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[Champions League 2009/10] Robben ballert Bayern eine Runde weiter

10. März 2010, 12:37 geschrieben von Elbefohlen, abgelegt unter Int-Fussball.

Geschafft: Der FC Bayern München steht nach einem 3:2-Erfolg beim AC Florenz im Viertelfinale der Champions League. Bei überaus widrigen Witterungsverhältnissen sicherte Arjen Robben mit einem Traumtor das Weiterkommen für den deutschen Rekordmeister.

Vorgeplänkel

Groß war der Jammer bei der Fiorentina nach dem guten Auftritt in München, der durch Kloses Abseitstor einen überaus bitteren Beigeschmack hatte und mit einer 1:2-Niederlage endete. Und zwischen dieser Partie in München und dem gestrigen Rückspiel in Florenz kam es zu weiteren Fehlentscheidungen durch die Schiedsrichter gegen den Klub aus der Toskana. So wurde ihnen im Ligabetrieb gegen Milan und Juventus Turin jeweils ein klarer Strafstoß verwehrt – beide Partien gingen mit 1:2 verloren. Der gefrustete Prandelli äußerte sich trotz der wenig erbaulichen Ergebnisse der letzten Wochen dennoch optimistisch und sprach davon “Geschichte zu schreiben”, sprich, zum ersten Mal mit der Fiorentina des Viertelfinales der Königsklasse einzuziehen.

Die Bayern reisten trotz des mageren Remis in Köln vom vergangenen Wochenende mit breiter Brust über den Brenner, das “Mia san mia-Gefühl” hat an der Isar wieder Einzug gehalten. Man ist seit dem 0:2 im Gruppenspiel gegen Girondins Bordeaux am 3. November 2009 ohne Pflichtspielniederlage, hat in der Bundesliga die Tabellenspitze erklommen und steht zudem auch im Halbfinale des DFB-Pokals. Das bisher einzige Duell gegen den AC Florenz datiert aus der letzten Spielzeit. Dort kreuzte man in der Gruppenphase der Champions League die Klingen. Nach einem glatten 3:0 vor eigenem Publikum, trennte man sich im Rückspiel in Florenz mit 1:1 – ein Resultat, das auch dieses Mal zum Weiterkommen reichen würde…

AC Florenz 3:2 (1:0) FC Bayern München

Robbens Geniestreich lässt die Niederlage vergessen

Wer der Mann des Abends in den stürmischen Toskana war, ließ sich nach aufregenden 90 Minuten bei den Jubelarien der überglücklichen Münchener vor dem Block ihrer mitgereisten Anhänger leicht ablesen: Arjen Robben. Der Wirbelwind aus den Niederlanden war dazu auserkoren, den Takt vorzugeben – auf sein Kommando hin erhob sich der Rest der Mannschaft vom aufgeweichten Rasen zum gemeinsamen Feiern mit den Fans.

Robben zeigte in der 65. Minute seine ganze Klasse. In typischer Manier zog er mit Tempo von der rechten Seite in die Mitte und zirkelte den Ball mit Unterstützung des Rückenwindes aus mehr als 25 Meter Torentfernung mit links ins linke obere Eck – ein Traumtor, bei dem Frey im Kasten der Fiorentina ohne jegliche Abwehrchance war. Dieser Treffer, der postwendend nach dem 3:1 der Gastgeber fiel, besiegelte das Aus für die tapferen Italiener; aufgrund der greifenden Auswärtstorregel genügte der 3:2-Sieg nicht. Dass die Münchener letztlich nach 18 ungeschlagenen Partien mal wieder als Verlierer vom Platz gingen, juckte beim FC Bayern niemanden.

Abwehrfehler und eine Glanztat von Frey

Mit dem stürmischen Wind, der begleitet mit Regenschauern durch das Stadion pfiff, hatten beide Teams große Probleme. Florenz war im ersten Durchgang mit dem Wind im Rücken die bessere Mannschaft. Nach knapp einer halben Stunde gingen sie durchaus verdient in Führung. Marchionni zog unbehelligt aus über 30 Metern flach ab, Butt konnte den Ball nicht festhalten und ließ abklatschen. Florenz’ peruanischer Stürmer Vargas ließ van Buyten beim Kampf um den Ball schlecht aussehen und schloss vom linken Eck des Fünfmeterraums gekonnt und sehenswert ab (28.). Bayerns Defensive sah nicht nur in dieser Szene schlecht aus, sie präsentierte sich im gesamten Spiel ziemlich anfällig und ließ einige brenzlige Situationen zu.

Unmittelbar nach dem Rückstand kam Klose für den mit einem Muskelfaserriss verletzt vom Platz gegangenen Gomez. Bayern entwickelte nun etwas mehr Druck und erspielte sich eine große Chance zum Ausgleich. Robben fand aber allein vor dem Tor seinen Meister in Frey. Der französische Keeper bekam mit einer glänzenden Reaktion noch die Fäuste an den Schuss des Holländers, der aus circa 11 Metern mit viel Schmackes abgezogen hatte.

Abwehrfehler und holländische Tore

Auch im zweiten Abschnitt erwischten die Hausherren den besseren Start und erhöhten nach einem schönen Angriffszug gar auf 2:0. Gilardino konnte im Strafraum nahezu unbedrängt mit der Hacke auf den ebenso alleingelassenen Jovetic ablegen. Der Montenegriner hatte keine Mühe den Ball flach im Tor unterzubringen (54.). War es den Italienern bis zu diesem Zeitpunkt noch gelungen der begnadeten Flügelzange der Bayern, Ribery und Robben, den Schneid abzukaufen und durch Doppeln oder gar zu Dritt deren Offensivdrang zu bremsen, so bekamen die beiden jetzt mehr und mehr Freiraum. Ribery, der ja seinen Verbleib an der Isar von der sportlichen Entwicklung abhängig macht, schüttelte seine Gegenspieler ab und passte von links nach innen – van Bommel traf aus 18 Metern flach ins linke Eck (60.).

Jetzt wurde den Zuschauern richtig was geboten. Diesmal war wieder das Duo Gilardino und Jovetic dran. Beide spielten sich im Sechzehner der Münchener den Ball zu und am Ende tunnelte Jovetic Butt zum 3:1 (64.). Und wieder sah die Innenverteidigung der Bayern nicht gut aus, sowohl Badstuber als auch van Buyten waren bei diesem Treffer nur schmückendes Beiwerk.

Nun drohte dem deutschen Rekordmeister das Aus. Es blieb eine knappe halbe Stunde, um diesem Schicksal zu entgehen. Doch die ganz große Zitterpartie wurde es nicht, da praktisch im Gegenzug der große Auftritt des Arjen Robben kam. In der Schlussphase versuchte die Viola zwar alles und beschwor auch noch zwei- dreimal Gefahr vor dem Münchener Tor herauf, doch ein Treffer blieb den Italienern verwehrt. Auf Seiten der van Gaal-Elf feierte der erst 17-jährige Alaba ein gelungenes Debüt in der Startaufstellung. Der Österreicher ist somit der jüngste Spieler überhaupt in der glanzvollen Geschichte der Bayern.

Statistik

Florenz: Frey – de Silvestri, Natali, Kröldrup, Felipe (79. Pasqual) – Montolivo, Zanetti – Marchionni, Jovetic, Vargas (82. Keirrison) – Gilardino – Trainer: Prandelli

München: Butt – Lahm, van Buyten, Badstuber, Alaba – van Bommel, Schweinsteiger – Robben, Ribery (90.+1 Pranjic) – Müller, Gomez (30. Klose) – Trainer: van Gaal

Tore: 1:0 Vargas (28.), 2:0 Jovetic (54.), 2:1 van Bommel (60.), 3:1 Jovetic (64.), 3:2 Robben (65.)

Schiedsrichter: Alberto Undiano Mallenco (Spanien)
Zuschauer: 42.000 im Artemio Franchi (Florenz)
Gelbe Karten: Kröldrup, Felipe / van Bommel, Schweinsteiger

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