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[Tennis: US Open] Federers Serie reißt

15. September 2009, 14:33 geschrieben von Roxeus.

Im Finale des letzten Grand-Slam-Turnieres des Jahres standen sich Roger Federer und Juan Martin Del Potro gegenüber. In einem stellenweise niveauvollen Finale, das aber zu viele Fehler der beiden Duellanten gesehen hat, setzte sich der Gaucho in fünf Sätzen durch.

Del Potro peitscht sich zum Sieg


Anfangs sah es so aus, als würde Federer kurzen Prozess mit seinem um sieben Jahre jüngeren Gegner machen. 3:0 bzw. 4:1 und drei Breakbälle zum 5:1 sprachen eine deutliche Sprache, dass es ein kurzer Abend werden würde. Der 20-jährige Argentinier produzierte zu viele vermeidbare Fehler. Federer, wenn auch nicht überragend, gewann die Big Points und holte sich den ersten Satz schließlich mit 6:3. Satz zwei begann wieder mit einem Break, der Weltranglistenerste führte mit 2:0, ehe auch seine Fehlerquote anstieg, während Del Potro zunehmend stärker wurde. Zudem erwies er sich als überaus geschickt und glücklich beim Umgang mit dem Hawk-Eye. Gleich mehrere Male konnte er eine knappe Entscheidung gegen sich erfolgreich challengen. So auch im neunten Spiel, als sein Gegenüber bereits zum Satzgewinn aufschlug. Del Potro glich das Break aus, es ging schließlich in den Tie-Break, den die Nummer sechs der Setzliste für sich entscheiden konnte.

Fortan war es das Spiel auf Augenhöhe, das sich die Zuschauer erhofft hatten. Im dramatischen dritten Satz holte sich der Gaucho das Break zum 4:3, das Federer mit dem direkten Re-Break beantwortete. Ein Doppelfehler kostete Del Potro schließlich den Satz, 4:6 hieß es am Ende aus seiner Sicht. In früheren Duellen ließ der Schweizer in solchen Situationen nichts mehr anbrennen, gestern aber fehlte der letzte Biss. Die Fehlerquote stieg wieder an, vor allem der erste Aufschlag kam zu selten. Nach zwölf umkämpften Spielen ging es wieder in die Satzverlängerung, die erneut Del Potro für sich entscheiden konnte. Und dieser ließ seinem Kontrahenten im letzten Satz keine Chance mehr. Der Mann mit der “Raketenvorhand” breakte bereits Federers erstes Aufschlagspiel, wehrte gegnerische Breakbälle ab und gewann den Durchgang schließlich mit 6:2. Spiel entscheidend waren am Ende die hohe Fehleranzahl sowie die schlechte Aufschlagquote auf Seiten des Schweizers. Lediglich 50% seiner ersten Aufschläge kamen ins Feld. 62 Unforced Errors (elf Doppelfehler), bei lediglich 56 direkten Gewinnschlägen waren einfach zu wenig gegen einen Del Potro, der zwar insgesamt nur zwei Fehler weniger und nur einen Winner mehr hatte, sich aber zum Ende des Matches fangen konnte. Vor allem seine Passierschläge erfüllte im Laufe der Partie mehr und mehr ihren Zweck. So gewann der junge Argentinier letztlich verdient mit 3:6 7:6 4:6 7:6 6:2 seinen ersten Major-Titel.

Der Weg ins Finale

Zuvor hatte der Eidgenosse in einem hochklassigen, eng geführtem Drei-Satz-Match Novak Djokovic mit 7:6 7:5 7:5 bezwungen, nachdem er sich über den Lokalmatadoren Britton, Simon Greul (Stuttgart), Lleyton Hewitt (AUS), Tommy Robredo (ESP) und den Schweden Robin Söderling für das Semifinale qualifiziert hatte. Lediglich gegen Söderling und Hewitt hatte er zusammen zwei Sätze abgegeben. Del Potros Weg ins Finale führte über seinen Landsmann Juan Mónaco, die beiden Österreicher Jürgen Melzer und Daniel Köllerer, sowie Juan Carlos Ferrero (ESP) und Marin Cilic (KRO), ehe er es im Halbfinale mit Rafael Nadal zu tun bekam. Der Mallorquiner, durch eine Bauchverletzung gehandicapt, hatte beim schnellen 2:6 2:6 2:6 keine Chance.

Federer verpasst es damit im kommenden Jahr nach dem “unechten” Grand Slam zu greifen. Mit Triumphen von Roland Garros, Wimbledon und Flushing Meadows hätte ihn ein Sieg bei den Australian Open 2010 zum amtierenden Titelträger aller vier Major-Turniere machen. Juan Martin Del Potro wird nach den Open als neue Nummer fünf der Weltrangliste geführt. Er zählt mit seinen 20 Jahren sicher einer der gerade aufgehenden Sterne im ATP-Circuit.


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