[Europa League 2009/10] Hertha schlittert auf dünnem Eis in die Ko-Runde
16. Dezember 2009, 22:53 geschrieben von Mr.Mö, abgelegt unter Int-Fussball.
National pfui, International hui. Hertha BSC Berlin, Schlusslicht der Bundesliga, zieht dank eines 1:0-Erfolgs über Sporting Lissabon in die Ko-Runde der Europa League ein. Am letzten Gruppenspieltag erzielte Kacar das goldene Tor vor 15.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion.
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| Hertha BSC Berlin | 1:0 (0:0) | Sporting Lissabon |
Kacars Hüfte drückt Hertha ins Ziel
Dem Tabellenletzten der Bundesliga reichte im abschließenden Gruppenspiel der Europa League ein Unentschieden gegen Tabellenführer Sporting Lissabon. Während die Hauptstädter gezwungenermaßen auf Patrick Ebert (Magen-Darm-Grippe) und Raffael (gesperrt) verzichten mussten, schonten die bereits qualifizierten Portugiesen ihre erste Formation und liefen mit einer besseren B-Elf auf. Beste Voraussetzungen also für die alte Dame, um in die Runde der letzten 32 einzuziehen.
Die ersten Minuten gehörten klar den Gästen. Spielfreudiger und flinker beschäftigte Sporting die Hertha vor deren Tor und drang einige Male gefährlich in den Strafraum ein, kam unter dem Strich aber zu keinen Torabschlüssen. Schnell schalteten die Portugiesen einen Gang zurück und passten ihr Spieltempo dem der Berliner an. Beiden Mannschaften fehlte es im Großen und Ganzen in der ersten Halbzeit an einer klaren Linie. Eine Viertelstunde vor dem Seitenwechsel erarbeitete sich Lissabon wieder die Feldvorteile aus den ersten Minuten. Die Hertha hatte Glück, dass der Tabellenführer der Gruppe D sich im Strafraum weiterhin zu verspielt zeigte und der Hertha die Möglichkeit gab, die Bälle rechtzeitig zu klären. Echte gefährliche Torchancen waren Mangelware. Einzig Marat Izmailov versprühte in der 44. Minute einen Hauch von Gefahr, als er sechs Meter vor Jaroslav Drobny zum Schuss kam. Der ehemalige russische Nationalspieler erwischte bei seiner Direktabnahme den Ball jedoch nur mit dem Schienbein und verfehlte das Tor klar.
Das Bild im zweiten Spielabschnitt glich zunächst dem aus der ersten Halbzeit. Lissabon mit Feldvorteilen, aber ohne Torchancen. Hertha BSC Berlin spielte weiter ohne nötigen Esprit und schien sich darauf zu verlassen, dass ein Unentschieden reichen würde. Da der SC Heerenveen, Herthas Widersacher um den Einzug in die nächste Runde, im Komplementärspiel gegen FK Ventspils in Führung ging, spielte Berlin aber auf sehr dünnem Eis. Ein Gegentor und Berlin wäre mit einem Bein raus aus der Europa League.
Gut zwanzig Minuten vor dem Ende endlich die erste Torchance für den Bundesligisten: Nach einer Ecke der Berliner landet die Verlängerung des zweiten Balls vor den Füßen von Adrian Ramos, doch der Kolumbianer scheiterte an Gäste-Keeper Rui Patricio. Die darauffolgende Ecke brachte schließlich die Erlösung. Lissabon kann zunächst klären, aber Hertha den Ball noch einmal flanken. Der Ball segelte an Freund und Feind vorbei, bis zum zweiten Pfosten, wo Gojko Kacar den Ball mit der Hüfte über die Linie drücken konnte. Kurios: Der Serbe sollte Minuten vorher, aufgrund einer Knieblessur bereits ausgewechselt werden.
Das Tor löste die Blockaden in den Köpfen der Hauptstädter. Um Berlin noch vom zweiten Platz zu schießen, hätte Lissabon zwei Tore erzielen müssen. Hertha aber schaukelte die Führung ins Ziel, auch weil Drobny kurz vor Schluss den Drehschuss von Carlos Saleiro mit einem starken Reflex parieren konnte (87.). Die Hertha zieht somit als Gruppenzweiter in die Ko-Phase ein.
Statistik
Hertha BSC: Drobny – Piszczek, Janker, von Bergen, Pejcinovic – Lustenberger, Cicero, Nicu (92. Kaka), Kacar (85. Kringe) – Ramos, Wichniarek (69. Domovchiyski)
Trainer: Funkel
Sporting Lissabon: Rui Patrício – Pedro Silva (67. Abel), Tonel, Daniel Carriço, Grimi – João Moutinho (73. Veloso), Adrien Silva, Matthias Fernandez – Pereirinha, Carlos Saleiro, Izmailov (46. Vukcevic)
Trainer: Carvalhal
Tore: 1:0 Kacar (70.)
Schiedsrichter: Kulbakov (Weißrussland)
Zuschauer: 15.000 im Olympiastadion (Berlin)
Gelbe Karten: Kacar / Daniel Carriço, Carlos Saleiro
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