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[Champions League 2008/09] Barcelona verhindert englisches Finale

7. Mai 2009, 16:25 geschrieben von Heiland, abgelegt unter Int-Fussball.

Nach der Nullnummer im Camp Nou trennten sich beide Kontrahenten erneut unentschieden, aber nicht torlos.

FC Chelsea 1:1 (1:0) FC Barcelona

Nach dem torlosen Remis im Hinspiel war klar, dass Chelsea offensiver würde spielen müssen. Cole kam nach seiner Gelbsperre wieder in die Startelf und mit Anelka bot Guus Hiddink eine zweite Spitze neben Drogba auf. Bei Barcelona fehlten die verletzten Marquez und Henry sowie der Gelb gesperrte Puyol. Für sie spielten Touré, Busquets und Keita.

Die Gäste übernahmen von Anfang an die Initiative. Sie zogen ballsicher ihr Passspiel auf und versuchten, die tief stehenden Blues zu überwinden. Spätestens an der Strafraumgrenze war jedoch Schluss. Chelsea stand sehr diszipliniert in der Defensive und versuchte zaghaft, das Passspiel der Katalanen zu stören, was zu Beginn mit einer Ausnahme in der 2. Minute, als Drogba ein Pass von Terry versprang, weniger gelang. Man hatte eine offensivere Anfangsphase der Gastgeber erwartet. Die kam in der 9. Minute, als Touré einen Pass von Lampard auf der linken Seite abfälschte. Essien nahm den Abpraller volley und drosch die Kugel unhaltbar in den linken Dreiangel.

Barcelona ließ sich dadurch nicht schocken und zog weiter sein Kombinationsspiel auf. Chelsea stand weiter tief und lauerte auf Konter. Die Spanier taten sich gegen die dicht gestaffelte Abwehr sichtlich schwer. Sie versuchten viel zu viel durch die Mitte zu spielen und waren insgesamt zu langsam. Ein paar Schüsse aus der zweiten Reihe stellten keine Gefahr für Cech dar. In der 24. Minute kam es zu einem Laufduell zwischen Malouda und Dani Alves auf der linken Seite. Beide beharkten sich, bis die Grundlinie erreicht war, Malouda schlug einen Haken und kam im Strafraum zu Fall. Der norwegische Schiedsrichter Övrebö entschied jedoch auf Freistoß, wohl weil das erste Foul außerhalb des Strafraums stattfand und er den Vorteil Maloudas abwarten wollte. Drogba schoss den Freistoß von der Strafraumkante dreist und scharf direkt aufs Tor, doch Valdes konnte mit dem Knie abwehren. Nur drei Minuten später kam Drogba im Strafraum nach einer Trikotberührung von Abidal zu Fall. Wieder blieb der Strafstoß aus, denn der Ivorer fiel gar zu theatralisch.

Die zweite Hälfte begann lebhafter. Die Gäste versuchten, das Spiel in die Breite zu ziehen, in dem sie viel mehr über die Flügel spielten. Vornehmlich war es Dani Alves auf der rechten Seite, dem allerdings zu wenige präzise Flanken gelangen. Über die linke Seite versuchte es Barcelona zu wenig. Es ergaben sich bei Kontern mehr Räume für Chelsea. In der 53. Minute wurde Drogba von Anelka bedient, ließ mit einem Haken Touré aussteigen, scheiterte dann jedoch mit seinem Schuss an Valdes.

In der 66. Minute kam Anelka bei einem Laufduell mit Abidal ins Straucheln und fiel. Ob ein Trikotzupfer vorlag oder Anelka von seinem Gegner am Fuß getroffen wurde, war aus keiner Kameraperspektive eindeutig zu erkennen. Övrebö entschied auf Freistoß und Rot für Abidal, weil der letzter Mann gewesen war. In der 82. Minute der nächste Aufreger. Piqué hatte den Ball im Strafraum an den seitlich ausgestreckten Unterarm bekommen, doch der Elfmeterpfiff blieb erneut aus. Övrebö hatte im Gegensatz zu den Briten keine Bewegung des Armes zum Ball erkannt.

Als vier Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, hatte man den Eindruck, dass Barcelona noch tagelang so weiterspielen könnte, ohne auch nur eine einzige wirklich zwingende Torchance zu erarbeiten. Deutlich mehr Ballbesitz und sicherere Kombinationen hatten nicht gereicht, um Chelsea in ernsthafte Verlegenheit zu bringen. Es sah die meiste Zeit eher so aus, als würden die Blues früher oder später den entscheidenden Konter setzten und damit den Sack zumachen. Wie aus dem Nichts fiel dann doch noch der Ausgleich. Messi, der mit zunehmender Spieldauer immer mehr von seinen Mitspielern gesucht wurde, passte in der 93. Minute auf Iniesta, der aus 18 Metern von der rechten Strafraumgrenze abzog und den Ball ins kurze Eck drosch.

Durch den Torjubel und diversen Einwechselungen verdoppelte sich die Nachspielzeit. Chelsea stürmte mit dem Mute der Verzweiflung – auch Torhüter Cech kam mit nach vorne. Eto’o wurde im Strafraum am Arm angeschossen, als er sich wegdrehte. Wieder kein Elfmeter. Ballack lief dem Schiedsrichter nicht nur hinterher, sondern zerrte an ihm – fast sah es aus, als wollte er ihn würgen -, wofür er die Gelbe Karte bekam. Nach dem Abpfiff erwies sich der ausgewechselte Drogba als ebenso schlechter Verlierer, beschimpfte den Unparteiischen und sah dafür ebenfalls Gelb.

Der FC Barcelona hat bewiesen, dass er mit dieser Mannschaft immer für ein Tor gut ist und zieht glücklich ins Finale ein. Am 27. Mai wartet Manchester United in Rom. Chelsea dagegen muss sich fragen lassen, warum es seine Konter nicht konsequenter zu Ende gespielt hat. Nächste Saison wird ein neuer Versuch gestartet, sich die europäische Krone aufzusetzten. Für die direkte Qualifikation fehlen noch vier Punkte aus drei Spielen in der Meisterschaft.

Statistik

Chelsea: P. Cech – Bosingwa, Alex, Terry, A. Cole – Essien, Ballack – Lampard – Anelka, Malouda, Drogba (72. Belletti)
Trainer: Hiddink

Barca: Victor Valdes – Daniel Alves, Touré, Pique, Abidal – Sergi Busquets (85. Bojan) – Xavi, S. Keita – Messi, Iniesta (90. + 6 Gudjohnsen), Eto’o (90. + 7 Sylvinho)
Trainer: Guardiola

Tore: 1:0 Essien (9.), 1:1 Iniesta (90. + 3)

Schiedsrichter: Övrebö (Norwegen)
Zuschauer: 37.857
Gelb: Essien, Alex, Drogba, Ballack / Daniel Alves, Eto’o, Iniesta
Rot: Abidal


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