[1. Bundesliga 09/10] Nürnberg beendet Leverkusens Serie
8. März 2010, 12:10 geschrieben von Jinxo, abgelegt unter Deutscher-Fussball.
FCN schlägt Leverkusen dank HSV –
Serie von Bayer nach 24 Spielen beendet
Serie von Bayer nach 24 Spielen beendet
Nach 25 Spieltagen hat auch der letzte Bundesligist seine weiße Weste verloren. Bayer Leverkusen verlor zum ersten Mal in dieser Saison ein Spiel. Besonders bitter für die Leverkusener: Es geschah beim Abstiegskandidaten aus Nürnberg und war obendrein auch noch verdient.
| 1. FC Nürnberg | 3:2 (2:0) | Bayer 04 Leverkusen |
Wenn zwei Hamburger in Nürnberg drei Tore schießen, so löst das in Reihen der FCN-Fans selten Jubel aus. Wenn ein Bayern-Spieler in Nürnberg auf der Trage das Spielfeld verlässt, ruft das in Reihen der Glubberer selten Schock und Entsetzen aus. Doch der 3:2-Erfolg des FCN gegen Bayer Leverkusen war ein solch seltenes Spiel. Bayern-Leihgabe Breno wurde nach einem brutalen Foul des ehemaligen FCN-Spielers Stefan Reinartz mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Platz getragen. Eric-Maxim Chuopo-Moting und Mikael Tavares – ausgeliehen vom HSV – trafen für den FCN gegen Leverkusen und beendeten nebenbei deren 24 Spiele währende Serie ohne Niederlage.
Besonders bemerkenswert war das Spiel darüber hinaus auch, weil die Gastgeber das Spiel tatsächlich verdient gewannen. 60 Minuten lang kontrollierten sie den Tabellenzweiten fast nach Belieben. Nicht der Gastgeber, sondern die Gäste sahen aus, wie der Abstiegskandidat. Immer wieder wurde durch gutes Raumzustellen das Passspiel der Leverkusener unterbunden. Fast wirkte es, als ob die Leverkusener sichtlich davon überrascht waren, dass der FCN nicht wie gegen Bayern und Bochum allein auf Defensivarbeit setzte. Besonders auffällig in der Vorwärtsbewegung waren von Anfang an Eric-Maxim Chuopo-Moting und Ilkay Gündogan. Der junge Deutsch-Türke war unermüdlich, rackerte viel auch in der Rückwärtsbewegung und verteilte umsichtig die Bälle. Ähnlich engagiert in Sachen Balleroberung war auch Chuopo-Moting. Auch wenn dem 20-jährigen noch längst nicht alles gelang, schaffte er es dennoch das Fehlen von Albert Bunjaku vergessen zu machen. Am besten gedieh ihm dies natürlich durch seine beiden Tore, doch auch sein Arbeitspensum erinnerte an den Schweizer.
Länger als Bunjaku, der kommende Woche in Berlin wieder spielberechtigt ist, wird dem Club wohl Bayern-Leihgabe Breno fehlen. Der 20-Jährige wurde Opfer eines brutalen Fouls von Stefan Reinartz. Warum dieser neben Breno nicht auch den Platz verlassen musste, wird wohl ein Geheimnis von Schiedsrichter Drees bleiben. Berechtigt wäre ein Platzverweis allemal gewesen. Die Mannschaft allerdings ließ sich von dem Schock des Ausfalls nicht beeinflussen, sondern erzielte in den 13 Minuten nach dem Foul zwei Tore. Geschuldet war dies auch dem nahtlosen Übergang in der Abwehr. Einmal mehr bewies Dominic Maroh, dass er ein mehr als durchschnittlicher Bundesligaverteidiger ist. Wäre Andreas Wolf nicht Kapitän, er wäre vermutlich derjenige gewesen, der nach Brenos Verletzung eingewechselt worden wäre. Wie schon in den Spielen zuvor, zeigte Wolf erhebliche Unzulänglichkeiten und brachte einige Male unnötige Verunsicherung in die Reihen des Aufsteigers. Darunter eine Szene mit Stefan Kießling, in der sicherlich einige Schiedsrichter auf Elfmeter entschieden hätten.
Kießling war es auch, der das Spiel nach den drei FCN-Toren noch einmal spannend machte. Doch auch in der Druckphase war das Spiel der Leverkusener selten wirklich überzeugend, zu wenig Zug und Drang zum Tor entwickelten die Rheinländer über weite Strecken des Spiels. Gerade in den Schlussminuten gelang es ihnen nicht, die körperlich und geistig ausgelaugten Nürnberger entscheidend unter Druck zu setzen. Zwar kam Bayer zu Möglichkeiten zum Ausgleich, diese waren jedoch nicht zwingend genug – zumindest für eine Mannschaft mit Ambitionen auf die Tabellenspitze. Auffällig war, dass Toni Kroos über weite Strecken des Spiels nicht stattfand und das Spiel der Leverkusener darunter erheblich litt. Wenn der 20-Jährige im Sommer nach München zurückkehrt, wird es für Bayer von oberster Priorität sein, ihn zu ersetzen.
Am Ende blieb den Leverkusenern nur die Anerkennung der verdienten Niederlage durch den FCN und die Erkenntnis, dass, obwohl der HSV erst am kommenden Wochenende Gegner ist, zwei “Hamburger” schon an diesem Wochenende nicht zu stoppen waren und der Werkself die erste Niederlage bescherten. Der FCN hingegen verschafft sich Luft im Abstiegskampf, klettert auf Rang 15; steht zum ersten Mal seit dem 14. Spieltag nicht auf einem Relegations- oder Abstiegsplatz; bleibt zum ersten Mal in dieser Saison mehr als zwei Spiele in Folge ohne Niederlage und hofft diese Serie am Samstag in Berlin gegen den Tabellenletzten fortzusetzen. Auch dann wieder gerne mit Hilfe des HSV.
Statistik
Nürnberg: Schäfer – Diekmeier, Wolf, Breno (33. Maroh), Pinola – Tavares (87. Mintal), Ottl, Gündogan – Frantz (78. Gygax), Risse – Choupo-Moting. – Trainer: Hecking
Leverkusen: Adler – Castro, Friedrich, Hyypiä, Kadlec – Vidal, Reinartz (59. Barnetta) – Renato Augusto, Kroos – Derdiyok (59. Helmes), Kießling. – Trainer: Heynckes
Tore: 1:0 Choupo-Moting (42.), 2:0 Choupo-Moting (45.+1), 3:0 Tavares (55.), 3:1 Kießling (66.), 3:2 Helmes (73.)
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster)
Zuschauer: 40 329 (ehemaliges Frankenstadion, Nürnberg)
Gelbe Karten: Pinola (6) – Reinartz (5), Friedrich (4), Castro (4), Vidal (8), Kroos (5)
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ich habe mir die Szene Reinartz/Breno 5-mal angesehen. Breno zieht wie ein gestörter voll durch und verursacht erst so einen Presschlag, der zu der schweren Verletzung führt. Das gestreckte Bein von Reinartz war sicher grenzwertig aber lettlich spielt er den Ball.
— Hubertus Marx Mär 9, 20:58 #