Die MAG-Halbzeitanalyse 2009/10 - Alle Teams im Check
15. Januar 2010, 21:20 geschrieben von Tschaikowskij, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
Die Bundesliga in der MAG-Halbzeitanalyse: Der Überblick
Eine ereignisreiche Hinrunde liegt hinter uns. Herbstmeister ist überraschend das von Jupp Heynkes trainierte Bayer Leverkusen, der Top-Favorit aller Saisons Bayern München kam erst gegen Ende zu gewohnter Stärke. Überraschend auch die Konstanz mit der Schalke 04 sich den Vize-Herbstmeistertitel erspielte, ebenso überraschend wie die beiden letztjährigen Spitzenteams aus Stuttgart und Berlin, die sich dieses Jahr am Ende der Tabelle einnisteten.
Aber auch in den mittleren Regionen der Tabelle gibt es Geschichten und Storys, Erfreuliches und Tragisches, Komisches und Ernstes. Wie jedes Jahr haben die Redakteure des MAG eine Bilanz der gespielten Halbserie gezogen … der 47. Auflage des liebsten Kindes der Deutschen. Viel Spaß beim Lesen!
Mit einem Klick auf den Vereinsnamen landet Ihr bei den ausführlichen Analysen.
Bayer Leverkusen: Es macht den Eindruck, als hätte Heynckes einer hungrigen Werkself das Siegergen eingeimpft. Viele Anzeichen deuten jedenfalls daraufhin, dass die Meisterschaft in diesem Jahr nur über Bayer Leverkusen gehen wird.
FC Schalke 04: Wenn die Konkurrenz aus Hamburg, München, Bremen, Dortmund etc. in dieser Phase nicht patzt, könnte es für Schalke knapp werden. Machen die Konkurrenten aber ebenfalls Fehler, wird Schalke von den vorderen Rängen nicht zu verdrängen sein.
FC Bayern München: Sollten die in der Hinrunde erstaunlich starken Klubs aus Leverkusen und Schalke eine Schwächephase haben, muss der FC Bayern da sein und sich nach über anderthalb Jahren wieder an die Spitze setzen. Die Teams von Jupp Heynckes und Felix Magath dürften noch vor dem HSV und, mit Abstrichen, Werder Bremen die ärgsten Konkurrenten werden.
Hamburger SV: …die erneute Qualifikation für die Europa League darf erwartet werden. Ob es für mehr reicht, bleibt abzuwarten. Will man aber an der Elbe den nächsten Schritt in Richtung der Top-20 Europas tun, braucht es jetzt Erfolge – ganz egal wie viele Spieler verletzt sind.
Borussia Dortmund: Vieles wird davon abhängen, wie gefestigt die junge Mannschaft mittlerweile ist. Kann sie ihr Niveau beständig hoch halten, liegt Platz fünf im Bereich des Möglichen. Kommt sie wieder nur schwer aus den Startlöchern oder hat zwischendrin ein Tief, wird es schwierig, das wieder zu korrigieren.
Werder Bremen: Ohne größere Verletzungen könnte der bisher knapp bemessene Kader vielleicht über sich hinauswachsen. Sollten Säulen wie Mertesacker, Naldo, Frings oder Pizarro noch einmal mehrere Wochen fehlen. Bargfrede ist noch länger verletzt – damit wird der Weg auf die Plätze für die Teilnahme am europäischen Wettbewerb für Bremen ein deutliches Stück schwerer werden. Scheitern nicht ausgeschlossen.
1899 Hoffenheim: Die Hinrunde hat gezeigt, dass die TSG 1899 Hoffenheim gut genug ist, um in den oberen Tabellenregionen mitzuspielen. Es bedarf allerdings an Konstanz, die man in der Hinrunde keineswegs hatte. Vor allem müssen die großen Teams geschlagen werden, denn dies war das große Problem der Rangnick-Elf.
VfL Wolfsburg: Dass der Kader Potential besitzt, hat er hinlänglich bewiesen. Es ist nun an Armin Veh, die Spieler aus ihrem Formtief zu holen und wieder eine funktionierende Mannschaft zusammenzustellen, die ihr Leistungsvermögen auf dem Platz unter Beweis stellt und auch die entsprechenden Ergebnisse einfährt.
FSV Mainz 05: Mit spitzem Bleistift gerechnet fehlen den Mainzern noch zehn bis elf Punkte zum sicheren Klassenerhalt. Da es in der Offensive zum Rückrundenauftakt etwas entspannter zugehen wird als zu Saisonbeginn (Ivanschitz macht eine gescheite Vorbereitung, Bancé bekommt Entlastung), sollten diese Punkte schnell eingefahren sein und den Mainzern ein letztes Saisonviertel ohne Abstiegsängste bevor stehen. Weiter nach oben dürfte es angesichts der zu erwartenden Konkurrenz aber nicht gehen…
Eintracht Frankfurt: Die Hinrunde lässt nur ein positives Fazit zu. Mit 24 Punkten befindet sich die Eintracht über dem Soll. Als Saisonziel wurden 46 Punkte ausgegeben. Die sollten zu erreichen sein, vorausgesetzt, dass nicht noch mehr Stammpersonal ausfällt. Gelingt die Verpflichtung adäquaten Ersatzes für Amanatidis und Vasoski, ist vielleicht sogar eine Überraschung drin. Am Ende werden die Hessen wohl zwischen Platz 7 und 10 einlaufen.
Borussia Mönchengladbach: Die Spielzeit ist zwar erst zur Hälfte rum, aber so, wie sich die Borussia zuletzt präsentiert hat, sollte das große Zittern für die Fohlen ausbleiben … Borussia könnte für die ein oder andere Überraschung gut sein, wird allerdings für das internationale Geschäft in diesem Jahr noch keine Rolle spielen. Einen Platz im gesicherten Mittelfeld wird man aber in der Endabrechnung einnehmen.
1. FC Köln: Neben der ohnehin starken Defensive stellen Spieler wie Maniche, Ehret, Podolski und Novakovic auch ein gutes Fundament für ein besseres Offensiv-Spiel. Sollte sich dieses in der Rückrunde auch nur ein wenig verbessern, dürfte der 1. FC Köln den Abstieg auf jeden Fall vermeiden. Sollte dem nicht so sein, müsste man wahrscheinlich bis zum Schluss zittern …
SC Freiburg: Das Ziel lautet klar: Klassenerhalt. Zuzutrauen ist es der Mannschaft nach der Leistung der Hinrunde auf jeden Fall. Zunächst einmal hat man sich bereits ein Punktepolster auf Nürnberg und Berlin angesammelt. Außerdem kommen einige direkte Konkurrenten ins badenova-Stadion. Dann muss die Mannschaft da sein, will sie die Klasse halten.
Hannover 96: In Hannover war eine schwierige Saison erwartet worden. Nachdem man in der vergangenen Spielzeit lange im Abstiegskampf steckte, sollte ein Jahr der Stabilisierung folgen, in dem man sich möglichst weit von der gefährlichen Zone entfernt halten wollte. Seit dem 12. Spieltag sieht es nicht mehr so aus, als könnte dies gelingen. Stand man vor dem Schicksalsschlag noch im gesicherten Mittelfeld, ist man nun fest im unteren Tabellendrittel verankert. Hannover muss aufpassen, dass die Saison nicht in der völligen Katastrophe endet. Dazu ist es notwendig, dass sich bei den Spielern der Schalter wieder umlegt. Natürlich ist das leicht gesagt, Berichte von einem beim Training zusammenbrechenden Stajner lassen bestenfalls erahnen, was für psychologische Auswirkungen der Verlust von Torwart Robert Enke auf seine ehemaligen Teamkameraden hat. Man kann nur hoffen, dass es dem Trainerteam in der Winterpause gelingt, wieder positive Energien in die Mannschaft zu bringen. Sonst droht es am Ende eng zu werden für Hannover 96. In einer Saison, in der wir alle ein bisschen Hannoveraner sind.
VfB Stuttgart: Ganz klar gibt der neue Trainer ein einziges Saisonziel aus: “Den Abstieg zu verhindern ist das einzige Ziel, nur das zählt. Dafür müssen wir alle unsere Kräfte bündeln.”. … Mit dem Abstieg kann und darf dieser Kader – auch ohne einen Mario Gómez – nichts zu tun haben.
VfL Bochum: Sollte dem Team gelingen Konstanz in seine Leistungen zu bekommen und die Vorgaben des neuen Trainers regelmäßig umzusetzen, dürfte der VfL Bochum den Klassenerhalt einigermaßen locker schaffen. Dazu ist es freilich nötig weiterhin relativ oft aus “den Vollen” schöpfen zu können und möglichst gestärkt aus dem rasanten Auftaktprogramm, das es in sich hat, hervor zugehen.
1. FC Nürnberg: Das Ziel vor der Saison lautete “direkter Klassenerhalt”. Inzwischen wurde das “direkt” aus dem Saisonziel entfernt. Angesichts des Rückstands von vier Punkten auf den Relegationsplatz wird schon das Erreichen dieses Ziels schwierig genug werden. Angesichts der Leistungen in der Hinrunde wäre aber alles andere als der sofortige Wiederabstieg eine Überraschung.
Einen haben wir noch: Der Letzte als Letztes. Zum Abschluss unserer Halbzeitbilanzen widmen wir uns dem Schlusslicht. Der Hertha aus der Hauptstadt. Seit mehr als vierzig Jahren war keine Mannschaft in der Hinrunde so schlecht wie die Berliner. Wir analysieren warum die Hertha so schlecht ist und ob sie doch noch eine Chance auf das Wunder hat.
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