[1. Bundesliga 2008/09] 9. Spieltag
27. Oktober 2008, 13:33 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Irgendwie war der zweite Teil des 9. Spieltages bisher der Spieltag der Rückkehrer, derer, die bereits verlorene Spiele drehten und zu ihren Gunsten entschieden. Derer, die vor Wochenfrist inmitten einer handfesten Krise steckten. Bayern München drehte das bereits verloren geglaubte Heimspiel gegen starke Wolfsburger nach 0:2 Rückstand, genauso wie Eintracht Frankfurt ebenfalls nach 0:2 Rückstand das bereits verloren geglaubte Auswärtsspiel bei Energie Cottbus in einen Sieg umwandelte. Die Trainer beider Mannschaften können nach zuletzt turbulenten Wochen wieder etwas durchatmen.
Am Sonntag lieferte Aufsteiger Hoffenheim eine erneute Galavorstellung in Sachen Powerfußball und schickte überforderte Hamburger mit 3:0 heim, die damit noch gut bedient waren.
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| Bayer Leverkusen | 2:0 (0:0) | 1. FC Köln |
Nach drei Siegen in Folge wurde der Höhenflug des 1. FC Köln gestoppt. Sichtlich selbstbewusst präsentierten sich die Domstädter kompakt und aggressiv im Deckungsverbund, ließen Leverkusen kaum Luft zum Atmen und warteten auf Kontermöglichkeiten. Im ersten Abschnitt blieben Torraumszenen auf beiden Seiten Mangelware. Auch im zweiten Abschnitt änderte sich das Bild kaum. Erst als Manuel Friedrich in der 67. Minute nach einer Ecke zur Leverkusener Führung getroffen hatte, lockerte Köln die defensive Grundeinstellung und kam selbst zu einigen Chancen. Doch anstelle des verdienten Ausgleichstreffers erhöhte Theofanis Gekas per Foulelfmeter auf 2:0 für die Bayer-Elf, die damit zumindest vorübergehend den Hamburger SV von der Tabellenspitze verdrängt.
Statistik
Leverkusen: Adler – Castro, Friedrich, Henrique, Kadlec – Rolfes – Vidal, Renato Augusto (90.+1 Haggui), Schwegler (88. Dum) – Helmes (79. Gekas), Kießling. – Trainer: Labbadia
Köln: Mondragon – Brecko, Geromel, Mohamad, Wome – Petit, Pezzoni (81. McKenna) – Vucicevic, Antar, Ehret (72. Chihi) – Novakovic. – Trainer: Daum
Tore: 1:0 Friedrich (67.), 2:0 Gekas (84., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Zuschauer: 22.500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: – Mohamad, Novakovic, Pezzoni, Mondragon
| FC Bayern München | 4:2 (1:2) | VfL Wolfsburg |
Nicht wenige in der Allianz-Arena sahen sich nach 33 Minuten in die Vergangenheit zurück versetzt. Am 5. Spieltag führte Werder Bremen auch komfortabel mit 2:0. Am Ende wurde es bekanntermaßen zu einem Debakel für Bayern. Ob Franck Ribery, der beim Heimdebakel gegen Bremen nicht mittun konnte, Vergangenheitsbewältigung betreiben wollte, ist nicht überliefert. Der Franzose schnappte sich jedenfalls in der 41. Minute das Leder, lief parallel zum Strafraum und vernarrte Torhüter Benaglio mit einem verdeckten Flachschuss. Im zweiten Abschnitt waren die Kicker des Rekordmeisters in Sachen Engagement dann nicht mehr wieder zu erkennen. Van Bommel, der eingewechselte Tim Borowski und Bastian Schweinsteiger schraubten das Ergebnis schließlich auf 4:2 für in der zweiten Halbzeit überzeugende Münchner Bayern. Nach nunmehr drei Siegen in Folge geht der Weg für die Klinsmann-Elf weiter Richtung Tabellenspitze.
Statistik
München: Rensing – Oddo (46. Borowski), Lucio, Demichelis, Lell – Schweinsteiger, van Bommel, Ze Roberto, Ribery – Klose, Podolski (76. Ottl). – Trainer: Klinsmann
Wolfsburg: Benaglio – Riether, Madlung, Barzagli, Schäfer – Josue – Hasebe (57. Gentner), Santana (64. Dejagah) – Misimovic (80. Saglik) – Grafite, Dzeko. – Trainer: Magath
Tore: 0:1 Grafite (31., Foulelfmeter), 0:2 Dzeko (33.), 1:2 Ribery (41.), 2:2 van Bommel (54.), 3:2 Borowski (63.), 4:2 Schweinsteiger (80.)
Schiedsrichter: Jochen Drees (Mainz)
Zuschauer: 60.886
Gelbe Karten: Klose, Borowski, Lell – Barzagli, Santana
| FC Schalke 04 | 0:0 (0:0) | Arminia Bielefeld |
„Ich bin unzufrieden mit dem Ergebnis. Wenn man gewinnen will, muss man Tore machen. Das hat heute gefehlt“. Ein treffsichereres Resümee als Schalke Trainer Fred Rutten hätte man nach dieser Nullnummer wohl nicht abgeben können. Unzufrieden waren wohl demnach auch der überwiegende Teil der gut 60 000 Fans, die eine über weite Strecken einfallslose Schalker Elf sahen. Bielefeld beschränkte sich mit Erfolg auf Torsicherung.
Statistik
Schalke: Neuer – Rafinha, Höwedes, Bordon, Kobiaschwili – Jones, Ernst (66. Engelaar) – Rakitic (66. Asamoah) – Farfan, Kuranyi, Altintop (78. Sanchez). – Trainer: Rutten
Bielefeld: Eilhoff – Lamey, Herzig, Bollmann, Schuler – Kucera, Tesche – Kamper, Halfar, Katongo – Wichniarek (86. Sadik). – Trainer: Frontzeck
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Zuschauer: 60.886
Gelb-Rote Karte: Kamper wegen wiederholten Foulspiels (60.)
Gelbe Karten: Höwedes – Schuler (2), Herzig (2)
| Hannover 96 | 1:1 (1:1) | SV Werder Bremen |
Werder Bremen tritt auch nach dem Auswärtsspiel in Hannover weiter auf der Stelle. Wie so oft zuletzt stellte Werder über weite Strecken des Spiels das bessere Team, hatte mehr Torchancen und zeigte die wesentlich reifere Spielanlage. Am Ende reichte es für die Schaaf-Elf dennoch nicht zum erhofften Auswärtssieg. Aus Hannoveraner Sicht kann man mit einem Punkt gegen einen Meisterschaftsaspiranten sicherlich gut leben.
Statistik
Hannover: Fromlowitz – Cherundolo, Fahrenhorst, Vinicius, Rausch (79. Lala) – Balitsch, Christian Schulz – Krebs (46. Schlaudraff), Pinto, Huszti – Forssell (66. Hanke). – Trainer: Hecking
Bremen: Vander – Fritz, Baumann, Naldo, Boenisch – Frings – Vranjes, Hunt – Özil – Rosenberg (75. Sanogo), Hugo Almeida. – Trainer: Schaaf
Tore: 1:0 Christian Schulz (9.), 1:1 Hugo Almeida (41.)
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Huszti (2), Cherundolo (2), Balitsch (3) – Boenisch, Frings (2), Özil
| Energie Cottbus | 2:3 (2:1) | Eintracht Frankfurt |
Von Beginn an spielte Energie Cottbus aggressiv und engagiert nach vorne, setzte die Hessen sofort unter Druck. Diese zeigten sich verunsichert und im Abwehrverhalten teilweise überfordert. Vor allem über die rechte Seite stellte Rangelow Christoph Spycher ein ums andere mal vor unlösbare Aufgaben. Folgerichtig war es auch der wendige Bulgare, der bereits nach 15 Minuten für einen komfortablen Cottbuser Vorsprung sorgte. Weitere hochkarätige Chancen vereitelte Oka Nikolov, der sich in gewohnt blendender Form präsentierte. Wie aus dem Nichts kam dann der zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Anschlusstreffer durch Michael Fink, der einfach mal aus 25 Metern abzog und unhaltbar für Torhüter Tremmel in den Torwinkel traf. Im zweiten Abschnitt zeigte Eintracht Frankfurt ein ganz anderes Gesicht, ging aggressiv in die Zweikämpfe und zielstrebig in der Offensive. Martin Fenin gelang schließlich der Ausgleichstreffer nach Vorlage vom ebenfalls eingewechselten Ümit Korkmaz. Keine zehn Minuten später köpfte Nikos Liberopoulos nach Freistoßflanke von Steinhöfer aus leicht abseitsverdächtiger Position zum viel umjubelten Siegtreffer ein. Eintracht Frankfurt drehte damit innerhalb von drei Tagen zwei bereits verloren geglaubte Spiele und kann mit mittlerweile 9 Punkten auf Platz 12 etwas durchatmen.
Statistik
Energie Cottbus: Tremmel – Pavicevic, Kukielka, Cvitanovic (63. Radeljic), Cagdas Atan – Rost – Rivic (72. Sørensen), Skela, Iliev (55. Vasiljevic) – Rangelow, Jelic – Trainer: Prasnikar
Eintracht Frankfurt: Nikolov – Ochs (73. Tsoumou), Russ, Galindo, Spycher – Fink, Inamoto – Steinhöfer, Caio (61. Fenin), Ljubicic (46. Korkmaz) – Liberopoulos – Trainer: Funkel
Tore: 1:0 Rangelow (8.), 2:0 Rangelow (15.), 2:1 Fink (38.), 2:2 Fenin (68.), 2:3 Liberopoulos (74.)
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 13 492
Gelbe Karten: Rost (3) / Galindo (3), Russ (2), Ochs (3)
| Borussia M’Gladbach | 1:0 (0:0) | Karlsruher SC |
Kaum hatte Hans Meyer seinen Platz eingenommen, war er schon wieder in seinem Element. Dutzende Fotografen drängten sich vor der Trainerbank, doch der alte Trainerfuchs hielt sich ein Blatt vors Gesicht und narrte so die Pressevertreter. Die nahmen es schmunzelnd zur Kenntnis und warteten geduldig auf einen Schnappschuss des Rückkehrers, den sie schließlich auch bekamen.
Spielerisch konnte der alte Haudegen freilich noch nichts nennenswertes ändern bei seinen Kickern. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass Karlsruhe Herr im Borussia-Park war. Trotzdem reichte es für Hans Meyers Gladbacher am Ende zu einem schmeichelhaften Sieg. Der KSC ließ zahlreiche Chancen ungenutzt, während die Rheinländer eine ihrer wenigen Einschussmöglichkeiten zum Siegtreffer nutzten. „Wir haben mit viel Kampf und Glück gewonnen. Vier Tage reichen nicht aus, um alles rüberzubringen. Wir wissen, dass wir in Zukunft anders Fußball spielen müssen”, so das anschließende Statement des Trainer-Gurus – treffsicher wie immer.
Statistik
Bor. Mönchengladbach: Gospodarek – Svärd, Kleine, Daems, Voigt – Alberman, Paauwe – Bradley (77. Coulibaly) – Matmour (85. Ndjeng), Friend, Marin (65. Neuville) – Trainer: Meyer
Karlsruher SC: Miller – Celozzi, Sebastian, Franz, Eichner – Mutzel (46. Aduobe), Porcello – Freis, da Silva (64. Timm), Iaschwili (79. Kapllani) – Kennedy – Trainer: Becker
Tor: 1:0 Paauwe (51.)
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 42 051
Gelbe Karten: Neuville (2), Friend (3) / –
| VfB Stuttgart | 2:0 (0:0) | VfL Bochum |
Mario Gomez rettet schwachen VfB, so das Fazit dieser niveauarmen Begegnung, die erst spät ihren unverdienten Sieger fand. Stuttgart wurde zu keiner Phase des Spiels seinen Europacup-Ambitionen gerecht und verstand es nicht, den VfL Bochum, der aus einer kompakten Defensive heraus agierte, vor unlösbare Probleme zu stellen. Die Gäste wirkten konzentriert und ließen so gut wie keine Torchancen zu, suchten selbst ihr Heil im Konterspiel. Sami Khedira fand dann in der 80. Minute die Lücke im Bochumer Abwehrverbund, die Mario Gomez eiskalt ausnutzte. Drei Minuten später setzte der Nationalstürmer den Schlusspunkt.
Statistik
Stuttgart: Lehmann – Osorio (56. Elson), Tasci, Delpierre, Magnin – Khedira – Hilbert, Hitzlsperger, Boka (66. Marica) – Gomez, Cacau (84. Boulahrouz). – Trainer: Veh
Bochum: Fernandes – Pfertzel, Maltritz, Yahia, Christian Fuchs – Schröder (84. Mieciel) – Freier, Dabrowski – Azaouagh – Sestak (71. Grote), Kaloglu. – Trainer: Koller
Tore: 1:0 Gomez (80.), 2:0 Gomez (83.)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 43.000
Gelbe Karten: Hitzlsperger, Marica, Boka (3) – Freier (3), Pfertzel (2), Yahia
| Borussia Dortmund | 1:1 (0:1) | Hertha BSC Berlin |
Hertha-Coach Lucien Favre hatte Problemkind Marco Pantelic wieder von Beginn an ins Team beordert. Diese Maßnahme sollte sich auch bezahlt machen. Der Serbe holte für seine Elf einen Strafstoß heraus, den Cicero in der 31. Minute sicher verwandelte. Dortmund spielte aufwändig, zeigte wie in fast allen Spielen unter Trainer Klopp hohe Laufbereitschaft und Kampfeswille. Berlin hingegen agierte aus einer sicheren Deckung heraus und machte die Räume eng, wartete auf Konter. Erst durch eine Standardsituation gelang Dortmund dann in der 71. Minute durch Sebastian Kehl der erlösende Ausgleich. Hertha BSC bleibt damit im vierten Spiel in Folge ungeschlagen und setzt sich im oberen Tabellendrittel fest, während Borussia Dortmund weiterhin auf der Stelle tritt.
Statistik
Dortmund: Weidenfeller – Lee, Subotic, Hummels, Schmelzer (60. Owomoyela) – Kehl – Tinga (73. Zidan), Kringe – Hajnal – Blaszczykowski (20. Frei), Valdez. – Trainer: Klopp
Berlin: Drobny – Chahed, Friedrich, Kaka, Stein – Cicero, Kacar – Lustenberger (62. Dardai), Nicu – Raffael – Pantelic (77. Domowtschiski). – Trainer: Favre
Tore: 0:1 Cicero (31., Foulelfmeter), 1:1 Kehl (71.)
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 66.600
Gelbe Karten: Weidenfeller, Valdez (2) – Drobny, Chahed (2), Stein (2)
| 1899 Hoffenheim | 3:0 (3:0) | Hamburger SV |
Zum ausführlichen Spielbericht
Statistik
Hoffenheim: Haas – Beck, Jaissle, Compper, Ibertsberger – Carlos Eduardo (84. Copado), Luiz Gustavo, Salihovic (82. Teber) – Obasi, Ibisevic, Ba (75. Vorsah). – Trainer: Rangnick
Hamburg: Rost – Demel (81. Boateng), Reinhardt, Alex Silva, Mathijsen – Pitroipa, Jarolim, Benjamin (46. Aogo), Trochowski (71. Ben-Hatira) – Olic, Petric. – Trainer: Jol
Tore: 1:0 Obasi (7.), 2:0 Ibisevic (13.), 3:0 Obasi (36.)
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Zuschauer: 26.300 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Compper – Pitroipa, Reinhardt (2), Demel (3), Trochowski (2)
Die Tabelle
| Pl. | Verein | Spiele | Tore | Punkte |
| 1. | 1899 Hoffenheim | 9 | 24:14 | 19 |
| 2. | Bayer Leverkusen | 9 | 22:11 | 18 |
| 3. | Hamburger SV | 9 | 15:15 | 17 |
| 4. | VfB Stuttgart | 9 | 15:10 | 16 |
| 5. | FC Bayern München | 9 | 20:15 | 15 |
| 6. | Hertha BSC Berlin | 9 | 11:10 | 15 |
| 7. | FC Schalke 04 | 9 | 12:8 | 14 |
| 8. | Borussia Dortmund | 9 | 17:15 | 14 |
| 9. | VfL Wolfsburg | 9 | 20:16 | 13 |
| 10. | SV Werder Bremen | 9 | 23:20 | 13 |
| 11. | 1. FC Köln | 9 | 8:11 | 13 |
| 12. | Eintracht Frankfurt | 9 | 10:14 | 9 |
| 13. | Karlsruher SC | 9 | 8:13 | 9 |
| 14. | Hannover 96 | 9 | 10:17 | 9 |
| 15. | VfL Bochum | 9 | 12:15 | 7 |
| 16. | Arminia Bielefeld | 9 | 10:16 | 7 |
| 17. | Borussia M’Gladbach | 9 | 9:17 | 7 |
| 18. | Energie Cottbus | 9 | 5:14 | 5 |
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Ich bin mal gespannt ob die Bayern es noch nach oben schaffen. vor einem Monat hätte niemand auch nur an den 4. Platz geglaubt.
— Fußball Okt 26, 17:33 #