[1. Bundesliga 08/09] Die Lage der Liga 15/34
1. Dezember 2008, 17:53 geschrieben von Tschaikowskij, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Die Gesetze der Serie hatten den 15. Spieltag fest im Griff. Alles fokussiert sich auf das absolute Spitzenspiel der Hinrunde kommenden Freitag, wenn 1899 Hoffenheim als Tabellenführer mit drei Punkten Vorsprung zum Tabellenzweiten nach München reist.
Konstanz war Trumpf an diesem 15. Spieltag der deutschen Eliteklasse. Bereits am Freitag untermauerte die Hertha ihre Champions-League-Ambitionen, fuhr gegen Köln (2:1) den fünften Heimsieg in Folge ein. In Leverkusen zog Bayer – wie zuletzt eigentlich immer, wenn man sich auf Augenhöhe begegnete – den Kürzeren gegen den FC Bayern (0:2). Karlsruhe spielte in seinem verflixten zweiten Bundesligajahr wieder einmal stark, verpasste aber gegen in der ersten Halbzeit übermächtige und nach dem Wechsel unterirdische Hannoveraner den Punktgewinn (3:2). In Mannheim produzierte beim souveränen Sieg über Bielefeld (3:0) die Torfabrik der Liga mal wieder drei Buden. Zum zehnten Mal in dieser Saison erzielten die Hoffenheimer mindestens drei eigene Treffer – macht beeindruckende 40 Treffer nach 15 Spieltagen. Apropos Torfabrik: Das war in den vergangenen Jahren immer das Prädikat des SV Werder. Der Kantersieg gegen die hilflose Frankfurter Eintracht (5:0) bestätigte einmal mehr die konstante Unkonstanz an der Weser. Unter der Woche stand da noch das verdiente Ausscheiden aus der Champions League auf Zypern mit einem Claudio Pizarro, der im Strafraum Luftlöcher trat. Gegen Frankfurt gab es die frühe Führung, schön rausgespielte Tore (drei von Pizarro!) und eine souveräne Vorstellung. In Mönchengladbach beim Duell “schlechteste Abwehr” gegen “schlechtesten Angriff” zeigte sich der Energie-Angriff ungewöhnlich treffsicher. Ihren acht Treffern in 14 Begegnungen fügten die Lausitzer tief im Westen satte drei Treffer hinzu und schossen Gladbach damit auf Rang 17 (1:3).
Am Sonntag hielt die Negativserie des FC Schalke in Stuttgart (2:0). In den letzten sechs Spielen holte Königsblau wettbewerbsübergreifend nur vier Pünktchen, jetzt wird es für Neu-Coach Rutten schon eng. Im Ruhrgebiet bleiben die Bochumer die Unentschiedenkönige der Liga, acht Stück sind es mittlerweile nach der Punkteteilung gegen den HSV (1:1) in dieser Saison. Ihr letztes Heimspiel gewannen die Bochumer Mitte September. Und schließlich haben wir noch den VfL Wolfsburg. Im Dortmunder Fußballtempel blieben die Wölfe auch im achten Auswärtsspiel der Saison ohne Sieg (0:0) und das obwohl Trainer Magath sogar ein Wolfsburger Ortseingangsschild in die Kabine gehängt hatte.
Ich würde diesen Spieltag lediglich als “Übergangsspieltag” bezeichnen. Hoffenheim (verteidigte souverän die Tabellenführung) und die Bayern (entledigte sich wie üblich der Schmeißfliege Leverkusen) rüsteten sich für das Topduell am kommenden Spieltag, der Zweite gegen den Ersten, Meister gegen Aufsteiger, Effektivität gegen Torfabrik, drittbester gegen bester Angriff, teuerstes Sturmduo gegen bestes Sturmduo oder einfach nur: Bayern gegen Hoffenheim. Alles scheint sich auf dieses Duell zu fokussieren, und das, obwohl sich in puncto Kräfteverhältnis dieses Jahr einiges getan hat. Werder und Schalke mischen nicht wie gewohnt vorne mit, dort findet man eher der alte Dame Hertha. Auch der BVB schnuppert wieder internationale Luft, Wolfsburg ist trotz Doppelbelastung UEFA Cup mit oben dabei. Vor allem der letzte Spieltag der Vorrunde mit den Duellen Werder – Wolfsburg, Stuttgart – Bayern und Hoffenheim – Schalke wird es in sich haben.
Neben dem Gipfeltreffen beschäftigt das langsam anlaufende Transferkarussell die Liga. Die Bayern wollen ihr Starensemble zwar um Lukas Podolski erleichtern, reden aber aktuell nur von einer Freigabe im Sommer. Dagegen sprechen die bajuwarischen Kontakte nach Russland, wo gerüchteweise Anatoly Tymoshchuk bereits eine sportärztliche Untersuchung hinter sich hat und am Besten gleich im Doppelpack mit Andriy Arshavin an die Isar wechselt. Zudem schauen die Verantwortlichen des Rekordmeisters sich auch in der Liga um, würden gerne mit den Nationalspielern Westermann und Rafinha die halbe Schalker Viererkette verpflichten. Passend dazu will Werder Bremen wegen der großen Anzahl spielerisch sehr dürftiger Vorstellungen in dieser Saison die halbe Mannschaft umkrempeln. Vielleicht findet ja Lukas Podolski den Weg an die Weser, Allofs hatte nach der WM 06 bereits seine Fühler ausgestreckt. Ach nein, der will ja lieber zurück nach Köln.
Stuttgarts neuer Trainer (ob er nun Markus Babbel heißt oder nicht) wird die Mannschaft im Winter auch mit der ein oder anderen Personalie seinen Bedürfnissen anpassen wollen. Dazu kommt, dass Fred Rutten in Gelsenkirchen nicht fester im Sattel sitzt als sein Vorgänger Mirko Slomka. Ausgang offen, vielleicht darf sich hier im Winter auch ein neuer Coach mit Spielermaterial eindecken. Dazu kommen Wolfsburg und Hoffenheim, den man Dank der zur Verfügung stehenden Mittel den ein oder anderen Transfer zutrauen darf – es könnte ein heißer Winter werden …
So long
Euer Tschaikowskij
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