[DFB Pokal 2009/10] Keine Chance für die Eintracht gegen Super-Bayern!
29. Oktober 2009, 14:07 geschrieben von Mario, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Im mit Spannung erwarteten Achtelfinalspiel in der mit 51 500 Zuschauern seit Wochen ausverkauften Commerzbank-Arena führte der übermächtige FC Bayern die gastgebende Eintracht aus Frankfurt phasenweise vor und gewann am Ende auch in dieser Höhe verdient mit 4:0.
| Eintracht Frankfurt | 0:4 (0:3) | Bayern München |
“Wir haben noch einige Alternativen in der Offensive”, sprach Trainer Michael Skibbe vor dem mit Spannung erwarteten Pokal-Match gegen Bayern München geheimnisvoll in die Mikrofone. Freilich hatte der Hoffnungsträger für besseren Fußball das. Schließlich saßen vor drei Tagen in München mit Caio, Korkmaz, Köhler und Steinhöfer gestandene Profis auf der Bank und mussten tatenlos mit ansehen, wie ihre Eintracht unglücklich, aber dennoch hoch verdient, beim Rekordmeister unterlag.
Überraschend war die taktische Marschroute dann allerdings keineswegs. Lediglich Markus Steinhöfer durfte, anders als zuletzt in der Bundesliga, wieder von Beginn an mittun. Ungewöhnlich allerdings, dass er auf der für ihn ungewohnten linken Seite zu finden war. Zudem spielte Ochs auf seiner gewohnten rechten Verteidiger Position, ebenso wie Franz, der nach innen rückte, während Chris im defensiven Mittelfeld die Fäden ziehen sollte, dort wo er laut Skibbe für das Spiel der Eintracht unverzichtbar ist. An vorderster Front ersetzte Fenin Liberopoulos.
Trainer Louis van Gaal wartete gegenüber dem Bundesliga Heimspiel lediglich mit einer Änderung auf: Braafheid begann für Pranjic auf der linken Abwehrseite.
Revanche war also angesagt. Frankfurt wollte die knappe Bundesliga-Niederlage wettmachen, forscher zu Werke gehen als zuletzt. Mehr Offensivgeist sollte das Spiel der Hessen laut Skibbe ansehnlicher und erfolgreicher gestalten. Doch bereits nach 10 Minuten des Abtastens war diese Mission gescheitert, begann der Bayern-Express mit seinem Zerstörungskommando. Daniel van Buyten hatte sich rechts davongeschlichen, verfehlte allerdings, wahrscheinlich aus Verblüffung so frei zum Kopfball zu kommen, den Kasten nur knapp. Drei Minuten später setzte der erneut gut aufgelegte Müller mit einem sehenswerten Distanzschuss bereits den nächsten Nadelstich. Das Leder strich knapp am Tor vorbei. Angesichts dieser Offensivpower erstarrten die Hessen, insbesondere Christoph Spycher, in Ehrfurcht, als Mark van Bommel den Ball einfach mal über die Viererkette hinweg Richtung Tor schlenzte. Bevor der Schweizer die Situation eingeschätzt hatte, war Miroslav Klose bereits entwischt und hob über den herauseilenden Nikolov hinweg zum 1:0 ins Netz.
Jetzt kamen die Bayern richtig ins Rollen. Schon fünf Minuten später zappelte die Kugel erneut im Netz. Und wieder durfte sich Miroslav Klose in die Torschützenliste eintragen. Müller hatte Maik Franz auf links alt aussehen lassen und passte nach innen auf den völlig freistehenden Nationalspieler, der aus 15 Metern keine Mühe hatte, Nikolov zum 2:0 zu überwinden. Die Hessen wurden fortan des öfteren vorgeführt. Bayern überzeugte mit Passgenauigkeit, war immer einen Schritt schneller und spielte seine Überlegenheit in Sachen Technik und Spielwitz aus – ein Klassenunterschied!
Den endgültigen Todesstoß versetzten sich die Schützlinge von Michael Skibbe allerdings selbst. Maik Franz, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, schob einen Rückpass zu Nikolov derart lässig, dass Klose mühelos dazwischen gehen konnte. Allein vorm Frankfurter Schlussmann bediente er den mitgelaufenen Müller, der nur noch ins leere Tor vollenden musste.
Bayern hatte wohl ein Einsehen und gestaltete die Partie im weiteren Verlauf wesentlich geschmeidiger. Trotzdem ließ man Ball und Gegner laufen, hatte stets das Kommando. Die Moral der Eintracht war im Gegensatz zu ihren Fans, die sich den Abend zu keinem Zeitpunkt vermiesen ließen, gebrochen. Eigene Chancen wurden kaum kreiert. Offensiv fand Frankfurt an diesem Abend praktisch nicht statt.
Michael Skibbe reagierte in der Pause auf das Desater und brachte Teber für Bajramovic und Liberopoulos für Steinhöfer. Ändern sollte sich dadurch allerdings nichts. Ganze sieben Minuten brauchten die Bayern, um erneut klarzustellen, wer Herr im Hause ist. Diesmal nutzte Luca Toni die Unzulänglichkeiten in der Frankfurter Abwehr zu einem sehenswerten Flugkopfball. Und wieder war es Maik Franz, der einmal mehr ganz alt gegen Thomas Müller aussah, sich den Ball nahe der Außenlinie abluchsen ließ. Die anschließende Flanke empfanden weder Marco Russ noch Christoph Spycher sonderlich gefährlich. Anders ist ihre Passivität nicht zu erklären. Obwohl der Ball gefühlte zwei Minuten in der Luft verbrachte, hatte Luca Toni freie Bahn, um am chancenlosen Nikolov vorbei einzunetzen. Damit war, wie man so schön sagt, die Messe endgültig gelesen. Das schon zuvor mehr und mehr als Trainingseinheit für die Bayern daherkommende Spiel verflachte zusehends. beide Teams schienen sich bis zum Schlusspfiff schon auf die nächsten Aufgaben zu konzentrieren.
Vor allem die Hessen waren es, die den in allen Belangen überlegen Bayern zu keinem Zeitpunkt des Spiels Paroli bieten konnten. Wie harmlos das Ganze einherging, zeigte auch die Tatsache, dass Schiedsrichter Kinhöfer mit einer einzigen Gelben Karte auskam. So wurde aus dem geplanten Pokal-Fight eine lockere Trainingseinheit.
Statistik
Frankfurt: Nikolov – Ochs, Franz, Russ, Spycher – Schwegler, Chris, Bajramovic (46. Teber), Steinhöfer (46. Liberopoulos) – Meier, Fenin (79. Korkmaz)
München: Butt – Lahm, van Buyten (46. Demichelis), Badstuber, Braafheid – van Bommel – Timoschtschuk, Schweinsteiger (69. Gomez), Müller – Klose (59. Pranjic), Toni
Tore: 0:1 Klose (14.), 0:2 Klose (19.), 0:3 Müller (29.), 0:4 Toni (52.)
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 51 500 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Ochs / –
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