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[WM-Qualifikation 2010] Brasilien qualifiziert

6. September 2009, 06:33 geschrieben von Jinxo, abgelegt unter Int-Fussball, WM-2006.

WM-Stammgast fährt nach Südafrika – Brasilien zum 19. Mal für die WM qualifiziert

Der Triumph war besonders schön. Mit einem Sieg über den ewigen Erzrivalen, noch dazu auf dessen Boden, qualifizierte sich die brasilianische Nationalmannschaft für die WM 2010 in Südafrika. Versüßt hat den Sieg für die Brasilianer darüber hinaus sicher die Tatsache, dass der alte Widersacher damit in arge Bedrängnis in Sachen Qualifikation geraten könnte und dass die Reputation Maradonas, des einzigen Konkurrenten Pelés um den Titel des “Besten Fußballers aller Zeiten”, ordentlich leiden dürfte. Ein in jeder Hinsicht gelungener Abend für die Brasilianer. Sie können dank des 3:1-Sieges dorthin zurückkehren, wo sie im vergangenen Sommer den Confederations Cup holen konnte. Wie immer wird dann für den Rekordweltmeister, die Seleçao, nur der Titelgewinn zählen.

Das MAG nimmt die Qualifikation Brasiliens zum Anlass, die Mannschaft kurz vorzustellen:


Brasilien

Steckbrief:

Trikotfarben: gelb-blau-weiß
FIFA-Weltrangliste: 1
WM-Teilnahmen: 1930, 1934, 1938, 1950, 1954, 1958, 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998, 2002, 2006
Größter Erfolg: Weltmeister 1958, 1962, 1970, 1994, 2002
WM-Gastgeber: 1950
Kontinentalmeister: 1919, 1922, 1949, 1989, 1997, 1999, 2004, 2007

Rekordnationalspieler: Cafu (142 Einsätze)
Rekordtorschütze: Pelé (77 Tore)
Trainer: Dunga
Bilanz der letzten 10 Spiele: 10 Siege (27:7 Tore)

WM-Historie, aktuelle Spieler und Trainer:

Brasilien ist die große Konstante im WM-Betrieb, noch keine WM hat der amtierende Südamerikameister verpasst. Entsprechend lang ist die Liste der Meriten: Keine andere Mannschaft hat fünf WM-Titel gewonnen, der Rekordtorschütze bei Weltmeisterschaften (Ronaldo) stammt ebenso aus den Reihen der Seleçao wie der einzige Spieler, der drei Weltmeistertitel geholt hat (Pelé). Außerdem – und dies scheint besonders wichtig im Hinblick auf die WM in Südafrika – ist Brasilien bislang die einzige Nation, die es geschafft hat, die WM außerhalb des eigenen Kontinents zu gewinnen (1958 in Europa, 2002 in Asien).

Die Erfolge der Brasilianer bei der WM lassen sich mit zwei Spielern komplett umfassen: zum einen Pelé, der an allen vier Weltmeisterschaften zwischen 1958 und 1970 teilnahm, von denen Brasilien drei gewann, und zum anderen Cafu, der 1994, 1998 und 2002 im WM-Finale spielte und mit Brasilien zweimal den WM-Pokal holte. Gleichzeitig beschreiben die beiden Spieler auch gut die Unterschiede zwischen der ersten Hochphase der Canarinhos und der zweiten. Während die erste durch den Ausnahmeoffensivkünstler Pelé charakterisiert wird, steht mit Cafu ein Verteidiger für die zweite Phase. Dementsprechend ist die Zeit von 1958 bis 1970 auch vor allem durch das unglaublich kreative und offensive Spiel in Erinnerung geblieben, während die Triumphe von 1994 und 2002 eher durch ihre Organisation und ihre Defensivleistung in Erinnerung bleiben. Ein einziger Makel besteht aus Sicht der Brasilianer in der WM-Historie: 1950 schaffte man es nicht, den Titel im eigenen Land zu holen, das soll 2014, wenn die WM zum zweiten Mal in Brasilien stattfindet, anders werden.

Bei der Fülle an Weltklassespielern fällt es schwer, einzelne herauszugreifen. Der teuerste Akteur in Reihen der Seleçao ist Kaká, der vor Saisonbeginn für knapp 65 Millionen Euro vom AC Mailand zu Real Madrid wechselte. Der offensive Mittelfeldspieler steht auf Grund seiner Fähigkeit, das Spiel zu lenken, besonders im Mittelpunkt. Seine momentan wichtigste Anspielstation im Sturm ist Luis Fabiano vom FC Sevilla. Der 28-jährige Stürmer ist derzeit der gefährliche Torjäger in Reihen der brasilianischen Nationalelf, im entscheidenden Spiel gegen Argentinien traf der in Campinas geborene Fabiano zweimal. Es ist also verständlich, dass Rufe nach dem Rekordtorschützen bei Weltmeisterschaften, Ronaldo, momentan eher selten zu hören sind. Weniger beachtet, aber umso wichtiger für den Erfolg der Canarinhos, sind mit Júlio César im Tor und Lúcio in der Innenverteidigung zwei Defensivspieler. César (30, Inter Mailand) hat sich in den letzten Jahren zu einem meist sicheren Rückhalt entwickelt, der sicherlich in Zukunft davon profitieren dürfte, dass er nun auch im Verein die Abstimmung mit Lúcio üben darf. Der 31-Jährige wechselte vor dieser Saison vom FC Bayern zu Inter. In Deutschland oft wegen seiner taktisch undisziplinierten Vorstöße kritisiert, ist der Innenverteidiger in der Nationalmannschaft nicht nur gesetzt, sondern auch Kapitän.

Trainiert wird die brasilianische Nationalelf seit dem Ende der WM 2006 von Carlos Dunga, der nach dem enttäuschenden Viertelfinalaus in Deutschland von Carlos Albero Perreira übernahm. Der 45-Jährige führte die Seleçao als Spieler 1994 zum WM-Titel und soll dies nun als Trainer wiederholen. Südamerikameister und Confederations Cup hat Dunga, der bürgerlich Carlos Caetano Bledorn Verri heißt, bereits in den drei Jahren als Trainer geholt, unumstritten ist er deshalb in Brasilien jedoch nicht. Als Spieler ein defensiver Mittelfeldspieler, ein Staubsauger vor der Abwehr, setzte er dieses Verständnis von Fußball auch als Trainer um. Die Defensive und das sichere Agieren stehen bei ihm im Vordergrund, so dass ihm oft vorgeworfen wird, das Spiel seiner Seleçao sei unansehnlich und “unbrasilianisch”, da zu taktisch geprägt. Dies alles wird man dem ehemaligen Bundesligaspieler (54-mal für den VfB Stuttgart) nur dann verzeihen, wenn man erneut auf einem fremden Kontinent den Titel holt.

Andere Teile der Reihe im MAG:

Japan, Australien, Südkorea und Niederlande qualifiziert
Nordkorea qualifiziert


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