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[1. Bundesliga 09/10] Hoffenheim und Gladbach teilen nach kuriosen 90 Minuten die Punkte

20. Februar 2010, 12:56 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Deutscher-Fussball.

Zum Auftakt des 23. Spieltages trennten sich 1899 Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach leistungsgerecht 2:2, wobei die TSG Moral bewies und nach einem 0:2-Rückstand noch zum Punktgewinn kam. Mehrere strittige Entscheidungen und eine aberwitzige erste Halbzeit sorgten für Gesprächsstoff.

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1899 Hoffenheim 2:2 (0:1) Borussia M’Gladbach

Fußball aus dem Kuriositätenkabinett

“Wir führen mit 1:0 – und keiner weiß warum”, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl in die Halbzeitanalyse und traf mit seiner Einschätzung den Nagel voll auf den Kopf. Denn Fußball ist eigentlich ein einfaches Spiel: Zwei Mannschaften mit je 11 Spielen treten gegeneinander an und versuchen den Ball mit den Füßen oder dem Kopf in den eigenen Reihen zu halten und das Spielgerät im gegnerischen Tor unterzubringen. Um Freund und Feind unterscheiden zu können, tragen die Teams verschieden farbige Trikots. Im ersten Durchgang schienen sich die Akteure dieser Regeln nicht bewusst zu sein – der geneigte Zuschauer rieb sich aufgrund der zahlreichen und zum Teil abenteuerlichen Unzulänglichkeiten auf dem Platz verwundert die Augen.

Die Partie war gekennzeichnet von einer unglaublichen Fehlpassquote und katastrophalen individuellen Aussetzern. So brachten die pomadig agierenden Gladbacher mit haarsträubenden Fehlpässen bei der Spieleröffnung die Hausherren einige Male gefährlich ins Spiel, vor allem Bradley und Dante taten sich hierbei hervor. Auf der anderen Seite sorgten Vorsah, der Bradley im eigenen 16er “frei spielte” und eine hundertprozentige Chance ermöglichte, sowie Hildebrand, dessen verunglückter Abwurf noch im Strafraum in Bobadillas Füßen landete, für Entsetzen auf den vollbesetzten Tribünen. Und auch Nilssons Aktion vor dem Führungstor der Borussia hatte einen kuriosen Anstrich. Der Schwede stand bei einem langen Ball aus dem Mittelfeld falsch positioniert und holte den Pass in allerbester Handballmanier aus der Luft – Elfmeter. Eine Fehlentscheidung von Referee Stark und seinen Assistenten, denn der Tatort lag außerhalb des Strafraums. Auch die individuelle Bestrafung des Sünders mit einer gelben Karte erscheint fragwürdig. Da der Hoffenheimer Kapitän letzter Mann war und eine klare Torchancen verhinderte, hätte man eigentlich Rot ziehen müssen. Daems waren die Umstände egal, der verwandelte sicher vom Punkt zur glücklichen Fügung seiner Fohlen (31.).

Hoffenheim war bis dato die bessere von zwei schwachen Mannschaften. Ibisevic mit einem Kopfball, der knapp am rechten Kreuzeck vorbei strich (11.), und Carlos Eduardo, der nach schöner Vorarbeit von Ibisevic völlig frei vor Bailly auftauchte und den Ball nicht am glänzend reagierenden Belgier vorbei brachte (23.), vergaben zwei große Möglichkeit für die Rangnick-Elf. Zudem hatten die Kraichgauer Pech, dass dem Schiedsrichtergespann in der 17. Minute ein Handspiel von Daems im Strafraum der Borussia entging und ein fälliger Elfmeter verwehrt wurde.

Hoffenheimer Moral wird belohnt

Sechs Minuten nach Wiederanpfiff schien dann eine Vorentscheidung zu Gunsten der Gäste gefallen zu sein. Nach einer Flanke von Levels köpfte Bobadilla sehenswert in Richtung Hoffenheimer Tor – Colautti drückte den Ball aus kürzester Distanz über die Linie (51.). Ob der Israeli bei dieser Aktion im abseits stand, wie die Hausherren vehement beim Assistenten an der Linie beanstandeten, oder nicht, lässt sich nur ganz schwer auflösen – eine Millimeterentscheidung, die Stark zu Gunsten des Stürmers auslegte.

Hoffenheim wirkte nach dem Gegentreffer geschockt, die Verunsicherung der letzten Wochen war nun deutlich spürbar. Allerdings konnten die Fohlen die Gunst der Stunde nicht nutzen. Obwohl man die Partie jetzt im Griff hatte, ließ man die letzte Konsequenz im Angriff vermissen und verpasste es, den Sack zu zu machen. Und so kam es, wie es kommen musste: Hoffenheim schlug zurück.

Und wieder war es ein Gladbacher Ballverlust, der die Schlussoffensive der Gastgeber einleitete. Ba eroberte sich den Ball im Mittelfeld und bediente Carlos Eduardo. Der fleißige Brasilianer zog in den Strafraum und bediente maßgenau Ibisevic, der nur noch einzuschieben brauchte (69.). Nachdem Schiedsrichter Stark ein weiteres Handspiel der Gladbacher im eigenen Sechzehner “übersah”, diesmal war es Dante, konnte er dann in der 89. Minute aber nicht mehr anders. Daems blockte mit dem Arm eine Flanke von Ibisevic. Carlos Eduardo legte sich den Ball zurecht und bewies dann Nervenstärke und markierte das 2:2. Letztlich ging die Punkteteilung in Ordnung. Die Borussia war zwar am ersten Sieg gegen Hoffenheim nah dran, kann aber gegen die Kraichgauer wie es scheint einfach nicht gewinnen.

Statistik

Hoffenheim: Hildebrand – Gulde (70. Tagoe), Simunic, Nilsson (46. Vukcevic), Eichner – Compper, Vorsah – Carlos Eduardo, Ba – Ibisevic, Maicosuel – Trainer: Rangnick

Gladbach:* Bailly – Levels, Brouwers, Dante, Daems – Meeuwis, Bradley – Reus, Arango (87. Kleine) – Colautti (84. Friend), Bobadilla (71. Matmour) – Trainer: Frontzeck

Tore: 0:1 Daems (31./HE), 0:2 Colautti (51.), 1:2 Ibisevic (69.), 2:2 Carlos Eduardo (89./HE)

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 30.051 in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena (Sinsheim)
Gelbe Karten: Simunic, Nilsson, Ibisevic / Meeuwis


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