. Was dann geschah, zeigte eindrucksvoll die spielerische Klasse des Aufsteigers, der das Spielgeschehen – angesichts des hohen Rückstandes zur Überraschung aller – an sich riss und mit Vehemenz auf den Anschluss drängte. Als Compper in der 71. Minute zum hochverdienten Ausgleich traf, war auch der letzte im Stadion respekterfüllt und erstaunt zugleich. Werder, das jetzt sogar Gefahr lief den sicher geglaubten Sieg – nicht zuletzt aufgrund der Hinausstellung von Mertesacker – gegen eine Niederlage tauschen zu müssen, zeigte jedoch Charakter und kam durch den überragenden Mesut Özil zum aus Bremer Sicht schmeichelhaften Siegtreffer.

Statistik

Bremen: Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch (58. Pasanen) – Frings – Hunt (65. Prödl), Özil – Diego – Rosenberg (65. Vranjes), Pizarro
Trainer: Schaaf

Hoffenheim: Özcan – Beck, Nilsson, Compper, Ibertsberger – Teber (46. Weis), Luiz Gustavo, Salihovic – Ba, Ibisevic, Obasi
Trainer: Rangnick

Tore: 1:0 Özil (8.), 1:1 Ba (15.), 2:1 Pizarro (16.), 3:1 Diego (21.), 4:1 Hunt (30.), 4:2 Salihovic (36.), 4:3 Ibisevic (62., Foulelfmeter), 4:4 Compper (71.), 5:4 Özil (81.)

Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)
Rote Karte: Mertesacker nach einer Notbremse (62.)
Gelbe Karte: Salihovic (3)

Hamburger SV 1:0 (1:0) Borussia M’Gladbach

In einem über weite Strecken unansehnlichen Spiel siegte am Ende das agilere, druckvollere Team. Gladbachs Trainer Luhukay hatte angesichts der prekären Situation reichlich Beton angerührt und sein Team auf Defensive eingeschworen. Entsprechend schwer tat sich der HSV auf der Suche nach Lücken im gegnerischen Abwehrverbund. Gut aus Sicht der Norddeutschen, dass Neuzugang Mladen Petric relativ früh fündig wurde und bereits nach 13. Minuten zum entscheidenden 1:0 traf, denn der weitere Verlauf des Spiels hatte den Charakter eines niveauarmen Kicks, aus dem oftmals kein Sieger hervorgeht.

Statistik

Hamburg: Rost – Demel, Reinhardt, Mathijsen, Atouba – de Jong – Jarolim, Thiago Neves (58. Pitroipa), Jansen (63. Trochowski) – Petric (89. Alex Silva), Olic
Trainer: Jol

Mönchengladbach: Heimeroth – Gohouri, Callsen-Bracker (69. Marin), Brouwers, Daems – Alberman, Paauwe, Jaures – Ndjeng (85. Neuville), Matmour (9. Coulibaly) – Friend
Trainer: Luhukay

Tor: 1:0 Petric (11.)

Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: – Daems (4)

Hannover 96 1:0 (1:0) FC Bayern München

Was ist bloß mit dem amtierenden Meister los? Klinsmanns Kicker zeigten sich nach dessen verordneter Rotation uninspiriert und pomadig. Nach Husztis sehenswertem Freistoßtor zur Führung der Niedersachsen hatte Bayern immerhin 67 Minuten Zeit, um das Ergebnis zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Doch weder Tim Borowski, der sich seinen Einsatz von Beginn an durch seine letzten Auftritte redlich verdient hatte, noch die eingewechselten Podolski und Ribery konnten dem Spiel des Rekordmeisters die entscheidenden Impulse geben. Hannover, das sich gegenüber dem 0:4-Debakel vom vergangenen Wochenende stark verbessert präsentierte, reichte eine engagierte Deckungsarbeit, um den 1:0-Vorsprung ins Ziel zu retten. Bayern stürzt damit ins Mittelfeld der Tabelle ab und hat in den nächsten Tagen einiges aufzuarbeiten.

Statistik

Hannover: Enke – Cherundolo, Fahrenhorst, Vinicius, Rausch – Balitsch, Christian Schulz – Stajner (90.+1 Krebs), Schlaudraff, Huszti (90. Lala) – Forssell (77. Hanke)
Trainer: Hecking

München: Rensing – Lell (14. Oddo), Breno, Demichelis, Lahm – Ottl (64. Podolski), van Bommel – Borowski (46. Ribery), Sosa – Toni, Klose
Trainer: Klinsmann

Tor: 1:0 Huszti (23.)

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Demichelis (2)

Hertha BSC Berlin 0:1 (0:1) Energie Cottbus

Energie Cottbus kann doch noch gewinnen, während Hertha BSC Berlin weiter auf den ersten Heimsieg warten muss. Dies, und vielleicht Branco Jelic´ entscheidender Treffer in der 13. Minute, waren die Erkenntnisse dieses Matches, das die Bezeichnung Bundesligaspiel überwiegend nicht verdient hatte. Trainer Prasnikar hatte sein Team ein mal mehr auf Defensive eingeschworen. Im Gegensatz zu den bisherigen Begegnungen stach die Taktik diesmal, gegen ideenlose Berliner, die das von Torhüter Tremmel gehütete Tor nur selten in Gefahr bringen konnten. Cottbus verschafft sich durch den ersten Auswärtssieg im Abstiegskampf etwas Luft und darf die Rote Laterne zunächst abgeben. Hertha BSC hingegen verkörpert nach gutem Start das, was der derzeitige Tabellenplatz hergibt, nämlich Mittelmaß.

Statistik

Berlin: Drobny – Chahed, Friedrich, Simunic, Stein (73. Domowtschiski) – Lustenberger (68. Dardai), Cicero – Raffael (67. Piszczek), Nicu – Woronin, Pantelic.
Trainer: Favre

Cottbus: Tremmel – Pavicevic, Kukielka, Cvitanovic, Cagdas – Angelow (60. Mitreski), Rost – Sörensen (87. Radeljic), Skela, Iliev – Jelic (66. Vasiljevic).
Trainer: Prasnikar

Tor: 0:1 Jelic (13.)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Nürnberg)
Zuschauer: 42.297
Gelbe Karten: Woronin – Tremmel, Kukielka (2), Vasiljevic

VfL Bochum 2:3 (0:2) Bayer Leverkusen

Bayer Leverkusen ist auf seinem Siegeszug scheinbar nicht zu stoppen. Auch in Bochum führten Bruno Labbadias Schützlinge schnell mit 2:0. Anders als im Heimspiel gegen Hannover, überließen die Rheinländer die Spielführung in der Folge jedoch mehr und mehr dem Gegner und besannen sich auf Ergebnisverwaltung. Und hätte Patrick Helmes in der 61. Minute nicht zum 3:0 getroffen, wäre es bestimmt nicht zum Sieg für Leverkusen gekommen. Aber wie heißt es so schön: Der Konjunktiv ist der Feind des Verlierers. Helmes traf und Bochums Aufholjagd reichte lediglich zum Anschlusstreffer in der 81. Minute. Mit Glück und Geschick rettete Bayer den am Ende glücklichen Sieg über die Zeit und rückte damit auf den 2. Tabellenplatz vor.

Statistik

Bochum: Fernandes – Pfertzel (65. Azaouagh), Maltritz, Yahia, Christian Fuchs – Zdebel (54. Schröder) – Freier, Dabrowski – Ono (79. Mavraj) – Sestak, Kaloglu.
Trainer: Koller

Leverkusen: Adler – Castro, Friedrich, Henrique, Kadlec – Rolfes – Renato Augusto (90. Hegeler) – Vidal, Barnetta (73. Dum) – Kießling, Helmes (73. Gekas).
Trainer: Labbadia

Tore: 0:1 Vidal (6.), 0:2 Renato Augusto (21.), 0:3 Helmes (61. ), 1:3 Sestak (80.), 2:3 Kaloglu (81.)

Schiedsrichter: Jochen Drees (Mainz)
Zuschauer: 24.843
Rote Karte: Yahia wegen groben Foulspiels (84.)
Gelbe Karten: Kaloglu, Pfertzel, Dabrowski (3)

Borussia Dortmund 3:0 (2:0) VfB Stuttgart

Als Fan von Borussia Dortmund erlebt man derzeit eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Am Sonntag noch gedemütigt, verschmäht, mit einer 1:4-Packung aus Hoffenheim abgereist; am Mittwoch dann der knappe Pokalerfolg gegen Hertha BSC Berlin, gefolgt vom eindrucksvollen Sieg gegen ambitionierte Stuttgarter.

Stark ersatzgeschwächt, zeigte Borussia Dortmund eine ansehnliche, kampfbetonte, von hoher Laufbereitschaft geprägte Partie. Bereits nach 20 Minuten lag Klopps Team komfortabel vorne und drängte weiter. Stuttgart setzte wenige Glanzpunkte und kam bei den seltenen Gegenangriffen kaum zu zwingenden Torchancen. Doch erst als Alexander Frei wieder einmal seine Joker-Qualitäten bewies und zum entscheidenden 3:0 getroffen hatte, war die Gegenwehr der Schwaben endgültig gebrochen. Dortmund bewies nach der herben 1:4-Niederlage bei Aufsteiger Hoffenheim Moral und spielte sich innerhalb zweier wichtiger Partien zurück in die Herzen der Fans. Stuttgart hingegen befindet sich weiterhin auf der Suche nach Konstanz und verspielte eine mögliche Tabellenführung.

Statistik

Dortmund: Weidenfeller – Lee, Subotic, Felipe Santana, Schmelzer – Kehl – Blaszczykowski, Kringe, Tinga (54. Kruska) – Hajnal (79. Sahin) – Valdez (57. Frei).
Trainer: Klopp

Stuttgart: Lehmann – Boulahrouz (61. Mandjeck), Delpierre, Tasci, Magnin (46. Boka) – Khedira – Lanig (46. Marica), Hitzlsperger – Hilbert – Gomez, Cacau.
Trainer: Veh

Tore: 1:0 Hajnal (11.), 2:0 Felipe Santana (20.), 3:0 Frei (73. )

Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Zuschauer: 71.200
Gelbe Karten: Tinga – Lehmann (2), Tasci (2), Boulahrouz (2)

Eintracht Frankfurt 1:1 (0:1) Arminia Bielefeld

Eintracht Frankfurt wartet auch nach dem 6. Spieltag weiter auf den ersten Sieg. Selbst gegen schwache Bielefelder, die nach ihrer Führung und weiteren guten Torchancen bereits nach ca 1/2 Stunde den Gastgebern das Feld überließen, reichte es lediglich zu einem glücklichen Punktgewinn. Benjamin Köhler war es, der in der 87. Minute für seine Verhältnisse völlig ungewohnt per Kopf zum Ausgleich traf. Zu pomadig wirkten die Hessischen Angriffsbemühungen nach dem frühen Rückstand über weite Strecken des Spiels. Erst die Einwechselungen von Steinhöfer und Caio brachten mehr Offensivdrang ins Geschehen. Aber auch der Punktgewinn, mit dem Bielefeld sicherlich gut leben kann, ist für Eintracht Frankfurt viel zu wenig. Die ca. 37 000 Zuschauer in der Commerzbank-Arena quittierten den Auftritt ihrer Schützlinge mit Pfiffen und ließen ihrem Unmut freien Lauf. Nicht selten waren “Funkel raus”- Rufe zu vernehmen.

Statistik

Frankfurt: Nikolov – Ochs, Russ, Bellaid, Spycher – Inamoto,
Fink (59. Steinhöfer) – Köhler, Toski (59. Caio), Fenin – Liberopoulos (74. Tsoumou).
Trainer: Funkel

Bielefeld: Eilhoff – Lamey, Herzig, Kucera, Schuler – Kauf – Kirch (38. Laas), Tesche – Marx – Katongo (88. Halfar), Wichniarek
(84. Janjic).
Trainer: Frontzeck

Tore: 0:1 Wichniarek (7.), 1:1 Köhler (87.)

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Zuschauer: 37.600
Gelbe Karten: Russ, Ochs (2), Liberopoulos – Marx (2)

Karlsruher SC 2:1 (0:0) VfL Wolfsburg

Überraschend, angesichts der Wolfsburger Favoritenstellung, kam der Karlsruher SC am Abend zu seinem zweiten Heimsieg. Wolfsburg diktierte zwar über weite Strecken das Spielgeschehen, ließ aber selbst hochkarätige Chancen ungenutzt. Grafite erwies seinem Team dann einen Bärendienst und durfte nach uninspiriertem Foulspiel an Torhüter Miller (71.) frühzeitig zum Duschen. Sebastian Freis nutzte die Karlsruher Überzahl und traf zum entscheidenden 2:0 (75.). Wolfsburg musste damit die erste Niederlage einstecken und verpasste den anvisierten Sprung auf den dritten Platz, während sich der KSC mit seinem zweiten Sieg etwas aus der Abstiegszone befreien konnte.

Statistik

Karlsruhe: M. Miller (87. Kornetzky) – Celozzi, Sebastian, Franz, Eichner – Mutzel, Porcello – Timm (82. Aduobe), da Silva (89. Carnell), Iashvili – Freis
Trainer: Becker

Wolfsburg: Benaglio – Riether, Madlung, Barzagli, M. Schäfer – Hasebe (78. Ricardo Costa), Josué – Dejagah ( 78. Saglik), Misimovic, Gentner (56. Dzeko) – Grafite
Trainer: Magath

Tore: 1:0 Porcello (51.), 2:0 Freis (75.), 2:1 Ricardo Costa (79.)

Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 25.934
Gelbe Karten: Mutzel – Franz, Madlung
Gelb-Rote Karte: Grafite (71.)

Die Tabelle

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
1. Hamburger SV 6 12:10 13
2. Bayer Leverkusen 6 18:10 12
3. SV Werder Bremen 6 18:12 11
4. FC Schalke 04 6 9:5 11
5. Borussia Dortmund 6 12:10 11
6. 1899 Hoffenheim 6 14:11 10
7. VfB Stuttgart 6 8:7 10
8. VfL Wolfsburg 6 12:9 9
9. FC Bayern München 6 12:10 8
10. Hertha BSC Berlin 6 7:8 8
11. 1. FC Köln 6 5:8 7
12. Hannover 96 6 6:10 7
13. Arminia Bielefeld 6 8:10 6
14. Karlsruher SC 5 5:8 6
15. VfL Bochum 6 7:8 5
16. Energie Cottbus 6 2:8 5
17. Eintracht Frankfurt 5 4:7 3
18. Borussia M’Gladbach 6 5:13 3

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