[WM-Qualifikation 2010] Elfenbeinküste qualifiziert
10. Oktober 2009, 21:13 geschrieben von Jinxo, abgelegt unter Int-Fussball, WM-2006.
| Elfenbeinküste |
Steckbrief:
Trikotfarbe: orange-weiß
FIFA-Weltrangliste: 18
WM-Teilnahmen: 2006
Größter Erfolg: Vorrunde (2006)
Kontinentalmeister: 1992
Rekordnationalspieler: Didier Zokora (76 Länderspiele)
Rekordtorschütze: Didier Drogba (41 Tore)
Trainer: Vahid Halilhodžić (56 Jahre)
Bilanz der letzten 10 Pflichtspiele: 6 Siege, 4 Unentschieden (25:6 Tore)
WM-Historie, aktuelle Spieler und Trainer:
Mit der erfolgreichen Qualifikation für die Titelkämpfe auf dem eigenen Kontinent haben sich Les Éléphants zum zweiten Mal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Die erste Teilnahme liegt nicht sehr lange zurück; es war vor drei Jahren in Deutschland als die Ostafrikaner ihr Debüt feiern konnten. Ein Debüt, das trotz ausgezeichneter Leistungen bereits in der Vorrunde endete, da man das Pech hatte mit Holland und Argentinien in einer Gruppe zu landen. Gegen beide Mannschaften verloren die Elefanten trotz ansehnlicher Spielweise mit 1:2. Zum Abschluss der WM allerdings konnte die Elfenbeinküste doch noch ein Spiel gewinnen; in einem packenden und ereignisreichen Spiel schlug das Team Serbien & Montenegro mit 3:2. Im kommenden Turnier wollen die Ivorer nun möglichst an diesen Erfolg anknüpfen und dieses Mal die Vorrunde überstehen.
Dass der erste WM-Auftritt der Elfenbeinküste erst 2006 kam, verwundert bei genauer Betrachtung ein wenig. Immerhin war das Land 1992 Afrikameister und galt bereits zu dieser Zeit als eines der besten afrikanischen Länder. Doch als es drauf ankam, schafften Les Éléphants den Einzug in die Finalrunde der WM nie. Am nähesten kamen sie den Welttitelkämpfen im Jahre 1994. Denn nur die schlechtere Tordifferenz im Vergleich zu Nigeria verhinderte die Qualifikation. Dass diese schlechte Tordifferenz einer 1:4-Niederlage in Nigeria geschuldet war, machte die Sache besonders bitter. Man hatte im entscheidenden Moment versagt. Auch in der Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2002 verhinderten spät versagende Nerven die WM-Teilnahme. Zusammen mit Tunesien stritten sich die Elefanten um den Gruppensieg, die beiden direkten Duelle waren Unentschieden ausgegangen, was hieß, dass man punktgleich in die letzten beiden Spiele (jeweils gegen die Republik Kongo und die Demokratische Republik Kongo – das ehemalige Zaire) ging. Tunesien löste die Pflichtaufgaben mit 3:0 und 6:0, die Elfenbeinküste hingegen spielte 1:1 gegen die Republik Kongo und verlor gegen die DR Kongo mit 1:2. Man blieb zuhause, Tunesien flog zur WM in Japan und Südkorea. Umso bitterer als sich die Republik Kongo schon für die WM 1998 als Stolperstein für die Ivorer erwiesen hatte, damals war man bereits in der ersten Runde an den Zentralafrikanern gescheitert. Auch die meisten anderen der Qualifikationskampagnen der Ivorer, die seit 1970 an Weltmeisterschaften teilnehmen, endeten in der KO-Runde. Eine Tatsache, die gegen die nervliche Belastbarkeit der Nationalmannschaft sprechen könnte.
Dass sich diese gebessert hat, liegt sicherlich daran, dass inzwischen sehr viele der Spieler der Elefanten bei europäischen Spitzenteams untergekommen sind. Bereits bei der WM 2006 stand kein einziger Akteur im Kader der Ivorer im eigenen Land unter Vertrag, die Elfenbeinküste war damals das einzige Land auf das dies zutraf. Auch jetzt stehen ausnahmslos alle Feldspieler des Teams bei europäischen Vereinen unter Vertrag. Sicherlich der bekannteste jener Spieler ist Didier Drogba. Der Torjäger des FC Chelsea muss als einer der gefährlichsten Stürmer der Welt gelten. Seine Torausbeute in der Premier League kann sich ebenso sehen lassen, wie die für seine Nationalmannschaft. Natürlich ist der 31-jährige Rekordtorschütze seines Landes und führt das Team als Kapitän aufs Feld. Der in der Hauptstadt Abidjan geborene bullige Stürmer nimmt die Rolle als Führungsspieler gerne an, auch wenn er bisweilen etwas zu forsch und temperamentvoll auftritt. Eine Tatsache, die er nach dem Champions-Leauge-Aus gegen den FC Barcelona im Frühjahr eindrucksvoll unterstrich als er den Schiedsrichter der Partie wüst beschimpfte.
Doch Didier Drogba muss längst nicht alle Last des Teams alleine schultern. Schließlich gibt es weitere Akteure in der Mannschaft, die über herausragende internationale Erfahrung verfügen. Allen voran die Touré-Brüder. Der ältere Kolo (28) ist im Sommer von Arsenal zu Manchester City gewechselt und organisiert dort die Abwehr genau wie in der Nationalmannschaft mit Übersicht und Kopfballstärke. Der jüngere Yaya (26) hat im Frühjahr mit Bracelona die Champions-League geholt und gilt wie sein Bruder als ein Spieler mit großere Übersicht, hat aber zusätzlich noch eine hohe Spielintelligenz, die ihn für seine Rolle vor der Abwehr prädestiniert. Zu den Stützen des Teams gehört darüber hinaus auch Didier Zokora vom FC Sevilla. Der 28-jährige, der vor der Saison aus Tottenham nach Spanien gewechselt ist, verleiht dem Mittelfeld der Ostafrikaner mit seiner Zweikampfstärke und Ballsicherheit zusätzliche Stabilität.
Auch einige (ehemalige) Bundesligaprofis gehören regelmäßig zum Kader der Elfenbeinküste. Allen voran der Hamburger Guy Demel und der Stuttgarter Arthur Boka, die beide Teil des von Kolo Touré geleiteten Abwehrverbunds sind. Aber auch die Hannoveraner Didier Ya Konan und Constant Djakpa waren in den letzten Monaten Teil des Teams, ebenso wie der Gladbacher Steve Gohouri, der Fürther Stephan Loboué und der ehemalige Bremer Boubacar Sanogo, der inzwischen für den französischen Rekordmeister AS St.Etienne am Ball ist.
Die Aufgabe des Zusammenstellens des über ganz Europa verteilten Kaders fällt Vahid Halilhodžić zu. Der Bosnier ist Nachfolger von Uli Stielike, der im April 2008 aus einer Mischung aus persönlichen und professionellen Gründen aufgeben musste. Halilhodžić ist nicht zum ersten Mal Trainer auf dem afrikanischen Kontinent, der 57-jährige war bei Raja Casablanca 1997 und 1998 in Marokko, wo er zweimal den Landesmeistertitel holte. Der europäischen Öffentlichkeit ist der – wie Hasan Salihamidzic – in Jablanica geborene Fußballlehrer allerdings eher durch seine Tätigkeit im französischen Fußball ein Begriff. Dort war er bereits als Spieler für Nantes und PSG aktiv gewesen. In der ersten Hälfte des gerade ablaufenden Jahrzehnts war Halilhodžić dann Trainer in Lille, Rennes und Paris; er erzielte eine achtbare Erfolge, darunter einen Aufstieg (mit Lille), einen Pokalsieg und einen Vizemeistertitel (beide mit Paris St. Germain). Nach der Station bei PSG war er noch als Coach in Trabzon (Türkei) und Dschidda (Saudi-Arabien) tätig, bevor er dann die Aufgabe als ivorischer Nationaltrainer übernahm. Sollte Halilhodžić bis zur WM Trainer der Elefanten bleiben, so wäre es nicht die erste WM-Teilnahme für den Bosnier. 1982 kam er in Spanien als Spieler zu zwei WM-Einsätzen für Jugoslawien.
Andere Teile der Reihe im MAG:
Japan, Australien, Südkorea und Niederlande qualifiziert
Nordkorea qualifiziert
Brasilien qualifiziert
Ghana qualifiziert
Spanien und England qualifiziert
Paraguay qualifiziert
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