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[1. Bundesliga 08/09] Die MAG-Halbzeitbilanz: Karlsruher SC

14. Januar 2009, 14:21 geschrieben von Roxeus, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Nach Energie Cottbus ist heute der Karslruher SC bei unserer Halbzeitbilanz an der Reihe. Keine zwölf Monate ist es her, dass die Badener noch das Überraschungsteam der Liga waren. Die Euphorie ist verflogen; Abstiegskampf ist die harte Realität.


Karlsruher SC


Hinrunde

Das zweite Jahr in der Bundesliga ist schwerer als das erste. Diese Phrase kennt wohl nahezu jeder Fußball-Fan in Deutschland. Statistisch nicht belegbar? – Vielleicht. Nur leeres Geschwätz? – Möglicherweise. Nichtsdestotrotz trifft genau das auf den Karlsruher SC zu. Die Badener tun sich schwerer als in der vergangenen Saison. 13 Punkte konnte die Mannschaft mühsam sammeln – vor einem Jahr waren es noch mehr als doppelt so viele und 13 Zähler betrug damals der Abstand zu den Abstiegsplätzen. Jetzt befindet man sich nur aufgrund von drei Toren, die man mehr geschossen hat als Energie Cottbus, auf dem sicheren 15. Platz, der weder Abstieg noch Relegation bedeutet.

Der Saisonverlauf

Platz: 15
Punkte: 13 – 4 S/1 U/12 N
Heim: 10 – 3/1/4
Auswärts: 3 – 1/0/8
Bester Schütze: Freis 5
Bester Scorer: da Silva 6 – 2 Tore/4 Vorlagen
Zuschauerschnitt: 28.352 / Auslastung: 87,8%
Fair-Play-Wertung: Platz 1 / 32 Punkte

Probleme bahnten sich bereits in der vergangenen Rückrunde an, die der Club wenig ruhmreich mit einem 0:7 in Hamburg abschloss. Was in dieser Saison vor allem schmerzte, war die Auswärtsschwäche. Einem einzigen Sieg auf fremder Spielstätte (in Bielefeld) stehen acht Niederlagen gegenüber. Ähnliches zeichnete sich bereits in der letztjährigen Rückrunde ab – damals konnte man auch nur einen Sieg und lediglich fünf Punkte mit nach Hause bringen. Im heimischen Wildpark gab es dagegen Siege gegen Bochum, Wolfsburg und Bremen, sowie ein 3:3 gegen Leverkusen – ein Punkt, den man nach einem zwischenzeitlichen Spielstand von 0:3 nicht mehr erhoffen konnte. Aber auch die sechs Punkte gegen die beiden Nordklubs waren eine positive Überraschung.

Und doch besteht wenigstens eine Parallele zur Situation im Vorjahr: Vor einem Jahr hatte der KSC als Sechster Tuchfühlung zu den Europapokalplätzen; und auch heute besteht die Verbindung zum internationalen Geschäft – allerdings nur über die Karten-Statistik Fairplay-Wertung, in der man führt. Manch kühnen Fan mag das zum Träumen anregen. Fatal wären jedoch ähnliche Hintergedanken bei der Mannschaft. Schließlich kommt das Wort Abstiegskampf nicht von ungefähr.

Torverteilung in Minuten

Minute Tore Gegentore
0. bis 15. 1 5
16. bis 30. 3 6
31. bis 45. 1 2
46. bis 60. 4 1
61. bis 75. 2 6
76. bis 90. 4 12
Gesamt 15 32



Ein weiterer Schwachpunkt neben der Auswärtsschwäche fällt schnell auf, wenn man untersucht, wann Keeper Markus Miller seine Gegentore einstecken musste. Mehr als ein Drittel der Treffer fielen in der Schlussviertelstunde. Darunter fallen die späten Tore gegen Cottbus, Bayern und Hamburg, die je einen Punkt kosteten. Im Nachholspiel in Frankfurt traf man selbst erst spät zur Führung, ließ danach aber noch zwei Gegentore zu und verspielte somit weitere drei Punkte.


Personalien

Bereits vor Saisonbeginn waren die Abgänge von Eggimann und Hajnal ein heiß diskutiertes Thema. Der Schweizer wurde in der Innenverteidigung durch Tim Sebastian ersetzt, der allerdings die Fußstapfen, die Mario Eggimann hinterlassen hatte, nicht ausfüllen konnte. Als das größere Problem stellte sich aber der Verlust von Spielmacher Tamas Hajnal heraus. Antonio da Silva, als Nachfolger aus Stuttgart geholt, zeigte zwar gute Ansätze, aber insgesamt wehte im Sturm nur ein laues Lüftchen. Insbesondere zum Schluss der Hinrunde war das zu spüren. Gegen die Abwehrreihen von Hannover und Bremen wurden etwa Chancen vergeben; da erschien die Offensivabteilung des KSC mehr wie ein „Stürmchen“ denn wie ein Sturm. Ähnlich hat das die Vereinsführung gesehen und gehandelt. Mit Giovanni Federico kehrt der Torschützenkönig der Aufstiegssaison nach 18-monatigem Gastspiel aus Dortmund zurück. Neben dessen Torgefahr, die – so die Hoffnung von Becker und Dohmen – er nicht verlernt haben kann, könnte Federico auch wieder mit Edmond Kapllani zusammen auflaufen. Vor zwei Jahren bildeten die beiden noch ein prächtig harmonierendes Duo. Der Albaner konnte im Oberhaus aber bisher nicht im geringsten daran anknüpfen.

Außerdem konnte mit Marco Engelhardt ein zweiter ehemaliger Karlsruher zur Rückkehr bewegt werden. Ein Führungsspieler, der das Umfeld kennt und auch Erfahrung im Abstiegskampf hat – auf den ersten Blick hört sich das nach einem gelungenen Transfercoup an. Bei näherer Betrachtung kommen gewisse Zweifel auf. Vom Führungsspieler war er in seinen letzten Tagen beim 1. FC Nürnberg weit entfernt. Auch das Karlsruher Umfeld hat sich seit 2004 gewandelt. Und den Kampf gegen den Abstieg hat er zuletzt zweimal verloren.

Doch es wird nicht nur an zwei Neuverpflichtungen liegen, ob man stehen bleibt, oder fällt. Auch vom bereits vorhandenen Personal wird mehr erwartet. Ein Schlüssel zum Misserfolg sind sicher die sich häufenden individuellen Patzer. Die Unkonzentriertheiten in den Schlussminuten abzustellen, sollte ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Markus Miller zeigte etwa in den Schlussphasen gegen Cottbus und Frankfurt Schwächen, die Punkte kosteten. Auch die Stürmer versagen in schöner Regelmäßigkeit vor dem Tor des Gegners. Zum Ende der Partie gegen Hannover wurden beste Chancen nicht genutzt, mit denen das Spiel noch hätte gedreht werden können. Zweifellos ist auch dies eine Entwicklung, die man bereits in der Rückrunde 2008 beobachten konnte. Umso dringlicher erscheint die Behebung dieses Problems.


Saisonziele und Prognose

Die zweite Bundesligasaison ist tatsächlich schwerer für den KSC als die erste Saison nach dem Wiederaufstieg. Mag es Zufall sein oder nicht – der Klassenerhalt stellt sich als große Herausforderung heraus. Im Gegensatz zur Vorsaison läuft dieses mal nicht alles ideal zusammen. Fehlende individuelle Glanzpunkte erhofft sich der Verein von den Neuverpflichtungen Federico und Engelhardt. Die sich häufenden individuellen Aussetzer müssen aber auch abgestellt werden. Wichtig wird ein guter Rückrundenstart sein. Noch so eine Phrase. Natürlich ist es gleich, wann und gegen wen die nötigen Punkte gegen den Abstieg geholt werden. Jedoch machen die Badener keinen so stabilen Eindruck, als dass es ihnen zuzutrauen wäre, das rettende Ufer noch zu erreichen, wenn es erstmal außer Sichtweite gerät. Vielleicht liegt aber die größte Hoffnung nicht in den eigenen Stärken, sondern der Schwäche der Konkurrenz.


Links

Zur offiziellen Website
Der Karlsruher SC in den FF-Statistiken
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