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[Superbowl XLIV] Made it first try - New Orleans Saints gewinnen den Superbowl

8. Februar 2010, 07:15 geschrieben von BVB-Benny.

Zum ersten Mal im Superbowl, zum ersten Mal Gewinner der Vince-Lombardi-Trophy – in einem Spiel, in dem alles drin war, setzen sich die New Orleans Saints gegen die Indianapolis Colts durch.

Indianapolis Colts 17:31 (10:6) New Orleans Saints

Let the show begin

Alles war bereitet für ein spannendes Endspiel: Zwei bärenstarke Mannschaften, ein regenfreier Tag in Miami, American-Idol-Gewinnerin Carrie Underwood hatte die amerikanische Nationalhymne gesungen und die Thunderbirds waren mit ohrenbetäubendem Lärm über das Stadion geflogen. Der 44. Superbowl konnte endlich losgehen.

Beim Coin Toss schon der erste Teilerfolg für die Saints: Sie hatten mit Heads die richtige Seite der Münze gewählt und konnten somit als erstes angreifen. Doch das Team um Quarterback Drew Brees erwischte keinen guten Start in ihr erstes Endspiel der Vereinsgeschichte: Die ersten beiden Drives der Saints mussten mit insgesamt nur einem First Down jeweils mit einem Punt beendet werden. Besser fanden dagegen die Colts in die Partie. Kicker Matt Stover brachte sie mit einem 38 Yard-Field Goal 3:0 in Führung. Den zweiten Drive musste Indianapolis nach einem guten Punt der Saints von der eigenen 4-Yard-Linie starten, doch mit einem von Anfang an starken Peyton Manning gelang es, die 96 Yards zu erspielen. Überraschend stark dabei auch das Laufspiel, in der Regular Season noch die große Schwachstelle. Am Ende fing Pierre Garcon den ersten Touchdown-Pass der Partie – 10:0 für die Colts.

Im letzten Moment ausgebremst

Im zweiten Quarter bissen sich die als Gäste geführten Saints ins Spiel. Erst kurz vor der Red Zone konnte Dwight Freeney die Offense mit einem Sack stoppen. Dass Freeney dabei war, grenzte an ein medizinisches Wunder, denn erst zwölf Tage vor dem Superbowl hatte er sich einen Bänderriss zugezogen. Doch dank ihm musste sich New Orleans zunächst einmal mit einem Field Goal begnügen und es stand 10:3.

Die Offense der Colts konnte im Folgenden nichts ausrichten und so befand sich Drew Brees bald schon wieder in Ballbesitz. Nach einem guten Drive standen sie kurz vor der Endzone, doch nach bereits drei gespielten Versuchen fehlten noch immer zwei Yards bis zum Touchdown. Durch ein weiteres Field Goal um weitere drei Punkte verkürzen oder die 4th Down-Conversion versuchen und im Erfolgsfall ausgleichen? New Orleans ging auf Risiko, aber Indianapolis stoppte das versuchte Laufspiel vor der End Zone und kam so nochmals in Ballbesitz. Es gelang jedoch kein First Down und kurz vor Ende der ersten Hälfte war man gezwungen, nochmals zu punten und den Ball in die Hände des Gegners zu geben. Die Saints nutzen die wenige Zeit immerhin noch zu dem Field Goal, auf das sie kurz zuvor verzichtet hatten. Mit einem 10:6 für Indianapolis ging es in die Pause.

Der Knaller zur zweiten Hälfte

In der legendären Halftime-Show gab diesmal die englische Rockband The Who ihre Klassiker aus den 60ern und 70ern zum Besten. Bedauerlicherweise gab es bei der Übertragung Tonprobleme – eine Sache, die die Amerikaner sicherlich noch weitaus mehr geärgert haben wird als uns Europäer. Begründet wurden die Schwierigkeiten mit “digitalen Fehlern”.

Wer von dieser technischen Panne leicht missgestimmt war, wurde sofort zu Beginn der zweiten Halbzeit mehr als nur entschädigt. Die New Orleans Saints hatten sich in der Kabine etwas ganz Besonderes überlegt. Beim Kickoff – sozusagen dem Wiederanstoß – griffen sie auf einen Trick zurück, indem sie es statt mit dem üblichen Long Kick bis möglichst in die End Zone des Gegners, mit einem Onside Kick versuchten. Dabei wird der Football bestenfalls nicht weiter als die zwingend erforderlichen zehn Yards gekickt und von dort aus weitergespielt, wo der Ball aufgegriffen wird – und zwar von der jeweiligen Mannschaft. Das heißt: wäre dieser Trick schief gegangen und die Colts hätten den Ball erwischt, hätten sie den Drive schon in der Hälfte des Gegners beginnen können und nur noch einen relativ kurzen Weg gehabt. Dieser Streich war wohl von kaum jemandem erwartet worden, da man auf ihn eigentlich nur am Ende einer Partie zurückgreift, wenn nur noch wenig Zeit auf der Uhr ist und man selbst dringend den Ballbesitz braucht, um überhaupt noch irgendeine Chance zu haben.

Doch das Risiko zahlte sich für New Orleans aus: Sie schnappten sich den Ball und waren widererwartend das erste Team, das in der zweiten Hälfte Ballbesitz hatte. Das Ganze lohnte sich dann auch noch im vollen Maße, da aus dem folgenden Drive ein Touchdown hervorging. Running Back Pierre Thomas fing einen kurzen Pass von Brees und brachte ihn anschließend noch bis in die End Zone: 10:13 – erstmals die Führung für die Saints.

Schnelles Comeback der Colts

Doch Manning zeigte sich eiskalt und brachte seiner Mannschaft eine schnelle Antwort. Mithilfe seines Tight Ends Clark beförderte er den Ball in die Red Zone, der überragende Joseph Addai, der sowohl als Running Back als auch als Receiver glänzte, besorgte per Laufspiel den Rest und es stand wieder 17:13 für die Colts.

Anschließend brach wieder die Zeit der Field Goals an: Erst kickte Hartley sein Team aus 47 Yards bis auf einen Punkt heran, dann verpasste es Matt Stover aus zugegebenermaßen langen 51 Yards, den alten Abstand wiederherzustellen. Der Kick ging vorbei, New Orleans war im Ballbesitz.

Drew Brees dreht auf

Nun war endgültig die Zeit des Saints-Quarterbacks Drew Brees gekommen. Sechs erfolgreiche Pässe infolge waren letztlich der Schlüssel für den nächsten Touchdown, der das Team von New Orleans erneut in Front brachte. Nach einem eingestreuten Laufspiel fing Jeremy Shockey in seiner Heimatstadt den zweiten Touchdown-Pass von Brees.

Es folgte ein zweites Beispiel an diesem Superbowl-Sunday, warum Football auch durch Strategie und Taktik begeistern kann: Nach dem Touchdown stand es 17:22. Mit einem üblichen Extra Point hätte New Orleans sechs Punkte Vorsprung gehabt, sodass die Colts zwar mit zwei Field Goals nur hätten ausgleichen, mit einem Touchdown aber sofort wieder in Führung gehen können. Es bestand die Möglichkeit der 2-Point-Conversion, bei der das angreifenden Team den Football aus zwei Yards nochmals in die End Zone befördern muss, um statt einem zwei Punkte zu erreichen. Wieder gingen die Saints auf Risiko und versuchten, beide Punkte zu machen. Den kurzen Pass sahen die Schiedsrichter zunächst nicht in der End Zone, doch nicht zum ersten Mal traf New Orleans’ Head Coach Sean Payton die richtige Entscheidung und ließ den Call der Referees per Challenge überprüfen. Richtigerweise wurde er nach der Ansicht einiger Zeitlupen “overturned” – also geändert – und die 2-Point-Conversion als gelungen bewertet. Damit hatte man einen Touchdown Unterschied zwischen sich und die Indianapolis Colts gebracht.

Der Held versagt

Wieder einmal war also Peyton Manning gefordert, der Mann, der den ganzen Abend über unglaublich ruhig und souverän wirkte. Doch in diesem entscheidenden Drive machte er den ersten Fehler seiner gesamten Post Season und warf eine Interception. Tracy Porter fing den Ball nicht nur ab, sondern trug ihn mithilfe von Will Smith, der Manning beim Versuch, Porter noch zu stoppen, wegblockte, bis in die End Zone und es stand 17:31 für New Orleans. Dreieinhalb Minuten Zeit waren noch, zwar knapp, aber durchaus genug, um nochmal mit zwei Touchdowns auszugleichen.

Trotz seines Fehlers wirkte Manning zwar nicht verunsichert, doch arbeiteten seine Receiver an diesem entscheidenden Tag nicht immer so gut und konzentriert wie gewohnt. Diskussionswürdig auch die Entscheidung, es kurz vor der End Zone bei allen vier Versuchen mit dem Passspiel zu probieren, da die Abwehr, je weniger noch vom Spielfeld übrig war, es immer leichter hatte, alle Receiver abzudecken. So konnten die Saints den Drive stoppen, die verbliebene Spielzeit auslaufen lassen und im ersten Versuch gleich auch ihren ersten Sieg im Superbowl feiern.

Was hat das Spiel entschieden?

Anders als erwartet war es nicht das ganz große Punktefestival, beide Defenses arbeiteten besser, als man es von ihnen gewohnt war. Nicht der eine Fehler des ansonsten starken Peyton Manning, viel mehr zwei andere Dinge gaben letztlich den Ausschlag: Zum einen der absolut fehlerfreie Drew Brees, der in der gesamten Post Season nicht eine einzige Interception warf, in seinem ersten Superbowl starke 32 von 39 Pässen an den Mann brachte und aufgrund dessen zum MVP gewählt wurde. Zum anderen waren es die mehrfach mehr als mutigen Entscheidungen wie der Versuch der 4th Down-Conversion am Ende der ersten Halbzeit, der Onside Kick und die 2-Point-Conversion. Auch wenn ersteres nicht gelang, alle drei Dinge zeugten von dem unbedingten Willen der Saints, diesen Superbowl zu gewinnen. Insofern kann man, auch wenn Indianapolis sicherlich nicht enttäuscht hat, von einem verdienten Sieger des 44. Endspiels der NFL sprechen. See you next year in Dallas!

Statistik

Scoring Summary

3:0 Matt Stover (38 Yard-Field Goal)
10:0 Pierre Garcon (19 Yard-Touchdown Pass)
10:3 Garrett Hartley (46 Yard-Field Goal)
10:6 Garrett Hartley (44 Yard-Field Goal)
10:13 Pierre Thomas (16 Yard-Touchdown Pass)
17:13 Joseph Addai (4 Yard-Touchdown-Run)
17:16 Garrett Hartley (47 Yard-Field Goal)
17:24 Jeremy Shockey (3 Yard-Touchdown-Pass und 2-Point-Conversion)
17:31 Tracy Porter (74 Yard-Interception Return-Touchdown)

Extra Points von Matt Stover (Indianapolis Colts) und Garrett Hartley (New Orleans Saints)

Quarterback Stats

Peyton Manning: 31/45, 333 Yards, 1 Touchdown, 1 Interception

Drew Brees: 32/39, 288 Yards, 2 Touchdowns, 0 Interceptions

Team Stats

Indianapolis Colts: 432 Total Yards, 99 Ruhsing Yards, 333 Passing Yards, 23 First Downs, 46% 3rd Down-Efficiency, 2 Punts (Average: 45 Yards), 5 Penalties (45 Yards)

New Orleans Saints: 332 Total Yards, 51 Rushing Yards, 281 Passing Yards, 20 First Downs, 33% 3rd Down-Efficiency, 2 Punts (Average: 44 Yards), 3 Penalties (19 Yards)


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