[Handball-EM 2010] DHB-Team erkämpft Punkt gegen Slowenien
20. Januar 2010, 23:57 geschrieben von Mr.Mö.
Erst desolat, dann kämpferisch. Die deutschen Handballherren erkämpften sich im zweiten Vorrundenspiel gegen Slowenien den ersten Punkt. Nach einer desolaten ersten Halbzeit (11:16) zeigte die DHB-Auswahl ihr Kämpferherz und erreichte am Ende ein 34:34. Bester deutscher Werfer war Kreisläufer Christoph Theuerkauf mit sieben Toren.
Der komplette EM-Spielplan – Ansetzungen, Ergebnisse und Tabellen
Das deutsche Team vor dem Turnier
![]() |
Deutschland | 34:34 (11:16) | Slowenien | ![]() |
Die zwei Gesichter der Deutschen
Einen Tag nach der unterirdischen Leistung gegen Polen (25:27) mussten die deutschen Handballer gegen Slowenien antreten, die ihr erstes Vorrundenspiel gegen Schweden mit 27:25 gewonnen hatten. In den bisherigen neun Begegnungen gegen Slowenien war Deutschland bisher immer als Sieger hervor gegangen. Die Zeichen standen also gut – mussten sie auch. Ein Sieg gegen die Mannschaft von Noka Serdarusic war fast schon Pflicht, wollte Deutschland die Chance wahren noch mit einem ordentlichen Punktekonto in die Hauptrunde einzuziehen.
Am Ende kam die DHB-Auswahl nicht über ein 34:34 hinaus. Ein Ergebnis, mit dem Deutschland Gewinner und Verlierer zugleich ist. Verlierer, weil Deutschland lediglich mit einem Punktestand von 1:3 in die Hauptrunde einziehen kann – vorausgesetzt man gewinnt im abschließenden Vorrundenspiel am Freitag gegen Schweden, die im Komplementärspiel gegen Polen auch ihr zweites Spiel verloren (24:27). Gewinner, weil es lange nicht einmal nach einem Punktgewinn aussah, die deutsche Mannschaft sich aber eindrucksvoll ins Spiel kämpfte und in der letzten Minute ausgleichen konnte.
Lange konnten die Slowenen ihre Führung, die sie sich in der ersten Halbzeit erspielt hatten, behaupten (24:19). Deutschland kämpfte zwar, der Fünf-Tore-Rückstand schien aber in Stein gemeißelt. Der Wille der Deutschen, die Partie noch zu drehen, war aber schließlich so groß, dass sie im Laufe der zweiten Halbzeit bis auf zwei Tore verkürzen konnten (24:26 /45. Minute). Deutschland schnupperte erstmals am Ausgleich. Doch schon schlichen sich wieder abenteuerliche Würfe und überflüssige Gegentore im Überzahlspiel ein, so dass Slowenien wieder auf 30:25 davonziehen konnte. Deutschland steckte aber nicht auf, kämpfte weiter und bejubelte schließlich den Ausgleich vom besten Schützen Theuerkauf.
Deutschland übernimmt Krankheiten
Noch zur Halbzeit hatte das Team um Heiner Brand, der seine Startformation auf drei Positionen (Späth für Theuerkauf, Kraus für Haaß, Sprenger für Schröder) umgestellt hatte, mit 11:16 zurückgelegen und lief zwischenzeitlich sogar einem Sechs-Tore -Rückstand hinterher (2:8, 7:13). Während die Slowenen über die zweite Welle zu leichten Toren kamen, stand bei Deutschland über zehn Minuten die Null, bevor ein Angriff erstmals erfolgreich abgeschlossen wurde.
Die Krankheiten aus dem Polen-Spiel hatte Deutschland mit in die dritte Halbzeit des Turniers geschleppt. Außen und Kreis wurden lange überhaupt nicht ins Spiel integriert und wenn, dann zu verkrampft und durchschaubar. Statt einfach Handball zu spielen, nahm sich Deutschland wieder unzählige unvorbereitete Würfe. Einfache Tore waren Fehlanzeige, da Tempogegenstöße leichtfertig verschenkt wurden. Selbst in Unterzahl konnte Slowenien durch die Abwehrreihe spazieren und seinen Vorsprung vergrößern, während Deutschland in Überzahl das Spiel eng machte, anstatt über die Außen durchzustoßen und abzuräumen. Trainer Brand war mit seiner Mannschaft sichtlich unzufrieden. Bereits nach einer Viertelstunde hatte er auf vier von sechs Feldpositionen Wechsel vorgenommen.
Nicht mehr dabei ist im Übrigen: Stefan Schröder. Der Hamburger zog sich im ersten Spiel gegen Polen einen Riss des Trommelfells zu und reiste bereits ab. Für ihn wurde der Göppinger Christian Schöne nachnomminiert. Für deutsche Spieler des HSV scheinen große Turniere kein gutes Pflaster zu sein. Die Liste von Verletzungen die sich Hamburgs Pascal Hens vor oder während internationaler Wettkämpfe zuzog, ist ähnlich lang, wie die von HSV-Spieler Oleg Velyky (Kreuzbandrisse vor bzw. während der EM 2006 bzw. 2008)
Statistik
Deutschland: Bitter, Heinevetter; Gensheimer, Roggisch, Müller (5), Theuerkauf (7), Glandorf (4), Christophersen, Jansen (4/2), Späth (1), Kraus (1), Schöne, Sprenger (3), Kaufmann (6), Haaß (3)
Slowenien: Skof, Rezar; Kozlina, Vugrinec (4), Dobelsek, Lubej, Kavticnik (7/5), Natek (1), Skube, Spiler (7), Brumen, Pajovic (4), Gajic, Miha Zvizej (2), Luka Zvizej (6/1), Zorman (2)
Schiedsrichter: Gousko/Repkin (Weißrussland)
Zuschauer: 8500
Siebenmeter: 2/2:7/6 (Bitter hält gegen Luka Zvizej)
Zeitstrafen: 4:10 Minuten (Haaß, Roggisch – Pajovic, Kozlina, Vugrinec, Natek, Luka Zvizej)
Spielfilm: 0:4 (9.), 1:6 (11.), 2:8 (13.), 3:10 (18.), 7:12 (23.), 7:14 (26.), 9:14 (28.), 11:16 – 12:16 (31.), 13:19 (33.), 15:21 (35.), 19:23 (40.), 24:26 (45.), 24:29 (50.), 27:30 (51.), 30:33 (56.), 34:34 (59.).
Teile uns deine Meinung zu diesem Artikel über das Kontaktformular mit.
Weitere Artikel
- [Handball-EM 2012] Der komplette Spielplan
- [Handball-EM 2012] Hauptrunde oder EM- und Olympia-Aus - wohin geht der deutsche Handball?
- [Handball-WM 2011] Der komplette Spielplan
- Nach dem WM-Debakel: Wo steht der deutsche Handball?
- [Handball-WM 2011] Deutschland macht gegen Norwegen die Blamage perfekt
« [Handball-EM 2010] Deutschland verliert das Auftaktmatch gegen Polen mit 25:27 | [Handball-EM 2010] Deutschland siegt sich in die Hauptrunde »


