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Die MAG-Bundesligavorschau 2009/10: Ziel Klassenerhalt - oder doch etwas mehr?

4. August 2009, 15:19 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Ziel Klassenerhalt – oder doch etwas mehr?

Es ist wieder soweit, in einigen Tagen startet die Bundesliga in die neue Saison. Wie gewohnt, nimmt das MAG alle 18 Mannschaft unter die Lupe, gibt einen Überblick über alle Zu- und Abgänge, berichtet über weiteres Wissenswertes und wagt einen Ausblick auf die anstehende Spielzeit. Der zweite Teil unserer Vorschau beschäftigt sich mit jenen Teams, die sich in der abgelaufenen Runde im unteren Mittelfeld platzierten oder bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern mussten: Hannover 96, 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt, VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach.

Die 1. Bundesliga im Forum
Wie ist das Startprogramm deiner Mannschaft? Der komplette Spielplan 2009/10
Teil I der MAG-Vorschau: Die Aufsteiger
Teil III der MAG-Vorschau: Ziel Europa – aber ist das realistisch?
Teil IV der MAG-Vorschau: Die Top-Drei der Vorsaison – wieder das Maß der Dinge?

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Hannover 96 1. FC Köln SG Eintracht Frankfurt
VfL Bochum Bor. M’gladbach

Die Abschlusstabelle 2008/09

Pl. Verein Spiele Tore Punkte
10. SV Werder Bremen 34 64:50 45
11. Hannover 96 34 49:69 40
12. 1. FC Köln 34 35:50 39
13. Eintracht Frankfurt 34 39:60 33
14. VfL Bochum 34 39:55 32
15. Borussia M’Gladbach 34 39:62 31
16. Energie Cottbus 34 30:57 30


Hannover 96

Große Euphorie will in Hannover dieses Jahr nicht so recht aufkommen. Die vergangene Saison war nicht das, was sich Verein und Fans vorgestellt haben. Statt Verbesserung oder wenigstens Stabilisierung in der oberen Hälfte, kämpfte man lange gegen den Abstieg und versank schließlich im bedeutungslosen Mittelfeld. Das merkt man auch an den Transferaktivitäten der Niedersachsen, die nicht von großen Sprüngen singen, sondern kleine Schritte flüstern. Zum Vergleich: Vergangene Saison kamen mit Schlaudraff, Eggimann und Forssell drei hoffnungsvolle Neuzugänge, die allerdings – mitunter auch von Verletzungen geplagt – nie so recht an die gestellten Anforderungen anknüpfen konnten. Dieses Jahr ist lediglich der von Leverkusen kommende Karim Haggui als Verstärkung anzusehen. Von ihm wird erwartet seine Aufgabe in der Innenverteidigung besser zu erledigen, als es der gescheiterte Schweizer Eggimann voriges Jahr geschafft hat.

Andererseits blieb die Mannschaft des Vorjahres auch weitestgehend erhalten. Mit Frank Fahrenhorst, Michael Tarnat und Valerien Ismael stehen Dieter Hecking zwar drei namhafte Akteure weniger zur Verfügung, jedoch liegen deren erfolgreichen Zeiten auch schon einige Tage zurück. Die Verluste sind also durchaus zu verschmerzen. Besonders der Abgang von Michael Tarnat bzw. wie er vonstatten gegangen ist sorgten für Aufregung: Wenige Stunden vor dem letzten Heimspiel der Saison wurde dem Routinier mitgeteilt, sein Vertrag würde nicht verlängert. Der 39-jährige nahm das seinem Trainer übel, nannte dessen Verhalten respektlos. Doch mittlerweile ist dieser Fauxpas verziehen, „Tanne“ Tarnat bekam im Testspiel gegen Arsenal sogar eine 17-minütige Abschiedsvorstellung.

Dieter Hecking / Foto: Hannover 96 Immerhin ist die Position des Trainers so fest wie schon seit Jahren nicht mehr in Niedersachsens Landeshauptstadt. Hecking geht nun schon in seine vierte Saison als Trainer von Hannover 96. Das ist eine wahre Rarität bei diesem Nordclub. Ralf Rangnick (2001 bis März 2004) hat er an Dienstzeit bereits abgehängt. Man muss schon fast 30 Jahre zurückblicken, um einen 96-Coach zu finden, der länger im Amt war als Hecking es bisher ist – Diethelm Ferner trainierte die Niedersachsen von Juli 1979 bis November 1982. Neu im Verein ist seit Frühjahr außerdem Sportdirektor Jörg Schmadtke, der bereits in Aachen erfolgreich mit Coach Dieter Hecking zusammenarbeitete. Unter Schmadtkes Regie erreichten die Aachener nicht nur 2004 das Pokalfinale, sondern zwei Jahre später auch den Bundesliga-Aufstieg.

Den bitteren Gang in die zweite Liga werden die Roten wahrscheinlich nicht antreten müssen. Mannschaft und Umfeld scheinen zu sehr im Mittelfeld etabliert. Weil das aber auch in die andere Richtung gilt, werden positive Überraschungen wohl ebenso ausbleiben. Eine Saison wie im Vorjahr, mit Kontakt nach unten und einem Ergebnis im Mittelmaß erwartet die 96er wohl auch dieses Jahr.

Zugänge: Valdet Rama (FC Ingolstadt), Karim Haggui (Bayer Leverkusen), Sofien Chahed (eigene Jugend), Constant Djakpa (Bayer Leverkusen)

Abgänge: Frank Fahrenhorst (MSV Duisburg), Michael Tarnat (Karriereende), Gaetan Krebs (Karlsruher SC), Chavdar Yankov (MSV Duisburg), Valerien Ismael (Sportinvalidität), Patrick Herrmann (VfL Osnabrück), Bastian Schulz (1.FC Kaiserslautern)

Roxeus
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1. FC Köln

Das Saisonziel Klassenerhalt wurde in der vergangenen Spielzeit vorzeitig erreicht. Nun geht der rheinische Traditionsverein mit namhaften Verstärkungen ins berüchtigte zweite Bundesliga-Jahr, um den Fahrstuhl zwischen 1. und 2. Bundesliga endgültig zu verlassen. Rückkehrer Lukas Podolski und der ex-Karlsruher Sebastian Freis sollen der Offensive zu mehr Durchschlagskraft verhelfen, Maniche verstärkt das defensive Mittelfeld. Nach dem überraschenden Abschied von Christoph Daum verpflichtete der FC den ehemaligen Bundesliga-Profi Zvonimir Soldo als neuen Trainer. Soldo übernahm erst im Jahr 2007 seinen ersten und bis hierhin einzigen Trainerjob. Der Trainer-Frischling muss nicht nur in die Fußstapfen von Christoph Daum treten, sondern auch mit der gesteigerten Erwartungshaltung umgehen. Das Start-Programm hat es in sich, zudem werden mit Pedro Geromel und Milivoje Novakovic zwei der wichtigsten Akteure zu Saisonbeginn verletzungsbedingt ausfallen.

Die Basis zum Erreichen des Klassenerhalts stellte in der Vorsaison die stabile Defensive um Abwehrchef Geromel und dem Portugiesen Petit im defensiven Mittelfeld. Aller Voraussicht ist Landsmann Maniche langfristig als zweiter “Sechser” eingeplant, sollte Soldo an diesem System festhalten. Leidtragender dessen ist vor allem der junge Pezzoni, Derek Boateng wurde bereits nach Spanien verkauft.
In der Innenverteidigung wird wahrscheinlich Kevin McKenna, frisch zurückgekehrt vom Gold-Cup, erste Alternative für Mohamad und Geromel sein, und letzteren zum Saisonauftakt ersetzen. Der von Real Madrids B-Mannschaft verpflichtete deutsche U20-Nationalspieler Christopher Schorch ist vorerst scheinbar nur Ergänzungsspieler, obwohl der gelernte Innenverteidiger nach eigener Aussage gerne Rechtsverteidiger spielt. Jene Position ist die einzig einigermaßen umstrittene in der Kölner Abwehrkette, denn Miso Brecko konnte nicht voll überzeugen im letzten Jahr.

Das große Problem der Geißbock-Elf stellte in der vergangenen Spielzeit die Offensiv-Abteilung dar. Die offensiven Mittelfeld-Außen gelten noch immer als Problemzonen, im Angriff erhält Alleinunterhalter Milivoje Novakovic aber nun Unterstützung durch Lukas Podolski.
Auf der rechten Seite wurde Nemanja Vucicevic ausgemustert. Seinen Platz wird wohl Neuzugang Sebastian Freis einnehmen. Möglich ist aber auch, dass dieser vorübergehend den verletzten Novakovic im Angriff ersetzt und währenddessen Adel Chihi die Position im rechten Mittelfeld übernimmt. Der Marokkaner scheint bei Zvonimir Soldo Eindruck gemacht zu haben. Auf der gegenüberliegenden Seite hat sich Wilfred Sanou offenbar in die Stammelf gespielt, er bekommt derzeit den Vorzug vor Fabrice Ehret. Diese Positionen sind nach wie vor Unsicherheitsfaktoren, im Sturm könnte aber mit Podolski und in der Hinterhand Freis ein entscheidender qualitativer Sprung gemacht worden sein.

Das Pokalspiel in Emden hat gezeigt, dass verständlicherweise noch Sand im Getriebe ist. Ein schwacher Start und ein damit vorübergehender Aufenthalt in niederen Tabellenregionen ist wahrscheinlich, dennoch sollte das Potential trotz einiger Schwachstellen zu einem Mittelfeldplatz reichen. Mehr als das wäre eine Überraschung.

Zugänge: Lukas Podolski (Bayern München), Maniche (Atletico Madrid), Sebastian Freis (Karslruher SC), Christopher Schorch (Real Madrid B), Christian Clemens, Lukas Nottbeck, Alexander Vaaßen, Sebastian Zielinsky (alle zweite Mannschaft), Stephan Salger, José Pierre Vunguidica (jeweils eigene Jugend)

Abgänge: Nemanja Vucicevic (Unbekannt), Derek Owusu Boateng (FC Getafe), Thomas Broich (1. FC Nürnberg), Matthias Scherz (Karriereende)

marinko
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SG Eintracht Frankfurt

Eine neue Ära beginnt

Fünf Jahre hat sie gehalten, die Ehe zwischen Eintracht Frankfurt und Friedhelm Funkel. Rekordverdächtig anmutend, denn eine weitere Saison der Zusammenarbeit war bereits beschlossene Sache. Am Ende allerdings, schmiss der treue Arbeiter das Handtuch, so die offizielle Version. Dem Druck, mehr erreichen zu müssen als ihm möglich erschien, hat Funkel zuletzt nicht mehr standhalten können. Als sogar Weggefährte Heribert Bruchhagen von ihm abrückte, nahmen die Dinge ihren Lauf. Letztlich einigten sich Verein und Trainer auf einen Rücktritt mit Lohnfortzahlung. Zu groß war die Diskrepanz zwischen Erwartungshaltung des Umfeldes und tatsächlichem Leistungsstand der Mannschaft, die laut Funkel einfach nicht mehr hätte erreichen können. Nun, 33 Punkte waren in der Tat das schlechteste Ergebnis der Eintracht seit dem Aufstieg 2004. Obendrein lieferte die Elf reihenweise Fußball-Magerkost ab, entrann denkbar knapp dem Abstieg. Geschuldet war dieser Umstand allerdings weniger dem eigenen Können als dem Unvermögen der Konkurrenz, die augenscheinlich noch schlechter war als die Hessen. Sicherlich, Funkel konnte von Beginn an nie seine Wunschelf aufbieten, musste stets improvisieren. Reihenweise fiel wichtiges Stammpersonal langfristig aus. Teilweise fehlten bis zu 11 Kräfte, sodass kaum mehr 18 gesunde Spieler zur Verfügung standen und sich das Team weitgehend von selbst aufstellte.

Funkel, Freund des zementierten Mittelmaßes, schien die Situation allerdings kaum zu beunruhigen, anders als die Fans, die trotz der Verletztenmisere besseren und erfolgreicheren Fußball verlangten. Zuletzt mündete die Unzufriedenheit des Eintracht-Anhangs in einer beispiellosen Hetzkampagne, woraufhin Funkel hinschmiss und seinen Stuhl für Michael Skibbe räumte.

Aufbruchstimmung mit Skibbe

Die Aufbruchstimmung, die der neue Coach bei seinem Amtsantritt verbreitete hatte, ist bereits einer gewissen Ernüchterung gewichen. Zu mager waren die Testspielergebnisse, zu unspektakulär die Neuerpflichtungen. Skibbe hatte angekündigt schnellen, aggressiven und offensiven Fußball spielen zu lassen.

Funkel-Nachfolger Skibbe – erreicht er sein neues Team? / Foto: Christine Moje

In den ersten Experimenten sollte diese Ankündigung jedoch schnell verpuffen. Fast schon gewohnt lethargisch zeigte sich die Eintracht in den ersten Test-Matches. Sogar gegen Unterklassige Gegner wurde das ein oder andere Spiel vergeigt. Zumindest Caio, an dem sich seit seiner Verpflichtung die Geister scheiden, scheint Michael Skibbe in den Griff zu bekommen. Seit der Ankunft des neuen Coachs sprüht der Brasilianer vor Spielwitz, ist fit wie nie und hat ständiges ein Lächeln auf dem Gesicht. Gerade auf ihn, dem Synonym für besseren Fußball, ruhen die Hoffnungen rund um den Riederwald.

Die Neuen

Als Neuzugänge wurden unterdessen Selim Teber, der von Hoffenheim kam, und Pirmin Schwegler von Bayer Leverkusen präsentiert. Beide sollen ihre Vorgänger Inamoto und Fink, die ihre Zelte in Frankfurt abbrachen, auf der Sechser-Position ersetzen. Inwieweit dies gelingt, bleibt abzuwarten. Teber, dessen Qualitäten eigentlich offensiver Natur sind, genau wie Schwegler, müssen nicht zuletzt aufgrund ihres Reservistendaseins bei ihren Ex-Klubs erst den Beweis antreten, auf Anhieb eine Verstärkung für die Eintracht darzustellen. Für die Innenverteidigung holte man Maik Franz von Absteiger Karlsruher SC. Franz soll die zuletzt unsichere Abwehrreihe dicht machen, die Lücke stopfen, die Kirgyakos einst hinterließ, bzw. Alexandar Vasoski aufgrund seiner langwierigen Verletzungen nicht ausfüllen konnte. Erste Zweifel, ob dieses Vorhaben fruchtet, haben die Tests bereits offenbart. Hoffnungen, in der kommenden Saison nicht mehr zu den Schießbuden der Liga zu gehören, sind allerdings nach wie vor berechtigt, zumal Vasoski endlich den Anschluss ans Team hergestellt hat und erste Ausrufezeichen setzte, als Skibbe ihn zum Ende der Vorbereitung testete. Ralf Fährmann, eines der hoffnungsvollsten Torwarttalente seiner Zeit, wurde bereits unter Funkel verpflichtet. Doch ein Mittelhandbruch in der Vorbreitung legte den Ex-Schalker bereits lahm, sodass Oka Nikolov wohl zunächst die Nummer eins zwischen den Pfosten sein wird.

Auch Skibbes Lazarett hat Konjunktur

Weitere Hiobsbotschaften ließen nicht lange auf sich warten. Beispielsweise konnte Martin Fenin nach einer Leistenoperation bisher kein einziges Testspiel absolvieren. Der Tscheche wird wohl für den Start nicht infrage kommen. Gleiches gilt für Chris, der sich gewohnt verletzungsanfällig zeigt. Diesmal ist es wieder der Rücken, der ihm bereits mehrmals in seiner Karriere zu schaffen machte. Gewinner der Vorbereitung, neben Caio, ist ohne Zweifel Benjamin Köhler. Der wieselflinke Mittelfeldstratege, den eine schmerzhafte Knöchelblessur zu schaffen machte, spielt durch seine beachtliche Verfassung eine große Rolle in den Planungen von Michael Skibbe. Ohnehin dürfte die Besetzung des Mittelfeldes noch die wenigsten Kopfschmerzen beim neuen Coach auslösen. Mit Alex Meier, Markus Steinhöfer, Ümit Korkmaz und den beiden Neuzugängen Teber und Schwegler, ist hier nahezu jede Position doppelt besetzt. Anders als im Angriff, wo mit Amanatidis, Fenin und Liberopoulos lediglich auf drei etablierte Kräfte zurückgegriffen werden kann. Beim Ex-Kapitän, der aus Frust wegen seiner Absetzung von allen Ämtern zurücktrat, bleibt abzuwarten, inwieweit sein Knie dem Bundesliga-Alltag standhält.

Amanatidis – frustiert über die Absetzung als Kapitän / Foto: Christine Moje

Gleiches gilt übrigens für Christoph Spycher, dem neuen Teamleader. Dass Zlatan Bajramovic kaum mehr eine gewichtige Rolle spielen wird, damit hat man sich in Frankfurt nach erneut aufgetretenen Zehbeschwerden abgefunden.

Auf in neue Sphären

Vieles, was der neue Trainer ankündigte, hängt wohl letztlich davon ab, inwieweit sein Team das neue Spielsystem verinnerlichen kann. Fünf Jahre lang war die Mannschaft es gewohnt aus einer Abwartenden Haltung heraus zu agieren. Diese Zeiten sind vorbei. Pressing heißt das neue, allgegenwärtige Zauberwort. Michael Skibbe steht für eine Spielweise, die mit schneller Balleroberung durch aggressives Verschieben in Ballnähe beginnt und in präzisen, steilen, hart getretenen Pässen in die Spitze münden soll. Dass dieses Vorhaben wohl eine gewisse Portion Geduld voraussetzt, hat die Vorbereitung gezeigt, in der längst noch nicht alles wie gewünscht lief. Lediglich in Ansätzen war die Handschrift des neuen Trainers hier und da erkennbar. Ziel des Ex-Bundestrainers ist Platz Zehn. Das sollte zu schaffen sein, wenn das neue Spielsystem Früchte trägt und sich die Verletzungen seines Personals im Rahmen des Üblichen bewegen.

Zugänge: Marcos Alvarez (Eintracht Frankfurt II), Ralf Fährmann (FC Schalke 04), Maik Franz (Karlsruher SC), Marcel Heller (MSV Duisburg), Pirmin Schwegler (Bayer Leverkusen), Selim Teber (1899 Hoffenheim), Cenk Tosun (Eintracht Frankfurt II)

Abgänge: Michael Fink (Besiktas Istanbul), Junichi Inamoto (Stade Rennes), Alexander Krük (VfL Osnabrück), Léonard Kweuke (FC Energie Cottbus), Kreso Ljubicic

Mario
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VfL Bochum

Beim VfL Bochum lief es in der vergangenen Saison alles andere als rund. Von Verletzungssorgen geplagt, gelang Marcel Kollers Team erst am vorletzten Spieltag mit dem 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt der Klassenerhalt. Nach mageren 11 Punkten in der Hinrunde hatte es lange Zeit nach dem sicheren Abstieg ausgesehen und das in einer Saison, zu deren Beginn vom Umfeld nach zwei halbwegs sicheren Spielzeiten, die dem Wiederaufstieg folgten, der nächste Schritt erwartet wurde. Hoffnungsvolle Verpflichtungen wie Azaouagh und Klimowicz sowie die Tatsache, dass man mit Epallé und Sestak etablierte Kräfte an der Ruhr halten konnte, ließen erste Träume von höheren Gefilden aufkommen. Doch wie so oft, kam alles ganz anders. Leistungsträger fielen bereits zum Saisonbeginn langfristig aus und schafften es aufgrund mangelnder Spielpraxis zum Ende hin nicht mehr ihr gewohntes Leistungsniveau abzurufen. Dies und der Umstand gleich mit der harten Realität Abstiegskampf umgehen zu müssen, ließ Marcel Koller zu keiner Phase der Saison zur Ruhe kommen. In der kommenden Spielzeit soll indes alles besser werden. Die Vorzeichen dafür stehen günstig. Von größeren Blessuren blieb das Team bisher verschont. Fast schon ungewohnt für den Trainer, gleich zum Auftakt aus den Vollen schöpfen zu können. Beachtliche Tests lassen darauf schließen, insbesondere mit Sestak und Epallé zwei Hoffnungsträger im Team zu haben, die endlich wieder für mehr Torgefahr sorgen könnten, etwas, was in der Vorsaison so schmerzlich vermisst wurde und die Ruhrpottler um ein Haar ins Unterhaus gespült hätte.

Traditionell leere Kassen

Da die Kassen beim VfL Bochum traditionell leer sind, konnte man den Kader mit zwei Neuzugängen lediglich ergänzen. Von Halmstads BK kam der Schwede Andreas Johansson für 350 000 Euro. Johansson, 27 Jahre alt, ist Defensivspezialist und liebäugelt mit der Sechser-Position Daniel Imhofs, der zuletzt nicht immer überzeugen konnte. Da Koller im Mittelfeld am liebsten mit Raute spielen lässt, legt der Schweizer großen Wert auf diese wichtige Position vor der Abwehr.

Der “alte” Koller und seine Neuzugänge / Foto: VfL Bochum

Als weiteren Neuzugang verpflichtete man Zlatko Dedic, der vom italienischen Zweitligisten Frosinone Calcio kommt. Der 25-Jährige passt deshalb in Kollers Überlegungen, weil er pfeilschnell ist und eine Alternative für die zuletzt Verletzungsgeplagte Offensivabteilung darstellen könnte. Immerhin verfügt der Slowene bereits über Serie A Erfahrung, die er bei seiner zweiten italienischen Station, dem FC Parma, sammeln konnte. Darüber hinaus gehört er zum Stamm der Nationalelf seiner Heimat. Ein weiterer Spieler für den Angriff, der relativ dünn besetzt ist, stünde dem VfL Bochum gut zu Gesicht, dürfte angesichts der finanziellen Armut allerdings nicht ohne Weiteres zu finden sein. Viel gibt der Transfermarkt derzeit nicht her, was in der Preisklasse des VfL angesiedelt ist.

Wieder schwere Saison für Koller!?

Nicht zuletzt durch die verkorkste zurückliegende Saison wird Marcel Koller vom Umfeld kritischer betrachtet als ihm lieb sein könnte. Insofern dürfte ein erneuter Fehlstart fatale Folgen haben. Angesichts der aktuellen Kadersituation kann der Schweizer allerdings von Beginn an auf nahezu das gesamte Team zurückgreifen. Ein Umstand, der dem Coach Freude bereiten könnte, sobald sich seine Elf in sicheren Gefilden befindet. Denn spielerisch, so die weitläufige Meinung, hat Bochum sicherlich mehr zu bieten, als zuletzt gezeigt. Die achtbaren Testergebnisse führen aber hoffentlich nicht zu fast schon traditionell überzogenen Erwartungen, sodass in Ruhe gearbeitet werden kann, auch für den Fall, dass es zu Beginn noch nicht wie gewünscht läuft. Bisher fand Koller auch in prekären Situationen in Klub-Chef Werner Altegoer stets den erhofften Rückhalt. Ob dies bei einem erneuten Fehlstart so bleibt, darf bezweifelt werden. Wie es auch kommen mag: Auch in dieser Saison geht es für den VfL Bochum gleich zum Auftakt ums Überleben. Letztlich dürfte der Klassenerhalt aber sicher zu schaffen sein, falls nicht erneut reihenweise Stammpersonal langfristig ausfällt.

Zugänge: Zlatko Dedic (Frosinone Calcio), Andreas Johansson (Halmstads BK), Andreas Luthe (VfL Bochum II)
Abgänge: Dilaver Güclü (VfL Bochum II), Sinan Kaloglu (Vitesse Arnheim), Andreas Lengsfeld, Marcin Mieciel (Legia Warschau), Heinrich Schmidtgal (Rot-Weiß Oberhausen), Oliver Schröder (Hansa Rostock), David Zajas

Mario
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Borussia Mönchengladbach

Nach der zweitschlechtesten Hinrunde der Vereinsgeschichte mit nur fünf Spieltagen auf einem Nichtabstiegsplatz legten die Fohlen in der Rückrunde richtig los. Mit Trainer-Urgestein Hans Meyer, der ab dem 9. Spieltag die Geschicke leitete, verließ man am 31. Spieltag die Abstiegsränge und schaffte erst am letzten Spieltag durch ein Remis gegen den Namensvetter aus Dortmund den Klassenerhalt. In der Winterpause holte Meyer mit Paul Stalteri, Logan Bailly, Dante und Tomáš Galásek vier Neue für den Defensivbereich, die alle voll einschlugen.

neuer Mittelfeldmotor: Juan Arango /Foto: Andreas Reimer

Schmerzlich sind vor allem die Abgänge der Mittelfeldakteure Alexander Baumjohann (zu Bayern München) und Marko Marin (zu Werder Bremen). Für Letzteren erhält die Borussia nach langen, zähen Verhandlungen wenigstens eine satte Ablöse. Darüber hinaus verlässt nur Tomáš Galásek als Stammspieler den Verein, alle anderen waren zuletzt nur Ersatz. Für Marin kommt der dribbelstarke Linksfuß Juan Arango vom RCD Mallorca. Mit dem Spieler war längst alles klar, nur der alte Verein, der in finanziellen Schwierigkeiten steckt, machte lange Zeit noch Probleme. Marcel Meeuwis, der von Roda Kerkrade kommt, soll Galásek im defensiven Mittelfeld ersetzen. Beide sind Ende 20 und bringen viel Erfahrung mit, die angesichts der jungen Spieler, die sonst verpflichtet wurden, notwendig ist. Große Hoffnungen werden vor allem in Raúl Bobadilla gesetzt. Das 21-jährige bullige Sturmtalent kommt vom Grasshopper Club Zürich, bei dem einst Günter Netzer seine Karriere beendete.

bulliges Sturmtalent: Raul Bobadilla / Foto: Andreas Reimer

Der neue Trainer, Michael Frontzeck, war von 2000/2001 an Assistent des alten Trainers und blieb es auch bis September 2003 unter dessen damaligem Nachfolger Ewald Lienen. Von 1982-1989 sowie 1995/96 und 1999/2000 war er Spieler der Borussia. Er ist kein Freund von festen Spielsystemen, sondern will individuell nach Gegner ausgerichtet seine Mannschaft aufstellen. Von seinem alten Verein, Arminia Bielefeld, bringt er Mittelfeldspieler Thorben Marx mit, der der Mannschaft aufgrund seiner stabilen Leitung in der vergangenen Spielzeit weiterhelfen soll. Um seine Jungs konditionell auf Vordermann zu bringen, zog er sein Programm in den Trainingslagern in Bad Blankenburg (Thüringen) und Saalfelden (Österreich) durch. Die Integration der neuen Spieler ist nach seiner Aussage in Trainingslagern einfacher, weil man gleich enger zusammenrückt und sich besser kennen lernt.

Mit Rückschlägen ist dennoch zu rechnen, denn die Spieler Friend, Bailly, Daems, Albermann und Callsen-Bracker werden zu Saisonbeginn fehlen. Zudem haben Jaures und Bobadilla nach Verletzungen aus der Vorsaison noch Trainingsrückstand. Meeuwis ist nach einer roten Karte, die er in der Ehrendivison erhielt, zu Beginn ebenfalls gesperrt. Ungeachtet dessen hat die Borussia das Potenzial, den Klassenerhalt zu schaffen. Eine Zittersaison sollte es dieses Mal nicht geben, wenn auch der Start angesichts der Ausfälle möglicherweise nicht optimal verläuft.

Abgänge: Marko Marin (Werder Bremen), Alexander Baumjohann (FC Bayern München), Sebastian Schachten (SC Paderborn 07), Johannes van den Bergh (Fortuna Düsseldorf), Sharbel Touma (Aris Saloniki), Marcel Ndjeng (FC Augsburg), Soumaila Coulibaly (FSV Frankfurt), Patrick Paauwe (VVV Venlo), Steve Gohouri, Uwe Gospodarek (beide Ziel unbekannt), Tomáš Galásek (Karriereende)

Zugänge: Sebastian Svärd (war ausgeliehen), Raúl Marcelo Bobadilla (Grasshopper Club Zürich), Thorben Marx (Arminia Bielefeld), Marco Reus (Rot Weiß Ahlen), Roman Neustädter (FSV Mainz 05), Fabian Bäcker (eigener Nachwuchs), Marcel Meeuwis (Roda Kerkrade), Juan Fernando Arango (RCD Mallorca)

Heiland
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