Fussball-Forum-Fußball von seiner schönsten Seite!
Forum Fussball-Statistiken Magazin Tippspiel Impressum

[Handball-EM 2010] Deutschland verliert das Auftaktmatch gegen Polen mit 25:27

19. Januar 2010, 20:46 geschrieben von Elbefohlen.

Zum Aufgalopp der EM traf die deutsche Mannschaft in Innsbruck auf die Auswahl Polens, die von Bogdan Wenta trainiert wird und deren Gros aus Bundesliga-Legionären besteht. Deutschland präsentierte sich im Auftaktspiel nicht von seiner besten Seite und kassierte eine Niederlage mit zwei Toren.

Der komplette EM-Spielplan – Ansetzungen, Ergebnisse und Tabellen
Das deutsche Team vor dem Turnier

Deutschland 25:27 (8:12) Polen

Vorgeplänkel

Auch wenn Polen bei der letzten WM in Kroatien die Bronzemedaille gewann und sich damit vor der in der Hauptrunde gescheiterten DHB-Sieben platzierte, in den letzten beiden Aufeinandertreffen bei großen Turnieren behielt Deutschland die Oberhand (WM 2007: 29:24 im Finale und WM 2009: 30:23 in der Vorrunde) und auch die Bilanz spricht mit 30 Siegen, 5 Unentschieden sowie 17 Niederlagen deutlich zu unseren Gunsten. Ein Blick zurück in die EM-Geschichte verrät allerdings, dass Deutschland von acht Auftaktspielen nur eines siegreich gestalten konnte: Das war das vor vier Jahren in der Schweiz, als man gegen Weißrussland mit 36:22 den höchsten Sieg überhaupt bei einer Endrunde feiern konnte. Von der EM vor zwei Jahren in Norwegen blieb wohl vor allem das 26:36-Debakel gegen Frankreich beim Spiel um den dritten Platz in Erinnerung. Doch nun zum aktuellen Geschehen, das Torhüter Carsten Lichtlein nur von der Tribüne verfolgte, da Heiner Brand zunächst einmal nur 15 Spieler meldete und sich so Spielraum für eine eventuelle Nachnominierung ließ…

Die erste Halbzeit

Spannung lag in der 1961 erbauten und 2005 komplett renovierten, proppevollen Olympiahalle in Innsbruck, als die Schiedsrichter die vielleicht schon richtungsweisende Partie anpfiffen. Deutschland, das erwartungsgemäß mit Bitter im Tor begann und von zahlreichen Anhängern angefeuert wurde, verzichtete dagegen zu Beginn auf Kapitän Michael Kraus. Haaß sollte das Spiel dirigieren, Kaufmann und Glandorf bildeten den weiteren Rückraum, Theuerkauf hatte die Position am Kreis inne und auf den Außen begannen Jansen und Schröder. Heiner Brand hatte also ein paar Überraschungen parat.

Deutschland erwischte einen Start nach Maß, denn bereits nach wenigen Sekunden erzielte Kaufmann die Führung, die Tluczynski aber im Gegenzug per 7-Meter ausglich. Und auch die nächsten beiden deutschen Treffer fielen aus dem Rückraum, erneut Kaufmann und Glandorf trafen. Trotz einer ersten Unterzahl behaupteten jedoch die Polen eine knappe Führung (8.). Jansen brachte Deutschland nach Foul an Theuerkauf vom Punkt wieder auf ein Tor heran, Polen kassierte erneut eine Zeitstrafe. Diesen Vorteil konnte die deutsche Sieben allerdings überhaupt nicht nutzen, da die Angriffe unorganisiert vorgetragen und die Bälle leicht hergeschenkt wurden (11.) – Bitter verhinderte einen größeren Rückstand mit zwei gehaltenen 7-Metern.

In Unterzahl – Roggisch saß eine Strafe ab – verkürzte Haaß auf 5:6, anschließend parierte Bitter einen Angriff der Polen grandios – nach einer Viertelstunde war es das erwartet enge Spiel; die Trefferquoten beider Teams lagen bei 46 %. Bitter war der Fels in der Brandung vor der sich jetzt steigernden Abwehr, Kraus und Späth ersetzten nun Haaß Theuerkauf – 6:8 lag das deutsche Team nach 20 Minuten dennoch hinten, dann der Anschluss.

Müller kam für Glandorf auf das Parkett, doch der Angriff wurde wegen Stürmerfouls abgepfiffen. Zudem musste Späht mit einer 2-Minutensstrafe vom Platz – Heiner Brand nahm eine Auszeit und mahnte an, dass die Räume besser zugemacht sollten und man im Angriff konzentrierter zu Werke gehen sollte. Wenig Tore bisher, denn wie Bitter im Tor der deutschen Mannschaft zeigte auch der polnische Keeper Szmal seine Klasse – 7:8 (27.).

Kaufmann hämmerte mit seinem vierten Treffer den Ausgleich in die Maschen. Seine Quote ist aber verbesserungswürdig, sie lag bei unter 50 %. Polen wieder mit der Führung und wieder musste einer ihrer Spieler auf die Bank – und erneut konnte Deutschland die Überzahl nicht nutzen; die Angriffe waren einfach nicht klug genug vorgetragen und die Wurfpositionen nicht zwingend genug. Unsere östlichen Nachbarn bestraften diese Unzulänglichkeiten konsequent und gingen mit einer verdienten 12:8-Führung in die Halbzeit. Bielecki war für die letzten beiden Treffer der Polen zuständig.

Die zweite Halbzeit

Heiner Brand hatte in der Halbzeit seiner Mannschaft sicherlich einiges zu sagen. Unter anderem dürfte er mehr Disziplin und Geduld im Angriff eingefordert haben – von den Außen, der Rückraum-Mitte und vom Kreis kam bislang so gut wie gar nichts.
Doch zunächst erhöhten die Polen, der Rückstand betrug nun erstmals fünf Tore (8:13). Jansen, einer der noch sieben Weltmeister im deutschen Aufgebot, verkürzte erneut per Strafwurf.

Nach einem Stürmerfoul – die dänischen Referees hatten in dieser Hinsicht ein wachsames Auge – scheiterte Kaufmann ein weiteres Mal an Szmal. Jansen erneut sicher vom Punkt – 10:13. Der für Magdeburg spielende Jurecki stellte den alten Abstand wieder her, ehe wiederum Jansen wiederholt Szmal beim Siebenmeter keine Abwehrchance ließ. So stand es nach 35 Minuten 11:15.

Brand sah sich gezwungen, erneut umzustellen – Haaß kehrte auf die Spielmacherposition zurück und Gensheimer rückte auf die linke Außenpositionen. Die Polen zeigten sich jedoch unbeeindruckt, Bielecki traf zum 11:17. Nachdem Haaß für den 12. deutschen Treffer sorgte, schlug Bielecki wieder zurück. Die deutsche Wurfquote lag dieser Zeit unter 40 % und Glandorf sorgte mit einem Fehlwurf dafür, dass es nicht besser wurde. Noch 20 Minuten zu spielen, Deutschland lag mit sechs Toren hinten und vergab den nächsten freien Wurf. Kraut und Rüben, anders war das Angriffsspiel der DHB-Auswahl nicht zu bezeichnen, Das nächste Stürmerfoul, diesmal von Müller.

Gensheimer versuchte trotz Bedrängnis sein Glück, Szmal vereitelte aber auch diesen Wurf. Die 45. Minute lief und Deutschland schien einer Niederlage entgegen zu gehen. Kaufmann mit seinem fünften Tor und nach einer Parade von Bitter konnte Müller weiter verkürzen: 14:18 (46.). Eine Zweiminutenstrafe gegen Haaß ließ dann die Aufholjagd stoppen, Tluczynski stellte mit einem Strafwurf wieder auf fünf Tore vor für die Mannschaft von Bogdan Wenta.

Beim Stand von 15:20 nahm Heiner Brand seine zweite Auszeit und versuchte seine Mannen noch einmal zu ordnen – 12 Minuten hatte das Team noch Zeit, das Ruder herumzureißen. Doch wieder ging der Ball im Angriff verloren. Jurecki zeigte vor wie man vom Kreis Tore erzielt, sein Klubkamerad Theuerkauf machte es ihm auf der Gegenseite nach, ehe Sprenger auf vier Tore verkürzen konnte (51.). Ein ungenaues Zuspiel in die Spitze verhinderte ein weiteres herankommen, die Polen trafen durch Jaszka zum 17:22 – und noch 8 Minuten zu gehen. Kraus aus dem Rückraum mit dem 18. deutschen Treffer.

19:22, dann erneut Kaufmann, der deutsche Rückstand war auf zwei Tore geschmolzen. Bei den Ballverlusten nahmen sich beide Mannschaften nicht viel, Deutschland hatte 12 und die Polen einen weniger. Noch vier Minuten in dieser hektischen Schlussphase. Siebenmeter für Deutschland, Jansen hielt die Hoffnungen der deutschen Mannschaft am Leben. Doch die Polen hatten wieder eine Antwort parat, Tor aus dem Rückraum und zweieinhalb Minuten vor dem Ende eine Führung mit drei Toren.

Endlich ein Tempogegenstoß für Deutschland, Sprenger 22:24. Doch jetzt war es ein offener Schlagabtausch: Tor für Polen, Tor für Deutschland. Nach einem erneuten Ballverlust der Brand-Sieben war dann aber die Partie zu Gunsten der Polen entschieden, da erneut Jurecki vom Kreis den jetzt enttäuschten Jogi Bitter überwand. Am Ende unterlag Deutschland gegen Polen mit 25:27 und steht nun gehörig unter Druck in den weiteren Gruppenspielen gegen Slowenien und Schweden.

Nach Abpfiff bemängelte Heiner Brand vor allem die Angriffsleistung, zu überhastet wurden die Bälle hergeschenkt, zu oft einfach aus einer ungünstigen Position abgeschlossen. Auch wenn man der deutschen Mannschaft in puncto Einsatz keinen Vorwurf machen kann, war die Leistung letztlich zu dünn, um hier Punkte mitzunehmen.

Statistik

Deutschland: Bitter, Heinevetter; Gensheimer, Roggisch, Müller (1), Theuerkauf (1), Glandorf (2), Christophersen, Jansen (6/5), Späth, Kraus (3), Sprenger (2), Kaufmann (7), Schröder, Haaß (3)

Polen: Szmal; Wyszomirski; Jaszka (4), Krzysztof Lijewski (3), Kuchczynski (1), Jachlewski (1), Bielecki (6), Siodmiak, Zoltak, Bartosz Jurecki (4), Jurasik (1), Michal Jurecki, Tluczynski (3/3), Jurkiewicz, Marcin Lijewski, Rosinski (4)

Schiedsrichter: Olesen/Pedersen (Dänemark)
Zuschauer: 7.000
Siebenmeter: 5/5:5/3 (Bitter hält gegen Bielecki und Tluczynski)
Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Roggisch, Späth, Haaß, Kaufmann – Michal Jurecki/zwei, Tluczynski, Siodmiak).

Spielfilm: 1:0 (1.), 3:5 (9.), 6:6 (16.), 8:8 (27.), 8:10 (28.), 8:12 – 8:13 (31.), 10:13 (34.), 11:17 (38.), 14:18 (46.), 15:21 (50.), 20:22 (55.), 22:24 (58.), 24:27, 25:27


Teile uns deine Meinung zu diesem Artikel über das Kontaktformular mit.

  1. Guter Beitrag, danke :-)


    Polen Fan    Jan 25, 23:56    #

Weitere Artikel


|