[2. Bundesliga 2008/09] Die Lage im Unterhaus 30/34
5. Mai 2009, 17:16 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Auch die 2. Bundesliga befindet sich auf der Zielgeraden. Vier Spieltage vor dem Abpfiff scheinen sowohl in Sachen Auf- wie Abstieg die ersten Würfel gefallen.
Freiburg hat das Ziel vor Augen
So ganz langsam, peu à peu, verstummen in Freiburg auch die letzten Zweifler, die trotz Tabellenführung und konstant guter Leistungen das Wort “Aufstieg” im Zusammenhang mit dem SC Freiburg nicht in den Mund nehmen wollten. Dazu gehört – zumindest was die Darstellung in der Öffentlichkeit betrifft – auch Robin Dutt, der Freiburger Erfolgs-Trainer.
Wenn man aber eins und eins zusammenrechnet, dann kann wohl nur noch ein die Erde verschlingendes Schwarzes Loch, das von den Wissenschaftlern im schweizerischen Cern versehentlich bei ihrem Urknallversuch entsteht, den Schritt in die Beletage vermiesen. Die Breisgauer feierten am Sonntag mit dem 4:1 gegen den FSV Frankfurt den vierten Sieg in Folge und haben jetzt neun Punkte Vorsprung auf den dritten Platz, der ja immerhin noch zur Relegation berechtigt. Zum ersten Nichtaufstiegsplatz sind es zehn Punkte Vorsprung. Das heißt auf gut Deutsch: Willkommen zurück Oberhaus, SC Freiburg!
Gerangel um Platz zwei und drei
Hinter dem enteilten SC Freiburg gewinnt derweil das hochspannende Ausscheidungsrennen um die Plätze zwei und drei sogar noch an Dramaturgie. Aus dem Quintett mit dem FSV Mainz 05 (54 Pkt.), dem 1. FC Nürnberg (52), der SpVgg Greuther Fürth (51), Alemannia Aachen (49) sowie dem 1. FC Kaiserslautern, das sich zuletzt einen erbitterten Kampf um die weiteren Aufstiegsränge lieferte, ist nun wieder ein Sextett geworden. Der MSV Duisburg (47), der nach vier sieglosen Partien (Spieltag 25 – 28) eigentlich den Aufstieg aus den Augen verloren hatte, schnuppert nach zwei Dreiern plötzlich nochmal Morgenluft. Die Zebras schlugen im Montagsspiel die SpVgg Greuther Fürth mit 2:0.
Nutznießer der Fürther Niederlage war der Club aus Nürnberg, der vor heimischen Publikum den FC Ingolstadt knapp mit 1:0 in Schach hielt, dadurch mit dem Nachbarn die Plätze tauschte und auf Rang drei vorrückte. Die beiden fränkischen Clubs liefern sich einen packenden Kampf, dessen Ausgang völlig offen erscheint. Brisanz birgt das nächste Wochenende, an dem sich die beiden Rivalen im Fürther Playmobil-Stadion zum Derby treffen. Gut möglich, dass dem Kleeblatt wie schon einige Male in den vergangenen Jahren im Schlussspurt der Atem ausgeht, man letztlich wieder mit leeren Händen dasteht und mit ansehen muss, wie nur wenige Kilometer entfernt der 1. FC Nürnberg den direkten Wiederaufstieg in die deutsche Eliteklasse feiert. Genauso gut ist allerdings auch das Szenario denkbar, dass beide ein weiteres Jahr im Unterhaus kicken. Deswegen hilft eigentlich beiden nur ein Sieg weiter …
Die zweitplatzierten Mainzer schlugen am Bruchweg die TuS Koblenz mit 2:0 und konnten somit ihre miserable Heimbilanz ein wenig aufbessern. Während Alemannia Aachen mit dem 2:2 am Tivoli gegen Rot-Weiß Oberhausen nach fünf Siegen in Folge einen kleinen Rückschlag hinnehmen musste, entwickelte sich der Spieltag für Kaiserslautern zum Fiasko. Nach ganz schwacher Vorstellung musste man sich zunächst am Freitag Hansa Rostock in der DKB-Arena mit 1:5 geschlagen geben, ehe dann am Montag die Trennung von Trainer Milan Sasic bekannt gegeben wurde. Diese Nachricht traf die Öffentlichkeit wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Über die Gründe zu spekulieren, ist müßig. Fakt ist, dass sich die Roten Teufel bislang weitaus besser verkaufen, als die meisten das erwartet hatten und noch immer eine gute Aufstiegschance besitzen. Beim Blick auf das Restprogramm der Pfälzer kann einem allerdings schwindlig werden. Nachdem zunächst der FC Augsburg am Betzenberg gastiert, kommt es knüppeldick. Der FCK muss auf den Aachener Tivoli reisen, empfängt dann den MSV Duisburg und beendet diese Saison schließlich im Badenova-Stadion, der Heimstätte des SC Freiburg.
Wehen Wiesbaden sagt Adieu. Ingolstadt auch?
Die SV Wehen Wiesbaden (21 Pkt.) ist nicht mehr zu retten und kann sich voll auf das Unternehmen Wiederaufstieg in Liga zwei konzentrieren. Nach einer neuerlichen Heimniederlage, diesmal mit 0:1 gegen den ebenfalls noch im Abstiegskampf steckenden VfL Osnabrück (32) , ist der Rückstand zum Relegationsplatz 16 auf elf Punkte angewachsen – illusorisch, bei noch zwölf möglichen Punkten aus den verbleibenden vier Spielen da noch an die Wende zum Guten zu glauben.
Beim FC Ingolstadt (27) muss man sich wohl ebenfalls so langsam mit dem Gedanken an die Regionalliga vertraut machen. Auch mit “dem neuen Besen”, Horst Köppel, gelang die angestrebte Wende nicht. Ingolstadt verlor in Nürnberg und bleibt der Rückrunde ohne jeden Sieg. Fünf Zähler ist die Relegation entfernt, deren sieben der Klassenverbleib.
Welche Mannschaft in die Relegation muss, ist noch völlig offen. Neben dem VfL Osnabrück gibt es mit der TuS Koblenz (34), Hansa Rostock (34), Rot Weiss Ahlen (36), dem FSV Frankfurt (36) und 1860 München (36) gleich fünf “aussichtsreiche Bewerber”.
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