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Lage der Liga 2 - 2009/2010

26. Oktober 2009, 13:39 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Alles wie gehabt

Zehn Spieltage sind in der höchsten deutschen Spielklasse absolviert und falls die Frage aufkommt, wie es um die Liga bestellt ist, kann man eines unmissverständlich behaupten: Alles wie gehabt. Die Verhältnisse sind zementiert!

Wirft man einen Blick auf das Tabellenbild, wird es dem Fußballfreund, sofern er zu den neutralen Beobachtern gehört, schon fast langweilig. Heribert Bruchhagen, Vorstands-Boss von Eintracht Frankfurt, hat Recht: Die Verhältnisse in der Liga sind zementiert! Kaum ist ein knappes Drittel der Spiele absolviert, stehen die Teams da, wo man sie vor Saisonbeginn vermutet hätte. Rühmliche Ausnahme in der oberen Tabellenhälfte bildet der FSV Mainz 05, der die Rolle des Klubs einnimmt, der eigentlich in jedem Jahr wenigstens für etwas Abwechslung sorgt. Im Vorjahr war dies sicherlich die TSG 1899 Hoffenheim, die zumindest in der Hinrunde den Part des Ausnahme-Klubs inne hatte und in Tabellenregionen vor stieß, die man nicht unbedingt voraussagen konnte.

In der unteren Tabellenhälfte, und auch das ist eigentlich jedes Jahr aufs Neue zu beobachten, befindet sich mit dem VfB Stuttgart eine Mannschaft, die von den Erwartungen her wesentlich weiter oben anzusiedeln wäre. Sicherlich wurde auch Hertha BSC Berlin vor der Saison nicht als potentieller Abstiegskandidat gehandelt. Dennoch sagte man den Hauptstädtern aufgrund hochkarätiger Spielerabgänge eine schwierige Saison voraus. Dass die Rangliste den Europa League Teilnehmer derzeit auf Platz 18 führt, ist zugegebenermaßen etwas überraschend. Auch die Kluboberen der Hertha hatten mit einer solchen Talfahrt wohl kaum gerechnet. Allerdings wurden Manager Dieter Hoeneß sowie Trainer Lucien Favre schnell als Sündenböcke ausgemacht und Michael Preetz sowie Friedhelm Funkel damit beauftragt, die Verhältnisse in der Liga möglichst schnell wieder gerade zu rücken.

Oben stehen die Reichen, in der Mitte die Seriösen, unten die Armen

Und sollte es mal nicht so sein, greifen die Mechanismen, wie Markus Babbel, Trainer des VfB Stuttgarts, fast schon gebetsmühlenartig in die Mikrofone babbelt. Der Coach der Schwaben hat das Pech, ausgerechnet bei einem der zwei Klubs unter Vertrag zu stehen, dessen finanzielle Verhältnisse in keiner Weise mit dem Erreichten in Einklang zu bringen sind. Immerhin darf Babbel, zeitlich begrenzt, zumindest den Versuch unternehmen, den Eingriff der Mechanismen zu verhindern. Was ihm dazu fehlt, sind Punkte. So einfach ist das in der Bundesliga: Hast du Geld, brauchst du Punkte! Die Menge der Punktezahl richtet sich nach der Höhe des Etats. Da mutet es fast schon besorgniserregend an, dass mit dem FSV Mainz 05 eine Mannschaft 17 Punkte gesammelt hat, die sie aufgrund ihres schmalen Etats eigentlich noch gar nicht haben dürfte. Kann man etwa auch mit wenig Kohle dahin vorstoßen, wo sonst nur die reichen Klubs hin dürfen? Nein, lautet die eindeutige Antwort der Fachwelt. Mainz ist und bleibt die Ausnahme und in der Rückrunde wird der Aufsteiger eh nach unten durch gereicht, wird ihm die Puste ausgehen. Karlsruhe hat es vorgemacht, Hoffenheim folgte, wenngleich den Kraichgauern, ihres Zeichens die Neureichen der Liga, der Gang in die Zweitklassigkeit erspart blieb. Warum auch, hat der Klub in Dietmar Hopp doch jemanden, der dies zu verhindern weiß. Nein, Hopp ist kein Fußballspieler, sondern stinkreicher Unternehmer.

50+1-Regel ja, Zement nein! Ja was denn nun?

Am Sonntag wurde in der beliebten Fußball-Talkrunde beim DSF Doppelpass über die bevorstehende Entscheidung in Sachen 50+1 Regel sinniert. Heribert Bruchhagen, Mitglied der Deutschen Fußballliga DFL, war eigentlich in die Sendung gekommen, um über seinen Klub Eintracht Frankfurt zu philosophieren. Schnell wurde deutlich, dass der hessische Traditions-Klub keine drei Sätze wert war. Im Vordergrund stand das Engagement des Vorstandsbosses der Frankfurter Eintracht in der DFL. Bruchhagen steht für Tradition, will keine englischen Verhältnisse in der Bundesliga. Dort, wo anstelle des Klubvorstandes die Ölmagnaten das Sagen haben, sei Tradition vor dem Aus. Angesichts seiner Befürwortung, die derzeitige Regelung hierzulande beizubehalten, kommt die von ihm erfundene Formulierung der zementierten Verhältnisse allerdings schon fast als lästiges Gejammere rüber. “Oligarchentum”, so Bruchhagen, sei der Tod der Bundesliga. Zementierte Verhältnisse allerdings auch, Herr Bruchhagen. Denn wie wir wissen, lautet die Formel so: Willst du Punkte, brauchst du Geld! Oder anders ausgedrückt: Die Verhältnisse in der höchsten deutschen Spielklasse sind und bleiben zementiert, solange keine neuen Geldquellen erschlossen werden. Kippt die 50+1-Regel, müssen sich die Fans allerdings darauf einstellen, dass ihr Verein zum Spielball der Milliadäre wird, nur solange oben steht, wie die Geldgeber Lust haben Punkte zu kaufen. Auf die Frage nach seiner Einschätzung zur bevorstehenden Entscheidung antwortete Bruchhagen: “Derzeit spricht einiges dagegen, dass die erforderlichen 25 der 36 Profiklubs für eine Abschaffung der 50+1-Regel stimmen würden.”

Alles wie gehabt.


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