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[WM-Qualifikation 2010] Italien qualifiziert

13. Oktober 2009, 14:27 geschrieben von Heiland, abgelegt unter Int-Fussball, WM-2006.

Italien

Steckbrief:

Trikotfarbe: blau
FIFA-Weltrangliste: 4
WM-Teilnahmen: 1934, 1938, 1950, 1954, 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998, 2002, 2006
Größte Erfolge: Weltmeister (1934, 1938, 1982, 2006)
Kontinentalmeister: 1968

Rekordnationalspieler: Fabio Cannavaro (129 Länderspiele)
Rekordtorschütze: Luigi Riva (35 Tore)
Trainer: Marcello Lippi (61 Jahre)
Bilanz der letzten 9 Spiele: 5 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen (15:9 Tore)

WM-Historie, aktuelle Spieler und Trainer:

Der amtierende Weltmeister wird einer der großen Favoriten bei der Weltmeisterschaft sein. Nicht zuletzt deshalb, weil die Squadra Azzura bereits viermal den Titel als weltbestes Team errungen hat. Die ersten beiden Titel gab es in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, 1934 wurden die Stiefelkicker im eigenen Land Weltmeister und vier Jahre später gelang die Titelverteidigung in Frankreich. Der bekannteste Spieler aus dieser Zeit dürfte wohl der Stürmer Giuseppe Meazza sein, nach dem das Stadion benannt ist, in dem sowohl der AC Mailand als auch Inter ihre Heimspiele austragen..

In der Folgezeit kamen sie bei keiner Weltmeisterschaft über die Vorrunde hinaus, 1958 in Schweden nahmen sie nicht einmal teil, sondern scheiterten schon in der Qualifikation. Unvergessen ist jedoch das Ausscheiden bei der WM 1966 in England, als sie gegen den WM-Neuling aus Nordkorea im entscheidenden letzten Gruppenspiel durch ein Tor von Pak Doo-ik mit 0:1 unterlagen und in ihrer Heimat zur Begrüßung mit Tomaten beworfen wurden. 1970 erreichten sie im Jahrhundertspiel, das sie in der Gluthitze von Mexiko gegen Deutschland nach Verlängerung mit 4:3 gewannen, das Endspiel. “Ausgerechnet Schnellinger” – so der Ausruf des deutschen Reporters – war es, der als einziger Deutscher in Italien seine Brötchen verdiente und diese Verlängerung mit seinem späten Ausgleich überhaupt erst ermöglicht hatte. Das Finale ging allerdings mit 4:1 deutlich gegen Brasilien verloren. 1974 in Deutschland war erneut in der Vorrunde Endstation, doch 1978 gelang immerhin Platz 4 in Argentinien.

Die Revanche für die Finalniederlage 1970 gelang in Spanien 1982 nach mäßiger Vorrunde in einem denkwürdigen Spiel gegen den Favoriten Brasilien in der Zwischenrunde. Im späteren Finale schlug man Deutschland verdient mit 3:1 und errang zum dritten Mal den Titel. 1986 scheiterte der Titelverteidiger bereits im Achtelfinale an Frankreich. Die neunziger Jahre waren ein düsteres Kapitel in der Geschichte der italienischen WM-Teilnahmen, denn nach der Vorrunde scheiterten sie nacheinander im Halbfinale, Finale und Viertelfinale immer im Elfmeterschießen. Getoppt wurde dies bei der WM 2002 durch insgesamt fünf Fehlentscheidungen der Schiedsrichter, nicht gegebene Tore und das südkoreanische Golden Goal im Achtelfinale gegen den Mitgastgeber. 2006 in Deutschland war es endlich wieder soweit. Trotz einiger unschöner Szenen im Gruppenspiel gegen die USA und im Achtelfinale gegen Australien, als de Rossi respektive Materazzi vom Platz flogen, erreichte die Squadra Azzura das Endspiel gegen Frankreich. Erneut war es Materazzi, der in der Verlängerung seinen Gegenspieler Zidane verbal zu einem Kopfstoß provozierte, welcher zum Platzverweis des Franzosen führte. Im folgenden Elfmeterschießen gewannen sie schließlich zum vierten Mal die begehrte Trophäe.

Der aktuellen Kader ist gespickt mit klangvollen Namen. In der Abwehr ragen vor allem Fabio Cannavaro, der mit 36 Jahren und dem Rekord von 129 Einsätzen der erfahrenste ist, und Fabio Grosso heraus, hinter denen Gianluigi Buffon (alle Juventus Turin) zwischen den Pfosten steht. Nachdem Paolo Maldini seine Karriere beendet hat, ist in der Defensive vom AC Mailand nur noch Gianluca Zambrotta übrig. Im Mittelfeld sind Mauro Camoranesi (Juventus Turin), Daniele De Rossi (AS Rom), Gennaro Gattuso und Andrea Pirlo (beide AC Mailand) zu nennen. Der Angriff setzt sich zusammen aus Alberto Gilardino (AC Florenz), Vincenzo Iaquinta (Juventus Turin) und Luca Toni (Bayern München). Traditionell ist Italien auf Catenaccio ausgerichtet, für den die erfahrenen Abwehrspieler schon sorgen werden. Das nicht zu unterschätzende Mittelfeld kann die gefährlichen Stürmer gut mit Bällen versorgen, so dass die Elf einerseits schwer zu überwinden sein wird und andererseits vorne jederzeit blitzschnell zuschlagen kann.

Ihr Trainer, Marcello Lippi, war bereits von 2004 bis 2006 Trainer der Squadra Azzura und trat nach dem Gewinn des vierten Titels zurück. Bis dahin blieb er von Oktober 2004 an in 25 Spielen in Folge ungeschlagen. Er ist der bislang einzige Trainer, der sowohl Weltmeister als auch Champions League Sieger (1996 mit Juventus Turin) wurde. Nach der EM 2008 in Österreich trat er die Nachfolge von Roberto Donadoni an. In seiner zweiten Amtszeit gingen die ersten sechs Partien ebenfalls nicht verloren; er blieb also insgesamt 31 Spiele ohne Niederlage und stellte damit den Weltrekord ein. Ohne Niederlage erreichte er die Qualifikation, in der drei Remis und kein Sieg mit mehr als zwei Toren Differenz zu Buche stehen. Seine eher defensive Spielweise ist nicht unbedingt besonders schön anzusehen, und die Ergebnisse in der Qualifikation waren auch nicht überragend, doch der Erfolg (9 Siege, 6 Remis, 3 Niederlagen seit Amtsantritt) gibt ihm bislang Recht.

Andere Teile der Reihe im MAG:

Japan, Australien, Südkorea und Niederlande qualifiziert
Nordkorea qualifiziert
Brasilien qualifiziert
Ghana qualifiziert
Spanien und England qualifiziert
Paraguay qualifiziert
Elfenbeinküste qualifiziert
Dänemark und Serbien qualifiziert
Chile qualifiziert
USA und Mexiko qualifiziert


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