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[WM-Qualifikation 2010] Schweiz qualifiziert

15. Oktober 2009, 00:45 geschrieben von Heiland, abgelegt unter Int-Fussball, WM-2006.

Schweiz

Steckbrief:

Trikotfarbe: rot-weiß
FIFA-Weltrangliste: 13
WM-Teilnahmen: 1934, 1938, 1950, 1954, 1962, 1966, 1994, 2006
Größter Erfolg: Viertelfinale (1934, 1938, 1954)
Kontinentalmeister: – (Vorrunde 1996, 2004, 2008)

Rekordnationalspieler: Heinz Hermann (117 Tore)
Rekordtorschütze: Alexander Frei (40 Tore)
Trainer: Ottmar Hitzfeld (60 Jahre)
Bilanz der letzten 9 Spiele: 6 Siege, 3 Unentschieden (14:5 Tore)

WM-Historie, aktuelle Spieler und Trainer:

Die erste Teilnahme der Eidgenossen an einer WM-Endrunde fand 1934 in Italien statt. Im Achtelfinale konnten sie die Niederlande mit 3:2 schlagen, im Viertelfinale verloren sie mit dem gleichen Resultat gegen die Tschechoslowakei. 1938 in Frankreich schafften sie im Achtelfinale trotz eines Rückstandes ein 1:1 nach Verlängerung gegen Deutschland. Im Wiederholungsspiel lagen sie sogar 0:2 zurück und gewannen noch mit 4:2, aber im Viertelfinale erwiesen sich die Ungarn mit 2:0 als zu stark. 1950 in Brasilien kam die Nati im ersten Gruppenspiel mit 0:3 gegen Jugoslawien unter die Räder. Den Gastgebern konnten sie ein beachtenswertes 2:2 abtrotzen und anschließend Mexiko mit 2:1 schlagen – es reichte jedoch nur zu Platz 3 in der Gruppe.

Die nächste Teilnahme fand 1954 im eigenen Land statt. Nach einem 2:1-Sieg gegen Italien in Lausanne und einer 0:2-Niederlage gegen England in Bern musste – so sah es der damalige Modus vor – ein Entscheidungsspiel in Lugano gegen Italien herhalten. Dieses Spiel gewann die Alpenrepublik deutlich mit 4:1 und zog ins Viertelfinale ein. Der Gegner war die benachbarte Alpenrepublik Österreich, der in der “Hitzeschlacht von Lausanne” nach einem 0:3-Rückstand noch mit 7:5 die Oberhand behielt. Es war die torreichste Partie aller Weltmeisterschaften und gleichzeitig das Ende aller schweizerischen Träume.

In einem Entscheidungsspiel in Berlin hatte man Vizeweltmeister Schweden mit 2:1 geschlagen und durfte 1962 nach Chile reisen. Trotz des “Schweizer Riegels”, der von Nationaltrainer Rarl Rappan erfunden wurde, schied man bereits in der Gruppenphase nach Niederlagen gegen den Gastgeber (1:3), Deutschland (1:2) und Italien (0:3) sang- und klanglos aus. 1966 in England wurde es nicht besser. Der Italiener Alfredo Foni war inzwischen Trainer, doch es reichte wieder nur zu Platz 4 in der Gruppe. Die Gegner hießen diesmal erneut Deutschland (0:5), Spanien (1:2) und Argentinien (0:2). Mehr Aufsehen als die Ergebnisse erregte die damalige Autostopptour mit dem späteren Trainer der Nati, Jakob “Köbi” Kuhn, Leo Eichmann und Werner Leimgruber.

Durch ständige Trainerwechsel, unprofessionelle Nachwuchsarbeit und unterschiedliche Auffassung der Spielweise in verschiedenen Teilen der Schweiz, die sich nicht miteinander verbinden ließen, entstand eine lange Durststrecke, während der keine weitere Endrunde erreicht werden konnte, wenn auch die Ergebnisse häufig knapp waren. Das änderte sich 1994 unter dem englischen Trainer Roy Hodgson, der die gute Arbeit von Uli Stielike fortführte und die Eidgenossen zur WM 1994 in den USA führte. Dort gelang nach einem 1:1 gegen den Gastgeber ein 4:1 gegen Rumänien. Nach der 0:2-Niederlage gegen Kolumbien erreichte man Platz 2 und schied im Achtelfinale mit 0:3 gegen Spanien aus. Nach einem weiteren Zwischentief erreichten die Alpenkicker über die Play-Offs durch die Auswärtstorregel (2:0 in Bern, 2:4 in Istanbul) gegen die Türkei die Endrunde 2006 in Deutschland. Unrühmlicher Höhepunkt waren dabei zweifellos die Angriffe türkischer Spieler nach der zweiten Partie. Die Eidgenossen überstanden die Gruppenphase gegen Frankreich (0:0), Südkorea (2:0) und Togo (2:0) ohne Gegentreffer und schieden im Achtelfinale nach einem torlosen Remis mit 0:3 im Elfmeterschießen gegen die Ukraine aus. Sie sind damit einerseits die einzige Mannschaft in der Geschichte der Weltmeisterschaft, die ohne erlittenes Feldtor aus einem Turnier ausschied, andererseits das einzige Team, dem im Elfmeterschießen kein Tor gelang.

Im Tor der aktuellen Auswahl ist Diego Benaglio vom Deutschen Meister VfL Wolfsburg gesetzt. In der Abwehr sind aus der Bundesliga Philipp Degen (vormals Borussia Dortmund, jetzt Liverpool FC), Mario Eggimann (Hannover 96), Ludovic Magnin (früher Werder Bremen, jetzt VfB Stuttgart) und Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt) bekannt. Weniger geläufig ist Steve von Bergen von Hertha BSC Berlin. Erfahrenster Abwehrrecke ist jedoch Patrick Müller mit 81 absolvierten Länderspielen. Auch im Mittelfeld tummeln sich verschiedene aktuelle und ehemalige Bundesligisten. So zum Beispiel Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen), Benjamin Huggel (früher Eintracht Frankfurt, jetzt FC Basel), Fabian Lustenberger (Hertha BSC Berlin) und Pirmin Schwegler (früher Bayer Leverkusen, jetzt Eintracht Frankfurt). Die meisten absolvierten Spiele (80) hat Hakan Yakin, der für den FC Luzern spielt und früher beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand. Im Sturm sind Eren Derdiyok (Bayer Leverkusen) und Rekordtorschütze Alexander Frei (früher Borussia Dortmund, heute FC Basel) bestens bekannt. Insgesamt setzt sich der Kader aus Spielern zusammen, die in sieben verschiedenen europäischen Ländern ihre Brötchen verdienen.

Trainer dieser “internationalen” Truppe ist der Deutsche Ottmar Hitzfeld, der seit dem 1. Juli 2008 die Fäden in der Hand hält. Die Liste seiner Erfolge ist lang: Als Spieler wurde er Schweizer Meister und Pokalsieger, als Trainer Schweizer Meister, Pokalsieger und Supercupsieger, Deutscher Meister, Pokalsieger und Supercupsieger, Champions League Sieger und Weltpokalsieger sowie Trainer des Jahres in beiden Ländern. Trotz eines schwachen Starts in die WM-Qualifikation, in der er unter anderem peinlicherweise gegen Luxemburg mit 1:2 unterlag, gelang ihm die direkte Qualifikation. Ungeachtet der Anfangsergebnisse wurde sein Vertrag bereits im August 2009 um zwei Jahre bis 2012 verlängert. Da er in Lörrach nahe der Schweizer Grenze aufgewachsen ist und in der Schweiz als Spieler und Vereinstrainer tätig war, spricht er fließend Schweizerdeutsch. Er hat einmal gesagt, dass er vor seiner Zeit bei Borussia Dortmund selten Hochdeutsch gesprochen hatte und es erst lernen musste.

Andere Teile der Reihe im MAG:

Japan, Australien, Südkorea und Niederlande qualifiziert
Nordkorea qualifiziert
Brasilien qualifiziert
Ghana qualifiziert
Spanien und England qualifiziert
Paraguay qualifiziert
Elfenbeinküste qualifiziert
Dänemark und Serbien qualifiziert
Chile qualifiziert
USA und Mexiko qualifiziert
Italien qualifiziert
Slowakei qualifiziert


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