[WM-Qualifikation] Europa - Die Lage in den Gruppen
6. September 2009, 15:37 geschrieben von marinko, abgelegt unter WM-2006, Int-Fussball.
Der Kampf um die WM-Plätze geht auch auf dem europäischen Kontinent in die heiße Phase. So manch etablierte Nationalmannschaft muss um die Teilnahme am populärsten Fußball-Turnier zittern.
WM-Qualifikation Europa – alle Ergebnisse, Termine und Tabellen
Gruppe 1
Gruppenfavorit Portugal verpasste auch an diesem Spieltag den Befreiungsschlag. Der gebürtige Brasilianer Liedson rettete den Portugiesen mit dem Tor zum 1:1 in der 86. Minute bei seinem Länderspiel-Debüt das Remis in Kopenhagen. Arsenal-Star Nicklas Bendtner hatte die Dänen in der ersten Hälfte in Führung geschossen. Der Matchwinner für die Schweden hieß Zlatan Ibrahimovic. Der neue Barca-Angreifer erzielte in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer für die Tre Kronor in Ungarn.
Die Schweden sind mit 12 Punkten aus sieben Spielen nun wieder dick im Geschäft, während die skandinavischen Rivalen aus Dänemark (17/7) die Tabelle noch immer anführen. Die Ungarn (13/7) liegen noch immer auf dem zweiten Platz, Portugal (10/7) ist derzeit nur vierter. Am Mittwoch treffen Ungarn und Portugal in Budapest aufeinander, Dänemark muss nach Albanien, Schweden spielt auf Malta.
Gruppe 2
Auch die zweite Runde des deutsch-deutschen Trainerduells geht an Ottmar Hitzfeld. Dessen Eidgenossen sicherten sich durch zwei späte Tore einen wichtigen Sieg im St. Jakob-Park von Basel gegen Otto Rehhagels Griechen, welche mehr als eine Halbzeit lang in Unterzahl agieren mussten (Gelb-Rot gegen Loukas Vyntra).
Die Schweiz hat damit nun ein Polster von drei Punkten auf die Hellenen. Mit einem überraschenden Auswärtserfolg in Israel hat Lettland nun nach Punkten mit dem Europameister von 2004 gleichgezogen. Im Kellerduell trennten sich Moldawien und Luxemburg torlos. Die Schweiz muss nun in Lettland die neu gewonnene Tabellenführung verteidigen, Griechenland spielt in Moldawien, außerdem Israel gegen Luxemburg.
Gruppe 3
Im Nachbarschaftsduell trennten sich die Slowakei und Tschechien mit 2:2, nachdem letztere zweimal einen Rückstand wettmachen konnten. Polen kommt daheim nicht über ein 1:1 gegen Nordirland hinaus und steht nun endgültig mit dem Rücken zur Wand.
Spitzenreiter bleibt die Slowakei mit 16 Punkten aus 7 Spielen. Dahinter folgen Nordirland (14/8), Polen (11/7), Slowenien (11/7) und Tschechien (9/7), allesamt noch mit Hoffnungen zumindest auf den Relegationsplatz. Am Mittwoch empfängt Nordirland die Slowakei, während die Polen nach Slowenien reisen und Tschechien eine Pflichtaufgabe gegen San Marino zu absolvieren hat.
Gruppe 4
Russland fuhr auch ohne seinen Superstar Andrej Arshavin den erwarteten Dreier gegen Liechtenstein ein. Torschützen beim 3:0-Sieg waren Vassili Beresutzki und Roman Pavlyuchenko (2x, jeweils per Elfmeter). Finnland kam unterdessen zu einem 2:1 in Aserbaidschan. Schütze des Siegtores fünf Minuten vor dem Ende war der Bremer Petri Pasanen.
Russland ist nun bei gleicher Anzahl von Spielen bis auf einen Punkt an die DFB-Auswahl rangerückt. Die Mannschaft von Jogi Löw empfängt am Mittwoch Aserbaidschan, der ärgste Konkurrent muss in Cardiff gegen Wales antreten.
Gruppe 5
Unangefochtener Tabellenführer bleibt Europameister Spanien, das den Belgiern im Estadio Riazor von La Coruna keine Chance ließ. Beim 5:0-Erfolg der Iberer trafen David Silva und David Villa jeweils doppelt.
Die Überraschungsmannschaft aus Bosnien-Herzegowina geht weiterhin ihren Weg und hält den Abstand auf die drittplatzierten Türken mit einem 2:0 in Armenien. Die Türkei machte es in ihrem Heimspiel gegen den Außenseiter aus Estland ungewollt spannend, kam am Ende aber doch zu einem 4:2-Sieg.
Praktisch konkurrenzlos belegt Spanien mit sieben Siegen aus ebenso vielen Spielen den Platz an der Sonne. Dahinter liegt Bosnien-Herzegowina (15/7), immerhin vier Punkte vor der Türkei. Das direkte Duell am kommenden Mittwoch könnte eine Vorentscheidung bringen, könnte aber im entgegengesetzten Fall den Kampf um den zweiten Tabellenplatz nochmal richtig spannend machen. Belgien (7/7) hilft mittlerweile nur noch ein Fußball-Wunder, um die Endrunde noch zu erreichen.
Gruppe 6
Kroatien und die Ukraine marschieren weiter im Gleichschritt. Die Männer vom Balkan landeten einen knappen Sieg über Weißrussland, einziger Schütze war der Schalker Ivan Rakitic. Die Ukrainer konnten im Heimspiel gegen Andorra noch etwas für ihr Torverhältnis tun. Zwei Elfmeter-Tore in der Nachspielzeit stellten den Endstand von 5:0 her.
An der Tabellenspitze liegen nach wie vor die verlustpunktfreien Engländer (21/7). Das Ticket für Südafrika scheint den Three Lions kaum noch zu nehmen, das Rennen um den zweiten Gruppenplatz zwischen Kroatien (17/8) und der Ukraine (14/7) ist aber voll entbrannt. Am Mittwochabend werden sich England und Kroatien wieder in Wembley gegenüberstehen, die Ukraine muss die Auswärtshürde Weißrussland nehmen.
Gruppe 7
Einen herben Dämpfer musste Vize-Weltmeister Frankreich hinnehmen. Die Equipe Tricolore kam gegen Rumänien nicht über ein 1:1 hinaus. Nun würde den Franzosen nicht einmal ein Sieg am Mittwoch in Belgrad gegen Spitzenreiter Serbien zur Übernahme der Tabellenführung reichen. Österreich wahrte seine minimalen WM-Chancen durch ein 3:1 gegen die Färöer.
Gewinner des Spieltages sind die spielfreien Serben, deren Vorsprung auf Frankreich bei nun gleich vielen absolvierten Partien vier Punkte beträgt. Die Franzosen (14/7) haben es zudem verpasst, die Konkurrenz endgültig abzuschütteln. Vor allem Österreich(10/7), das noch ein direktes Duell mit dem Tabellen-Zweiten vor sich hat, ist in Lauerstellung. In vier Tagen steht das Spitzenspiel zwischen Serbien und Frankreich an, außerdem empfängt Rumänien die Alpenkicker, Litauen tritt auf den Färöer-Inseln an.
Gruppe 8
Die Zuschauer im “Stadion Boris Paichadze” von Tiflis wurden an diesem Samstag Zeugen einer unerfreulichen Rarität. Weltmeister Italien profitierte bei seinem 2:0-Erfolg in der georgischen Hauptstadt von zwei Eigentoren ein- und desselben Spielers. Der doppelte Unglücksrabe war ausgerechnet der beim AC Mailand unter Vertrag stehende Kakha Kaladze.
Die Mannschaft der Republik Irland bleibt der Squadra Azzura durch ein 2:1 auf Zypern auf den Fersen. Superstar Robbie Keane erzielte sieben Minuten vor Schluss das Siegtor zum 2:1 in Nikosia. Auch Bulgarien gibt nicht nach, schlägt Montenegro letztlich deutlich mit 4:1 und übt weiterhin Druck auf die Inselkicker aus.
Italien (17/7) hat beste Karten auf die direkte Qualifikation, auch wenn am Mittwoch mit Bulgarien schon ein harter Brocken wartet. Irland (16/8), mit guten Aussichten auf die Relegation, tritt erst im Oktober wieder an, dann gegen Italien. Bulgarien (11/7) würde wohl nur noch ein Sieg in Italien weiterhelfen.
Gruppe 9
In der Gruppe 9 steht bereits Mitte der nun anstehenden Woche der letzte Spieltag an. Der Gewinner des Wochenendes in dieser Gruppe sind die Schotten, die am Samstag Nachmittag einen wichtigen Sieg über den Konkurrenten aus Mazedonien einfuhren (2:0). Dem folgte am Abend die Schützenhilfe der Isländer, die den Norwegern ein 1:1 abtrotzten.
Schottland liegt jetzt mit 10 Punkten aus sieben Spielen vor dem letzten Spiel gegen die bereits qualifizierten Niederländer auf Platz zwei. Auf die Schrittmacherdienste der Elftal zählen Norwegen und Mazedonien, die am Mittwoch aufeinandertreffen und derzeit beide je drei Zähler hinter den Schotten liegen. Allerdings präsentierten sich alle drei Nationalmannschaften bisher so unbeständig, dass man damit rechnen muss, als schlechtester Gruppenzweiter am Ende trotzdem rausgefiltert zu werden.
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