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[1. Bundesliga 2008/09] Gladbach gewinnt das Derby

14. März 2009, 22:58 geschrieben von Heiland, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

In einem lebhaften und fairen Spiel holen die Gladbacher Fohlen den zweiten Auswärtssieg der Saison – ausgerechnet beim Derby gegen die Kölner Geißböcke.

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1. FC Köln 2:4 (0:2) Borussia M’Gladbach

Es war ein trauriger Beginn, obwohl das Spiel noch gar nicht angepfiffen war. Manager Meier verabschiedete zunächst Ümit Özat, der in der Hinrunde im Spiel beim KSC bewusstlos zusammengebrochen war. Nach Aussage der Ärzte kann er keinen Leistungssport mehr betreiben. Mit Tränen in den Augen verfolgten die Fans, wie er mit Meier in den Fanblock des EffZeh ging.

In der Schweigeminute für die Opfer des Amoklaufs von Winnenden gab es nach wenigen Sekunden ein gellendes Pfeifkonzert, das glücklicherweise ebenso schnell wieder abebbte. Pünktlich zum Anpfiff zündeten Gladbacher Anhänger bengalische Feuer in ihrer Fankurve; der Rauch verzog sich erst nach zwei bis drei Minuten. Konsequenterweise wurden die Fohlen in der Anfangsviertelstunde bei Ballbesitz ausgepfiffen.

Die Kölner begannen druckvoll und versuchten, mit langen Bällen in die Mitte die Führung zu erzielen. Bereits nach vier Minuten drang Vucicevic linke in den Strafraum ein und zog ab, doch Bailly konnte zur ersten Ecke klären. In der 15. Minute versuchte es Novacovic mit einem Kopfball aus sieben Metern, der allerdings rechts am Tor vorbeistrich. Den nächsten Aufreger produzierten die beiden Belgier in Reihen der Gäste selbst. Daems wollte mit der Brust auf seinen Torhüter zurücklegen, doch der war herausgeeilt, so dass der Ball – zum Glück für Gladbach – am rechten Pfosten ins Aus trudelte (17.). Beide deuteten per Zeichensprache an, dass ein Zurufen wegen der Lautstärke im Stadion – beide Fanblocks feuerten ihre Elf lautstark an – unmöglich war und daher zu diesem Missverständnis geführt hatte.

Mitten in die Drangphase der Geißböcke, die in der ersten Hälfte 60% Ballbesitz hatten, fiel das 0:1. In der 25. Minute schnappte sich Marin nach einem unnötigen Ballverlust von Sanou den Ball und dribbelte sich auf der linken Seite bis zur Grundlinie in den Strafraum. Seinen Pass in die Mitte konnte Bradley trotz Bedrängnis über die Linie drücken. Nach dem Anstoß wurde die Partie gleich wieder unterbrochen, weil einige Knallköpfe aus dem Gästeblock Knallkörper zündeten und auf das Spielfeld warfen.

Nach einer kurzen Unterbrechung durch Thorsten Kinhöfer, der die Partie gut im Griff hatte, konnte das Spiel jedoch mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt werden. Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe die Fohlen wieder gefährlich vor das gegnerische Tor kamen. Eine Flanke von Marin von der rechten Seite fand ihren Abnehmer in Friend, der allerdings nicht genug Druck hinter den Ball brachte und so ans linke Außennetz köpfte. Kurz vor der Pause zielte Vucicevic rechts am Kasten vorbei und im Gegenzug spielte Baumjohann die Kugel in den Nacken des durch die Kölner Innenverteidigung gelaufenen Matmour. Der brachte den Ball unter Kontrolle, legte links am herauseilenden Mondragon vorbei und schob zum 0:2 ein (44.).

Daum reagierte in der zweiten Hälfte und brachte mit Radu und Ishiaku für Sanou und Vucicevic offensive Kräfte. Meyers Elf zog sich in die eigene Hälfte zurück und ließ die Heimmannschaft kommen. Novacovic schoss einen Freistoß noch über das Gehäuse (52.), doch drei Minuten später zog Pezzoni von der Strafraumgrenze ab und Bailly konnte das Leder gerade noch an den Pfosten lenken. Von dort sprang der Ball zurück zu Novacovic, der ihn im Fallen über die Linie drückte. Doch der Slowene hatte sich bei Pezzonis Schuss im Abseits befunden, daher verweigerte Schiedsrichter Kinhöfer zurecht die Anerkennung.

Die Passivität der Borussen wurde in der 64. Minute von Brečko bestraft. Meyer hatte gerade Neuville für Marin aufs Spielfeld geschickt, als Ishiaku den Ball nach rechts auf den Slowenen spielte. Der zögerte nicht lange und schob ins linke Eck ein. Bailly hatte keine Abwehrmöglichkeit, weil Bradley noch abfälschte. Gladbach konterte nur drei Minuten danach mit Baumjohann, der gerade noch rechtzeitig auf den rechts durchgestarteten Stalteri passte. Der spielte quer zu Friend und der Kanadier grätschte zum 1:3 in die Maschen.

Jetzt taten die Gäste wieder mehr fürs Offensivspiel. In der 68. Minute gab es auch den ersten Eckball für sie – Köln hatte bis dahin schon ein geschätztes Dutzend. Doch das Runde wollte nicht ins Eckige, weil die Konter nicht präzise genug gespielt wurden. Zudem startete die Daum-Elf ihre Schlussoffensive, unter anderem mit dem Ex-Gladbacher Broich, der in der Schlussviertelstunde für Ehret hereingekommen war. Folgerichtig fiel in der 82. Minute der erneute Anschlusstreffer. Wieder war es Brečko, der von der rechten Seite ins lange Eck schoss, fast eine Kopie seines ersten Treffers.

Doch Gladbach konterte erneut. Der ebenfalls eingewechselte Albermann schnappte sich den Ball und zog unwiderstehlich durch die Mitte in den Strafraum. Von links kam Brečko und traf ihn wohl am Fuß und rechts geriet Pezzoni in seinen Lauf. Albermann kam zu Fall und Kinhöfer zeigte sofort auf den Punkt. An den Schuss von Bradley ins rechte, untere Eck kam Mondragon zwar noch heran, konnte aber das 2:4 nicht mehr verhindern.

Köln ist damit seit sechs Heimspielen ohne Sieg und muss nächste Woche nach Cottbus reisen, während Gladbach mit dem wichtigen Dreier zur viertbesten Rückrundenmannschaft avanciert. Schon am Freitag gastiert der VfL Bochum, die derzeit fünftbeste Rückrundenmannschaft, im Borussenpark.

Statistik

Köln: Mondragon – Brečko, Geromel, Mohamad, Matip – Petit, Pezzoni – Sanou (46. Radu), Vucicevic (46. Ishiaku), Ehret (76. Broich) – Novakovic
Trainer: Daum

Gladbach: Bailly – Stalteri, Brouwers, Daems, Levels – Galasek, Bradley – Matmour (68. Alberman), Baumjohann (90. Kleine), Marin (63. Neuville) – Friend
Trainer: Meyer

Tore: 0:1 Bradley (25.), 0:2 Matmour (44.), 1:2, 2:3 Brecko (64., 82.), 1:3 Friend (67.), 2:4 Bradley (87.)

Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelb: Pezzoni, Petit / Levels, Galasek


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