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Cahills später Ausgleich kostet Liverpool die Tabellenfühung

20. Januar 2009, 16:58 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.

Der FC Liverpool hat es am Montagabend verpasst, an die Tabellenspitze der Premier League zurückzukehren. Das 1:1-Unentschieden im Merseyside-Derby gegen den FC Everton reichte nicht, um wieder an Manchester United vorbeizuziehen.

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FC Liverpool 1:1 (0:0) FC Everton

Rafa Benitez sprach vor dem Duell zwischen seinen Reds und dem Lokalrivalen Everton FC von seinem bisher “größten Derby”. Es ging um viel für sein Team in diesem 209. Aufeinandertreffen der beiden traditionsreichen Liverpooler Vereine, die zusammen stolze 58 Titel gesammelt haben. Mit einem Sieg sollte die gute Postion im Meisterschaftskampf untermauert und Erzfeind Manchester United wieder von Rang eins der Tabelle geholt werden – doch daraus wurde nichts, da Everton kurz vor Ultimo zum 1:1 ausgleichen konnte.

Spielverderber war Tim Cahill. Der Australier belohnte seine Toffees in der 87. Minute für ihr couragiertes Auftreten in Anfield, als er einen mit Schmackes von Arteta getretenen Freistoß aus drei Metern am chancenlosen Reina vorbei per Kopf ins Netz wuchtete. Cahill hatte sich schön freigestohlen und zudem davon profitiert, dass Riera nur halbherzig mit dem Kopf in Artetas Geschoss ging.

Dieser Ausgleich war allerdings verdient. Die Blues waren den Hausherren über weite Strecken der kampfbetonten, von vielen Nickligkeiten geprägten und auf durchschnittlichem Niveau stehenden Partie ein ebenbürtiger Gegner. Nach zuletzt vier Siegen in Folge und fünf Spielen ohne Gegentreffer mit breiter Brust angereist, erwischten sie den besseren Start. Anichebe, der für den gelbgesperrten Fellaini in die Startformation gerückt war, zwang Reina mit einem trocken Schuss aus über 20 Metern ins rechte unter Eck zu einer Glanzparade (1.).

Mit viel Tempo ging es weiter, doch viele Angriffe verliefen aufgrund von Ungenauigkeiten im Sande. Torres, der nach seiner Verletzung zum ersten Mal wieder von Beginn an ran durfte, hatte genau wie Sturmpartner Keane gegen Evertons Innenverteidiger Duo Lescott/Jagielka einen schweren Stand. Nicht viel besser erging es Riera und Kuyt, die bei Hibbert und Baines in guten Händen waren. Kuyt hatte die erste Chance nach elf Minuten, doch sein Schuss vom rechten Eck des Fünfmeterraums wurde abgeblockt.

Dann wurden die Aktionen zwingender. Cahill hatte nach Flanke von Anichebe die Gäste-Führung auf dem Kopf, aber Reina hatte etwas dagegen und fischte den Ball mit einem Reflex aus dem linken unteren Eck (25.). Auf der anderen Seite vergab Torres einen echten Großkaliber. Nach feinem Pass von Hyypia war der Spanier schneller als Lescott und Jagielka. Er tauchte allein vor Horward auf, ließ sich vom lange stehen bleibenden Ami aber beirren und setzte den Ball an den rechten Außenpfosten (27.). Rieras satter Versuch aus 20 Metern strich in der 43. Minute knapp links vorbei und war der letzte echte Aufreger bis zur Pause, torlos ging es bei einsetzendem Schneeregen in die Kabinen.

Beide Mannschaften starteten unverändert in Durchgang zwei, der mit einer kniffligen Szene begann. Jagielka brachte Torres von hinten im Strafraum zu Fall – Referee Webb verwehrte sehr zum Unmut der Reds dem Spanier aber einen Strafstoß (47.). Während bei Everton immer ein Stück zu einem guten Abschluss fehlte, näherte Pool sich der Führung. Howard rettete gegen Gerrard und Baines spitzelte den Abpraller gerade noch vor dem einschussbereiten Hyypia weg (56.); Torres setzte einen Drehschuss aus 20 Metern einen halben Meter zu hoch an (61.).

Dann stand erneut Howard Webb im Fokus. Diesmal waren die Toffees nicht mit seiner Entscheidung einverstanden, Skrtels Schubser gegen Anichebe im Sechzehner ungeahndet zu lassen. Und noch während die Gäste lamentierten, setzte Gerrard im Mittelfeld zu einem kurzen Sprint an und drosch die Kugel aus rund 25 Metern flach unten links ins Eck (68.). Ein typischer Gerrard-Treffer, impulsiv und voller Power. Die in dieser Woche anstehende Gerichtsverhandlung wegen Körperverletzung schien den Kapitän der Reds nicht zu belasten. Er war wie immer mit vollem Herzen dabei und wurde später zum Man of the Match gewählt.

Liverpool kontrollierte nun das Geschehen. Benítez dachte wohl, der Drops ist gelutscht, und seine Elf schaukelt die knappe Führung über die verbleibende Zeit. Nachdem er bereits in der 66. Minute den enttäuschenden Keane für Benayoun ausgewechselt hatte, nahm er nun mit Torres auch die zweite nominelle Spitze vom Platz und brachte den defensiv orientierten Lucas in die Partie (84.). Everton nutzte diese abwartende Taktik und stemmte sich – immer wieder von ihrem Coach an der Seitenlinie angetrieben – noch einmal gegen die drohende Niederlage. Benayoun stoppte Anichebe am linken Flügel nahe der Grundlinie per Foul. Arteta legte sich den Ball zurecht … und der Rest ist bekannt…

Lange Zeit bleibt den Kontrahenten nicht, dieses Spiel aufzuarbeiten. Bereits am kommenden Samstag treffen sie an gleicher Stelle im FA Cup erneut aufeinander.

Statistik

Liverpool: Reina, Carragher, Hyypia, Skrtel, Aurelio, Kuyt, Gerrard, Alonso, Riera (Babel 89.), Keane (Benayoun 67.), Torres (Lucas 85.) – Trainer: Benítez

Everton: Howard, Hibbert, Lescott, Jagielka, Baines, Osman, Arteta, Neville, Pienaar, Cahill, Anichebe – Trainer: Moyes

Tore: 1:0 Gerrard (68.), 1:1 Cahill (87.)

Schiedsrichter: Howard Webb
Zuschauer: 44.382 in Anfield (Liverpool)
Gelbe Karten: – / Pienaar, Arteta


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