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[Champions League 08/09] Chelsea triumphiert an der Anfield Road

9. April 2009, 15:08 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.

Das rein englische Viertelfinal-Duell zwischen dem FC Liverpool und dem FC Chelsea scheint bereits nach dem Hinspiel entschieden. Die von Guus Hiddink glänzend eingestellten Londoner verschafften sich mit einem doch etwas überraschenden 3:1-Auswärtserfolg in Anfield eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel in der nächsten Woche.

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Liverpool FC 1:3 (1:1) Chelsea FC

Konsterniert und enttäuscht blickte der Großteil der rund 42.500 Zuschauer in Anfield von den Tribünen herab – nur die etwa 2.000 mitgereisten Anhänger der Blues lagen sich in den Armen und vollführten Freudentänzchen. Eine gute Ausgangsposition wollte sich der FC Chelsea verschaffen, sich nicht verstecken und den Reds im eigenen Hause Paroli bieten. Dass man mit einem hoch verdienten 3:1-Sieg die Heimreise nach London antritt und schon fast mit zwei Beinen im Halbfinale steht, hatte man wohl selbst nicht geglaubt.

Doch was die Blues über weite Strecken in der “Festung” Anfield auf den grünen Rasen zauberten, war aller Ehren wert. Sie steckten dem frühen Rückstand durch Fernando Torres, der Petr Cech nach Zuspiel von Arbeloa aus gut zwölf Meter mit einem Flachschuss ins rechte Eck überwand (6.), bravourös weg und drückten fortan dem Spielgeschehen ihren Stempel auf.

Blues-Coach Guus Hiddink hatte seine Elf nahezu perfekt auf den Gegner eingestellt. Vor dem souveränen Cech stand die Viererkette kompakt und sicher, das Dreier-Mittelfeld mit Essien, Lampard und Ballack verrichtete unglaublich viel Laufarbeit und störte den Liverpooler Spielfluss empfindlich. Die offensiven Flügelspieler Malouda und Kalou waren sehr beweglich, rissen immer wieder Löcher in die Abwehr der Hausherren und unterstützen Didier Drogba, der als zentrale Spitze brandgefährlich war, vorzüglich.

Während Chelsea also von Minute zu Minute mehr an Selbstbewusstsein gewann und zu einigen gefährlichen Torraumszenen kam, wirkte der Gastgeber zusehends plan- und ideenlos. Schlimmer noch, die ansonsten so sichere Defensive der Reds geriet regelrecht ins Schwimmen und torkelte von einer Unzulänglichkeit zur nächsten. Aurelio, der links in der Viererkette spielte, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Und auch die beiden Innenverteidiger, Skrtel und Carragher, offenbarten ungewohnte Schwächen im Zweikampf und im Stellungsspiel. Der Spielfaden löste sich mehr und mehr auf – und riss schließlich ganz. Selbst Steven Gerrard und Fernando Torres tauchten ab und so biss sich die Benítez-Elf diesmal an den Blues die Zähne aus, wie ein Einbrecher an einem Tresor, dessen Code er nicht knacken kann.

Zum Matchwinner für die Gäste avancierte Branislav Ivanovic. Der serbische Abwehrspieler, der kurzfristig für den verletzten Bosingwa auf die Position des Rechtsverteidigers rückte, war zweimal nach einer Ecke mit dem Kopf zur Stelle (39./62.). Beide Male stahl er sich gekonnt von seinem Gegenspieler frei und ließ Pepe Reina im Liverpooler Gehäuse nicht den Hauch einer Abwehrmöglichkeit. Das dritte Tor für die Blues viel nach einem herrlichen Konter über die linke Seite. Malouda bediente schließlich mit einem scharf hereingeschlagenen Flachpass Didier Drogba, der sich von Carragher abgesetzt hatte und die Eingabe aus kurzer Entfernung direkt in die Maschen drosch (67.).

Obwohl Rafa Benítez drei neue offensive Kräfte in die Partie brachte und die Fans von den Rängen ihre Reds lautstark nach vorne trieben, konnten die Gastgeber dem Spiel keine Wende mehr geben. Chelsea agierte einfach zu abgeklärt. Am Ende konnten auch das mit Inbrunst bis zum Abpfiff gesungene “You`ll never walk alone” nicht mehr trösten – diese 1:3-Niederlage kam unerwartet und bedeutet wohl das Champions-League-Aus. Während man in London nun voller Zuversicht auf das am kommenden Dienstag stattfindende Rückspiel an der heimischen Stamford Bridge blickt, muss man in Liverpool schon auf ein Fußballwunder hoffen. Wegschenken werden die _ Reds_ ihre Chance auf das Halbfinale allerdings nicht. Einen Tag nach dem Rückspiel, am 15. April, jährt sich die Katastrophe von Hillsborough zum 20. Mal. Ein schwarzer Tag in der Geschichte des FC Liverpool – und ein Tag voller schmerzlicher Erinnerungen, die zusätzliche Kräfte freisetzen könnten.

Statistik

FC Liverpool: Reina – Arbeloa, Carragher, Skrtel, Fábio Aurelio (75. Dossena) – Kuyt, Lucas (79. Babel), Xabi Alonso, Riera (68. Benayoun) – Gerrard – Torres – Trainer: Benítez

FC Chelsea: Cech – Ivanovic, Terry, Alex, Ashley Cole – Ballack, Essien, Lampard – Kalou, Malouda – Drogba (80. Anelka) – Trainer: Hiddink

Tore: 1:0 Torres (6.), 1:1 Ivanovic (39.), 1:2 Ivanovic (62.), 1:3 Drogba (67.)

Schiedsrichter: Larsen (Dänemark)
Zuschauer: 42.543
Gelbe Karten: Fábio Aurelio / Terry, Kalou


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