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Superbowl XLIII – Favorit siegt nach tollem Spiel

2. Februar 2009, 17:17 geschrieben von BVB-Benny.

Zum sechsten Mal holen sich die Pittsburgh Steelers den Titel. In einer Partie, die sich erst in der letzten Minute entschied, gewannen sie gegen das Überraschungsteam der Arizona Cardinals.

Pittsburgh Steelers 27:23 Arizona Cardinals

13 Punkte in Rückstand, schon abgeschrieben, nochmals zurückgekommen, kurz vor Schluss in Führung gegangen, doch am Ende verloren. Das Märchen für die Cardinals sollte nicht wahr werden. Aber sie haben uns ein Spiel geboten, in dem sich der American Football von seiner attraktivsten Seite zeigte.

Den besseren Start hatten eindeutig die Steelers. Nach genau fünf Minuten bejubelten sie den ersten Touchdown. Jedoch war sich Cardinals-Headcoach Ken Whisenhunt nicht sicher, ob Quarterback Ben Roethlisberger mit seinem Knie den Boden nicht schon vor der Endzone berührt hatte und ließ den Spielzug per Challenge überprüfen. Zu Recht, denn durch den Videobeweis stellten die Schiedsrichter fest, dass es kein Touchdown war. Pittsburgh kam nur zu einem Field Goal und ging statt mit sieben mit drei Punkten in Führung. Die Offense der Cardinals brauchte eine Weile, ehe sie in Schwung kam und schaffte im ersten Quarter keine Punkte.

Dafür verhinderte ihre Defense auch weitere des Gegners, sodass das Spiel erst im zweiten Viertel so richtig Fahrt aufnahm. Zunächst ein Touchdown für Pittsburgh – es stand 10:0. Alles schien für die Steelers zu laufen. Doch plötzlich war Arizona da und spielte einen ziemlich flüssigen Drive, der ebenfalls mit einem Touchdown belohnt wurde. Im Anschluss überzeugte auch ihre Verteidigung, eigentlich Schwachpunkt der Cardinals. So erarbeitete man sich eine weitere Chance und stand kurz vor der Pause nur noch wenige Yards vor der Endzone. Das Spiel schien zu Gunsten von Arizona zu kippen. Doch ein Pass von Quarterback Kurt Warner in die Endzone wird intercepted und die Steelers tragen den Ball 100 Yards in die Endzone von Arizona – 17:7. Es war nicht nur der längste Interception Return in der Geschichte des Superbowls, sondern gleichzeitig ein kräftiger Nackenschlag für die Cardinals so kurz vor der Halbzeit. Man hätte mit dem letzten Pass in Führung gehen können, stattdessen lag man wieder mit zehn Punkten zurück. Nicht wenige hielten das in der Pause für den Knackpunkt und trauten Arizona kein Comeback mehr zu. Sie sollten sich nach der tollen Halftime-Show von Bruce Springsteen eines besseren belehrt sehen.

Die zweite Hälfte begann ähnlich schleppend wie die erste. Das dritte Quarter endete genau wie schon das erste mit 3:0 für Pittsburg. 20:7, 13 Punkte Führung für die Steelers. Keine Mannschaft hatte es bis dato geschafft, einen solchen Rückstand in einem Superbowl aufzuholen und auch Arizona machte zu diesem Zeitpunkt nicht den Eindruck, als könnten sie das Spiel noch drehen. Zwar stand die Defense weiterhin überraschend gut, doch gelangen in dieser Phase keine guten Drives, die zu Punkten hätten führen können.

Im letzten Quarter schien das Team aus Glendale jedoch irgendwie den Schalter umgelegt zu haben. Man drückte jetzt aufs Tempo und Kurt Warner brachte einen Pass nach dem anderen an den Mann. So erzielte man einen schnellen Touchdown und hatte die Steelers wenig später schon wieder massiv in Bedrängnis gebracht und sie bis in die eigene Endzone zurückgedrängt. Dort dann ein Regelverstoß der Offense, was gleichbedeutend mit zwei weiteren Punkten für Arizona war. Somit stand es wenige Minuten vor Schluss nur noch 20:16 und für eine spannende Schlussphase war gesorgt.

Jedoch brauchten die Cardinals unbedingt noch einen Touchdown, ein Field Goal wäre nicht ausreichend gewesen. Jetzt in der entscheidenden Phase schien der bis dahin mäßige Quarterback Kurt Warner aber plötzlich da zu sein und ihm gelang ein weiterer Touchdown-Pass auf Fitzgerald. Gut zweieinhalb Minuten vor dem Ende übernahmen die Arizona Cardinals zum ersten Mal in diesem Spiel die Führung. Die Zeit reichte noch für einen Drive der Pittsburgh Steelers. Dieser musste aber sitzen, sonst wäre der Sieger des 43. Superbowls aus Glendale gekommen. Ausgerechnet jetzt machte die bis hierhin so überraschend starke Defense der Cardinals aber zwei entscheidende Fehler, die Ben Roethlisberger nutzte und den Ball mit seinem Team wenige Sekunden vor Ende durch zwei Pässe in die Endzone beförderte. Wieder die Führung, die Zeit war fast um und nur ein Big Play hätte Arizona noch retten können. Dieses gelang nicht und so gewannen die Pittsburgh Steelers drei Jahre nach ihrem letzten Triumph wieder den Superbowl.

Über das gesamte Spiel gesehen haben sich die Arizona Cardinals über 100 Yards Raumgewinn mehr als die Pittsburgh Steelers erarbeitet. Diesen Vorteil machten sie sich allerdings durch Raumstrafen von ebenfalls mehr als 100 Yards zum großen Teil auch selbst kaputt. Trotzdem zeigten sie eine starke Leistung, kamen nach dem von vielen schon als Genickbruch bezeichneten Fehlpass kurz vor der Pause und einem beinahe hoffnungslosen Rückstand noch einmal zurück und gingen sogar in Führung. Dabei gelang es ihnen, die hoch gelobte Defense der Steelers das ein oder andere Mal schlecht aussehen zu lassen.

Stark auch die Defense der Cardinals. Sie konnten nachweisen, dass sie an ihrem eigentlichen Schwachpunkt erfolgreich gearbeitet haben. So ist man auf dem Weg in eine erfolgreichere Zukunft. Trotz allem hat mit den Pittsburgh Steelers am Ende das bessere Team gewonnen. Im entscheidenden Moment waren sie da, nutzten die wenigen Fehler in der Deckung der Cardinals konsequent und ließen sich auch von dem Rückstand kurz vor Schluss nicht entscheidend aus der Ruhe bringen. Somit kommt der erste hohe Besuch für US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus aus Pittsburgh.


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